Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

Januar 7, 2018
von upperswabia
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Ein gutes neues Jahr ….

 

 

 

 

Sind Sie auch erkältet gewesen oder mit den Restspuren des Infekts noch beschäftigt?
„Es wird alles gut“, so das vorwärtsblickende, zukunftsgerichtete, negativverneinendes Anfangsgefühl für das neue Jahr. Es wird alles gut. Und gerade als der Schnupfen, die Erkältung den Geist vernebelte, meint man weiter zu arbeiten, zu werkeln zu wollen. Tja und dann passiert es. Es entstehen Fehler. Wer hätte es gedacht. Trotzdem. Gemerkt, gelernt, langsam gearbeitet oder radikal, die Arbeit liegen lassen. Welcher Typ sind Sie?

Der Biberacher Dichter und erfolgreicher Herausgeber des „Teutschen Merku“ (von 1773 bis 1789), Christoph Martin Wieland hatte Fehler positiv gesehen. Möge es auf Sie und mich zutreffen. Wir lernen durch Irren und Fehler. Hoffentlich.

Wir lernen durch Irren und Fehler
und werden Meister durch Übung,
ohne zu merken, wie es zugegangen ist.

von Christoph Martin Wieland

Gute Besserung, falls Sie sich mit einer Krankheit ausgebremst fühlen und ein gutes neues Jahr.

Dezember 31, 2017
von upperswabia
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Bad Saulgau Kunst und Therme

Bad Saulgau ist ein kleines Städtchen in Oberschwaben. In der Fußgängerzone sind kleinere Läden, die unerwartet nette Möglichkeiten anbieten um Schönes einzukaufen. Am Marktplatz lässt sich bei einem leckeren Kaffee oder gar einer kleinen Mahlzeit in dem verglasten Fachwerkhaus pausieren.

Lohnenswert ist zudem ein Besuch in der Städtischen Galerie „Fähre“ im alten Kloster in Bad Saulgau.
In diesem Kulturhaus werden Konzert aufgeführt und in den Räumlichkeiten wird in wechselndenenAusstellungen Kunst gezeigt. Dezember 2017 bis Ende Januar 2018 präsentierten die Mitglieder des örtlichen Kunstvereins ihre Werke. Der Charme dieser Mitgliederausstellungen ist die Verschiedenartigkeit der Werke. Und garantiert entdeckt jeder Werke, die er am liebsten mit nach Hause nehmen möchte. Die Kunstwerke sind im Regelfall käuflich. Und wenn es zu Hause keinen Platz mehr gibt, dann erheitert oder freut es das Auge in der Ausstellung.

Installation Illustre Salongesellschaft von Ingrid Butschek – Mitgliederausstellung Kunstverein Bad Saulgau

Installation I. Butschek – Figur Detail aus Salongesellschaft

So zum Beispiel bei der Installation von Ingrid Butschek. Ihre Installation mit rotem Sofa in einem Raum zeigt witzige Fantasiefiguren. Am liebsten würde man sich auf den Boden setzen und dieser  fröhlichen Gesellschaft zuschauen und sich vorstellen wie sie sich unterhalten. Jede Figur hat einen Gesichtsausdruck, der wie gefroren wirkt und der man am liebsten Leben einhauchen möchte um dessen Aktion zu sehen. Skurril und witzig. Der Titel dieser Installation lautet: Illustre Salongesellschaft lauscht aufmerksam einem Vortrag über „Die Macht der Flügelkraft in hundskalter Nacht“ mit praktischer Demonstration. Sehenswert.
Die Schweinedame steht auf dem großen Bild auf dem Fenstersims und zeigt wie detailiert doch jede einzelne Figur ist.

Es gibt weitere heitere, ernste, feine, burschikose, grazile, malerische, fotografische Werke. Fast 30 Künstlerinnen und Künstler zeigen mehrere ihrer Arbeiten. 128 Exponate sind ausgestellt.

Die eleganten Skulpturen von Kerstin Stöckler wirken graziös und in ihrer Zierlichkeit doch kraftvoll. Auch die aufwendigen karrikaturhaften Puppen von Natalia Sauer finden Liebhaber.
Kurzum – eine sehenswerte Ausstellung, die Kunstliebhaber erfreut.

Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr
Ort: Städtische Galerie Fähre, Altes Kloster, 88348 Bad Saulgau

Kombinierbar ist ein Besuch in Bad Saulgau auch mit einem Besuch der Sonnenhof Therme. Die Therme hat mehrere unterschiedlich heiße Becken. Ein Schwimmerbecken im Außenbereich mit 32 °C Grad. Das große Außenbecken mit Massagedüsen, Nackenduschen und verschiedenen Düsen hat 36 °C  Grad. Der Strömungskanal, der sich an das Außenbecken anschließt hat dieselbe Temperatur. Unterstützt wird das gleitende Schwimmgefühl mit wechselnder LED Beleuchtung und verschiedenen Düsen, die unterschiedliche Körperzonen anpulsieren. Im Innenbereich gibt es neben dem gefühlt kühlen Ruheraum noch drei Innenbecken. Der große Innenbecken hat 35 °C Grad, das kleinere Quellbecken hat 40 °C Grad und der Kaskadenbecken 37 °C Grad. Und wenn wir im Sommer in einem oberschwäbischen Badesee schwimmen gibt es, sofern es gut sommerlich warm, gerade mal 26 °C Grad. Die Kinder fanden übrigens das Quellbecken gar nicht so gemütlich. Es war ihnen meist zu heiß.

Im römisch-irischen Dampfbad und oder im Sole-Dampfbad lässt es sich gut schwitzen. Daneben das Kneippbecken, dass nach den heißen Becken ein kribbelndes Gefühl erzeugt, wenn der Mensch fachmännisch im kalten Wasser schreitet. Ein Junge vor mir legte sich komplett in das gefühlt eisige Kneippbecken. Nachfolgender Link zeigt eine Außenansicht der Sonnenhof-Therme. Vorne im Bild ist der Strömungskanal. Im hinteren linken Bereich ist das Schwimmerbecken. Immer wieder ein Erlebnis, dass sich 32 °C Grad kalt anfühlen können. Schön ist auch in den warmen Becken zu liegen und der Schnee fällt aufs Gesicht. Oder sich in dem warmen Wasser zu bewegen und dem Aufsteigen des Nebels zuzusehen. Entspannenend, entschleunigend, erholsam.

Selbstverständlich können Sie sich noch weitere Wellness- und Entspannungsleistungen individuell anfragen und dazunehmen. In den Ferien wird die Therme von allen Generationen besucht.
Mehr Infos unter Sonnenhof-Therme Bad Saulgau

Ort: Sonnenhof-Therme Bad Saulgau GmbH, Am Schönen Moos 1, 88348 Bad Saulgau

Dezember 10, 2017
von upperswabia
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Besinnliches zu den vorweihnachtlichen Adventsmärkten

Gefilztes Dorfweihnacht im Museumsdorf Kürnbach

Schneetreiben. Winterzeit. Advents- und Weihnachtsmärkte. Vorweihnachtliche Treffen mit Arbeitskollegen, Freunden, Vereinsmitgliedern und einfach so auf dem Adventsmarkt. Dieses Jahr scheinen weniger Menschen unterwegs zu sein. Die kunsthandwerklichen Verkaufsstände sind leichter zu sehen, die Wartezeiten an den Ess- und Trink-Angebotshütten sind kürzer. Geht die Regelmäßigkeit verloren die vielen vorweihnachtlichen Märkte zu besuchen? Keine Neugier, ob sich was verändert hat im Angebot wie all die letzten Jahre?

Die Betonschutzteile an den Eingängen der ganz großen Weihnachtsmärkte erinnern an den Anschlag letztes Jahr in Berlin. So mancher Homosapiens geht zum eigenen Schutz vor Gefahren wohl einfach nicht mehr aus dem Haus. Auch hörte man die letzten Tage eher ein vorwurfsvolles „bist Du noch nicht eingedeckt mit Filz, Gestricktem und Krimskrams sowie Selbstgebasteltem?“ Kunsthandwerkliches wird nicht nur ignoriert sondern offen negativ bewertet. Und auch das Glühweinbesäufnis wird kritisch benannt.

War es früher tabu Negatives über einen Event zu sagen scheint es nun eher hipp zu sein. Allerdings gab es immer schon Negatives und Positives und es hielt sich im Grunde die Balance, so die Regel, so die Hoffnung.

Oberschwäbische Dorfweihnacht im Museumsdorf Kürnbach

Die Oberschwäbische Dorfweihnacht ist jedes Jahr am ersten Adventswochenende im Museumsdorf Kürndorf bei Bad Schussenried. Es ist ein Freilichtmuseum, das an diesem Wochenende Kunsthandwerkliches anbietet, oberschwäbisch Kulinarisches aus der Backstube, sowie auch Theater und Musik wird angeboten. Die alten Bauernhäuser sind festlich geschmückt und warm. Und gerade diese Stuben wirken heimelig und die Besucher kommen ins Gespräch, egal ob sie sich vorher gekannt haben oder nicht. Gemütlich.

Teddybär im Museum – Spielzeug aus dem 20. Jahrhundert

Ob es nun doch eine Mütze mit folkloristischem Muster oder schlichte einfarbig – diese Wahl hat die/der Käufer. Eine winterliche Kombination aus Schal, Mütze und Handschuhe aus wärmender Alpakawolle gibt es alternativ dazu. Leckeres Apfelgelee aus seltenen Apfelsorten von Ruth Lang. Albert Gerner aus Erlenmoos präsentiert seine selbstgeschnitzten Figuren in der umgebenenden Holzhütte. Fotografieren seiner Werke ist erlaubt mit seinem Kommentar „Wer diese so nachschnitzen möchte, der soll es tun. Und wer sie kaufen möchte,  das freut mich“, so Gerner. Ein schöner handgeflochtener Korb, ein handgefertigter Ring, einer Gruppe von Frauen beim Klöppeln zu schauen – in jedem Haus etwas anderes Sehenswertes. Auch gibt wird in einem Haus beraten und fachgesimpelt wie und mit welchem Model die schwäbischen Springerle gelingen.
Auch individuelle Puppenkleider zu günstigen Preisen lassen sich finden. Wohlduftende selbstgemachte Seifen fanden ebenfalls ihre Liebhaber. Vermutlich kommt doch kein Gast nach Hause ohne etwas zu kaufen, was tatsächlich noch gefehlt hat.
Und für alle anderen sind die beleuchteten Museumsräume, der seltene Teddybär, das Kinderporzellan aus dem Jahre 1910 oder die alte Eisenbahn Grund genug um über Uromas Schätze zu erzählen.

Ach was soll es. Es gibt die Nörgler und Besserwisser. Jeder darf für sich entscheiden, wieviel Nostalgie, wieviel Modernität, wieviel Wärme und wieviel Distanz er braucht. Es ist nur zu hoffen, dass jeder sich hin und wieder überraschen und verzaubern lässt von etwas, mit dem er nicht gerechnet hat. Und Geschmäcker sind glücklicher Weise verschieden.

In diesem Sinne fröhliche Adventszeit.

Ort: Museumsdorf Kürnbach, Griesweg 30, 88427 Bad Schussenried-Kürnbach

 

November 26, 2017
von upperswabia
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#BarcampGlueck in Stuttgart

Mag sein, dass in der vorweihnachtlicher Zeit die Wahrnehmung für das Glück höher ist. Glück ist eigentlich etwas subjektiv Wahrgenommenes. Den Impuls mich für das Barcamp unter dem Motto Glück anzumelden war im Oktober. „Ende November hab ich Zeit“, dachte ich. Kurze Zeit später merkte ich, eigentlich nicht.

Priorität hätte das Naheliegende sein können, eines der Ehrenämter. Kurz noch darüber nachgedacht, was ist Pflicht, was ist Kür und was ist Egoismus. Die Entscheidung fiel auf das Vertrauen, dass auf einem Barcamp Unerwartetes passieren wird und es bisher immer den Erfahrungsschatz unerwartet bereichert hat. Und nach dem Blick auf die Teilnehmerliste war es verlockend Bekannte und Kontakte von Facebook, Twitter, Instagram wieder einmal live zu treffen.

Kurz was ist ein Barcamp? Ein Barcamp ist eine Art Konferenz zu dem sich die Teilnehmer anmelden, doch der Tagesablauf an Workshops, Vorträgen, Diskussionen im Vorfeld ist nicht bekannt. Im Fall vom #BarcampGlück  stand das Thema Glück auf der Agenda. Zuerst stellten sich die Teilnehmer mit Vorname und drei #Hashtags (Leitworte, die einen kennzeichnen) vor. Anschließend kommen Vorschläge aus der Teilnehmergruppe für eine Session. Eine Session kann ein Vortrag, Diskussion oder ein Workshop sein. 45 Minuten dauert jede Session. Es werden die Räume den jeweiligen Sessions zugeordnet. Zwischen Stuhlkreis und Tagungsraum ist alles möglich. Wichtig ist bei Sessions, es darf keine Werbeveranstaltung für etwas sein, sondern die Session dient dazu Impulse, Austausch oder zur Wissensweitergabe.

Beim Barcamp Glück wurden Sessions angeboten wie „Loslassen – die Höhenangst zu überwinden“, oder was ist „Guter Sex“ oder „A wie Auszeit“ oder „Dialekte“ oder „Reisen macht glücklich oder macht Reisen glücklich?“. Ich bot „Oberschwaben – der Jahresablauf – seine glückliche Menschen“ an. Viele Gründe Glück zu erkennen. Das Barcamp Glück war begrenzt auf 60 Teilnehmer. Früher waren die Barcamps kostenlos. Mittlerweile wird ein Teilnehmerbetrag verlangt, denn die Organisatoren haben Auslagen. Frühstück und Mittagessen waren beim #barcampglueck kostenlos. Und die Unsitte sich anzumelden und nicht zu kommen wird größer, was an der Anzahl der nicht genutzten Namensschilder erkennbar war. Von ca. 10 Personen gab es kein Feedback.

#BarcampGlueck Sessionplan

 

Defakto entsteht nach der Sessionsplanung die Qual der Wahl. 18 Sessions stehen auf dem Plan und es gibt auch spontane Wissenstransfer-Gespräche. Meist gibt es mehrere Themen, die einen interessieren und die dann parallel stattfinden. Ich entschied mich für Themen und Menschen, die ich bisher nicht persönlich gekannt habe.

Danke daher an @k_humboldt, @Stollen69, @karma_job,@beate_buck, @DaGr77, und auch für das Gespräch mit @Ziege Almuth und @heleneproelss

Sehr gefreut hat mich auch das Wiedersehen mit @riedelwerk und @DerExperte, die die Moderation des Barcamps übernahmen. Weiterhin @hoomygumb, @kuechenflug, @lakritzplanet, @Der Ideealist, @ADtiDude, @travellerblog, @DerSee, @DerHerrMeier, @reisebloegle, @ReneZintl …

Nach den Sessions gab es noch einen kleinen Rundgang im Gebäude der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Im Museum steht noch die ehemalige Lotteriemaschine aus den 60er. Die wurde für uns angeschubst. Ohne Gewinnmöglichkeit, doch wir waren auch so vergnügt. 😉

Beeindruckend in seiner Schlichtheit war der Raum für die Millionäre. 12 bis 20 Personen werden jedes Jahr in diesem Raum empfangen. Menschen, die eine größere Summe über Lotto Totto gewonnen haben und hier im Gespräch über das weitere Vorgehen zu dem Geldsegen informiert werden. „Die Gewinner sind froh, darüber sprechen zu können. Sie realisieren oft erst in dem Raum, dass es Wirklichkeit ist“, weiß der Pressesprecher.

 

 

 

Der höchste Einzelgewinn wurde am 14. Oktober 2016 von einem Schwarzwälder gewonnen. Eine Summe von 90 Millionen Euro.

Wow. Da musste ich mich zuerst Mal setzen in einen gelben Sessel, auch wenn es nicht meine Millionen sind.

Und wenn wir Glück haben, gibt es nächstes Jahr wieder ein#barcampglück oder #barcampglueck bei der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg in Stuttgart. Wäre fein.
Und traumhaft wäre es, wenn ich in den kommenden Monaten in das Gewinner-Zimmer komme, um zu erleben, wie es sich anfühlt einen Geldsegen zu bekommen. Ach ja …vorher sollte ich noch ein Glückslos kaufen. 😉

 

 

 

 

November 11, 2017
von upperswabia
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„Der Mensch ist gut“ von Erich Kästner

Es war eine bewegende Woche. Auch im kleinen und großen Kosmos irgendwo in Oberschwaben. Daher etwas Nachdenkliches, Besinnliches. Im Nachhang der Biberacher Filmfestspiele fällt mir wieder der eine oder andere Kurzfilm ein – auch vom vergangenen Jahr. Da lief der Kurzfilm, der international auf Festivals in Cannes, Grenoble, Barcelona, Biberach nominiert war und den unaufgeregten Titel trägt: „Wert der Arbeit“. Nachfolgend der Link zum Trailer des Kurzfilms auf Vimeo. Sozusagen der Kurzfilm vom Kurzfilm. 😉 Ein sehr guter Film.

Für ein anderes Projekt schaute ich einen Kinderfilm an und stolperte über den Autor Erich Kästner. Dabei entdeckte ich zufällig dieses Gedicht, dass ich nicht kannte und irgendwie hatte ich auch vergessen, dass er nicht nur Kinderliteratur schrieb.
Ziemlich alt ist der Text, aus dem Jahre 1928. Und wer der sonoren Stimme zuhören möchte, folge weiter den Zeilen und kann zuhören.
Irgendwie bittersüß – oder?

Von Erich Kästner

Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen!
In Lesebüchern schmeckt das wie Kompott.
Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen.
Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott.

Einschränkungshalber spricht man zwar von Kriegen.
Wohl weil der letzte Krieg erst neulich war …
Doch: Ließ man denn die Krüppel draußen liegen?
Die Witwen kriegten sogar Honorar!

Der Mensch ist gut! Wenn er noch besser wäre,
wär er zu gut für die bescheidne Welt.
Auch die Moral hat ihr Gesetz der Schwere:
Der schlechte Kerl kommt hoch – der Gute fällt.

Das ist so, wie es ist, geschickt gemacht.
Gott will es so. Not lehrt bekanntlich beten.
Er hat sich das nicht übel ausgedacht
und läßt uns um des Himmels willen treten.

Der Mensch ist gut. Und darum geht´s ihm schlecht.
Denn wenn´s ihm besser ginge, wär er böse.
Drum betet: Herr Direktor, quäl uns recht!
Gott will es so. Und sein System hat Größe.

Der Mensch ist gut. Drum haut ihm in die Fresse!
Drum seid so gut: und seid so schlecht, wie´s geht!
Drückt Löhne! Zelebriert die Leipziger Messe!
Der Himmel hat für sowas immer Interesse. –
Der Mensch bleibt gut, weil ihr den Kram versteht.

 

 

November 5, 2017
von upperswabia
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Biberacher Filmfestpiele Preisträger 2017

Die Preisträger der 39. Biberacher Filmfestspiele stehen fest. Bei 64 Filmen ist es unmöglich alle Filme gesehen zu haben. Daher bleibt es bis zum Schluss spannend, welcher Film ein Preis erhält. Dieses Jahr wurde die Eröffnungsfeier auf den Dienstag, 31. Oktober, den Reformationstag und außerordentlichen Feiertag, gelegt. Die Cineasten hatten also einen zusätzlichen Tag um Filme zu sehen. Fünf verschiedene Filme kann ein begeisterter Film am Tag anschauen. In vier Kinosäalen, die alle in einem Hause sind, laufen die Filme gleichzeitig. Es braucht daher Organisation, welcher Film zu welcher Zeit angeschaut werden kann. Doch dieses Jahr wurde der bisherige Besucherrekord erhöht auf 15.000 Besucher.

Übrigens Bedingung für die Nominierung im Publikumsfestival ist, dass der Film offizell noch nicht im Fernsehen oder im Kino gezeigt wurde. Der Film darf allerdings auf anderen Festivals schon gelaufen sien. Übrigens ein Publikumsfestival bedeutet, dass jeder die Möglichkeit hat am Festival teilzunehmen. Es gibt auch Festivals, da erhalten nur Filmschaffende, Filmkritiker oder Menschen, die berufsbedingt in der Filmbranche tätig sind, einen Zutritt. Ebenfalls ein besonderes Erlebnis ist in Biberach, die Filmschaffenden nach dem Film im Kinosaal befragen zu können. Das ist ein Zusatznutzen, ein Erlebnis, dass so manchen Film in einem anderen Blickwinkel zeigt.
Neu wurde dieses Jahr die Kategorie der Mittellangen Filme aufgenommen. Hier handelt es sich um Filme die zwischen 35 und unter 60 Minuten lange sind.

Folgende Preise wurden vergeben:

GOLDENER BIBER

Der Goldene Biber geht an den besten Spielfilm und ist dotiert mit 8.000 Euro. Eine fünfköpfige Jury (Jürgen Bretzinger, Bastian Cleve, Didi Danquart, Hans Geißendörfer und Jakob Pochlatko) einigten sich auf den Film FREMDE TOCHTER von Regisseur Stephan Lacant.

Filminhalt:
Die 17-jährige Lena verliebt sich in Farid, einen Moslem. Als sie ungewollt schwanger wird, freundet sie sich mit der Idee an zum muslimischen Glauben überzutreten. Die Mutter von Hannah versucht sie davon abzuhalten. Die Eltern von Farid nehmen Lena und ihren Glaubenswechsel nicht ernst.

Begründung der Juroren (Auszug):
Der Filmhat die Juoren mitten ins Herz getroffen. Kein Wohlfühlkino. Ein Film mit politischer Relevanz. Realistisch bis zur Schmerzgrenze. Zum Mitfühlen, Mitleiden, fast zum Verzweifeln. Eine vielschichtige Auseinandersetzung zwischen westlich-christlicher Lebenshaltung und dem Islam.


DEBÜT-BIBER  &  SCHÜLER-BIBER

Der Debüt-Spielfilm-Gewinner, dotiert mit 3.000 Euro wurde von den Juroren Robert Buchschwenter, Dr. Wladimir Ignatovski und Mareille Klein gewählt und heißt:  BACK FOR GOOD (Regie: Mira Spengler).
Dieser Film wurde unabhängig davon auch von der Schülerjury (Regina Grimm, Lena Kächerle, Marlene Liz Olenberg, Daniel Merkel, Maximilian Quast) zum Gewinnerfilm gekürt. Der Schülerbiber ist dotiert mit 3.000 Euro.

Der Film handelt von drei Frauen. Monika, die Mutter, Angie, die ältere Schwester und Reality TV Sternchen und Kiki das Nesthäckchen sind eine Familie. Angie kommt nach einem Drogenentzug ins verhasste Heimatdorf zurück, die pupertierende Schwester Kiki hat Epilepsieanfälle und bekommt von ihrer Mutter einen Schutzhelm verpaßt. Kiki wird gemobbt. Die Schwestern beginnen sich gemeinsam aus ihrer Isolation herauszustrampeln. Was anfänglich nach einer Katastrophe aussah, entwickelt sich zu einer Chance für die Frauen.

Begründung der Juoren Debüt-Biber (Auszug)
Eine Figur tritt aus dem Scheinwerferlicht in den ungeschminkten Alltag und lernt Verantwortung für sich und ihre Nächsten zu übernehmen. Besonders das feine und lebendige Spiel der Hauptdarstellerin macht diese Entwicklung packend. Der Film überzeugt durch ein gutes Drehbuch, eine unaufdringliche, präzise Inszenierung und hervorragende Leistung von Kim Riedle.

Begründung der Juoren Schüler-Biber (Auszug)
Der Film profilierte sich durch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen sowie seiner abwechslungsreichen Story. Die Protagonisten erschienen uns sehr überzeugend und sie durchliefen im Verlauf der Geschichte eine komplexe und authentische Charakterentwicklung.


FERNSEH-BIBER

Bester Fernsehfilm, Fernsehbiber wurde der Eröffnungsfilm DIE NOTLÜGE. Regie führte Marie Kreutzer.
Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. In der Jury waren Jochen Nickel, Daniel Reich, Marco Wiersch.

Filminhalt: Hubert hat eine neue Freundin. Seine Exfrau mit seinen zwei Töchtern hat einen neuen Freund, von dem sie ein Kind erwartet. Das Patchwork-Leben funktioniert mittlerweile recht gut. Als Huberts Mutter Geburtstag hat, sind alle eingeladen. Doch die herzkranke Damen soll geschont werden und spielt ihr das alte Familienleben vor. Am Ende sind alle erschöpft von den Lügen und es kommt die Wahrheit heraus.

Begründung der Juoren (Auszug)
Aus einer kleinen Ausgangssituation gelingt es dieser Komödie etwas Unmöglihces. Mit lebensnahen, emotional glaubwürdigen Alltagsfiguren einen  Gag auf den nächsten folgen zu lassen. Schauspieler, die einen ebenso großen Sinn für komödiantisches Timing wie für emotionale Wahrheiten beweisen.

Weitere Infos zum Film


DOKU-BIBER

Den Doku-Biber erhielt die Dokumentation ALGO MÍO – Argentiniens geraubte Kinder von den Regisseurinnen Jenny Hellmann und Regina Menning. In der Jury waren Klaus Becker, Michael Chauvistre, Silvia Häselbarth). Das Filmteam von Beer Brothers hat einen Preis in Höhe von 3.000 Euro gewonnen.

Handlung: Hilario und Catalina gehören zu den jüngsten und wehrlosesten Opfern der argentinischen Militärdiktatur. Beide wurden als Babys geraubt und regimetreuen Familien gegeben. Die eigenen Eltern der Babys waren Gegner der Diktatur. Davon erfahren die beiden erst als Erwachsene. Während Catalina im Gericht gegen ihre Zieheltern aussagt, verteidigt Hilario die Eltern seines Herzens.

Begründung der Juoren (Auszug)
Die Filmemacherinnen nehmen uns mit auf eine Entdeckungsreise in die innere Zerrissenheit der Protagonisten. Sie sehen genau hin, zeigen unerwartete Wendungen und lassen uns Konflikte und menschliche Abgründe hautnah erleben. Den Filmemacherinnen gelingt es, die moralische Bewertung allein dme Zuschauer zu überlassen. Ein Blick auf die Wirklichkeit, der ohne politische Rücksichtnahme auskommt.

Link zum Crowdfunding Video mit Jenny Hellmann und Regina Menning (Hintergründe zu diesem Projekt)

Link zum Trailer von Algo mío – Argentiniens geraubte Kinder 

 

KURZFILM-BIBER

Der Kurzfilmbiber ging an WATU WOTE

Auf den Biberacher Filmfestspielen gibt es drei Kurzfilmblöcke in denen jeweils fünf bis sechs Kurzfilme gezeigt werden. Gewinner ist 2017 der Film „WATU WOTE“ von Katja Benrath. Die Juroren waren Wilfried Hippen und Douglas Wolfsperger. Der Preis wurde dotiert mit 2.000 Euro. Übrigens wurde dieser Film schon für den Studentenoskar in Los Angeles nominiert.

Handlung: Seit Jahrzehnten wird Kenia von Terroranschlägen der islamischen AlShabaab erschüttert. Zwischen den Christen und Muslimen wachsen Angst und Misstrauen. Bis im Dezember 2015 den Passagieren eine Reisebusses en beispielloses Zeugnis der Menschlichkeit gelingt.

Begründung der Juoren (Auszug)
Die Filmemacher wollten unbedingt einen postkolonialistischen Blick auf das afrikanische Land vermeiden. Das Drama ereignete sich vor zwei Jahren. Die Filmemacher recherchierten ausführlich vor Ort. Der Film ist wahrhaftig und sehr bewegend. Im Film werden menschliche Tugenden wie Courage, Solidarität und Mitgefühl gefeiert, die die Grenzen von Religion, Ideologie und Ressentiment überwinden können.

Nachfolgend der Trailer zu dem 22minütige Kurzfilm.

 

Ü-60-BIBER

Zusätzlich gab es dieses Jahr einen Preis für die Mittellangen Filme. Diese Filmkategorie nahm Intendant Adrian Kutter erstmalig auf in das Festivalprogramm. Dafür gibt es in Deutschland bisher noch keine Auszeichnung. Diese nominierten Filme waren zwischen 35 und 46 Minuten lang.

Der Ü-60-Biber ist dotiert mit 2.000 Euro. In der Jury waren wie im Kurzfilm Wilfried Hippen und Douglas Wolfsperger.

Gewinnerfilm ist NADRYW (Regisseurin Katja Ginnow)

Handlung: Als der 10-jährige Juri von seiner Lehrerin erfährt, dass er mit dem Ende der DDR auch keine Pioniere mehr gibt, beschließt er den westdeutschen Theaterregisseur Armin zu entführen, um damit von Helmut Kohl die DDR zurück zu erpressen. So möchte er doch noch sein rotes Pioniertuch bekommen.

Begründung der Juoren (Auszug)
Der Film ist eine märchenhaft satirische Zeitreise in das Deutschland der frühen 90er Jahre und es gelang den Filmemachern deshalb so gut, diese vergangene Welt heraufzubeschwören. Den Film durchzieht ein anarchistischer Humor und er ist so prall gefüllt mit kreativen Ideen, dass diese auch noch in Vor- und Abspann überschwappen.

PUBLIKUMS-BIBER

Neben der Schülerjury gibt es die Publikumsjury. Sie vergibt den Publikumsbiber, der mit 2.000 Euro dotiert ist.
Der Publikumsbiber wurde an den Film „SCHNEEBLIND“ von Regisseur Arto Sebastian vergeben.

Handlung:
Schneeblind spielt im Winter des Jahres 1946 im Schwarzwald. Der 16-jährige Peter ist blind und ist mit seinem Vater Heiner, einem ehemaligen SS-Offizier auf der Flucht. Der schwer verwundeten Karl soll sie über die schweizerische Grenze bringen, doch Karl stirbt vorher. Heiner bringt den toten Karl zu dessen Familie auf einen abgelegenen Hof im Schwarzwald. Sie hoffen dort, dass das Versprechen von Karl doch noch eingelöst wird. Doch es passieren schicksalhafte Ereignisse.

Begründung der Juoren (Auszug)
Der Film beeindruckt als düsteres und bildgewaltiges Kammerspiel. Hervorragende Schauspieler bestechen auch in stillen Momenten mit starker Präsenz. Gepaart mit einer mutigen Kameraführung und stimmungsvoller Musik zeigt uns der Film durch die historische Brille, dass in Extremsituationen mancher Mensch bereit ist über Leichen zu gehen.

 

November 5, 2017
von upperswabia
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Geschlängelt – Schlangenmotive in der Jetztzeitkunst

In der Galerie Pro Arte in Biberach, die Kunststiftung der Kreissparkasse Biberach, werden jährlich fünf bis sechs Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst für die Öffentlichkeit ausgerichtet. Die Kunstwerke werden von den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern meist in einer fast zweimonatigen Einzelschau gezeigt. Im Herbst gibt es eine Gruppenausstellung, die einem Thema gewidmet ist. Im Jahr 2017 ist es das Motiv der Schlange in der Kunst.

Die Schlange hatte schon immer eine faszinierende Wirkung auf den Menschen. Im Paradies war sie die Verführerin. In der Medizin ist die Schlange, die sich um den Äskulapstab windet das Symbol für ärztliche und pharmazeutisches Wissen. Die Schlange wurde in der griechischen Mythologie als Fruchtbarkeitssymbol dargestellt.

In der Ausstellung am Ulmer Tor in Biberach wird von 13 Kunstschaffenden ihre Inspiration zum Thema Schlange gezeigt. Ein Werk der französisch-schweizerischen Malerin, Niki de Saint Phalle, die 2002 verstarb, ist in der Ausstellung ebenfalls zu sehen. Unter den weiteren zwölf Künstlerinnen und Künstler sind renommierte Kreative, die teilweise oberschwäbische Wurzeln haben. Es sind Arbeiten von Horst Antes, Till Augustin, Elvira Bach, Jörg Bach, Martha Bilger, Wolfgang Flad, Hans Lankes, Sigrid Münch-Metzner, Hermann Schenkel, Markus F. Strieder, Tina Tahir und Rudolf Wachter zu sehen. Die Gruppenausstellung zeigt unterschiedlichen Assoziationen zum Thema Schlange.

Blick in die Ausstellung „Geschlängelt“ – mit Werken von Jörg Bach und Markus F. Strieder

Jörg Bach ist ein Bildhauer. Seine Schlangenformen sind aus Stahl und sind verwickelt, gerollt, gewunden oder langgestreckt. Er legt seinen Duktus auf die faszinierende Form, die ein Schlangenkörper einnehmen kann. Ebenfalls zu sehen sind seine zweidimensionalen Frottagen. Diese zeichnerische Methode bildet die Oberflächenstruktur eines Objektes auf einem Zeichengrund ab. Zweidimensionalität versus Skulptur.

Hermann Schenkel ist ein Zeichner. Er malt auch. Seine Konturen, seine Linien, seine Art wie er den Strich zieht sind Hermann-Schenkel-Like und unverkennbar. Sein Motiv ist der Mensch in seiner Belanglosigkeit, seiner Erotik, seiner Eitelkeit. Die Blicke der gezeichneten Gesichter sind meist kokettierend, frech aber auch einsam, entrückt oder introvertiert. In seinen Arbeiten steht sehr oft der Mensch im Mittelpunkt. Die Schlange scheint eher das Beiwerk zu sein, eine Körperlichkeit die um die Gunst des Menschen wirbt.

Blick in die Ausstellung „Geschlängelt“ mit Werken von Hermann Schenkel

Auch eine Holzskulptur von Rudolf Wachter (gestorben im Jahr 2011) ist in der Ausstellung. Es wurde aus einem Holzstammteil eine nicht enden wollende Windung herausgearbeitet. Ohne den Ausstellungstitel wäre es möglicherweise als Schlangenkörper nicht assoziiert worden. Nachdenkenswert ist, ob ein schlangenförmiger Körper immer einen Anfang und ein Ende hat.

Martha Bilger zeigt in ihren Fotografien einen anderen Blick auf Fäden, die sich gewunden im Bild andeuten. Eng, zart, schwirrend, unscharf. Die schlangenförmigen Konturen verlocken das Auge zu einem Ratespiel.

Der Elefant, der auf die Schlange tritt. Der Scherenschnitt von Hans Lankes zeigt den Elefanten eher leicht und schwebend, während die Schlange platt getreten sich unter Qualen windet.

Markus F. Strieder hat als Stahlbildhauer die symbolische Schlange vom Boden aufsteigen lassen. Keck steht sie im Raum. Trotz Stahl wirkt sie leicht, das Kopfteil wirkt angriffslustig. Jederzeit nach vorne züngelnd schnellend. Dabei ist es eine schwere unverrückbare Stahlskulptur, die allerdings leicht und sehr dynamisch wirkt.

Die Ausstellung ist noch bis 24. November 2017, von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr zu sehen. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog zu erwerben.
Link zur Hompage pro Arte
Ort: Stiftung KSK BC – pro Arte, Bismarckring 66, 88400 Biberach

Blick in die Ausstellung „Geschlängelt“

Oktober 29, 2017
von upperswabia
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Besuch der Synagoge Ulm

Synagoge Ulm

Führung und Besuch der Synagoge in Ulm ist im Regelfall nur mit Anmeldung als Gruppe möglich. Rabbiner Shneur Trebnik begrüßte unsere Gruppe. Dabei haben wir gelernt, dass es in der Synagoge ungewöhnlich ist, sich per Händedruck zu begrüßen. Wobei dies bei größeren Gruppen selten praktiziert wird, egal ob Synagoge oder nicht. Rabiner Trebnik sagte, dass sich nur Männer die Hand reichen und Frauen reichen nur Frauen die Hand. Im Empfangsraum erhielten die Männer eine Kippah, eine kleine Kopfbedeckung um den Gebetsraum betreten zu können.

Die Synagoge steht in Ulm nahe dem Schwörhaus in Ulm. 2012 wurde das quadratisch wirkende Gebäude fertiggestellt. Die Synagoge beherbergt den Raum für das Gebet sowie weitere Räume für kulturelle Angebote. Es ist zudem Lehrhaus für die jüdische Gemeinde. Rabiner Trebnik sagt, dass für Veranstaltungen alle Menschen willkommen sind.

Er lebt seit 17 Jahren in Deutschland und gab der Besuchergruppe Einblick wie der Gottesdienst von jedem gestaltet werden kann, sofern er die Gebote und Verbote einhält. Es sei im jüdischen Glauben nicht notwendig ein Studium zu haben, um vor der Gemeinde zu sprechen. Auch darf jeder gläubige Jude aus der Thora lesen. Die Thora besteht aus den fünf Büchern Moses. Die jüdische Gemeinde Ulm sammelt derzeit Geld um eine weitere Thorarolle zu kaufen. Eine Thora wird von Hand geschrieben, Wort für Wort. Auf die Frage einer Besucherin, ob der Preis in Höhe von 30.000 Euro korrekt ist, antwortete der Rabiner: „Eine Person ist ein Jahr mit dem Schreiben der Thora beschäftigt – folglich ist es der Wert eines Jahreseinkommens. Je nach Handschrift und Ausarbeitung variieren die Preise für eine Thora zwischen 25.000 und 50.000 Euro.“

Für einige der Besucher war es ein neuer Aspekt, dass nach dem zweiten Weltkrieg cirka sechstausend Juden unterwegs in Westeuropa waren. Sie kamen aus dem Osten nach Westeuropa zurück um Europa zu verlassen. Deutschland war sozusagen das Sprungbrett in Länder wie USA und Israel. Anfang 1950 gab es in Ulm fünf bis sieben und in Neu Ulm zwei Juden. Auch einen Blick in die Ulmer Geschichte zeigte Rabiner Trebnik. Die heutige Synagoge steht nicht weit entfernt von der letzten Synagoge in Ulm. Diese wurde wie viele Synagogen in der Reichspogromnacht angezündet und zerstört. Trebnik erwähnte, dass die Originalrechnung für das Entsorgen des Schuttes an die jüdische Ulmer Gemeinde im Museum ausgestellt ist. Auch ein Grabstein mit der Jahreszahl 1337 von einem jüdischen Friedhof ist im Museum. Dieser Friedhof war nah an der Stelle, wo heute das Rathaus steht. Der Grundstein für das Münster wurde übrigens 40 Jahre später gelegt.

Heute leben in Deutschland laut Rabiner Trebnik ca. 200.000 Juden. Einige der Besucher hatten viel mehr geschätzt. Das Einzugsgebiet der jüdischen Gemeinde reicht von Heidenheim bis Biberach an der Riß und vereint 500 Mitglieder. Die nächsten Gemeinden sind Stuttgart und Augsburg. Ebenfalls neu war, dass ein Kind nur dann von Geburt Jude oder Jüdin sich nennen kann, wenn die Mutter jüdischen Glaubens ist. Es gibt keine Taufe, wie im Christentum. Und auch wenn der Vater Jude ist, ist es ein Weg des Lernens und Engagements um Mitglied der jüdischen Gemeinde zu werden.

Anmeldung für Gruppen zur Syngogen-Führung: Anmeldung

Homepage der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg

Ort: Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg K.d.ö.R. (IRGW), Weinhof 2, 89073 Ulm

Oktober 19, 2017
von upperswabia
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Goldener Herbst in Oberschwaben

Wow. Diese Woche war golden. Smmerlich warm und der Wald leuchtet in herbstlichen Farben. Jedenfalls habe ich versucht soviel wie möglich draußen in der Natur zu sein. Und ohne Kamera geh ich ja fast nicht aus dem Haus. Daher ohne lange Worte … Bilder anschauen.

Herbst nahe dem Wettenberger Ried

 

Blick auf den Liegewiese des Ummendorfer Badesees

Giftige Herbstzeitlose

Beim letzten Mal war das ein Weg- nun ein umgestürtzer Baum

Folge dem Weg – Rundweg im Ummendorfer Ried

Solange dürfte der Baum noch nicht umgenaggt worden sein – Biber in der Nähe

Herbstlaub im Ummendorfer Ried

Oktober 10, 2017
von upperswabia
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Erntedankteppich Ummendorf 2017

Im Jahr 2017 wurde in der Ummendorfer Pfarrkirche St. Johanes Evangelist von acht Frauen der Heilige Antonius mit Kind aus Samen gemalt.
Das Team um Carmen Jans ist das ganze Jahr aufmerksam für Ideen, die am alljährlichen Erntedankbild verwendet werden kann. Dieses Jahr brachte Carmen Jans das Motiv vom Lago Maggiore mit. Sie entdeckte dort ein Fensterbild in einer Kirche, fotografierte es und druckte es vergrößert zu Hause aus. Diese Idee diente als Vorlage für das diesjährige Erntedankmotiv „Heiliger Antonius“. Für die Arbeit wurden Materialien wie getrocknete Kornblumen, Lavendelblüten, Bohnen, Linsen verwendet. Das Bild ist bis zum 25. Oktober in der Ummendorfer Kirche, nahe Biberach zu sehen. Übrigens, der Heilige Antonius mit einem Kind auf dem Arm gilt als Beistand,  Ansprechpartner, wenn Dinge verloren wurden.

Das Gebet, das Gespräch, die Bitte lautet:
Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo ich … verloren habe.

Es gibt viele wundervolle Geschichten, von Menschen die berichten, dass ihnen geholfen wurde. Ist es Ihnen/Dir auch schon so ergangen?
Gerne nachfolgend als Kommentar.

Erntedankteppich in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Ummendorf nahe Biberach an der Riss (Foto ivk)