Oberschwaben-Welt

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September 16, 2019
von upperswabia
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Wendelinus-Ritt von Gutenzell nach Niedernzell

Die Reiterprozession ist jedes Jahr am dritten Sonntag im September. 26 Reitergruppen aus Oberschwaben nehmen an diesem Ritt teil, der entlang von Wiesen, im Wald und auf der Kreisstraße nach Niedernzell. Solange die Reiterinnen und Reiter zu Pferde unterwegs sind, läuft eine Gruppe von Menschen mit einem Pfarrer als Pilger nach Niedernzell. Die Prozessionsreiter warten bis die Pilgerinnen und Pilger in Niedernzell angekommen sind. Erst danach reiten sie auf der Kreisstraße in den Ort. Das nachfolgende Foto zeigt also eine der ersten Gruppen im Wartestatus.

 

Es war wieder ein sonniger, fast heißer vorherbstlicher Septembersonntag mit strahlend blauem Himmel. Mitten in einer landschaftlich hügeligen grünen Umgebung. Sich an den Wegesrand zu stellen oder auch zu setzen und inne zu halten, zu warten oder darüber nachzudenken wie wichtig diese alljährlichen Rituale sind. Rituale und Regeln geben den Menschen halt, egal ob kirchlich engagiert oder nicht.So ist auch der Musiker, der auch vergangenes Jahr in seiner Musikvereinstracht und mit dem Musikinstrument auf dem Rücken von Gutenzell nach Niedernzell radelt.

Hintergrund: Musikkappellen begleiten musikalisch die Reitergruppen innerhalb den Orten von Gutenzell und auch während des Gottesdienstes in Niedernzell.

Welchen Schwerpunkt ein Mensch seinem religiösen Glauben gibt, ist so verschieden wie es die  Menschen nun mal sind. Es gibt viele Gründe, was in einem Gebet wichtig sein kann. Ob es ein Gebet ist zur Hilfestellung, zur Erkenntnis oder als Zeichen der Dankbarkeit. Auch das gemeinsame Beten und Singen, ob Rosenkranz oder ein Lied hat eine medidative Wirkung.
Viele kommen jedes Jahr zu diesem Prozessionsritt, beten, singen und widmen diesen Sonntag diesem katholischen Ritual. Jede Gruppe wird von einem katholischen Pfarrer begleitet. Auch Dekan Sigmund Schänzle ist immer dabei.

Trotzdem. Die Teilnehmerzahlen schrumpfen. „Es fehle an Nachwuchs“, meinte ein Gruppenführer. Auch wenn auf dem Wendelinusritt Frauen, Männer und jede Person egal welchen Alters mitreiten darf, die Reitergruppenteilnehmer schrumpfen – so der Eindruck. Dabei gehört es ebenfalls zur Gruppe, dass regelmässig an Ritten und Treffen teilgenommen wird. Es ist eine Gemeinschaft und ein Netzwerk.

In Niedernzell hält dann ein eingeladener Bischof, Pfarrer, Pater den Gottesdienst. Dieses Jahr war Pater Hubert Veeser, Provinzial der Deutschen Salvatorianer aus München zu Gast. Er greift das Zitat aus der Bibel (Philipperbrief 4,49 heraus: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Nocheinmal sage ich: Freut euch!.

 


Freut Euch! … ein wichtiger Appell. Freude zu haben, zu geben, zu erkennen ist ja auch nicht selbstverständlich. Daher eine Inspiration um zu erkennen, was einem alles Freude bereitet.

Zum Thema Nachwuchs noch ein Foto. Nach dem Gottesdienst reiten die Prozessionsteilnehmer*innen wieder zurück nach Gutenzell. Es stehen dort Pferdeanhänger, wenn von weiter angereist wurde und eventuell gibt es noch ein Zusammensitzen der Gruppen.
Nach Niedernzell geben die Standartenträger die kleine Flagge ab. Auf dem Foto das kleine Töchterchen zurück nach Niedernzell miteiten. Der Großvater nimmt die Flagge entgegen und die Großmutter hebt das Mädchen vor den Papa aufs Pferd.

 

Nächstes Jahr geht es wieder zum Wendelinusritt. Und den Satz hörte ich auch von einer jungen Reiterin, sie dürfte zwischen 14 und 16 Jahre alt sein: „Ich glaube nächstes Jahr hab ich schon 10jähriges“. Denn auch dies wird an diesem Tage nach dem Gottesdienst genannt. Die Reiterinnen und Reiter, die schon zum 25sten, zum 40sten oder zum 50sten Mal mitgeritten sind.

 

September 7, 2019
von upperswabia
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BUGA – die Bundesgartenschau in Heilbronn

Die Bundesgartenschau in Heilbronn ist noch einen Monat. Am 6. Oktober 2019 schließt sie. Es ist zu hoffen, dass dieses wirkungsvolle Gelände, dieses entstandene wertvolle Naherholungsgebiet für Heilbronn erhalten bleibt und weiter genutzt, gepflegt, bestehen kann. Es ist erholsam dort zu verweilen. Und während in Oberschwaben die Regentropfen sich zeigten, schien in Heilbronn die Sonne – soll heißen ein Ausflug im Ländle kann auch Wetterwechsel bedeuten.

 

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Gründe für einen Besuch der BUGA ( Bundesgartenschau) in Heilbronn

Für Freunde des Gartens ist so eine professionell angelegte Präsentation von Blumen, Sträuchern, Bäumen eine Augenweide. Es ist inspirierend wie bekannte Blütenformen in der Kombination von Gräsern und anderen Blumen ihre Einzigartigkeit präsentieren. Die Opulenz der Farben, die die Pflanzen mitbringen und auch in der Kombination mit den Kontrastfarben von anderen Pflanzen. Es fasziniert und öffnet die Augen für Farben, Formen, Konstraste und auch unser Geruchssinn entdeckt unbekannte Düfte. Die Gartenschau zeigt wie unser Lebensraum mit Pflanzen gestaltet werden kann.

 

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Inspiration wie kleine Gärten gestaltet werden können
Die wenigsten haben zwar so große Gärten, dass diese weitläufigen Farbenspiele angelegt werden können, doch es wurden auch Alternativen von kleinen Gärten präsentiert. Urban-Gardening, was kann ich auf meinem Flachdach an nützlichen Pflanzen für die Küche anbauen wurden ebenfalls vorgestellt.

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Rosen blühen immer noch sehr üpig

Der angelegte Rosengarten war sehr beeindruckend, weil die Rosen alle noch in voller Blüte stehen.
In Oberschwaben zeigen sich die letzten Blüten der verschiedenen Rosensorten. Sie trotzden in ihrer Anmut frühmorgens und der herbstliche Nebel reckelt sich um die Blütenknospe. Da scheint in Heilbronn nicht so zu sein. Noch nicht.

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Kunst
Auf keiner Gartenschau – egal ob Landesgartenschau oder Bundesgartenschau sind mir so unterschiedliche Kunstobjekte aufgefallen. Es wurde sogar ein eigener Flyer für die Kunst ausgegeben.
Das Gelände ist weitläufig und so hab ich vermutlich noch gar nicht alle entdeckt.

 

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Wasser, Wasserläufe und der Neckar – sogar eine Bootsfahrt ist auf der BUGA möglich

Mein Ansporn war zu Laufen. Die Wartespur der Menschen für das Boot war mir zu lang, ich wollte weitergehen. Doch meine Empfehlung wäre, gerade bei Menschen, die etwas Gehwege abkürzen wollen, dieses Bootsfahrtangebot zu nutzen.

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Es ist beneidenswert, wenn ein Stadt wie Heilbronn den Neckar so in das Naherholungsgebiet einbinden kann. Ich war vielen Jahren öfters in Heilbronn, doch diese schöne Stadtseite von Heilbronn blieb mir bis zum Buga-Besuch komplett verborgen.
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Pflanzen in der Landwirtschaft

Auch da lernte ich dazu. Einige der Pflanzen, die heute angebaut werden hätte ich nicht erkannt, wenn sie auf einem Acker wachsen. So wie die Pflanzen Amarant oder Quinoa. Umso wichtiger für Menschen, die zwar auf gesunde Lebensmittel achten, doch diese in ihrem Wachstum auf dem Acker noch nicht gesehen haben.

 

Und es war putzig den Bienen zuzuschauen, wie sie in die Blüte einer Artischocke reintauchen und fasst verschwinden. Wieder rauskrabbeln, um erneut einzutauchen.

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Architektur auf dem Gelände.

Auf dem Gelände sind einige Wohn- und Bürogebäude entstanden, die einen Anspruch an Nachhaltigkeit entsprechen sollen. Modern und doch unkonventionell.

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Friedhof-Grabgestaltung
Eigentlich ging ich nicht auf die BUGA um Grabgestaltung zu sehen. Doch die gezeigten Mustergräber gehören zu den Highlights. Sei es der Grabstein oder auch die Anordnungen und Verwendung der Pflanzen auf dem Grab. Ich war dieses Jahr bedingt durch Beerdigungen öfters auf Friedhöfen, doch diese Art von Grabgestaltung war für mich neu. Das Grab als Kunstwerk.
Allerdings muss ich zwei Frauen zustimmen, die sagen, dass sie das zeitlich nicht schaffen würden, die Pflänzchen in dieser Form zu trimmen, dass es immer so perfekt aussieht. Doch es gibt ja spezialisierte Friedhofsgärtner.

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Tag der Schöpfung

Das war eher Zufall, dass dieser Gedenk-Tag mit meinem BUGA-Besuchstag zusammenfiel. Trotzdem gut zu wissen. Die christlichen Kirchen haben 2010 beschlossen immer am ersten Freitag im September den Tag der Schöpfung zu feiern. Es war somit das zehnjährige Bestehen dieses Tages, der erstmals in eine größere Veranstaltung integriert wurde. Einen Tag des Dankes, der Lobpreisung und auch dem Innehalten was man selbst für den Erhalt der Schöpfung tun kann. Aus diesem Anlass sprach auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Festrede auf der BUGA.

Eines seiner Zitate:
„Es muss teuer werden, das Klima zu zerstören, und sich lohnen, das Klima zu schützen“.

Weiter ermahnte er, dass beispielsweise das Fliegen nicht verdammt werden soll, sondern das Kerosin verteuert und regenerative Treibstoffe entwickelt werden sollen. Es soll auch nicht das Auto verteufelt werden, es sollen emissionsfreie Alternativen angeboten werden.

 

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Bahnfahrt zur BUGA nach Heilbronn

Ich fahre gerne mit der Bahn. Auch wenn es sein kann, dass auf der Hin- oder Rückfahrt irgendetwas nicht ganz so optimal läuft. Und ich daher auch mal etwas verärgert bin. Doch die Sicherheit, dass mit der Autofahrt alles pünktlich und ohne Hindernisse passiert, ist ebenfalls nicht gewährt.

Weiterhin ist es eine sehr schöne Bahnstrecke. Kleine Dörfer und Städtchen, deren Ansicht teilweise überraschend schön sein kann. Dann entlang des Neckars, vorbei an Felswänden oder im Wechsel rechts oder links die Weinberge. Wie das wohl im Herbst aussieht. Und wie es sich anfühlt mal auf dem Neckar eine Tagesfahrt zu machen?

Empfehlenswert also die die Bahnfahrt auf die BUGA nach Heilbronn.
Es gibt ein Kombiticket: Bahnfahrt plus BUGA-Eintritt. Das Bahnticket gilt für alle Nahverkehrszüge und egal woher aus Baden-Württemberg. So ist die Fahrtzeit von Oberschwaben mit der Bahn kürzer als mit dem Auto. Und es gab keine Verzögerungen oder Verspätungen auf dieser Fahrt. Und auch die Kosten => ein Schnäppchen.

Klassisch, ohne Kenntnis des speziellen Angebotes:
Für einen Erwachsenen mit dem Baden-Württemberg-Ticket 24 Euro plus BUGA-Eintritt 23 Euro.
DAS BUGA-Ticket … kostet 30 Euro (Bahnfahrt und Eintritt inklusive) !!!

Buchbar siehe

Übrigens ab Hauptbahnhof Heilbronn kann zu Fuß (700 Meter) zum Innenstadt-Eingang der BUGA gelaufen werden. Es startet vor dem Hauptbahnhof die S-Bahnlinie 4 zu den drei Eingängen der BUGA. Mit dem Bahnticket und/oder BUGA-Eintrittsticket können zudem alle öffentlichen Verkehrsmittel gefahren werden.

 

Experimenta

Das neu gebaute Wissenschafts-Museum ist ebenfalls an der BUGA. Es lohnt einen eigenen Besuch. Es werden 275 Möglichkeiten für kleine und große Entdecker zum Ausprobieren angeboten. Diese Science Museen habe ich vor 20 Jahren im Ausland kennengelernt. Und mit meinen Kindern habe ich gelernt, dass wenn selbst ausprobiert, getüfftelt, interaktiv etwas getestet werden kann – es viel mehr Spaß macht als theoretische wissenschaftliche Texte zu lesen.
Wir haben die Experimenta noch nicht besucht. Erfahrungsgemäß waren wir in diesen Science-Museen einen ganzen Tag und nutzten die Öffnungszeiten komplett aus. Es wurde einfach nicht langweilig.

Mehr Informationen unter https://www.experimenta.science/

 

August 18, 2019
von upperswabia
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Der Oberschwabe

Diese Woche habe ich diesen Text entdeckt in der Wallfahrtskirche auf dem Bussen. Der Autor Benedikt Welser, war mir bisher unbekannt. Doch lies selbst. Irgendwie schön, wenn auch schon viele Jahre alt.

Ein unergründlich tiefes Weh,
viel tiefer als der Bodensee,
noch höher steigend als der Bussen,
und reißender noch als die Schussen,
viel breiter als das Tal der Iller;
so still wie’s Donauried, noch stiller,
ist mir ins weiche Herz gegeben
und macht drei Viertel aus vom Leben.

Ein Viertel wohl, ein schönes Stück,
da steht und schwimmt in vollem Glück,
das grünt wie Wolfegg-Waldburgs Wälder,
das blüht wie Tettnangs Obstbaumfelder,
das ist so reich an Freudequellen
und überfließt an tausen Stellen.
O Gott, was hast Du doch begraben
im Herzen eines Oberschwaben

Benedikt Welser

August 11, 2019
von upperswabia
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Buchsbaumzünsler droht alles zu vernichten

An dem Tag, an dem ich beschloss nicht mehr ein Ironblogger zu sein.

Es war der 9. August 2019. Meine etwas dahindörrende Hälfte einer Buchsbaumkugel wirkte sehr kahl. Ob es wohl ein Pilz ist, dachte ich noch. Ich sah keine Fraßspuren und keine Raupen – da war ich fest der Meinung, dass es nicht der Buchsbaumzünsler sein kann. Dieses Insekt ist der gefürchteteste Tod einer Buchspflanze. Vielleicht ist es ja der Pflanze sogar egal, dass sie leiden wird. Doch mir als Gärtnerin eben nicht.

Nun ja – ich streichelte noch die Kugel, dachte noch sie wird sich erholen. Doch zwei Tage später sah ich, dass auch die andere Hälfte dieses Buchsbaumarrangements, zwei halbe Ovale zu einem Herz formiert, plötzlich eine bräunliche Färbung der Blätter anzeigt. Genau angeschaut und nun gesehen, dass es doch dieses Insekt ist, das mich zur Massenmörderin macht. Diese Rolle werde ich übernehmen ohne mit der Wimper zu zucken.

Die Buchsbaumzünsler-Plage hat viele der schönsten barocken Gärten im süddeutschen Raum vernichtet. Formschnitt, Figuren, geometrische Formen – alles war mit dem kleinblättrigen Buchs möglich ist nun entsorgt worden, verbrannt worden. Zurück bleibt ein Fragezeichen, wie geht es weiter. Und keine Ahnung warum ich so naiv war zu glauben, dass meine vielen Buchskugeln verschont bleiben. Nun – der Schock sitzt tief. Als ich jede der zig Kugeln inspirierte, sah ich Raupen und Eiergelege der Falter. Teilweise diese hässlichen Gespinste, die sofort dazu verleiten den ganz Busch unter Feuer zu setzen. Eckelig.

Nach Pfingsten hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Doch die Pflanzen erholten sich wieder gut. Jetzt wirkt der Befall gravierender als damals. Ich schaute die schöne Buchslandschaft an und mir kamen die Tränen. In wenigen Tagen könnte alles kahlgefressen sein, wenn diese winzigen Raupen zu fressen beginnen. Das Herz schmerzte.

Jeder Busch wurde von mir selbst groß gezogen. Fast immer von mir zweimal im Jahr frisiert. Und das soll alles vorbei sein. Unfassbar.

Sechs Kugeln habe ich vor zwanzig Jahren gekauft von einem älteren Herrn nahe Augsburg. Er lebte wie ein Eremit zwischen all seinen vielen selbst großgezogenen Buchs. Er schnitt seine hunderte von Pflanzen alle zwei Monate. Wenn er den letzten Buchs gerundet hatte, fing er wieder von vorne. Wir gruben damals die sechs unterschiedlichen Kugeln aus. Sie waren damals noch tragbar und luden sie in das Auto. Dieser ältere Herr konnte alle Rilke Gedichte auswendig, so war mein Eindruck. Er antwortete ganz bescheiden, es seien viele Gedichte, Verse, aber nicht alle. Weiter erzählte er mir, welche Rilke-Symposien er überall besuchte und mit welchen Forschern von Rilke er Kontakt hatte. Ich hatte es damals nicht aufgeschrieben, doch ich sehe heute noch das Leuchten in seinen Augen, wenn er von Rilke Verse, Texte vortrug auf dem Feld inmitten von hunderten von Buchskugeln in verschiedenen Größen. Er starb wenige Jahre danach. Sein Feld wurde verkauft an eine große Münchner Baumschule. Als ich von seinem Tod erfuhr ging ich wieder bewußt zu den Pflanzen, streichelte sie und dachte: Diese Buchs haben ihn persönlich kennengelernt.

Zwanzig Jahre ist es her. Mittlerweile wurden aus diesen sechs Kugeln immer wieder Ableger, neue Pflanzen gezogen, gepflegt, gesetzt. Da stecken tatsächlich viele Erinnerungen. Sie wuchsen, wurden größer. Einen einzigen Buchs verlor ich letztes Jahr. Er stand nach dem Urlaub genauso verdorrt da, wie die Buchs-Herzchenhälfte. Ob es schon damals der Zünsler war, ich wußte es nicht. Ich gab ihm sechs Monate Zeit wieder etwas Grünes zu zeigen, doch es kam nichts mehr. Er wurde dann verbrannt.

Eine Pflanze verloren in so vielen Jahren und nun … wir werden sehen.
Jedenfalls verwendete ich einige Stunden um jeden Ast und jedes Blättchen der Pflanze so genau und gleichmässig mit einem Bakterium zu bespritzen und zu hoffen, dass den Raupen zum Kotzen schlecht wird und sie niemals wieder ein Buchsbaumblättchen essen wollen. Ich werde also noch nicht aufgeben. Trotz Regen und Lieferungsverzögerungen des Bakteriums – ich bleibe weiter dran. Vielleicht hat diese Aktion nichts gebracht, weil der Regen alles wegwusch.
Jedenfalls ist es nicht mehr sicher, dass ich wöchentlich einen Blogbeitrag schreiben will. Ich wünsche mir, dass meine Buchskugeln wieder fit werden. Falls sie doch sterben, werde ich eine Trauerphase brauchen. Mein Garten hat die nächsten Wochen Vorrang.

August 4, 2019
von upperswabia
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Oberschwaben-Welt wird 6 Jahre alt

Ein Sommertag. Einfach schön. Im Garten an den Blüten vorbeistreichen, Schwärme von Insekten, Bienen aufscheuchen. Der Garten ist bienenfreundlich, ein Grund sich zu freuen. Alles richtig gemacht.

 

Der Phlox blüht, die Rosen sind eher verblüht und der Sommerflieder packt jetzt so richtig aus mit seiner Blütenpracht. Der Roseneibisch bricht schon fast auseinander aufgrund der vielen Blüten. Schön ist es.

Heute ist eher ein nachdenklicher Tag. Der Oberschwaben-Welt-Blog feiert morgen seinen sechsten Geburtstag. Jede Woche wurde ein Beitrag veröffentlicht, manchmal auch mehrere. Oft Ausflugstipps und seit ich selbst nicht mehr soviel unterwegs bin aufgrund der beruflichen Situation, folgen auch persönliche Gedanken. Und es gibt viele Themen, um darüber zu schreiben. Doch auch dies benötigt Zeit und Muße.

Vor einigen Wochen habe ich darüber nachgedacht, einmal in der Woche etwas zu tun, was ich noch nie getan habe. Es blieb nicht beim Nachdenken, ich habe es auch getan – nur nicht darübergeschrieben.

Diese Woche habe ich meinen ersten Cousinnen/Cousin- Treff organisiert. Termin ist im September. Adressen, Telefonnummern mussten zuerst recherchiert. Wie es dazu kam? Anlass war die Beerdigung einer gemeinsamen Tante. Und wo wird es stattfinden? Selbstverständlich in Oberschwaben. Für diesen Treff müssen alle etwas weiter anreisen, doch es wurde zugesagt, dass sie gerne kommen wollen. Es gibt viele Ideen, doch vermutlich bleiben wir an einem Ort und es wird gschwätzt.

Lebensgeschichten, die vollgepackt sind mit Glück und Unglück, mit Freude und Trauer, mit Planungen und Was-so-alles-dazwischenkommt.

Übrigens nachfolgender Blumenstrauß hat auch seine Bedeutung. Es ist nicht Geburtstag vom Blog sondern auch ein anderer Jahrestag.

Juli 28, 2019
von upperswabia
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Ausflug an den Bodensee

Wenn Eine eine Reise tut an den Bodensee. Eine Ausflugsvariante durfte ich mit einer Frauengruppe erleben. Am frühen Morgen startete der vollbesetzte Reisebus mit Frauen ins nach Grünkraut bei Ravensburg. Ziel war das Gartencenter Fleischer, dort gab es Frühstück im Palmengarten und im Freien zwischen Pflanzen, die betörend nach „Kauf mich“ gelockt haben. Scherz beiseite. Wer einen Garten hat, findet immer etwas, was vielleicht noch a Plätze finden täte.
Und bei diesem Gartencenter hat das Auge etwas zu schauen. Vor einigen Jahren strandete ich eher zufällig an dieser Stelle. Damals war es ein kreuz und quer Fahren entlang von grünen Wiesen mit und ohne Blumen sowie Getreide- und Maisäckern. Schmale geteerte Straßen irgendwo zwischen Oberschwaben und Allgäu. Und es war für mich wie eine Fatamorgana, als das Gartencenter mit seinem  großem Parkplatz erscheinte. Augenreibend und fragend: „wie kommt diese Gebäude mitten in die Landschaft?“. Der Besuch, das Schlendern in dem großen Gartenmarkt löst ebenfalls nur Staunen hervor. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Ob eine kleiner Zoo mit seltenen Zierfischen oder Eidechsen, und kleineren Nagetieren. Natürlich eine Vielzahl von Sämereien, Zier- und Nutzpflanzen. Weiterhin Dekoratives für den Außen- und Innenbereich. Ob für den Pool oder für die Gartenlaube, es scheint alles da zu sein, was der Gartenliebhaber so gebrauchen könnte.
Seniorchef Fleischer ist ebenfalls mit Rat und Tat unterwegs. Auch als Buchautor alias Hieronymus Immergrün gibt er seinen Wissen weiter. So lernten wir, dass der Buchs einen niederen PH-Wert hat als Hortensien. Und Rosen mögen eine säurearmen Boden. Um das Auszugleichen gibt es Dünger. Es gibt auch eine Methode, wie der PH-Wert gemessen werden kann. Doch da muss ich auch nochmals nachfragen.

Ungewöhnlich ist der Ausstellungsplatz mit alten historischen Grabsteinen, die bis zu 200 Jahre alt sind. Die Sammlung der Familie Mangold aus Ellwangen-Jagst ging 2014 an Herrn Fleischer nach Grünkraut.

 

Weiter ging es im schwäbischen Allgäu, vorbei an Lindau nach Bregenz. Dort gibt es zur Festspielzeit öffentliche Führungen zum aktuellen Bühnenbild und zur Geschichte der Bregenzer Festspielen.
So ist der Clownkopf 13,5 Meter hoch und über 11 Meter breit. Dieser Kopf wiegt 35 Tonnen. Ein  Augapfel hat einen Durchmesser von 2,7 Meter. Übrigens der kleine Ballon in der Hand ist fast sechs Meter hoch.  Die rechte Hand hat bewegliche Finger und ist über elfeinhalb Meter hoch, wenn die Finger gestreckt sind. Die Fotos sind das eine, doch dann nah dran zu stehen und die Dimensionen und die Technik auch im Hintergrund zu erkennen, ist doch immer wieder imposant.
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Einmal nahe der Sonnenkönigin stehen. „Die passt ja gar nicht aufs Bild“, so eine vorbeieilende Frau.
Ein weiterer Herr, und einmal auf der Sonnenkönigin zu verweilen während eines Anlasses soll ein Erlebnis sein.

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Solange wir in Bregenz waren kam Sturmwarnung. Das Wetter änderte sich rasch. Am Ufer entlang blinkten auf einmal Lichter auf, was für die Boote auf dem See heißt – zurück in den Hafen. Auch dies ein schönes Schauspiel, wenn die Boote zielstrebig den Hafen ansteuern.

Weiter ging es nach Friedrichshafen. Auf der Fahrt stürmte es teilweise und das Wolkengerangle am Himmel ist auch ein Seherlebnis. Der Bodensee sieht nach einem stürmischen Regen dann eher grünlich aus. Faszinierend.  Da fällt einem der Satz wieder ein, wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.

Nach dem Abendessen wurde an der Promenade entschlang geschlendert, den Sonnenuntergang beobachtend am Jachthafen und später einkehren an einer Beachbar. Gibt es was Schöneres? Als es dunkel war konnte am gegenüberliegenden Schweizer Ufer im Wechsel den Feuerwerken zugeschaut werden. Kaum hatte eines aufgehört, startete einige Kilometer weiter das nächste Feuerwerk. Eine Show ging 30 Minuten lang.

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Nach einmal Übernachten in Friedrichshafen ging es nach Meersburg. Erster Programmpunkt war ein Gottesdienst in der Kirche Mariä Heimsuchung. Es war ein Festgottesdienst. 24 Kinder wurden als neue Ministranten in der Gemeinde willkommen geheißen. Interessant ist die Kirche auch, weil Maria, die Mutter von Jesus im Gottesraum viel Raum und Symbolik bekam.

Meersburg und seine Altstadt ist ebenfalls immer einen Rundgang wert. In der oberen Altstadt in den Gässchen laufen und einen Augenblick in die eher touristischen netten Einzelhändlerläden schauen. In der Unterstadt entlang der Uferpromenade gehen und wieder Blick über den glitzernden ruhigen Bodensee.

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Ein Besuch des Neuen Schlosses, im Schlossgarten mit seinem Blick auf die alte Burg, ist sehenswert. Wie sooft ist es empfehlenswert an einer Führung teilzunehmen.

 

Deckengemälde mit frechen Blicken

Blick vom Garten des Teehauses zur alten Burg hinüber

 

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Entlang der Promenade

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Blick von der Uferpromenade auf das Staatsweingut Meersburg und das rote Gebäude ist das Gymnasium von Meersburg

. …… Fortsetzung folgt

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Juli 16, 2019
von upperswabia
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Es schützelt wieder in Biberach – Teil 2

Im Historischen Festumzug am Schützenfest in Biberach ist im letzten Drittel des ca. 2 Stündigen Umzuges die Gruppe der Risseger Bauerhochzeit. In der Kutsche fährt das Hochzeitspaar.

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Und ganz zum Schluss kommt die Gruppe der Räuberbande des Schwarzen Veri

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Lagerleben
Im Anschluss des Festumzuges gibt es auf dem Gigelberg das Lagerleben. Die Pferde stehen in der Reihe und können bestaunt werden. Weiterhin können den Darbietungen der Gaugler Gruppe zugeschaut werden. Es gibt auch für die jeweilige Gruppe im Lagerleben, die mehrere Stunden auf dem Gelände verweilt ein deftiges Essen.

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Juli 16, 2019
von upperswabia
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Es schützelet wieder in Biberach – Teil 1

Biberach an der Riß feiert wieder sein legendäres Schützenfest. Das Kinder- und Heimatfest gehört ist das zweitgrößte Volksfest in Baden-Württemberg. Je nach dem, ob der Bieranstrich am Freitag Abend schon mitgezählt wird oder erst das Antrommeln am Samstag. 10 Tage ist die Stadt und das nahe Umland unterwegs in der Innenstadt oder auf dem Berg. Der Berg ist der Gigelberg, dort ist das Festzelt und die Fahrgeschäfte stationiert. Auf dem Weg von der Innenstadt auf den Gigelberg geht es vorbei an Biergärten und Orten mit Musik, Tanzflächen und Sitzflächen. In der Innenstadt gibt es ebenfalls Cafés und oder Gaststätten, in denen gefeiert wird.

Hotels, Ferienwohnungen, Gasthäuser sind in der Zeit meist ausgebucht. Denn auch die ehemaligen Biberacher kommen an diesen Festtagen zurück und sind am Feiern. Heimat – der Ort wo Jugend und Freude und Ausgelassenheit regieren.

Festumzüge gibt es am ersten Samstag, den sogenannten Jahrgängerumzug. Für Außenstehende wirkt es skurril. Alle Menschen, die in dem Jahr einen runden Geburtstag hatten oder haben werden können mitlaufen in dem Festzug. Es beginnt mit den 40er, danach die 50er, 60er, 65er und in fünfer Schritten bis zum 100sten Geburtstag. Auch 100jährige laufen noch mit oder werden im Rollstuhl gefahren.

A Scheane Schütza lautet der Gruß während des Schützenfestes in Biberach an der Riss

Der nächste große Festumzug ist der Bunte Umzug am Montag. Hier laufen die Schulklassen unter einem Thema mit. Bunt, weil die Schülerinnen und Schüler sich sehr kreativ ihre Kostüme gestalten.
Am Dienstag startet um 9 Uhr der Historische Festumzug, der am Sonntag „Bauraschütza“ wiederholt wird. Hintergrund: Früher hatten die Bauern im Umland an einem Werktag keine Zeit für das Schützafest. Deshalb wurde am Sonntag der Historische Festumzug für die Baura und weitangereisten Gäste wiederholt.

 


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. Beeindruckend sind die zahlreichen Musikkapellen, die Pferdegespanne mit den Wägen, die Kostüme der historischen Gruppen, die die Stadtgeschichte repräsentieren.

 

Der Feuerspucker in seinem Element

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Gehört zu den Prunkstückendes Umzuges. Die Karosse des Grafen von Stadion wurde originalgetreu wieder nachgebaut.

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fDie Rokoko Tanzgruppe in ihren schönen aufwendigen Kostümen

Dieser Wagen repräsentiert mit seinem Gefolge die Gurppe „Shapespeares Sturm“. 1761 brachte der Dichter Christoph Martin Wieland den Sturm nach seiner Übersetzung von Shakespeas Drama „The Tempest“ im Komödienhaus in Biberach auf die Bühne. Das Foto zeigt den Theaterwagen.

 

 

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Die Thurn- und Taxis’sche Postkutsche

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Juli 11, 2019
von upperswabia
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Zimmermannsgesellen auf Wanderschaft

In Biberach an der Riss ist ein überbetriebliches Ausbildungszentrum für das Zimmererhandwerk, das einen sehr guten Ruf in Deutschland hat. Viele der Gesellen kommen gerne an diesen Ort zurück, an der sie während ihrer Ausbildung an einem mehrwöchigen Kurs teilnahmen. So kommen immer wieder Gesellen zu Besuch, die auf Wanderschaft sind, auch genannt Walz. Die Walz, sozusagen die frühe und traditionsreiche Art des heutigen „Work and Travel“ Reisens. Wobei der Vergleich etwas hinkt. Es gibt einiges an Regeln einzuhalten auf dieser Reise.

Martin B. und Alex B. sind aus dem Schwarzwald und besuchten nach vier Jahren wieder ihre Schule. „Wir besuchen unsere Lehrer und gehen in die Berufsschulklassen, um dort von der Walz zu erzählen“, so Martin. Standesgemäß reisen sie in der Zimmermanns-Kluft. Dazu gehört ein Hut, ein weißes Hemd, eine Weste und die Jacke. Die Hose hat einen Schlag, das heißt ab Knie wird das Hosenbein wie eine umgedrehte Trompete weit und kann einen Durchmesser von 65 Zentimeter haben. Diese weite Hose überdeckt die schwarzen Schuhe. Sinnvoll, damit keine Hobelspäne in die Schuhe fallen. Jedes Detail an der Kluft hat eine Bedeutung und einen Zweck.

Auffallende Kleidung

Die jungen Männer fallen auf in ihrer Kleidung. Andererseit ist es ein Erkennungszeichen und die Menschen sind offen für diese traditionsreiche Art des Lernen, Arbeiten und Unterwegs sein. Meistens. „In den Großstädten kennt man diese Tradition der Wandergesellen nicht mehr. Da wird man auch mal bespuckt oder provoziert“, erzählt Martin. Einmal wollte ein junger Mann den Wanderstock haben und drohte mit Gewalt, wenn er diesen nicht bekommt. Martin ist seit 1,5 Jahren und Alex seit 9 Monaten unterwegs. Auf der linken Schulter tragen sie ihr ganzes Hab und Gut, welches in einen Charly gewickelt ist. Charly ist ein Tuch, dass mit dem Namen der Vereinigung und Motiven bedruckt ist, zu der sie gehören. Der gewundene Wanderstab wird Stenz genannt. Der Ast war von einer Schlingpflanze wie eine Spirale umwickelt, daher diese gewundene Form.

Charly heißt das Bündel mit den Habseligkeiten. Das gesamtes Hab und Gut wird in ein großes Tuch eingeknotet. Dazu bedarf es einer speziellen Technik. Wenn es optimal geschnürt wurde, ist es eine 30 cm dicke und 70 cm lange Wurst, die dann auf der linken Schulter getragen wird. Dieses Bündel selbst wird auch Charlottenburger genannt, daher die Abkürzung Charly.

 

 

Drei Jahre und ein Tag nicht mehr nach Hause

Martin und Alex trafen sich zufällig in Norddeutschland. Sie gehören der Vereinigung der Rolandschacht an. Ihre Ehrbarkeit, so wird das Erkennungszeichen genannt, ist eine schmale blaue Krawatte und auf dem Charly sind neben den Motiven auch die Zugehörigkeit „Rolandschacht“ notiert. „Eine Vereinigung ist ein gutes Netzwerk. „Es gibt zirka sieben verschiedene Vereinigungen mit unterschiedlichen Regeln“ erklärt Martin. Die Wanderschaft von den Rolandsbrüdern dauert 3 Jahre und ein Tag und sie dürfen nicht näher als 60 Kilometer an ihren Heimatort. „Das kommt noch von früher. Als Geselle durfte man seinem Meister keine Konkurrenz machen“, fügt er hinzu. 60 Kilometer ist ein strammer Tagesmarsch. Auch heute gilt diese Regel viel zu Fuß oder per Anhalter zu reisen Die Reisekosten werden niedrig wie möglich gehalten. Wenn es nicht anders geht wie nach Kanada wird auch mal ein Flug gebucht. „Vermutlich werden wir auch einen Flug nach Afrika im Winter buchen“, so Alex.
Eine weitere Regel ist ohne Smartphone zu reisen. Unvorstellbar in der heutigen Zeit.

Alex und Martin sind Mitglieder der Rolandschacht. Dies ist eine Gesellenvereinigung von Bauhandwerkern. Bekannt sind die wandernen Zimmermannsgesellen.

 

 

 


Anstatt Smartphone funktioniert der Buschfunk

„Das geht ganz gut“, weiß Martin. Die Informationen werden auf der Straße gesprochen. Die Buschtrommel unter uns Walzgängern ist sehr gut. Außerdem treffen wir ehemalige Rolandsbrüder, die uns Treffpunkte nennen. „Wir haben auch Regeln, wann wir uns melden sollen. So weiß die Vereinigung wo wir gerade sind. Es soll ja keiner verloren gehen“ erzählt er. Ein Fall ist ihm bekannt, da hatte sich der Wandergeselle nicht mehr gemeldet. Auch die Familie wusste nichts. Es wurde im Netzwerk gefragt und er wurde gefunden. Der junge Mann ist nach zwei Jahren Wanderschaft ausgestiegen.

Reisen und Arbeiten

„Unser Wunsch ist drei Monate zu arbeiten und drei Monate zu reisen“ so Martin. Die Mitarbeit bei Projekten oder in Zimmermannsbetrieben wird entlohnt. Wir müssen uns in dieser Wanderschaft selbst finanzieren, daher freuen wir uns, wenn wir kostenlos übernachten können, egal ob auf dem Boden oder auf dem Sofa“, erzählen die 21jährigen Männer. Arbeit zu finden ist momentan kein Problem. „Es ist trotzdem oft ungewiss, wo wir am Abend schlafen und unterkommen werden – doch es passiert immer was“, sind sich die Gesellen einig.

Die beiden Männer trafen sich auf der Walz waren zusammen auf einer spanischen Insel um eine Finca zu bauen. Als nächstes wollen die Zimmermannsgesellen an den Bodensee, dann weiter nach Österreich und wenn es klappt sind sie im Winter in Südafrika.

 

 

Juli 2, 2019
von upperswabia
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Leistungssport Voltigieren

35 Grad in der Sonne. Und die Sichtung für die Deutschen Meisterschaft der Voltigierer läuft in der Reithalle Biberach an der Riss.

Voltigierer, das sind die Akrobatinnen und Akrobaten auf dem galoppierenden Pferd. Ein Foto zu machen zeigt einen Schnappschuss, einen Hauch von „Festhalten“ dieser dynamischen Bewegungen hoch zu Pferd.

 

 

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Vol Bewegung des Pferdes und ihre eigene Bewegungen in Einklang bringen. Es sind koordinative und

 

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Voltigieren heißt gymnastische Übungen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsene bringen die Bewegung des Pferdes und ihre eigene Bewegungen in Einklang. Es sind koordinative und konditionelle Fähigkeiten wie Bewegungsgefühl, Gleichgewicht und Beweglichkeit gefordert. Die Longenführerin longiert das Pferd in einem großen Kreis. Die Voltis schwingen sich auf das galoppierende Pferd.
Einer der wenigen teilnehmenden männlichen Voltis schwang sich in einer Bewegung aufs Pferd und war im Handstand auf dem galoppierenden Pferd. Beeindruckend.

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Die jungen Frauen stehen aufeinander bei galoppierendem Pferd. Knäuel aus Menschenkörper, die sich ästhetisch und mit höchster Körperspannung in Figuren drehen, wenden, präsentieren. Es gibt Gruppen mit bis zu acht Voltigierern, die abwechselnd ihr Können zeigen. Die einzelnen Übungen werden zu einer Choreografie mit Musik zusammengestellt. Es gibt eine Pflichtteil und eine frei zusammengestellte Choreografie.

Ein Erlebnis. Ein Leistungssport, der ebenfalls in unterschiedlichen Leistungsklassen eingeteilt wird und von Regional über Land zu den Deutschen Meisterschaften schafft. Weiter geht es zu den  Europameisterschaften sowie den Weltmeisterschaften.