Als Pferdefans und weil es kein großer Umweg war, fuhren wir auf unserer Andalusien-Rundreise an der Hacienda Buena Suerte vorbei. Dort wo Ostwind, der Hauptdarsteller von dem gleichnamigen deutschen Film „Ostwind III“ sein Zuhause hat. Auch Teile des Filmes wurden dort gedreht. Ein idyllischer Ort zwischen Olivenbäumen. Ostwind, der eigentlich Attila heißt lebt dort nicht allein. Auch sein Double wohnt neben ihm. Weiter gibt es ein Gästehaus für begeisterte Reiterinnen und Reiter, die dort Ferien und Reitunterricht nehmen wollen.
Bemerkenswert waren die verschmusten Pferde auf den unterschiedlichen Koppeln. Sie kamen alle her und ließen sich streicheln und schauten so vertraut und lieb einen an. Herzerwärmend. Eine Frau, die ihre Ferien auf der Hacienda verbrachte, sagte: „Ich wüßte schon, welches Pferd ich am liebsten mitnehmen würde“.
Schmunzeln musste ich, weil Ostwind (Attila) kein Interesse für ein Paparazzi-Foto hatte. 😀
Video auf Youtube, den ich für diesen Beitrag entdeckte.
Das Video gibt sehr schön einen Eindruck auf den Hof. Übersetzt heißt es: Pferdehof des Glückes
ist eine spanische Stadt in der Provinz Málaga, an einer Schlucht des Rio Guadalevin in der „Serranía de Ronda“, in den Bergen Andalusiens.
Weiter ging es über die Nationalstraße über die Berge an die Küste und in Richtung Jerez de la Frontera
. Jerez de la Frontera
Unsere Tickets für die Show der Tanzenden Pferde an der Königlich Andalusischen Reitschule in Jerez de la Frontera zwang uns püntklich zu sein. Fotos und Videos sind während der Show nicht erlaubt.
Nachfolgend Blick auf die Gebäude. Die Stallungen, das Kutschenmuseum und das Trainingsgelände sind einige hundert Meter entfernt. Dazwischen liegt die Sherry Bodega Sandeman, die Führungen und Verkostungen anbietet.
Auch die Innenstadt von Jerez de la Frontera lädt zum Bummeln, Flanieren ein. Umgeben ist die Stadt von dem Alcázar de Jerez, eine im 11. Jahrhundert errichtete maurische Festung.
Überraschend fand ich eine Fotografieausstellung auf einem öffentlichen Platz. Es waren die Fotos von dem brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado. Auch die Idee die Fotos auf festem wetterfestem Platten zu drucken und in einem unbewegbaren Eisenrahmen zu präsentieren fand ich sehr gelungen.
Abends besuchten wir in Jerez eine kleine Bar in der Flamenco gesungen und getanzt wurde. Wer vorne sitzt bezahlt für seinen Sitzplatz und die Bewirtung mit Tapas und Getränk und sitzt in greifbarer Nähe zu den Künstlern. Alle anderen Barbesitzer sind im Hintergrund, was trotzdem erstaunlich nah ist und schaut der Aufführung zu. Es muss übrigens still sein in der Bar, wenn die Aufführung ist. Die stehenden Gäste zahlen nur ihr Getränk und eventuell Tapas.
Klaro waren wir auch am Meer. Zuerst in den Gassen von Cádiz und an der Uferpromenade entlang geschlendert. Die Kathedrale gesichtet. Im Park ein Päuschen, am Strand entlang gelaufen.
Später dann zu einem kleineren Ort gefahren, um ins Meer zu springen und sich von den Wellen des Atlantiks umwerfen zu lassen.
Übrigens auch die Brücken können in Spanien faszinierend sein. Die Puente de la Constitución (auch Puente de la Pepa genannt) ist 3,2 km lang und hat eine Spannweite von 540 Metern. Dieses Brücken- Kunstwerk hat 511 Mio Euro gekostet. Acht Jahre dauerte dieser Bau und am Ende hat dieser einiges mehr gekostet. Sie ist die drittgrößte Brücke in Europa.
Nahe Cádiz wird aus dem Meer Salz gewonnen.
.
Yeguada de la Cartuja – Hierro del Bocado
Nicht weit von Jerez de la Frontera entfernt ist das Gestüt der Kartäuser Pferde. Auch dort besuchten wir eine Reitshow, die uns begeisterte. Zudem gibt es dort Führungen in deutscher Sprache. Das Gestüt wurde von Mönchen gegründet. Sie begannen diese Pferde zu züchten zu einer Zeit, da war Columbus noch gar nicht unterwegs um Amerika zu entdecken. Die Rasse gehört zu den Andalusier Pferden. Allerdings ist nicht jeder Andalusier auch ein Kartäuser.
Adresse: Yeguada de la Cartuja
Carretera Medina-El Portal, Km. 6,5, 11480 Jerez de la Frontera, Cádiz, Spanien
Einmal im Jahr erkunde ich, die Hüterin des Blogs Oberschwaben-Welt und meine Familie eine neue Region. Dieses Jahr war es Andalusien in Spanien. Sie sind/ Du bist herzlich eingeladen den nachfolgendne Impressionen zu folgen, vielleicht Erinnerungen wieder zu erwecken oder Inspiration zu erhalten für eine mögliche Reise in den Südwesten von Spanien.
Startpunkt der Reise war die Ankunft auf dem großen Flughafen in Madrid. Die Hauptstadt von Spanien hat mehrere Flughäfen. Der internationale Flughafen mit dem Namen Madrid-Barajas „Adolfo Suárez“ ist der größte Flughafen in Spanien und belegt Platz 6 (Stand 2016) in Europa. Barajas nennt sich der Stadtteil von Madrid und „Adolfo Suárez“ war der erste Ministerpräsident im demokratisch wählenden Spanien.
Wichtig zu Wissen ist, dass dieser große Flughafen vier Terminals hat. Terminal 1 bis 3 sind in einem sehr langen Gebäude untergebracht. Terminal 4 liegt drei Kilometer entfernt. Es verkehren Busse zwischen den Terminals. Also genau aufs Ticket schauen, wo gelandet und wo wieder abgeflogen wird. Die Busse verkehren kostenlos zwischen den Terminals tagsüber mit kurzen Wartezeiten.
Madrid
In Madrid waren wir erneut. Unser Rundgang führte uns am Königspalast vorbei. Diesmal waren wir auch innen. Fotografieren und Video drehen ist nicht erlaubt. Weiter ging es zum Punkt Null. Ab diesem Punkt werden die Entfernungen von Madrid in die anderen Städte in Spanien gezählt.
Erstmals waren wir in der Markthalle in Madrid.Das gilt sicherlich auch für Deutschland. Mit Hunger darf dieser Augenschmaus-Halle nicht betreten werden. Sieh selbst, da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen.
Ausflug in die Mittelalterstadt Ávila
Ávila ist eine Stadt, die auf einer Höhe von über 1100 Meter ü.N. liegt. Auch heute noch vollständig umgeben von einer Stadtmauer mit 80 zinnbesetzten Türmen und neun Tore. Einer imposanten Kathedrale mit Kloster. Auch Theresa von Ávila hat hier gewirkt. Sie war Ordensgründerin, Mystikerin und Kirchenlehrerin.
Der Namensgeber des Flughafens in Madrid Adolfo Suárez war in Ávila geboren. Er starb 2014 – siehe nachfolgende Statue.
Blick in die Kathedrale von Ávila. Das Kreuz mit Jesus Christus ist im hinteren Teil der Kathedrale an der Wand angebracht. Sein Gesicht ist beleuchtet. Es wirkt sehr lebendig.
Bildnis von Jesus Christus am Kreuz in der Kathedrale von Ávila
.
Blick nachfolgend in das Deckengewölbe der Kathedrale von Ávila.
.
Cordoba
Zum zweiten Mal besuchten wir Córdoba in Andalusien. Die Mezquita empfinde ich als einen sehr zauberhaften Ort, das war der Hauptgrund, warum Córdoba unbedingt wieder besucht werden musste. Wir kamen am Abend an. Die Menschen strömten raus aus der Innenstadt auf ein Gelände. Es war die Feria von Cordoba, das Stadtfest. Auffallend die vielen Frauen, die mit einem Kleid im Flamenco-Stil unterwegs waren. Aufwendig auch der nächtliche Lichterzauber auf diesem Volksfest.
Blick in die Mezquita Córdoba – eine Moscheekathedrale
.
Am nächsten Morgen ging es in die Mezquita. Nachfolgendes Bild gibt einen ersten Eindruck der Mezquita Catedral. Diese Moscheenkathedrale hat eine Größe von 23.000 qm. Sie ist 179 m lang und 134 m breit. Beeindruckend sind die 856 Säulen. Das Mihrab schimmert golden. Der Sakralbau gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
Der Bau der Moschee begann 784. Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert. 1236 wurde die Moschee zur Kirche geweiht. In Jahr 1486 wurde begonnen ein gotisches Kirchenschiff zu implementieren. Gnadenlos wurden 1523 im mittleren Bereich viele Säulen entfernt um eine Kirche im spanischen Renaissance Stil hineinzubauen.
Nach Cordoba fuhren wir nach Ronda.
Ronda Von der Stadt Ronda auf einem Berggipfel in Andalusien hatte ich zuvor auch noch nichts gehört. Das Städtchen ist geteilt durch eine Schlucht. Der eine Teil, die Altstadt stammt aus Zeiten der maurischen Herrschaft. Die Neustadt ist eher aus dem 15. Jahrhundert. Eine Steinbrücke verbindet die Stadtteile. Die Aussicht ist grandios. Die Stadt hat eine legendäre Stierkampfarena mit Stierkampfschule und dazu ein Museum. Die Stadt liegt auf ca. 739 Meter Höhe.
Am Blutfreitag in Weingarten treffen sich viele Menschen. Pilger, Besucher, Blutreiter und Musikanten. Lange Jahre hieß es, dass es nahe 3000 ReiterInnen sind. Mittlerweile ist der demografische Wandel auch in dem Ritt zu spüren. Viele der älteren Blutreiter können nicht mehr zu Pferde teilnehmen. Und der Nachwuchs kommt nicht so zahlreich nach. Vermutlich ist es auch nicht mehr so selbstverständlich ein Pferd zu haben, dass diesen mehrstündigen Prozessionsritt mitmachen kann. Übrigens Mädchen können nur als Ministrantinnen teilnehmen. Weiterhin sei erwähnt, dass es 4000 Personen sind die als Mitglied der Musikkapellen in Weingarten mitgehen. Die Musikkapellen laufen innerhalb der Innenstadt mit. Die Prozessionsreiter sind in ihrem Rundritt außerhalb der Innenstadt unter sich. Auffallend war dieses Jahr, dass wieder sehr laut, sehr viel und sehr deutlich gebetet und gesungen wurde.
Reiterjubilare gab es dieses Jahr wieder einige: 20 Jubilare, die zum 50. Mal mitgeritten sind. Zwei Personen konnten ihre 60. Teilnahme feiern und 65. Mal mitgeritten sind fünf Herren. Jedes Jahr am Blutfreitag teilnehmen und dies seit 65 Jahren. Bemerkenswert. Egal ob es stürmt, schneit oder nur regnet. 2018 war es wieder ein Bilderbuch Blutfreitag. Sommerliche Temperaturen, nicht zu hieß unter dem Gehrock und ein luftiges Windchen sorgte für angenehmes Reiten und Warten bis es wieder weitergeht.
Kardinal Walter Kasper war dieses Jahr zum Blutritt nach Weingarten gekommen. Nach seinem Empfinden hat sich seit seinem letzten Besuch im Jahr 2000 vieles auf unserer Welt tiefgreifend verändert. Als Konsequenz der Anschläge der letzten Jahre ist an diesem Tage eine erhöhte Polizeipräsenz und Schutz der Zufahrten zu erleben.
Das diesjährige Motto des Sankt-Georgs-Rittes war „Den Schöpfer im Geschöpfe ehren“. Zum 42. Mal jährte sich der Prozessionsritt, der am Kloster startete und über die Flure von Ochsenhausen, Erlenmoos, Eichbühl, Oberstetten zurück im Klosterhof endete. 24 Reitergruppen aus Oberschwaben mit 500 angemeldeten Reiter und ihren Pferden nahmen teil.
42 Mal – eine Tradition. Doch dieses Jahr gab es eine organisatorische Änderung. Die Stadt Ochsenhausen zog sich zurück aus dem aktiven Organisationsengagement und stellte eine Rechnung an die Kirchengemeinde für die Arbeitsleistungen, die der Bauhof für den Prozessionsritt bewerkstelligt. Allerdings gab es einen Zuschuss für die katholische Kirchengemeinde Ochsenhausen-Erlenmoos, um diesen traditionellen Ritt finanziell zu stemmen.
Für den Besucher wirkte es unverändert. Und das Wetter sowie die Reiter, jung und alt zeigten sich strahlend. Froh dabei zu sein auf dem Pferderücken. Viel Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, blühende Rapsfelder. Die Natur und Schöpfung in schönstem Glanze.
.
Für Dekan Sigmund F. J. Schänzle gehört das Kirchenlied „Rund um mich her ist alles Freude“ zu den schönsten Schöpfungshymnen. Dieses Lied ist auch das Biberacher Schützenfestlied. Es ist ein Lied, das das Herz berührt. Den Sankt Georgsritt begleitete dieses Jahr Abt Johannes Schaber, OSB von der Benediktinerabtei Ottobeuren. Er nahm teil als Zelebrant, Prediger und Reliquenträger.
Vorbei ist sie. Doch sie startet wieder. Nächstes Jahr vom 6. bis 8. Mai 2019.
Wer? Die Konferenz namens re:publica in Berlin. Zum elften Mal fand sie statt. Selbst war ich sechsmal dabei. Eine Konferenz, die sich um das „Digitale“ in unserer Gesellschaft dreht. Über 400 Vorträge, Diskussionen und Treffen werden in der Station, dem Areal genannt Gleisdreieck, angeboten. Mittlerweile sind auch sehr viele Menschen da. Waren es vor sieben Jahren noch „überschaubare“ 3.500 Besucher – so wurde dieser Besucherrekord jedes mal getoppt. 2018 waren es nahe der 10.000 Besucher.
Ich schätze die re:publica sehr. Dieses Jahr war das Thema POP – Power of People.
Auf dieser Konferenz werden sehr viele Themen, Trends angesprochen, die einen übers Jahr daran erinnern. Gedanken, Ideen, Promis und kluge Köpfe. Langeweile gibt es nicht auf der #rp18. Höchstens Du brauchst sie und Du gibst Dir die Zeit dafür. Ansonsten heißt es „Kopf ist überfüllt“.
Auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender wie ZDF und WDR haben einen Stand. Auf diesen kann die nächste Generation von Fernseherlebnis getestet werden. Letztes Jahr testete ich den virtuellen Sprung vom Hochhaus. Dieses Jahr war ich im Kohlebergwerk und wurde verschüttet. Mit einer VR-Brille (Virtuell Reality Brille) auf dem Kopf, zwei Gewichtsmanschetten an der Hand, die so den Kraftaufwand spüren lassen, wenn ich virtuell zu einer Hacke greife und die Kohle aus dem Berg raushaue. Die harten Arbeitsbedingungen werden so virtuell erfahrbar.
Und warum braucht es das?
Dieses Jahr wird das letzte Kohlebergbauwerk geschlossen. Es ist Geschichte. In der Wartelange, der Andrang war enorm, erzählten die Menschen, was sie noch von Großvater erfahren hatten, wie dort die Arbeit war. Der WDR wird diese Aktion an Museen oder wen auch immer verleihen.
So sieht es aus, wenn die Probanden im virtuellen Bergwerk arbeiten.
Ein anderes Beispiel war mit Hilfe einer App auf dem Tablett den umgebenden Raum einzuscannen. Es wird eine Zeitzeugin gezeigt, die von ihrer Kindheit im Krieg berichtet. Sie selbst sitzt virtuell vor einem und während sie erzählt wird die Vergangenheit eingeblendet. Augmented Reality nennt sich das. Während die Frau scheinbar vor einem sitzt und erzählt, werden ihre Erinnerungen ebenfalls filmisch dargestellt. Es ist nicht nur, dass sie beispielsweise von den Flugzeugen erzählt, die Bomben abgeworfen haben, sondern diese Flieger werden ebenfalls mit Sound eingeblendet.
Der Tod – ist virtuell bisher immer eine weiße Fläche gewesen. Wie schon erwähnt, virtuell bin ich im Bergwerk verschüttet worden, da ich den Stollen nicht absichern konnte. Damals wurde einkalkuliert, dass Bergbauarbeiter einen Arbeitsunfall haben. Sehr emotional war es bei der Gesprächsrunde über den Tod in der Netz-Familie. Wibke Ladwig, Jens Scholz und Nadia Zaboura. Gut zusammengefasst hat es Konstantin Klein in seinem Beitrag, der bei der Deutschen Welle veröffentlicht wurde.
Der Klassiker für alle re:publica Besucher ist der Vortrag am Abend des ersten Tages von Sascha Lobo.
Meiner Meinung nach der politischste Vortrag, den ich bisher von ihm gehört habe. Sein Thema: Pop und Anti-Pop – Wie das Internet uns lehrte zu kämpfen. Und wofür.
Sascha Lobo Statement
Eines von Lobos Zitate lautet: Den das Gegenteil von Rechtsextrem ist entgegen anderer lautender Gerüchte nicht linksextrem – sondern das Gegenteil von Rechtsextrem ist Nicht-Rechtsextrem.
Auch gehört in Lobos Vortrag: Gesundheitsminister Spahn definierte Konservativ: „Konservativ zu sein heißt, die Geschwindigkeit von Veränderungen so zu reduzieren, dass sie erträglich sind.“ Zitat aus einem Interview mit T-Online.de am 16.01.2018.
Auf der re_publica kann viel über Sprache und ihre Wirkung gelernt werden. Sehr zu empfehlen ist der Vortrag von Ingrid Brodnig. Die Autorin gab einen sehr guten Einblick zum Thema „Warum sind die Rechten so hip im Netz“. Nachfolgend – ich finde ein Lehrstück.
Weiter zu dem Thema: Rechtsruck in Deutschland – Linksabbiegen (un)möglich?
Wer nur kurz reinhören möchte, was jeder Einzelne machen kann, dass die Extremisten die Demokratie nicht angreifen können – höre ab Minute 45.50 Minute den Empfehlungen der hochkarätigen Sprecher auf der Bühne. Übrigens den Vortrag von Elisabeth Wehling letztes Jahr kann emfehle ich.
Ebenfalls ein guter Vortrag war von Physiker Ranga Yogeshwar: Mensch und Maschine – wer programmiert wen?
Übrigens auch Philosoph Richard David Precht war da. Ein Interview fand ich ebenfalls hörenswert, wie er unsere Zukunft einschätzt.
Beeindruckt hat mich Dunja Hayali. Das sind Momente, da ist es einfach stark eine Persönlichkeit live zu erleben. Ich sprach sie an, als sie sich einen Kaffee holte, dort wo sich jeder einen Kaffee holen kann. Begegnungen, die unvergessen bleiben. Ungekünstelt. Nahbar. Offen. Herzlich. Wow.
Ein sehr sehr wichtiger Vortrag „Das härteste Polizeigesetz seit 1945“ mit Marie Bröckling.
Bisher noch nicht veröffentlicht. Doch ich werde ihn hier verlinken, sobald online (Online nun verlinkt auf Youtube. Sehr beeindruckend als in der Frage Runde ein älterer Herr an der Seite stand und als er das Mikro bekam anfing: „Ich war einmal Bundesinnenminister“ … Sein Statement, es war Gerhart Rudolf Baum, ist ebenfalls aufgezeichnet. Er sagte sinngemäß, dass dieses Gesetz verfassungswidrig ist und den Grundwerten unserer Demokratie widerspricht.
Meine Meinung: Er hat Recht. Das Gesetz geht so nicht. (Satz nachträglich erweitert, damit kein Mißverständnis entsteht).
Sodele. Ich stoppe jetzt. Ich sehe auf dem Youtube Kanal nun laufend neue Vorträge, Sessions, die online gestellt werden und die mir ebenfalls erlauben, die eine oder andere Session nachzuhören. Jetzt könnte man sagen, ach … warum dann überhaupt Geld ausgeben und noch dorthinfahren, wenn es danach viele online zu sehen sind?
Weil es einen Unterschied macht, dort zwischen dem Publikum zu sitzen und zu spüren wie sie alle reagieren. Weil es megastark ist Bekannte wieder zu sehen, neue Personen kennen zu lernen. Und gemeinsam merken, wie ein paar vergessene Gehirngänge wiederbelebt wurden und Futter bekommen haben, die Welt auch mal mit anderen Augen zu sehen. Jedes Jahr denke ich, ich könnte doch mal pausieren. Doch wenn ich dann vor Ort bin. Es ist gut und wichtig.
Nachfolgender Roboter verteilte Komplimente und verrät Dir wie alt Du bist. Künstliche Inteligenz … auch ein wichtiges Thema.
Nationalblumen im Blumentopf Foto Inge Veil-Köberle
Leider können es sich viele Menschen nicht vorstellen. Kunst bringt zum Lachen. Ja – ich lache aus Freude über so eine humorvolle witzige Idee. Diese Freude über diese Idee gilt dem Künstler Björn Drenkwitz. Er hatte alle Nationalblumen in Europa in einen Blumentopf gesetzt.
Für unseren Garten überlege ich gerade, welche Pflanzen ich nebeneinander setzen kann, ohne dass sie sich gegenseitig behindern oder gar verdrängen. Nicht alle Pflanzen vertragen sich. Daher fand ich es sehr inspirativ die Nationalblumen und -pflanzen der EU-Länder auf der Karte an der Wand zu lesen und sie dicht gedrängt im Blumentopf wieder zu sehen. Die Lilie war hochgewachsen. Die Lilie ist Frankreich sowie einem weiteren Land zugoerdnet. Kurz mußte ich an die politischen Bilder diese Woche denken, die sind mir sozusagen reingegrätscht ins Hirn. Hach, Kunst kann so ungewollt erfrischend sein. Doch nun langsam von vorne.
Foto Inge Veil-Köberle
Von März bis Juni 2018 zeigt das Museum Villa Rot eine Ausstellung mit dem Titel „Formen der Natur“ sowie in der Kunsthalle die Einzelausstellung Maximilian Prüfer. Weiterhin sind noch Arbeiten von Anatol Knotek im Honess-Saal zu sehen – diese befassen sich mit visuellen Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache.
Maximilian Prüfer ist kritisch in seinen Arbeiten zum Thema Natur. Er verweist mit seinen Mammutknochen als Mobile im Raum, darauf hin wie fein die einzelnen Teile aufeinander abgestimmt sind. Und doch sind die Mamuts ausgestorben. Ein weiterer Blick auf das Naturgegebene zeigt er in der Werkreihe Schmetterlinge. Es sind Abdrucke vieler verschiedener Schmetterlinge auf schwarzem Hintergrund. Pigmentfarben, die durch chemische Prozesse entstehen. Die physikalische Gegebenheit macht Prüfer sich zunutze, um die feinen Pigmente auf Papier anzuordnen. Übrigens mehr Infos über Maximilian Prüfer gibt es in einem Künstlerporträt in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks – sehbar bis 6. März 2019. Maximilian Prüfer wird als Entdeckung des Jahres gefeiert von Sotheby’s in München.
Das Foto zeigt einen Schmetterlingabdruck auf schwarzem Hintergrund. Veil-Köberle hat in der Fotografie die Spiegelung der Umgebung, den Garten der Villa Rot dazu fixiert.
Foto Inge Veil-Köberle
In der Villa Rot sind verschiedene Perspektiven zum Thema kultuvierte Natur zu sehen. Der Cork Dome von David Nash ist zusammengesetzt aus Korkstücken, die er nicht bearbeitet sondern der Größe nach gruppiert hat. Im Kontrast dazu hängen an der Wand drei Birkenstücke, die mit der Kettensäge fein bearbeitet wurde. Das Naturmaterial wirkt sinnlich, doch weshalb nennt er es Dom? Anordnungen, die hinterfragt werden können.
Modefreaks können sich gar nicht satt sehen an den scheinbaren Bekleidungsstücken von Charlotte Vögele. Schuhe und ein dazu passendes halbärmeliges Etuikleid aus Birkenrinde. Das Cocktailkleid aus einem Material, dass wir im Herbst zu Massen in Oberschwaben finden werden.
Foto Inge Veil-Köberle
Sehr ästhetisch wirken auch die Laubläufer von Regine Ramseier. Erst bei genauem Hinschauen ist erkennbar, dass diese großen nach fernen Ländern anmutenden riesigen Insekten aus Laub, Blättern, Rispen kreiert wurden. Streicheln verboten.
Überraschend auch die Arbeiten von Mirko Baselgias. Wenn ein versteinert wirkendes Holzstück in der Ecke hängt und gar keines ist. Dieses Objekt nennt sich Endoderm und wurde aus Bronze gegossen. Grundlage für dieses Teilstück einer mehreren Meter langen Arbeit ist ein Murmeltierbau in der Schweiz.
Kunst macht glücklich. Und es ist noch vielmehr in der Ausstellung zu entdecken. Da ensteht Freude über inspirierende, ums Eck gedachte Arbeiten, die zum Nachdenken anregen, die Erheitern. Empfehlenswert.
Dazu ein Rundgang durch den kleinen, doch feinen denkmalgeschützten Garten der Villa Rot mit seinem Cafe, das am Samstag und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat.
Zauberhaft mit dem Blick in die Natur.
Ausstellung noch bis 3. Juni 2018
Ort: Museum Villa Rot, Schlossweg 2, 88483 Burgrieden-Rot Homepage Museum Villa Rot
Schon eine Naturexplosion was so in den letzten 10 Tagen draußen passiert ist. Am 10. April sagte ich noch zu einem Schüler: „Schau was hier alles demnächst blüht“. Er so: Da blüht doch nichts. Ich: Doch schau hin viele kleine Knospen, hier sind die Blätter schon zu sehen und da sieht man die Knospen.
Er: „Ich hab Angst vor Bienen.“ Ich: „Du musst sie nicht bedrängen, doch Du kannst beobachten, wie die Biene an der Blüte arbeitet. Kein Grund für Angst.“
Eine Woche später, selbe Uhrzeit. Bäume in rosa Blüten gehüllt. So wunderschön. Der selbe Junge war begeistert. Sie blühten und er hatte seinen Spaß, um an den Bäumen zu schütteln. „Blütenblätter regnen lassen“, sagte er und strahlte übers ganze Gesicht.
Ebenfalls diese Woche – Temperaturen bis zu 28 Grad erlebt. Nachts um 22 Uhr auf der Straße zu sein und noch ein Eis essen. Draußen sitzen wie im Sommer und einen Salat und ein frisches gekühltes Wasser trinken. „Ist das noch wahr“. Kann das sein? Barfuß laufen. Jacken sind nur lästiges Gepäck. Im luftigen Kleid entlang einer Fußgängerzone schlendern. Kurzärmelig. Es ist wie im Traum.
So schön – dieses Vorgefühl auf Sommer. Genießen. Innehalten. Riechen. Atmen. Gehen. Die Farben, das intensive Grün. Die verschiedenen Grüns der Bäume. Hach. Frühling – Du bist in den Sommer gesprungen. Danke Dir. Doch nun eins nach dem Anderen.
Ich freu mich über das Frühjahr und auch auf den Sommer.
Im heutigen Oberschwaben waren auch Römer angesiedelt. Obwohl das nichts Neues ist, ist es doch faszinierend, dass auch heute noch im Frühjahr Menschen auf den für die Saat vorbereiteten Acker gehen und nach Tonscherben suchen. Nach Scherben, die tausende Jahre alt sind und wenn sie sprechen könnten, sicherlich was zu erzählen hatten. Oder auch nicht, da sie viele Jahre verschüttet zwischen den Regenwürmern und Wurzeln lagen oder bei der Bodenbearbeitung jährlich gewendet wurden. Scherben, die so unspektakulär aussehen und doch tausendjahre alte Zeitzeugen sind, die Experten lesen können.
Der Heimatforscher Hans Hutzel ist so jemand, der in jahrzehntelanger Arbeit nachgeforscht hat, was sich da vor tausenden von Jahren auf einem Ummendorfer Acker abspielte und wie die Römer dort lebten. Landesweit forschte er in Museen und trug die Grundlage für die Ausstellung „Römische Spuren in Ummendorf“ zusammen. Ehrenamtlich.
Was hier nach Scherbenhaufen aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als Überbleibsel eines römischen Gutshofes aus der Römerzeit.
Die Ausstellung „Römische Spuren in Ummendorf“ zeigt welcher Schatz zwischen Ummendorf und Schweinhausen unter einem Acker vergraben liegt. Und obwohl es dem Landesdenkmalamt in Stuttgart bekannt ist, fehlen die Mittel und das Personal um an dieser historischen Stelle weiter zu forschen. „Es soll auch für die nächste Generation zur Forschung Ideen geben“, erhielt der Pensionär Hans Hutzel zur Antwort.
Es sind Kopien der wichtigsten Fundstücke in der Ausstellung im Ummendorfer Schloss zu sehen. Die Originale sind in süddeutschen Museen verteilt. „Der Transport und die Versicherungen der Originale war zu teuer für den aktuellen Anlass“, so Hutzel. Daher entschied er sich Modelle anfertigen zu lassen, um die Geschichte dieses Römischen Bades und des Gutshofes veranschaulichen zu können. Sein Netzwerk an professionellen Handwerkern unterstützte ihn.
Historisch sehr gut belegt und einen wichtigen Anteil der Ausgrabungen fand im Winter 1880/81 statt. Drei römische Gebäude unter der Leitung des Unteressendorfers Kaplans Konrad Miller wurden an der Schweinhauser Straße ausgegraben. „Was Miller damals leistete mit den ihm gegebenen Mitteln, um in dieser kurzen Zeit die Ausgrabungsstelle zu dokumentieren, ist höchst bewundernswert“, so Hutzel. Das Hauptgebäude zeigte teilweise drei Meter hohe Mauern. Es gab noch eine funktionierende Fußbodenheizung sowie ein Nebengebäude. Dieses wurde später als Bad am Hang gedeutet, während ein weiteres Bad auf der Ebene war. Es war ein großes Anwesen. Um dies bauen zu können, brauchte es Ziegelbrennöfen. Einer wurde 1960 von Max Zengerle in einer Kiesgrube entdeckt. 1964 wurde ein weiterer Brennofen, zirka zwei Kilometer entfernt von dem damals 14jährigen Wolfgang Laib, entdeckt.
Im Jahr 1997 konnten anhand von Luftaufnahmen die Grundrisse von einem kleinen römischen Tempel vor dem Hauptgebäude erkannt werden. Auf dem Acker war damals Getreide angebaut, so wie es auch heute je nach Fruchtfolge geschieht. Das Getreide wächst niedriger, wenn darunter Steine liegen und höher, wenn Naturboden vorhanden ist. So konnten aus der Vogelperspektive die Grundrisse erkannt werden.
Das Hauptgebäude des Römischen Gutshofes mit Badehaus hatte die Maße von 32 auf 32 Meter.
Hutzel ließ ein kleines Modell der Gesamtanlage sowie ein Modell des Hauptgebäudes für die Ausstellung anfertigen. Das Hauptgebäude hatte die Maße 32 mal 32 Meter. Zu sehen sind Grundrisse der Gebäude, römische Werkzeuge, Krüge, Haushaltsgegenstände, Kinderspielzeug und vieles mehr. Er erklärt zudem an einem Modell wie eine römische Fußbodenheizung funktionierte. Wegen der Größe der Räume des Hauptgebäudes und der guten Erhaltungsbedingungen gehört diese Anlage zu den auffälligsten Gutshöfen in Oberschwaben, die die Besiedlung der Römerzeit hinterlassen hat. Übrigens die Motivation für das Thema Römer hat der technikaffine Hans Hutzel aus der Faszination für den hohen technischen Standard, den die Römer vor tausenden Jahr hatten.
Kopien von Kinderspielzeugfiguren und Grabbeilagen
Achtung: Kurze Ausstellungszeit
Ausstellung vom Samstag, 14. April, von 13 bis 16 Uhr bis Sonntag, 15. April, von 10.30 bis 17 Uhr sowie Samstag, 21. April, von 13 bis16 Uhr und Sonntag, 22. April, von 10.30 bis 17 Uhr. Eintritt frei.
Ort: Ummendorfer Schloss, Biberacher Straße, 88444 Ummendorf
Und bist Du dabei?
Osterjubel? Ostereiersuchen? Wolken Sonnen Wechsel. Regenbogen?
Es gibt Wochen, die sind so intensiv und ereignisreich, da fehlen einem die Worte um es kurz zu fassen. Daher ein Blick auf etwas ganz anderes.
Nachfolgendes Gedicht stammt von Angelus Silesius. Der Autorenname bedeutet schlesisch: Bote, Engel. Sein Geburtsname war Johannes Scheffler. Geboren und getauft wurde er am 1. Weihnachtsfeiertag 1624 und er starb mit 53 Jahren. Er war Lyriker, Theologe und Arzt. Seine lyrischen Werke werden zur Barockliteratur gezählt. Als ich es so las, so beschwingt und hoffnungsvoll – Barock?
Dem Herrn geweiht, alles frohlockend und meist beschönigend.
Naja – Jesus wurde verraten und ans Kreuz genagelt, seinem Sterben wurde zugeschaut. Und dann der Jubel.
Osterjubel
Jetzt ist der Himmel aufgetan,
jetzt hat er wahres Licht!
Jetzt schauet Gott uns wieder an
mit gnädigem Gesicht.
Jetzt scheinet die Sonne
der ewigen Wonne!
Jetzt lachen die Felder,
jetzt jauchzen die Wälder,
jetzt ist man voller Fröhlichkeit.
Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeit
und voller Ruhm und Preis.
Jetzt ist die wahre, goldne Zeit
wie einst im Paradeis.
Drum lasset uns singen
mit Jauchzen und Klingen,
frohlocken und freuen;
Gott in der Höh sei Lob und Ehr.
Jesus, du Heiland aller Welt,
dir dank ich Tag und Nacht,
daß du dich hast zu uns gesellt
und diesen Jubel bracht.
Du hast uns befreiet,
die Erde erneuet,
den Himmel gesenket,
dich selbst uns geschenket,
dir, Jesus, sei Ehre und Preis.