Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

August 16, 2021
von upperswabia
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Lausitz – eine Region im Osten Deutschlands – Teil 3

Es folgt nun der dritte Teil unserer Lausitz-Erkundungsreise.

Teil 1  der Lausitz Entdeckungsreise standen Cunnewalde, Löbau, Oberscunnersdorf, Herrenhut, Zittau.
Es folgten im Süden Zittau und das ehemalige Burg- und Klostergelände Oybin.
Östlich von Bautzen liegt die deutsch-polnische Stadt Görlitz.

Teil 2 der Lausitz Entdeckertour gibt Einblick auf die Burg und ehemaligen Kloster Oybin, die Stadt Görlitz, die Königshhainer Berge, die Stadt Niesky, der Boxberg, die Geburtsstadt von Konrad Zuse, Hoyerswerda sowie bekannt aus Krabat, die Mühle in Schwarzkolm sowie Bautzen.

Teil 3 – widmet sich den Besuchen in der Glasbläserstadt Weißwasser, dem Kromlauer Park sowie Pücklers Park. Außerdem der Cottbuser Ostsee, Cottbus, das imposante F60 Besucherbergwerk bei Lichterfeld sowie ein Blick am Fenster zum Tagebau bei Wetzlow.

Ich kann nicht anders, doch diese Flicken auf der Straßen haben ja schon künstlerischen Charakter. Hier auf einer Straße nach Weisswasser. Übrigens dieses Patchworkstraßenmuster wirkt geschwindigkeitsbremsend.

Patchworkmuster auf der Landstraße nach Weisswasser

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Weißwasser

Weißwasser am nördlichen Rand der Oberlausitz ist eine ehemalige Glasmacherstadt. Mehrere Glasfabriken gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der Nähe des Bahnhofs stehen noch die Ruinen einer Fabrik und der Neubau der Stölzle Lausitz GmbH, die 2021 den Designpreis für Glas gewonnen hatte. Und ja – das Design, die Form erkennen wir wieder, weil es momentan in vielen Einkaufsläden (Möbelhäuser, Haushaltswarenabteilungen usw.) steht.
Das Glasmuseum in der Villa Gelsdorf beherbergt das einzige ostdeutsche Glasmuseum. Herstellung, Glasgravur und die besondere Form der Veredelung werden erklärt. Die Sammlung des Wilhelm Wagenfeldt, er war ein Bauhaus-Schüler und Pionier des Industriedesigns begeistert. Wer diese Sammlung sieht, erkennt viele Glasformen, die bis heute noch verwendet und genutzt werden. Es ist ein Wiedersehen von schönem Design, was wiederum beweist, wie zeitlos dieses Design bis heute ist.

Die Glasbläserskulptur steht am Bahnhof, nahe den ehemaligen Glashüttenwerke

So schön kann Glas sein. Historische Gläser mit besonderem Schliff und zeitlosem Design

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kromlauer Park mit der berühmten Rakotzbrücke.

Berühmt deshalb, weil dieses Foto immer wieder zu sehen ist und anfangs dachte ich, es ist irgendwo im Ausland. Diese Bilderbuch-Brücke nahe Bad Muskau wurde von Gutsbesitzer Friedrich Hermann Rötschke mit einem schönen Park im Jahre 1844 in Auftrag gegeben. Die Brücke, genannt Rakotzbrücke ist ein freitragender Bogen aus Basalt- und Granitgestein. Die Rakotzbrücke wird auch Teufelsbrücke genannt. Im Mai/Juni blühen die Rhododendrons, die wie Büsche entlang des Sees wachsen. Sicher sehr malerisch und duftend. Der Park ist insgesamt zirka 200 Hektar groß.

Rakotz-Brücke, auch Teufelsbrücke genannt, im Kromlauer Park

Treppe in den See im Kromlauer Park

 

 

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Pücklers Park mit seinem Alten und Neuen Schloss.

Seit 2004 gehört der Pückler-Park zum UNESCO Weltkulturerbe. Der exzentrische Fürst Hermann Pückler ließ diesen Park anlegen. Der junge Mann begann 1815 den größten und schönsten Landschaftspark im englischen Stil in deutschen Landen zu bauen. Schon seine Vita ist lesenswert, er war ein nachgefragter Landschaftsarchitekt, populärer Schriftsteller und Weltreisender. Seine Ehefrau Lucie riet ihm, sich von ihr scheiden zu lassen, damit er eine Geldheirat in England organisieren konnte. Auch Lucie wollte das gemeinsame Projekt, diesen grandiosen Landschaftspark an der Neiße, verwirklichen.
Der Park kann heute länderübergreifend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Es gibt viele Wege und wenige Schilder, die einem einen Überblick geben, wo man sich gerade befindet.

Das Alte Schloss, einem Renaissancebau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Neuen Schloss ist die Dauerausstellung zu Fürst Pückler zu sehen, sowie ein kleiner Museumsshop und ein Café. Herrlich ist der Blick von der Terrasse auf die Schlosswiese und in den Park. Beim Umherspazieren sind die unterschiedlichen Sichtachsen nachzuvollziehen.

Neues Schloss im Fürst Pückler Park

Neues Schloss im Fürst Pückler Park mit seiner Terasse

 

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Seit Polen zur Europäischen Union gehört, ist der Grenzpfosten nur ein Zeichen. Zu welchem Land der Park gerade gehört spielt in dem Park fast keine Rolle mehr. Spazieren, Fahrradfahren, Ausblicke genießen. Grenzenlos.

Hinweis im Fürst Pückler Park in Bad Muskau, dass nun der Weg auf der polnischen Seite weitergeht.

Unscharfes Foto. Symbolbild, dass in abgestorbenen Bäumen wieder ein neuer Baum gesetzt wurde. Gesehen im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau

Blick auf eine Kastanienbusch im Fürst Pückler Park in Bad Muskau

 

 

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Rosenpark Forst

Skulptur am Eingang zum Ostdeutschen Rosenpark in Forst

Die Königin der Blumen, die Rose hat auch in Ostdeutschland einen Park bekommen. Angelegt wurde er 1913 zur Rosen- und Gartenausstellung. Heute präsentieren sich auf 17 Hektar mehrere tausend Rosenstöcke. Um die 900 verschiedene Sorten, sehr bekannter und vielen nahmhaften Rosenzüchtern sind auf dem Gelände zu sehen.

Ende Juli war allerdings etwas Blühpause bei den Rosen oder der viele Regen in dem diesjährigen Sommer wählte die regenfreudigen Rosen heraus. Es ist bekannt, dass bei regnerischen Sommern die Rose mit ihren Blüten geizt. Ich gebe zu, anfangs war ich enttäuscht, doch die Entdeckungstour begann, als ich mich darauf fokussierte, welche trotz diesen Wetterbedingungen blühte und sich mit ihren Blüten präsentierte.

Da ist gut sein – im Ostdeutschen Rosengarten in Forst (Oberlausitz)

Blick in den Rosengarten in Forst

 

Cottbuser Ostsee

Als Süddeutsche wusste ich mit diesem Namen zuerst nichts anzufangen. Doch vor Ort bekommt dieses Großprojekt eine ganz andere Dimension. Der ehemalige Tagebau in Cottbus-Nord wird in einen nutzbaren See umgewandelt. Dieses Projekt nennt sich Cottbuser Ostsee. Es ist eines der größten Rekultivierungen von einem Tagebauabbau. Nach 30 Jahren Kohleförderung entsteht aus dem ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord ein mehrfach nutzbarer See: der Cottbuser Ostsee. ((Das Projekt ist eines der größten in der Rekultivierung von Tagebauen)). In der Rekultivierung von Tagebauen, ist dies eines der größten Projekte. Die Flutung des künftigen Sees begann dieses Jahr. Flutung heißt, es wird Wasser in dieses große Areal eingeschleust. Es wird mehrere Jahre dauern, 6 Jahre laut Plan, bis der See entstanden ist. Es dauert Jahrzehnte bis in dem See eine Flor und Fauna sowie Lebenstiere leben, wie in einem natürlich entstandenen See.  Es wird das größte künstlich angelegte Gewässer in Deutschland werden.

Auf dem Aussichtsturm, ein 34 Meter hoher Stahlbetonturm lässt sich erahnen wir groß der See im Jahr 2030 sein wird. Die Fläche liegt bei 1900 Hektar. Der drittgrößte See in Deutschland.

Blick auf die Cottbuser Ostsee. Die Flutung begann im Frühjahr und wird noch mehrere Jahre dauern, bis das Gelände unter einem See liegt.

Blick auf die Cottbuser Ostsee. Die Flutung begann im Frühjahr und wird noch mehrere Jahre dauern, bis das Gelände unter einem See liegt.

 

Wie der ganze Plan ist und wie die Cottbuser Ostsee geplant wurde siehe unter dem Link auf Youtube: Der Cottbuser Ostsee – Rekultivierung des Lausitzertagebaus

Cottbus

Cottbus ist eine Universitätsstadt und wirbt darum, dass Studenten hier sehr günstig und sicher eine Wohnung finden. Der Altmarkt ist sehr einladend. Im nahen Branitz, am östlichen Teil von Cottbus beginnt der Park, welcher das Meisterstück von Fürst Pückler werden sollte.  Kleiner als in Bad Muskau, aber aus einer baumlosen flachen Wüste, sollte ein grünes Paradies entstehen. Er starb und fand zusammen mit seiner geschiedenen Frau Lucie ihre Ruhestätte.

 

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Besucherbergwerk F60 bei Lichterfeld

Im Land des Tagebaus zu reisen, die vielen schönen Seen, die nun Naherholungsgebiete, sind zu besuchen. Die Lausitzer Seen sind eine Besonderheit. Der aktive Tagebau ist selten einsehbar. Es heißt dann meist Privatgelände. Doch diese riesige Maschinen, sogenannte Abraumförderbrücken live zu sehen, ist beeindruckend. So gibt es auch das Besucherbergwerk F60 bei Lichtfeld, nahe Finsterwalde. Es ist nicht mehr aktiv. Auch hier ist ein Naherholungsgebiet entstanden mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Das Besucherbergwerk F60 gleicht da eher einem Freilichtmuseum. Dieser Koloss aus Stahl ist 502 Meter lang und 80 Meter hoch. Es ist das größte fahrbare Arbeitsgerät auf der Welt. Der Eiffelturm liegend wäre kleiner. Die F60 wurde zwischen 1989 und 1991 montiert und im neuen Braunkohletagbau Klettwitz-Nord eingesetzt. Allerdings nur 13 Monate und dann wurde dieser Tagebau wieder stillgelegt. Die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf sah es als Chance. Es wurde ein Förderverein gegründet, die Förderbrücke gekauft, für einen symbolischen Betrag und seither kümmern sich die Mitglieder darum, dass Besucher erfahren können wie der Tagebau und diese Maschine funktioniert hat.
Eine Schaufel faßt 5 Tonnen Erde, 43 Schaufeln sind vorhanden. Damit konnten 60 Meter Abraum über dem Kohleflöz abgetragen werden. Dieser Koloss war also nur dafür zuständig, die Erde wegzuschaufeln, dass man überhaupt an die Kohle rankam. Die F60 ist Symbol für diesen Gigantismus in einem der größten Bergbaugebiete der Welt. Von dieser Art von Förderbrücken sind nur noch vier im Betrieb. Apropos in Betrieb. Wer eine   Abraumförderbrücke Typ F60 (= 60 m Abtragleistung) bei der täglichen Arbeit zuschauen möchte, sollte an den Aussichtspunkt „Fenster zum Tagebau“, Welzow über die Spremberger Straße fahren. Link zum Fenster zum Tagebau

Besucherzentrum des Besucherbergwerkes F60

Faszinierend der Blick von der Abraumförderbrücke F60 ins Umland

 

 

Aussichtspunkt vom Fenster zum Tagebau bei Wetzlow

Aussichtspunkt vom Fenster zum Tagebau bei Wetzlow mit Blick auf eine F60

Aussichtspunkt vom „Fenster zum Tagebau“ bei Wetzlow

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Was wir nicht gemacht haben, zum Excursio Besucherzentrum, Welzow, Heinrich-Heine-Straße 2 gefahren. Im Excursio können sogar Touren mit dem Mannschaftstransportwagen in den Tagebau gebucht werden.

Fazit. In einigen Jahren wird es diesen Tagebau nicht mehr geben, da es keinen Kohleabbau mehr in Deutschland geben wird. Dieser Mix aus Faszination der Technik und auch diese tiefen Einschnitte in die Natur und die Renaturierung ist gewaltig. Ein O-Ton blieb mir ebenfalls noch im Gedächtnis, wie eine junge Frau enttäuscht war, wie wenig Seen es in Oberschwaben gibt. In der Lausitz gibt es sehr sehr viele Seen. Seen die nach dem Kohleabbau entstanden sind und heute wunderschöne Naherholungsgebiete sind. Auch der O-Ton, eines Anglers: Jeder Baggersee braucht ebenfalls Jahrzehnte bis sich dort wieder Fische heimisch fühlen.

 

Empfehlenswerter Reiseführer sind wie sooft für den schnellen Überblick von Marco Polo der Lausitz Führer zwischen Spreewald und Zittauer Gebirge. Für mehr Info uns Inspiration das Handbuch für individuelles Entdecken aus der Serie Reise Know Hov – Oberlausitz, Lausitzer Seenland mit Zittauer Gebirge.
Diese drei Teile zur Lausitz sind weder gesponsert, bezahlt noch dienen diese als Werbeanzeige. Es ist meine Freude mit diesem Beitrag auf eine Region in Deutschland hinzuweisen, in der jeder einzelne Besuchsort noch eine Vielzahl von Entdeckungen erlaubt. Sozusagen der Schnellüberblick, der sogar noch kürzer als der Reiseführer sind. Doch ich wünsche mir, dass mein Beitrag Lust auf mehr macht.

 

 

 

 

August 6, 2021
von upperswabia
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Lausitz – eine Region im Osten Deutschlands – Teil 2

Im ersten Teil der Lausitz Entdeckungsreise standen Cunnewalde, Löbau, Oberscunnersdorf, Herrenhut, Zittau.
Es folgten im Süden Zittau und das ehemalige Burg- und Klostergelände Oybin.
Östlich von Bautzen liegt die deutsch-polnische Stadt Görlitz.

Burg und Kloster Oybin

Oybin ist Lufterholungsort nahe der tschechischen Grenze. Eine ehemaliges Kloster in einer Burg thront über dem Ort. Historisch betrachtet und für Burgforscher eine Kostbarkeit. Karl IV, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ließ die Festung zu einem repräsentativen Herrschaftshaus umbauen.
Schon der Aufstieg zum Burg- und Klostergelände lässt ahnen wie schwierig es war, diese Festung einzunehmen. Auf dem Weg hinauf, steht eine kleine Holzkirche am Berg. Wer sie betritt wird überrascht sein. Die Besucher schauen nach unten auf den Altar und den Pfarrer:in. Reich bemalt sind die Emporen.

Holzkirche am Aufstieg zur Burg/Kloster Oybin

 

Blick in die Bergkirche in Oybin

Weiter geht es durch die Ritterschlucht zum Burggelände.

Die Ritterschlucht am Aufstieg zur Burgruine Oybin

Oben angelangt erstreckt sich ein weitläufiges Gelände mit einem Friedhof, einer Klosterruine, Kreuzgänge und immer wieder schöne Ausblicke.
Kurzum, es ist vom Tal nicht zu erkennen, wie groß die Fläche ist um das Gelände mit seiner Burg- und Klosterruine. Das Modell zeigt nur die Gebäude.

Modell und Eindruck der Gebäude der ehemaligen Burg- und Klosteranlage Oybin

 

Blick von der Burgruine Oybin nach Zittau

Der ehemalige Kreuzgang in der Burg- und Klosteranlage Oybin

Blick auf ein ehemaliges Haus in der Burg- und Klosteranlage Oybin

Der Rundweg innerhalb des Geländes, dem Felsplateau

 

Blick in die ehemalige Klosterkirche Oybin

Dieser Rundweg auf dem ehemaligen Burggelände lässt erahnen wie schön die zahlreichen Wanderungen rund um Oybin mit seinen Aussichtspunkten sein können. Ein Ort mit seinem Wandergebiet, der neugierig macht auf einen weiteren Besuch.

Erwähnenswert, auch im Teil 3 dieses Lausitz-Erkundungstour wird ein ein schönes Straßen-Patchwork-Foto folgen. Meiner Meinung wirkt es mit liebevoller Hand gestaltet.

Schmunzelnd fuhren wir auf diesen sehenswerten Patchwork Landstraßen. Die Muster und Farben, es gab immer was zum schauen und Nebeneffekt, automatische Geschwindigkeitsreduzierer. 😀

 

Erwähnenswert ist, dass in dieser Gegend die Spree ihre Quellen hat. Eine Sage rangt um den Ursprung der Spree. Ein Riese mit dem Namen Sprejnik schoß mit seinem Bogen drei Pfeile ins Land. Als danach gesucht wurde, mussten diese ausgegraben werden. Aus diesen drei Löchern entsprang frisches Wasser.  Diese drei Quellen liegen in  Kottmar, in Neugersdorf und in Ebersbach. Dieser Fluss bekam den Namen Spree, angelehnt an den Namen des Riesen. Der noch kleine Bach wird bis er in Berlin ist zu einem großen Fluss.

Görlitz

Görliwood wird es mittlerweile liebevoll genannt, weil viele bekannte Filme dort gedreht wurden. Die Altstadt hat viele sehenswerte Häuser und nebenan ist das Gründerzeitviertel. Sieben Jahrhunderte Architektur sind am besten mit Führung zu entdeckten. Gefühlt stehen hier tausende von denkmalgeschützten Häuser. In der Pfarrkirche St. Peter und Paul, das Wahrzeichen der Stadt ist die Sonnenorgel zu sehen. Diese deutsch-polnische Stadt Görlitz ist mit einer Brücke mit Zgorzelec verbunden. Der Fluß Neiße fließt zwischen den beiden Städten.

Detail an einer Hausfassade in Görlitz

Altstadt Görlitz

 

Sonnenorgel in der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Am Untermarkt stehen diese Gebäude

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Das Weihnachtshaus in Görlitz – auf zwei großen Stockwerken eine sehr große Auswahl an regionaltypischen Weihnachtsdekorationen.

 

Königshainer Berge

Nach Görlitz besuchten wir die Königshainer Berge. Es sind bizarre Granitfelsen in dem Wandergebiet, an der nicht weit weg auch Rindern auf der Weide zugeschaut wurde. Es ist ein kleiner unspektakulärer Ort, doch der Granit wurde als Baumaterial am Berliner Reichstag verwendet, so eine Notiz in einem Reiseführer. Wir haben es nicht entdeckt, doch es gibt ein Granitabbaumuseum in Königshain.

Königshainer Berger – Foto I. Veil-Köberle

Mit genauem Blick wurde dem eher müden Bullen beim Grasen und beobachten seiner Kuhherde zugeschaut.

 

Niesky

Diese Kleinstadt mit dem Autokennzeichen NY war in der Weimarer Republik ein Zentrum für den Holzhausbau. Die Firma Christoph & Unmack AG bauten Fertighäuser, die heute noch teilweise zu sehen sind, nahe dem Konrad-Wachsmann-Haus. Sozusagen eine Musterholzhaus-Geländer. Konrad Wachsmann war Chefarchitekt und hatte die Kontakte zum Deutschen Werkbund und zum Bauhaus. Es gibt zu diesem Thema zwei Museen. Daher auch sehr modern aussehende Holzhäuser, dabei sind diese schon zig Jahre alt.

Konrad-Wachsmann-Haus in Niesky – Foto I. Veil-Köberle

 

 

Konrad-Wachsmann-Haus – es ist das ehemalige Direktorenhaus aus dem Jahre 1927 in dem eines der Museen zum Thema „Holzbauten der Moderne“ untergebracht ist. Dieses Haus mit seiner Formensprache orientierte sich am Bauhaus und ist ein herausragendes Beispiel für industrialisierten Holzhausbau.

Boxberg nahe Nochten

Auf der Fahrt nach Hoyerswerda sind wir an dem Tagebau Boxberg vorbeigefahren. Da alles Betriebsgelände ist und somit kein Zutritt möglich, konnten wir nur die Türme sehen. Dort wird noch Tagebau betrieben und Braunkohle abgebaut.

Kraftwerk Boxberg

 

 

 

 

 

 

 

Von der anderen Seite Blick auf das Kraftwerk Boxberg

 

 

 

 

 

 

 

Hoyerswerda

In Hoyerswerda fallen die vielen Plattenbauten auf. Das Dorf mit einem kleinen historischen Ortskern wuchs rasant um 1950, da das Braunkohleveredlungswerkes „Schwarze Pumpe“ vielen tausenden Beschäftigten Arbeit anbot. An diesem Ort wurde erstmal ein industrieller Wohnungsbau praktiziert. Bemerkenswert ist, dass hier Konrad Zuse als Kind lebte und dort sein Abitur machte. Es gibt ein Zuse-Computermuseum, dass leider bei unserem Besuch schon geschlossen war. Was es dort zu sehen gibt kann mit dem QR-Code nachrecherchiert werden.

Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda

 

 

 

 

 

Der QR-Code am Eingang lässt ahnen, was alles darin zu entdecken ist. Die Größe des ersten Computer, den Konrad Zuse erfunden hatte.

Konrad-Zuse-Museum in Hoyerswerda

 

 

 

Graffiti nahe dem Zuse-Computer-Museum

Kunst nahe am Zuse-Computer-Museum

 

 

 

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Schwarzkolm

Ebenfalls nicht weit entfernt ist erinnert vieles an Krabat.
Krabat und die Mühle am Kroselbruch in Schwarzkollm, bekannt aus der Literatur und aus dem Film Krabat.
Die Sage um Krabat, dem Müllerburschen, Zauberer und Held der Armen ist hier erlebbar. Krabat ist bis heute noch eine Lektüre in den Schulen. In dem kleinen Ort Schwarzkolm erinnern Rabenfiguren an die verzauberten Jungen.

Krabat-Mühle am Koselbruch in Schwarzkollm

 

 

 

 

Bautzen

Zu Abend haben wir in Bautzen – ebenfalls ein sehr schönes Städtchen mit historischen Gebäuden besucht. Viele kennen den Bautzener Senf, den es hier allerdings in einer Vielzahl von Variationen gibt.

Fußgängerzone in der Altstadt Bautzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zentraler Platz in Bautzen

 

Blick auf die historische Stadt

 

August 2, 2021
von upperswabia
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Lausitz – eine Region im Osten Deutschlands – Teil 1

Das Reisen in andere Länder ist momentan aufgrund der Pandemie mit Auflagen behaftet. Folglich liegt es nahe Deutschland zu bereisen, weil es auch noch soooo viele Ecken gibt, die noch entdeckt werden möchten.
Ein schönes Fleckle ist auch das Gebiet östlich von Dresden, im Dreiländereck und entlang der polnischen Grenze. Diese Region heißt Lausitz und gehört teilweise zum Bundesland Sachsen und auch zu Brandenburg.

Ausgangspunkt für unsere Entdeckerreise in die Lausitz war die Fewo in Cunewalde in einem restaurierten Umgebindehaus.

Ferienwohnung Familie Rausendorf in Cunnewalde

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Dresden

Bei der Anfahrt aus Süddeutschland stoppten wir in Dresden für einen kurzen Rundweg in der Altstadt. Ich nenne es: „Schauen, ob noch alles da ist wie beim letzten Besuch. In Dresden sind die Hauptattraktionen fußnah beieinander. Dieses Mal kein Museumsbesuch, dafür Blick in die verschiedenen Kirchen. Bei unserem Rundweg sind wir nahe der Synagoge über die Brühlsche Terrasse zur Katholischen Hofkirche (Trinitatis) gelaufen. Dort habe ich erstmals Jesus am Kreuz mit Haaren entdeckt.

Jesus am Kreuz in der Kath. Hofkirche in Dresden

 

Ich finde es ein schönes Phänomen, dass bei erneuten Besuchen immer wieder etwas dabei ist, dass bisher übersehen wurde.  Auch das Kreuz am Altar hatte ich nicht mehr in der Erinnerung. Wobei es bei meinem letzten Besuch vor Ostern auch zugedeckt war.

Blick von der Semperoper auf die Hofkirche und das Museum in Dresden

 

Weiter ging es vorbei an der Semperoper zum Zwinger mit seinen vielen Skulpturen, die immer wieder eine Augenweide sind. Auch hier bei 700 Skulpturen lächelt mich die eine oder andere Figur an. Manche sind neckisch oder sinnlich oder beides.

Skulpturen Knutschen am Zwinger

Diesmal auf dem Emporengang am Zwinger in Dresden – Foto K. Köberle

Vorbei am Residenzschloss geht es zum Altmarkt in die Kreuzkirche. Regelmäßig gibt es um 15 Uhr ein kleines Orgelkonzert. Danach weiter zur Frauenkirche mit ihrem beeindruckenden Innenleben. Dieser Rundbau mit seinen Emporen und seinem Deckengemälde in der Kuppel, eine Augenweide.

 

Frauenkirche in Dresden – Foto Inge Veil-Köberle

Deckengewölbe in der Frauenkirche in Dresden – Foto K. Köberle

 

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Vorbei mit einem kleinen Schwenk zum Fürstenzug, das größte Porzellanwandbild der Welt. Alles noch da.  Es spricht für sich, dass Dresden und seine Sehenswürdigkeiten einen mehrtägigen Aufenthalt benötigen. Die Stadt ist schon eine Reise wert.

Cunnewalde

Unser Startpunkt für die Region Lausitz, das sowohl im Bundesland Sachsen also auch im südlichen Brandenburg liegt, war das Dorf Cunnewalde. Dieses langezogene Dorf liegt in einem schönen Tal. Dort ist übrigens die größte evangelische Kirche in Deutschland zu sehen. Über 2500 Menschen können darin am Gottesdienst sitzend teilnehmen. Sie war geschlossen. Doch wir holten den Schlüssel beim Pfarramt und durften reinschauen. Wir lasen, dass dort auch schon Kirchengegenstände geklaut wurden wie die Bibel. Eine Tübinger Ausgabe aus dem Jahre …, die als Diebesgut in Württemberg wiedergefunden wurde und mittlerweile in Cunnewalde ist.

Blick auf ein Umgebindehaus in Cunnewalde, dahinter die evangelische Kirche. Über 2500 Tausend Gottesdienstbesucher haben in ihr einen Sitzplatz

Ebenfalls eine Besonderheit sind die Umgebindehäuser, die es im alten Ortskern an der Kirche gibt. Das Umgebindehaus ist eine regional typische Bauweise, in der Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise miteinander verbunden wurden.

Löbau

In dieser Stadt wurde die erste Volksbücherei Deutschlands 1828 gegründet. Die Kleinstadt wirbt mit der Wiege des Sechstädtebundes. Ein Städtebündnis wurde geschaffen um Frieden unter den Machtinhabern zu gewähren. Es war ein Recht, dass den Verzicht auf Gewalt vertraglich festlegte um somit einen Landfrieden zu haben.

Marktplatz in Löbau

Ebenfalls in Löbau steht das Haus Schminke des Architekten Hans Scharoun. Es wurde 1930 bis 1933 gebaut und gehört zu den herausragendsten Beispielen des „Neuen Bauens“ weltweit.  Eines der bedeutendsten deutschen Architekturschöpfungen. Schminke war ein Teigwarenfabrikant aus Löbau. Das Haus kann zu bestimmten Öffnungszeiten besichtigt werden. Stiftung-Hausschminke

Haus Schminke von Architekt Hans Scharoun

 

 

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Ebenfalls ein Besuch lohnt der drei Kilometer außerhalb von Löbau stehende König-Friedrich-August-Turm.
Bäckermeister Friedrich August Bretschneider hat diesen gusseisernen Turm 1854 errichten lassen. Er ist achteckig, 28 Meter hoch, hat kunstvolle fast orientalische Ornamente und auf seiner Aussichtsplattform gibt es einen wundervollen Ausblick in die Landschaft. Die Motivation von Bretschneider war: Je freier der Blick – desto freier das Herz. Und Ausblick und Weite hat dieser Ausblick.

König-Friedrich-August-Turm nahe Löbau

 

 

Ausblick vom König-Friedrich-August-Turm

Ausblick vom König-Friedrich-August-Turm

 

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Obercunnersdorf

Dieses Dorf wirkt wie ein bewohntes Freilichtmuseum. 250 Umgebindehäuser prägen das malerische Ortsbild.

Eines der Häuschen in Obercunnersdorf. Das Dorf ist wie ein bewohntes Freilichtmuseum..

Herrenhut

Zur Advents- und Weihnachtszeit gibt es vielerorts auch in unserer Region den Herrenhuter Stern zu sehen. Dieser Stern gilt als Ursprung aller Weihnachtssterne und begann seine weltweite Reise vor 160 Jahren. Er symbolisiert den Stern von Bethlehem. Die Ursprungsfarbe des Herrenhuter Sterns ist weiß und rot. Weiß für die Reinheit und Rot für das Blut von Jesus Christus.

Die Herrnhuter Brüdergemeinde wurde 1722 an diesem Ort gegründet. Hier fanden christliche Glaubensflüchtlinge einen Zufluchtsort. Im Stammhaus in Herrenhut können diese Sterne das ganze Jahr gekauft werden. Es gibt sie in zwei Materialien (Papier und Kunststoff), sowie verschiedene Größen und Farben. Die Kunststoffvariante kann auch im Außenbereich gehängt werden.

Variationen des Herrenhuter Sternes im Stammhaus an der Decke hängend

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Zittau

Die Stadt im Dreiländereck hat aufgrund seiner Lage eine große Geschichte. Die beiden Fastentücher sind auch für kirchenferne Besucher doch einen Hingucker wert. 56 Quadratmeter ist das große Tuch, auf dem mit Bildern die Bibel im Schnellschritt erzählt wird. Zehn Bildzeilen mit jeweils neun quadratischen Bildern zeigen Szenen mit Untertiteln aus dem alten und neuen Testament. Dass Untertitel notiert sind, ist ebenfalls eine Besonderheit. Sozusagen eine biblische Comicgeschichte. Beeindruckend auch die Geschichte, wie sie dieses Tuch aus dem Jahre 1472 auf wundersame Weise erhalten ließ. Gelernt: In der Fastenzeit verhüllte ein Tuch den Altar. Die Gläubigen sollten in den Wochen vor Ostern sich so zu stiller Meditation angeregt werden.

 

Das große Zittauer Fastentuch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das kleinere Fastentuch ist 4,30 mal 3,50 Meter groß und zeigt die Leidenswerkzeuge (Arma Christi), die zum Leiden und Sterben von Jesu Christi verwendet wurden.

Die Altstadt mit seinen kleinen Läden lädt zum Bummeln ein. Lecker gespeist haben wir im Alten Sack gegegessen haben wir im Salzhaus.

Das große Gebäude ist das Alte Salzhaus in Zittau

Eine gute Idee fand ich auch das Pop-Art-Viertel nahe dem Altstadtkern. Hier wurde die Aussenfassade von Mehrfamilienhäuser farbig und mit Kunstobjekten gestaltet. So wirkt die Straßezeile wie ein echter Hingucker.

Ein Wohnviertel aus den 80er Jahren wurde nahe des Altstadtkerns wieder renoviert und Dank eines Künstlers per PopArt aufgepeppt. – Foto I. Veil-Köberle

 

 

 

 

 

 

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Juni 16, 2021
von upperswabia
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Großer Panoramaweg Heiligenberg

Einer der schönsten Panoramawege mit Blick auf den Bodensee ist die große Runde um Heiligenberg.
Vielleicht lag es an dem frisch duftenden Heu, an den unterschiedlichen Grün-Nuancen der Felder, verschiedene spirituelle Orte oder die überraschenden Ausblicke auf den Bodensee. Immer wieder eine Wolke mit Düften, die die Sinne betörte. Oder dieser Balkonblick auf den Bodensee oder Wegkreuze, kleine schmucke Häuschen.

Gestartet sind wir in Unter-Betenbrunn. Für das Navi heißt der Ort Betenbrunn. Das Hinweisschild „Großer Panoramaweg“ lenkt auf den richtigen Weg. Vorbei an Weiden, entlang des Waldes geht es sanft bergauf.

Dieser Rundweg nennt sich „Großer Panoramaweg“ und ist gut ausgeschildert. Er ist ungefähr 12 Kilometer lang (orange Linie).
Screenshot auf Opentopomap

Gestartet sind wir in Unten-Betenbrunn.

Wir sind oberhalb der Zahl 1 gestartet und im Uhrzeigersinn entlang des Waldes gelaufen und haben uns an den Schildern zum Ort orientiert. Es geht sanft bergauf zum ersten Aussichtspunkt.

 

Ein Aussichtspunkt auf der Gemarkung Heiligenberg mit Blick auf den See. Auch wenn die Alpengipfel nicht sichtbar ist, es ist ein grandioser Blick

Danach geht es wieder leicht bergab nach Betenbrunn (Ober-Betenbrunn).

Der Ortsname „Beten“ wird auf keltische Schutzgöttinnen zurückgeführt.

Zu der Wallfahrtskirche gehört ein Kreuzweg mit eindrucksvollen Figuren.

(1) Wallfahrtskirche Betenbrunn
Die Kirche St. Maria ist seit Jahrhunderten eine beliebte Marien-Wallfahrtsstätte.
Der Ort mit seinem Brunnen, Fachwerkhäusern lädt zum Verweilen ein, doch es geht weiter auf der Hauptstraße. Es ist ausgeschildert und führt in ein Waldstück, dass auch an heißen Tagen angenehmen Schatten spendet. Nach einer halben Stunde des Waldweges kommt ein Häuschen, die Klause Egg.

(2) Klause Egg

Urkundlich erwähnt wurde dies Waldklause im Jahr 1256. Seit 1971 wird diese von Nonnen des Trappisten-Ordens benutzt.

Waldklause Egg

 

An der Waldklause ist der Panoramaweg ausgezeichnet, es gibt auch einen Hinweis auf einen Kreuzweg, der parallel zu dem ausgeschilderten Weg verläuft. Später kommen die beiden Wege wieder zusammen.

(3) Schweizerhof

Weiter geht es entlang des schmalen Weges zum Schweizerhof, der an eine Alm erinnert, wobei das Gebäude aus Holz aufwendige Handwerkskunst präsentiert. Nachfolgendes Bild zeigt das Gebäude, allerdings nicht die Handwerkskunst ;-).
Eine dieser Wow-Überraschungen auf diesem Rundweg.

Schweizerhof im Hintergrund Schloss Heiligenberg

Im Garten des Schweizerhofs schaute gerade ein Imker:in nach dem Bienenvolk.

Imker:in beim Bienenstock sichten.

 

 

Weiter geht es den kleinen Weg entlang. Es geht kurz steil bergauf und auf der Ebene angekommen stehen wir am Eingang des Schlosses Heiligenberg, das im Privatbesitz ist und nicht besichtigt werden kann.

(4) Schloss Heiligenberg – Vorplatz – Dorfmitte mit der 800jährigen Gerichtslinde auf dem Postplatz.

Auch hier an der Einfahrt zum Schloss ein schöner Blick zur Alpenkette, dem Bodensee. Übrigens wir sahen die Alpenkette nicht, doch dafür deutlicher das Schweizer Ufer und sein Hinterland. Die weißen Berggipfel war nicht erkennbar. Erst am späteren Nachmittag blinzelten die weißen Bergspitzen am Horizont.

Im Ort Heiligenberg, vorbei am Postplatz, folgen wir der Salemer Straße, die leicht den Berg hinunter geht. Vor dem letzten Haus, kurz vor dem Ortsschild, geht ein kleiner Fußweg rechts nach oben. Nach weiteren 400 Metern folgt wieder ein herrlicher Ausblick ins Tal.

(5) Der Bellvueplatz
Dieser schöne Aussichtsplatz mit seinem Holzkreuz erinnert daran, dass in diesem Waldstück der Friedwald ist. Große alte Bäume, teilweise mit Namensschildern und verschiedenen Wegen begleiten diese angenehme Ruhe.

Blick vom Bellevueplatz auf Schloss Heiligenberg

 

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Im Friedwald sind ebenfalls Schilder „Großer Panoramaweg“ sowie Hinweisschilder zur Amalienhöhe. Wir sind ins Dorf hinein und entlang der Hauptstraße zum Friedhof gelaufen. Vorbei am Friedhof mit seiner kleinen Kapelle geht es zur Amalienhöhe.

Friedhofskapelle in Richtung Amalienhöhe

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(6) Amalien-Höhe
Die Amalienhöhe ist der höchste Punkt mit 788,20 Meter N.N. in Heiligenberg. Es ist eine Gruppe von sieben Linden. Die Linden wurden anlässlich der Silbernen Hochzeit von dem Fürstenehepaar Karl Egon II (+1854) zu Fürstenberg und Amalie, Prinzessin von Baden (+1869) gepflanzt. Das Paar hatte sieben Kinder. Die Baumgruppe ist ein Naturdenkmal. Einzelne Bäume wurden neu gesetzt, sind also nicht aus dieser Erstpflanzung.

Fantastisch ist der Rundumblick auf dieser Anhöhe.

Naturdenkmal Amalienhöhe bei Heiligenberg.

Nach der Amalienhöhe den Schildern „Großer Panoramaweg“ oder „Wandern“ folgen. Es geht in den Wald, vorbei am Gedenkort eines Flugzeugabsturzes (1944) nach Betenbrunn.

Waldlichtung – es summte wie wenn ein übergroßer Bienenstock über uns hing. Das frische Grün der Tannen, der Farne und Jungbäume. Naturräume

Blick auf die eher unscheinbare Wallfahrtskirche St. Maria in Betenbrunn. Der Altar, das Gnadenbild und weitere Besonderheiten würde man so nicht vermuten.

Wieder in Ober-Betenbrunn angekommen, geht es die Dorfstraße bergab zu Unter-Betenbrunn. Unser Start und Ausgangspunkt. Der Rundgang kann auch am Schloss Heiligenberg gestartet werden.

 

Juni 3, 2021
von upperswabia
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Panormablicke auf und über den Bodensee

Unabhängig wie klar die Sicht auf die Alpen ist – der Panoramablick ist herrlich und auch die Wege entlang dem Flüsschen Rotach und den Obstplantagen. Der Rundweg startet in Ailingen, nördlich von Friedrichshafen. Der ca. 10 Kilometer lange Weg trägt den Namen „Ailinger Panoramaweg“ und ist mit gelben Rauten ausgeschildert.

Nachfolgender Ausschnitt aus der Opentopomap zeigt die händisch eingezeichnete orangfarbene Runde.

Der Kartenausschnitt deutet den Rundwanderweg, Startpunkt Ailingen an.

 

Auf der Karte sind Parkplätze erkennbar. Der Punkt 1 zeigt die Mühle Ittenhausen. Es kann entlang dem unscheinbaren Bach gefolgt werden. Der BachRottach ist klar und erfrischend. Forellen können darin entdeckt werden.

 

Punkt 2

An diesem Ort kommen zwei kleine Bäche zusammen, auch Furt genannt. Ob auf der Sitzbank, auf dem Kies, im Gras oder auf den Steinen, es ist ein Ort zum Verweilen und Innehalten. Dem Wasserplätschern und dem Vogelgezwitscher kann zugehört werden.

Blick von der Brücke auf den Bach

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Nach der kleinen Brücke geht es mit einer Treppe nach oben auf einen Waldweg. Links in Richtung Weilermühle weiter dem Weg folgen.

Der Ort Weilermühle besteht aus mehreren Häusern, Pferdeställen und Weiden. Es ist ein Reiterhof. Ein Hingucker ist das ungewöhnliche Hasenhaus am Wegesrand.

Sowie es aussieht bewohnt der schlummernde Hase dies Villa.

Hier lässt es sich auch als Hase gut sein.

Weiter geht es auf dem asphaltierten Weg in Richtung Unterlottenweiler. Vorbei an Obstplantagen und Bäumen am Wegesrand, die wir nicht zuordnen konnten. Später sahen wir eine Plantage mit mehreren dieser für uns seltenen Bäumen. Es handelt sich um Blauglockenbäume, auch Paulowina genannt.

Diese Bäume waren für uns unbekannt. Es sind Blauglockenbäume auch Paulowina Bäume genannt.

 

Diese Baumsorte kam erstmals 1830 nach Europa und war vorher in Zentral- und Westchina beheimatet. Er wurde zur Holznutzung und auch als Zierbaum kultiviert. Der Baum ist schnellwachsend und sein Holz ist leicht und schwer entflammbar. Es wird für Möbel, Surfboards, Tischtennisschläger oder auch beim Schiffsbau verwendet.

Es führen mehrere geteerte landwirtschaftliche Wege, vorbei an Erdbeerfeldern zum Martinshof. Von dort in Richtung der Landstraße, diese überqueren und auf der anderen Seite ist ein Parkplatz ausgeschildert, der ebenfalls als Startpunkt für den Rundweg genutzt werden kann. Nach dem Parkplatz den Schildern folgen in Richtung Horach. Die gelben Rauten als Hinweis auf den Ailinger Panoramaweg sind ebenfalls erkennbar.

 

Punkt 4
Auf der Horach, eine Erhebung mit über 500 Meter ist dieser grandiose Panormablick zu sehen. Am Horizont spiegelt sich ein dunkelblaues Band und dahinter erkennt man das schweizer Ufer und die Berge mit ihren weißen Mützen. Auch wenn bei unserem Spaziergang die Sicht nicht so grandios war, lässt sich erahnen, wie erhaben der Blick bei Fön- und Fernsicht ist.

 

Panoramablick auf der Anhöhe mit verschiedenen Sitzbänken und einem Selfiepunkt. Auch ein Spielplatz liegt in der Nähe. Danach geht es wieder runter von dieser Erhebung.

Anfang Juni war es beruhigend zu sehen, wie der Wind durch die Getreidefelder wehte. Grüne Wellenbewegungen.

Punkt 4

Die Haldenberg-Kapelle folgt nach dem Hügel. Leider haben wir kein Foto dieses kleinen Kirchleins. Nach dieser Kapelle geht es wieder nach Ailingen zum Ausgangsort der Route.

 

Mai 26, 2021
von upperswabia
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Kunstausstellung ab Mai 2021

Licht am Ende des Tunnels. Museen und Kunstausstellungen sind geöffnet und freuen sich über Besucher. Wenn es möglich ist, dann wird eine Bescheinigung benötigt, die einen als Genesen, Geimpft oder Getestet ausweist.

Achberg
Martha Stettler – Eine Schweizer Impressionistin in Paris
Ausstellung – vom 28. Mai bis 18. Juli 2021
Öffnungszeiten:
vom 17.04. bis 18.07.  und vom 31.07. – 24.10.2021,
 Fr 14 – 18 Uhr; Sa, So, Feiertage 11 – 18 Uhr
Ort: Schloss Achberg, 88147 Achberg


Albstadt

Danuta Karsten – Zwischen Himmel und Erde
Rauminstallation in der Kath. Kirche St. Johannes Baptist

Ausstellung bis 13. Juni täglich von 8 bis 18 Uhr
Öffnungszeiten: bis 13. Juni 2021, tägl. 8-18 Uhr
Ort: Am Schloss 8, 72459 Albstadt (Lautlingen)

Albspaziergang – neue Blicke auf das Landschaftsbild
Geplante Ausstellung – ab Mitte Juli keine
Öffnungszeit: evtl von Di-Fr: 13 bis 15 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-15 Uhr  – Tel. 07431/160-1491
Ort: Städtische Kunstsammlungen – Galerie Albstadt, Kirchengraben 11, 72458 Albstadt

Altshausen
#zeitgleich
zeitgleich… öffnen Bildhauerinnen und Bildhauer aus ganz
Baden-Württemberg (BfB) ihre Ateliers für Sie.
Samstag 17. und Sonntag 18. Juli 2021 von 11 bis 18 Uhr
Reiner Anwander
Ort: Bismarckstraße 17, 88361 Altshausen (Oberschwaben)
www.reiner-anwander.de

Bad Saulgau
Oh Capain, My Captain – Geätzte Hommagen
Eckhard Froeschlin, Helm Zirkelbach
Ausstellung vom 22. Mai bis Ende Juli (Besuch möglich als genesen, geimpft oder getestet)
Öffnungszeiten:  Di – So, Feiertag 14 – 17 Uhr
Ort: Städtische Galerie Fähre im Alten Kloster, Hauptstr. 102/1, 88348 Bad Saulgau

Bad Schussenried
Nächste Ausstellung noch offen

Öffnungszeiten: Di bis So: 12.00 – 17.00 Uhr
Ort:  Kloster Bad Schussenried, Neues Kloster 1, 88427 Bad Schussenried

Bad Waldsee
Jörg Eberhard – Malerei
Ausstellungsinfo – vom 16.05. bis 04.07.2021
Ort: Kunstraum Kleine Galerie im Haus am Stadtsee, Wurzacher Str. 53, 88339 Bad Waldsee  

Biberach
JUNGE KUNST :: Anselma Murswiek – Grüne Erde. Malerei
Ausstellungsinfo – bis 27. Juni 2021
Öffnungszeiten: Di, Do und Fr von 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
Ort: Stiftung BC – pro arte, Bismarckring 66, 88400 Biberach

Kunstverein Biberach e.V.
„DurchblickIeI
Mitgliederausstellung Kunstverein Biberach e.V.
Der Link führt zu sehenswerten Exponaten online Durchblick in die Ausstellung
Karyn von Wedel – „In einem fernen Land“
Gemälde, Zeichnungen
Eröffnung mit der Künstlerin am 12. Juni von 11 bis 17 Uhr
Ausstellung vom 12. Juni bis 11. Juli 2021 – siehe Kunstverein Biberach
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14 – 17 Uhr, Sa, So, Feiertag 11- 17 Uhr
Ort: Komödienhaus am Viehmarktplatz (zwischen Stadtbücherei und Museum). 88400 Biberach

Sabine K. Braun – Papierobjekte
Ausstellung vom 3. Mai bis 19. Juni 2021
Gruppenausstellung parallel zum Kunst-Event
vom 12. Juli bis 31. Juli 2021
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-13 Uhr + 14-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr
Ort: Galerie Uli Lang, Pfluggasse 9, 88400 Biberach


Burgrieden-Rot

Anderswelten, Malerei heute + David Czupryn
Ausstellungsinfo – bis 3. Juli
Öffnungszeiten: Mi – Sa von 14 – 17 Uhr, Sa + So + Feier von 11 bis 17 Uhr
Ort: Museum Villa Rot + Kunsthalle Rot, Schlossweg 2, 88483 Burgrieden-Rot


Ehingen – Schloss Mochental

Auftaktausstellung zum Jubiläumsjahr: Abstraktion und Figuration
Ausstellung bis 27. Juni 2021
Öffnungszeiten Di – Sa, 13 – 17 Uhr, So + Feiertage 11 – 17 Uhr – Besuch bitte anmelden.
Ort: Schloss Mochental, 89584 Ehingen

Ehingen
keine Ausstellung bekannt
 Ausstellung
Ort: Städtische Galerie Ehingen, Tränkberg 9, 89584 Ehingen

Friedrichshafen
Beyond States – Über die Grenzen von Staatlichkeit
Ausstellung – bis 7. November 2021
Öffnungszeiten: Bis einschließlich Freitag, 28. Mai ist eine Anmeldung unter 07541 3801 80 erforderlich.
Ort: Zeppelin Museum, Seestr. 22, 88045 Friedrichshafen

Isny
Friedrich Hechelmann
Dauerausstellung
Noch keine anschließende Ausstellung bekannt
Ausstellung
Öffungszeiten: Fr 14-18 Uhr; Sa+So+Fe 11-18 Uhr
Ort: Kunsthalle / Städtische Galerie im Schloss, Schloß 1, 88316 Isny im Allgäu

Leutkirch
Noch keine anschließende Ausstellung bekannt
Galerie von Dorothea Schrade
Ort: Galerie & Atelier Dorothea Schrade, Galerie im Adler, In AltenPfarrhaus, 88299 Diepoldshofen bei Leutkirch

Memmingen
Heimspiel –
Ausstellung –  
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So, Feiertag 11 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr
Ort: MEWO Kunsthalle, Bahnhofstrasse 1, 87700 Memmingen

 

Messkirch
Dauerausstellung – Kreisgalerie

Ausstellungsinfo
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag sowie feiertags jeweils 13 bis 17 Uhr
Ort: Kreisgalerie Schloss Meßkirch, Kirchstraße 7, 88605 Meßkirch

 

Oberstadion
Kunst verbindet 2020/2021Ausstellung gegen Antisemitismus
Ausstellungsinfo – bis Sommer 2021
Öffnungszeiten: Mi – Fr 14 -17 Uhr, Sa+So 11-17 Uhr
Ort: Krippenmuseum Oberstadion, Kirchplatz 5/1, 89613 Oberstadion  

 

Ochsenhausen
Noch keine anschließende Ausstellung bekannt
Ausstellungsinfo
Öffnungszeiten: Di – So von 11-17 Uhr
Ort:  Städtische Galerie im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen

 

Ravensburg
AUSZEIT
VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS (1./2. OG)
Ausstellungsinfo – bis 11. Juli 2021
Öffnungszeiten. Di-So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
Ort: Kunstmuseum Ravensburg, Burgstaße 9, 88212 Ravensburg

Tuttlingen
Noch keine anschließende Ausstellung bekannt
Ausstellungsinfo
Öffnungszeiten Di – So, 11 – 18 Uhr
Ort: Städtische Galerie / Kunstkreis Tuttlingen e.V., Rathausstr. 7, 78532 Tuttlingen

 

Ulm

Beat Zoderer – Visuelle Interferenzen 1990–2020
Austellungsinfo – bis 10. Oktober 2021
Öffnungszeiten: Di – Fr, 11 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 20 Uhr
Ort: Kunsthalle Weishaupt, Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1, 89073 Ulm

Kunstverein Ulm
Ren Rong
„Rivers and Peaks„
Ausstellung nur digital

Moritz Götze
Lebenszeichen
Ausstellungsinfo – von Anfang Juni bis Juli 2021
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18 Uhr; Sa+So 11-17 Uhr Ort: Kunstverein Ulm e.V. – Schuhhaussaal, Kramgasse 4, 89073 Ulm

Künstlerhaus
Ausstellungen ab September
Öffnungszeiten: Do + Fr, 14 – 18 Uhr, Sa + So  11 – 16 Uhr
Ort: Künstlerhaus Ulm im Ochsenhäuser Hof, Grüner Hof 5, 89073 Ulm

ULM – Museum Ulm 
Ein Woodstock der Ideen – Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden: !
Ausstellung – bis 04. Juli 2021

Successful Failure – Erfolgreich Scheitern
Ausstellung – bis 27. Juni 2021

Lois Hechenblaikner – Alpenglühn
Ausstellung – bis 15. August 2021

Schwarz auf Weiß: Das Rätsel der Steinzeitscheiben aus dem Blautal
Ausstellung – bis 13. Juni 2021
Öffnungszeiten: Di – So 11-17 Uhr, Do 11-20 Uhr Ort: Museum Ulm, Marktplatz 9, 89073 Ulm

 

Ulm
Matthias Garff – Menagerie
Ausstellung – bis 27. Juli 2021
Öffnungszeiten: (Pandemiebedingt nur nach Anmeldung – Mobil +49 731 1755660
oder per E-Mail: info@galerie-tobias-schrade.de)
Ort: Galerie Schrade, Auf der Insel 2, Fischerviertel, 89073 Ulm
 

Mai 10, 2021
von upperswabia
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Oberschwaben und seine Rapsfelder

Mai – wenn die Rapsfelder blühen. Die Wiesen sich mit sattem Grün schmücken und die Äcker zum Säen bereit sind.
Raps – ich nenne es „Gelb“ einsammeln, auch wenn ich das Gefühl habe, dass es dieses Jahr weniger gelbe Felder gibt.

Rapsfeld – Welle

 

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Oder wie nachfolgend: Die Wolken verdecken die Sonne und das Licht streift  unterschiedlich stark und hell die Wiesen und Äcker.

 

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Und Klassisch. Die Saat sprießt in Reihen, so wie sie gesäht wurde.

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April 3, 2021
von upperswabia
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Bodnegg – Ausflug ins schwäbische Allgäu

Ohne Zweifel, diese hügelige Landschaft nennt sich Vorallgäu. Keine langgezogenen Täler sondern hier mal ein Ausguck, da mal ein überraschender Weitblick. Und wehe es wäre Fernsicht, klarer Blick in die Alpen, dann ist es ein Rundweg, eine Route zum Festwachsen.

Unser Ausflug war frühlingshaft warm, grüne Wiesen, der Frühling in den Startlöchern. Die ersten Bäume standen in der Blüte, die ersten Gänseblümchen gruppieren sich auf der Wiese. Der Löwenzahn zögert, wieviel er den schon aus dem Boden schauen soll.
Wir sind einen geteerten Rundweg gelaufen, der auch sehr gut für Fahrradfahrer geeignet ist. Es war sehr diesig, was an den Fotos zu erkennen ist. Also eher milchige Weitsicht. Manchmal konnte geahnt werden, dass in der Ferne es keine Wolke ist sondern die Silhouette der Bergkette. Und gerade deshalb bin ich dankbar für diesen Rundgang, der so auch schon seine Reiz hat. Doch ich ahne was passiert mit einer phänomenalen Weitsicht.

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Wir haben in Bodnegg geparkt und haben uns an den Schildern in Richtung Waldburg orientiert. Dieses kurze Stück entlang der L326 folgend zweigt ein geteerter Weg in Richtung Felben. Felben ist ein Weiler, das heißt ein kleiner Ort mit grünem Orstschild. Der Straße folgend, geht es weiter nach Schrading, Baltersberg, Weeg, Hub, Kugel, Alberberg (eine Anhöhe), weiter nach Dietenweiler und wieder links nach Herben und Altergarten. Dies sind alles kleine Weiler, Häuseransammlungen. Dieser Weg stößt wieder auf die Weggabelung nach Schrading. Es geht wieder nach Felben und Bodnegg zurück.

Quelle: https://www.openstreetmap.de/karte.html

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Wie Du siehst, ist ein „Verlaufen“ fast nicht möglich. Es gibt eine Beschilderung. Der genannte  Rundweg war, wenn mein Smartphone richtig mitgezählt hat, etwas mehr als 6 Kilometer lang. Es gab Netzunterbrechungen, wobei das GPS trotzdem funktionieren müsste. Es war ein sehr kurzweiliger Weg, da er sehr abwechslungsreiche und leicht auf und ab ging.

Überraschungen gab es auch an einem schönen Aussichtspunkt mit Bank und einer Lesekiste.

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Diese Lesekiste mit einer Bank steht an der Straße zwischen Weeg und Hub. Hier hat man zudem einen schönen Blick in Richtung Amtzell und wenn sichtbar auf die dahinterliegenden Gipfel und Berge.

Es ist zu ahnen, wie weit der Blick bei klarer Sicht sein könnte. Grandioses Alpenpanorama inklusive.

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Im Grunde ist es gar nicht so wichtig, wie lange der Weg sit, da immer wieder mit schönen Ausblicken kokettiert wird und wie erwähnt, bei Fernsicht wird es unbeschreiblich sein.

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Auf der Anhöhe Alberberg sind die geschnitzten Exponate eines Holzbildhauers zu entdecken. Diese schöne Skulptur beherbergt ein kleines Geheimnis.

Weitere längere Wanderrouten oder Spazierwege sind auf Komoot oder Outdooraktiv beschrieben. Google Map hilft in diesem Gebiet gar nicht weiter. Es sind viele kleine Weiler, die nicht auf der Karte notiert sind. Wie eingangs erwähnt, kann mit Openstreetmap die Wege genauer eingesehen werden.

Empfehlswert ist der Flyer der Gemeindeverwaltung Bodnegg mit den Standorten der Lesekisten. Auf unserem Weg war nur eine Lesekiste, doch es gibt mehrere an verschiedenen Aussichtspunkten. Eine Sitzbank mit Lesekiste lädt zum Verweilen ein.

 

Und ein Gang zur Barockkirche St. Ulrich und Magnus, die unübersehbar über der Gemeinde Bodnegg auf einem Drumlin steht, versteht sich von selbst. Und auch dort – grandiose Ausblick ins Umland.

 

 

 

April 3, 2021
von upperswabia
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Karfreitag in Bodnegg – statt Glocken ertönt die Holzrätsche

Bodnegg liegt 11 Kilometer von Tettnang und 11 Kilometer von Ravensburg entfernt. Der Ort liegt im schwäbischen Allgäu, auch Vorallgäu genannt. Jedenfalls am Karfreitag hörten wir von der Erhöhung in Bodnegg ein seltsames Geräusch.

Die Barockkirche St. Ulrich und Magnus steht auf einem Drumlin, ein Hügel der die Umgebung um 50 Meter überragt und auf der eine hübsche Dorfkirche erbaut wurde. Von diesem Kirchberg eröffnet sich ein grandioser Blick über die oberschwäbische Hügellandschaft und die Alpenkette.

Ein seltsames Geräusch kam am Karfreitag von der Kirche herab. Es erinnerte an eine Holzrätsche. Eine andere Form um zum Gottesdienst einzuladen? Aufwärts ging es zur Kirche.

 

 

 

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Oben angekommen sahen wir eine Ministrantin und ein Ministrant, wie sie abwechselnd kräftig an einem Holzkasten kurbelten. Dieser Kasten wurde immer wieder an anderer Stelle aufgebaut und es wurde sozusagen zum Gebet eingeladen.

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Was verbirgt sich hinter diesem Tun?

Es ist ein religiöses Kulturgut in katholischen Gemeinden. Statt Glockengeläut wird mit diesem lärmenden Geräusch zum Gebet, zur Andacht gerufen. Die Glocken schweigen von Karfreitag bis zum Ostersonntag Morgen. Es ist die Trauer über den Tod Jesu.

Die Beiden stellten den Holzkasten in verschiedenen Richtungen auf dem Kirchhof mit seinem Friedhof auf und kurbelten auf der Holzrätsche.

 

 

März 15, 2021
von upperswabia
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Schöpfungsweg am Bussen

Der Bussen ist eine Erhebung in Oberschwaben mit einer Höhe von 766,7 m über dem Meeresspiegel. Neben der Wallfahrtskirche, der Burgruine lässt sich diese Erhebung mit einem Rundweg von ca. 12 Kilometer umrunden oder der kürzere 2 km Rundweg, genannt Schöpfungsweg.

Mag sein, dass die Fotos an einem regnerischen Märztag nicht so sehr verlockend wirken. Doch wenn die Natur erwacht, dann sind auch die sieben Stationen schöne Erlebnisorte. Im Sommer spendet der Wald Schatten. Ein naturnaher Rundweg, der mit einer Gehzeit von 45 Minuten angegeben wird.

Gestartet wird am Parkplatz zu Fuße des Bussen, oberhalb des Friedhofes. Vorbei am Sanitärhäusle geht es leicht links der Beschilderung „Schöpfungsweg“ entlang.

An einer Hauswand vor dem Schöpfungsweg war dieses Wandbild zu entdecken.

von links nach rechts: Heilige Adelindis, Karl der Große, Heilige Hildegard, Heiliger Gerold

 

 

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Station 1 – Wind, Hauch
Die erste Station lässt den Blick ins Umland schweifen. Der Wind kann leise oder auch heftig wehen. Intensiv einatmen, das ist die Übung. An jeder Station steht eine Stele mit einem Spruch.

 

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Station 2 – Sonne, Licht, Wärme
Sonne fällt auf diesen Stein. Wie ist der Lichteinfall in die Umgebung.

 

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Station 3 – Erde, Halt, Sicherheit
Der Ring symbolisiert die Erde. Stehe fest mit beiden Füßen auf dieser Erde. Hab Acht auf Scheinsicherheiten.

 

Station 4 – Quelle, Wasser, Durst
Eine Wasserquelle.  Erfrische Dich und schaue ihrem Lauf nach und höre.

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Station 5 – Begrenztsein, Gebote
Der Laubwald geht in einen Nadelwald über. Eine Grenze. Was sind Deine Grenzen und wie gehst Du weiter?

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Station 6 – Vergehen, Tod, Leben
Alles Geschaffene ist vergänglich. Ein Baumstumpf, auf dem Pilze wachsen und weitere Pflanzen steht symbolisch für diese Station. In das Dunkle fällt Licht. Irgendwo ist immer Licht. Es lebt.

Eine Tafel bereitet vor auf die weite Aussicht, die nach dem Waldweg folgt.

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Station 7 – Ruhe, Sabbat, Sonntag
Wenn Gott selbst am siebten Tag geruht hat nach der Bibel, dann soll es auch der Mensch, die Lebewesen und die Natur tun. An der siebten Station steht eine Bank mit der Aufschrift: „Guck naus ins Land“.

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Nach den sieben Stationen geht es weiter den Weg hoch zur Kirche. Vor der Kirche ist der Vorplatz, eine Terrasse mit einem grandiosen Ausblick über Oberschwaben. Vom Illertal bis nahe des Schwarzwaldes. Vor einem, je nach Wetterlage ein Blick auf das Alpenpanorama. An der Brüstung sind all die Orte und Berggipfel benannt. Auf nachfolgendem Foto ist „nur“ ein kleiner Teilausschnitt. Das silberne Band in der Mitte des Fotos ist der Federsee.

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Die Wallfahrten zur Verehrung Mutter Gottes in der Kirche St. Johannes Baptist sind urkundlich ab 1521 dokumentiert. Die Kirche wurde 1960/1961 renoviert. Aus dieser Zeit stammen die Glasfenster von Wilhelm Geyer. Die gelb gehaltenen Fensterbilder erzählen sind dem Thema „die Freuden Mariens“ gewidmet. Auf der anderen Seite zeigen die blau gehaltenen Glasbilder die Leiden Mariens. Der Chorraum ist ebenfalls sehr hell und mit Glasfenster ausgestattet. Im Altarraum auf einer Stele ist eine Pietà Skultpur aufgestellt. Diese Skulptur zeigt Maria (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam Jesus Christus.

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Ebenfalls auf dem Bussen ist noch eine Burgruine zu entdecken. Vermutlich haben schon die Kelten diesen Ort genutzt. Der älteste bekannte Besitzer war Graf Gerold, gestorben 799 nach Christus. Er war der Schwager Karl des Großen. Der Bergfried steht im hinteren Burgbereich und ist oft begehbar.

 

Ebenfalls zwischen Kirche und Bergfried (Vorburg) ist ein großer Platz an dem an Pfingsten die Gottesdienste im Freien stattfinden. Ein Denkmal erinnert an die Soldaten, die in den Weltkriegen sterben mussten. Ein weiteres Denkmal wurde 1958 errichtet. Es sagt Dank für die Heimkehrer, erinnert an die Vermissten und dient als Mahnung für alle Menschen, dass diese Zeiten nicht wiederholt werden sollen.

Heimkehrererinnerungsort Inschrift: Als Dank für unsere Heimkehrer, unseren Vermissten zum Gedenken, der Nachwelt zur Mahnung – Die Heimkehrer 1958

 

 

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Der Bussen ist ein Ort mit beeindruckender Weitsicht über das Land. Ein Ort der deshalb auch seit Jahrtausenden ein Ort mit Geschichte ist und um den sich viele Sagen und Überlieferungen ranken. Ein Ort der Ausgangspunkt für die wechselhaften Herrschaftsverhältnisse in Oberschwaben zeugt.

Genießen wir die Aussicht. Nicht nur an einem Sonntag. Erinnern wir uns, was uns wichtig ist. Der anfangs genannte Schöpfungsweg soll zu einem meditativen Spaziergang anleiten.