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Warum nach Ungarn – überraschend anders – 10 Tage Puszta

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Im Mai 2016 besuchten wir das erste Mal Ungarn. „Überraschend anders“ wirbt der Tourismusflyer. Im nachhinein – es stimmt. Ungarn, mit seinen Thermen, Nationalparks, seinen verschiedenen Landschaften, der Natur, seiner Kultur und seinen Menschen. Gerne wieder.

Fast eine Woche erkundeten wir die Region in und um Debrecen. Der Name kommt bekannt vor? Die Wurst Debrecziner wurde hier erstmals hergestellt. Die zweitgrößte Stadt Ungarns mit fast 210.000 Einwohnern liegt im östlichen Teil des Landes nahe der rumänischen Grenze.

WÄHRUNG
Ungarn ist Mitglied in der EU, doch bezahlt wird in der ungarischen Währung Forint.
1 Euro entspricht ca. 310 HUF (Ungarischer Forint).

ANREISE
Wir sind mit dem eigenen PKW in Ungarn unterwegs gewesen. Es ist zwingend erforderlich eine Vignette sich für die ungarischen Straßen zu besorgen, am besten im Internet. Die Autobahnen sind sehr gut ausgebaut. Der Straßenzustand kann abenteuerlich werden in abgelegenen Gebieten, ähnlich unseren ungeteerten Feldwegen.

Link zum Kauf der E-Vignette – Maut in Ungarn https://www.tolltickets.com/country/hungary/vignette.aspx

HOTEL

Unser Hotel südlich von Debrecen war das Clubhotel Erdospuszta. Ein Vier*Hotel mit großzügigem Gelände in einem Waldstück. Im Hotel gab es ein Restaurant, einen Wellness- und Fitnessbereich. Weiterhin gab es auf dem Gelände einen kleinen Vergnügungspark für jüngere Kinder (Wasserlauf, Bootsrunde, Kinderboxautos), ein Schwimmbad, ein kleiner See mit Ruderbooten und Tretbooten. Zum Clubhotel gehört ein Bauernhof, der sozusagen seine Ernte frisch und direkt ans Hotel liefert. Ebenfalls kann Reitunterricht in der Reithalle gebucht werden. Pferdeställe sind neben der Reithalle. Beliebt ist das Gelände aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner idyllischen Lage auch bei Hochzeitsgästen. Während unseres Aufenthalts wurden vier verschiedene Hochzeiten gefeiert. Trotzdem war es ruhig in der Nacht.

Wir genossen den abendlichen Aufenthalt im Wellnessbereich nach unseren Tagestouren. Ob Infrarot-Sauna, das Dampfbad, die warmen Wasserbecken innerhalb sowie im Freien. Im Sommer kann es in der Puszta sehr heiß werden. Das Hotel liegt in einem Pinienwald und somit auch im Sommer natürlich vor der Hitze geschützt. Im Restaurant gab es gutes reichhaltiges Frühstück und auch Abendessen. Selbst kalorienarme leichte Kost, genannt Wellness-Menüs wurden angeboten.
Aufgrund der vielen Angebote auf dem Gelände ist der Aufenthalt auch dort kurzweilig.

Webseite des Clubhotels Erdospuszta (mittlerweile 4,5 Sterne!)

Die Innenstadt von Debrecen ist vom Hotel ca. 15 Kilometer entfernt. Es gibt den Hotelservice, der einen in die Stadt fährt und nach Vereinbarung auch wieder abholt. Taxis fahren ebenfalls. So sind wir von der Innenstadt bis ans Hotel für weniger als 9 Euro heimgefahren. Der Preis kann vor dem Start vereinbart werden.


TAG 1 – Hortobágy

Ziel ist das Dorf Hortobágy, das der Namensgeber und Eingang zum Nationalpark ist. Die Straße Nr. 33 ist eine der wichtigsten Straßen in Ungarn, es ist eine ehemalige Handelsroute. Die Straße geht durch den Nationalpark. Am Eingang des Dorfes Hortobágy sind das Vogelkrankenhaus, das Museum sowie Besucherzentrum, die Handwerkerhöfe, das Hirtenmuseum, die Ausstellung der Hortobáger Csárda. Parkplätze sind vorhanden. Mittagessen gab es in der in der Großen Tscharda von Hortobágy. Ein Gasthaus mit traditionellem Essen. Es war gut und preislich haben wir zu viert umgerechnet 30 Euro bezahlt. In Deutschland wäre es doppelt so teuer gewesen.
Mehr lesen über das Vogelkrankenhaus
Mehr lesen über die Museen in Hortobágy


TAG 2 – Ökotourismus Theiß

Die Straße mit der Nr. 33 führt auch zum Ökozentrum der Theiß, ungarisch Tisza am Hafen in Tiszafüred. Der Theiß ist neben der Donau der größte Fluss in Ungarn. Er verläuft von Nord nach Süd. Da die Puszta ein sehr flaches Land ist, wurde sie oft weitflächig überflutet. Deshalb wurden Anfang der 70er Jahre die Bewässerungshauptkanäle reguliert. Wir besuchten den Ökolehrpfad, erfuhren von der Theißblüte und liefen den Lehrpfad der Pákász. Wir wagten eine Kanutour und fuhren nachmittags zur Wasserpromenade (Vizi sétány). Parkplatz und Startpunkt mit dem Boot: 3388 Poroszló, Delfin kikötő . Zum Steg der Wasserpromenade fährt ein Boot. An dem Steg sind mehrere Hütten, die mit Ferngläsern ausgestattet sind, mit denen verschiedene Vögel zu beobachten sind. Es ist ein Vogelnaturschutzgebiet.
Mehr lesen über das Ökozentrum

Auf der Heimfahrt von Tiszafüred nach Debrecen haben wir in der Gaststätte Patkós Csárda gegessen. Sie liegt direkt an der Straße Nr. 33. Essen war gut.


TAG 3 – Sóstó Zoo

50 Kilometer nördlich von Debrecen liegt Nyiregyháza. Dort besuchten wir den Sóstó Zoo. Der größte Zoo mit Tieren, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Auffallend waren auch die vielen Tierbabies.
Mehr lesen zum Sóstó Zoo mit vielen Fotos

Wenige Meter entfernt besuchten wir das Museumsdorf. Ebenfalls nur wenige hundert Meter entfernt ist das Aquarius Bad und das Zoo-Hotel mit einem Eingang in den Zoo.
Mehr lesen zum Museumsdorf

TAG 4  – Größtes Erlebnisbad

Hajdúszoboszló – dieser Ort liegt etwa 25 Kilometer von Debrecen entfernt.
Der Aqua Palace ist das größte Erlebnisbad in Ungarn, sogar in ganz Europa.
Mehr lesen zu diesem Mega Badeparadies

Zum Abendessen waren wir bei Stefan, der sich etwas außerhalb eines kleinen Dorfes ein idyllisches Refugium geschaffen hat. Tuba Tanya nennt er seine Oase, gewidmet einer Tante. In seinem Garten beherbergt er typische ungarische Tiere wie das Langhorn und das Mangalica Schwein (Wollschaf). Er tischt nicht nur ein leckeres Abendmahl auf, sondern unterhält die Gäste mit ungarischer Folklore.
Mehr lesen über Tuba Tanya


TAG 5 – Safari im Nationalpark Hortobágy

Zurück in den Nationalpark Hortobágy. Diesmal stand Safari auf dem Programm. Startpunkt ist wieder das Besucherzentrum. Dort wartet der helle Jeep, mit dem es in die geschützte Zone des Nationalparks geht. Der Nationalpark hat verschiedene Zonen. Wer die Hauptverkehrsstraße N. 33 von Ost nach West fährt, quert den Nationalpark. In diesem Bereich kann die Fläche landwirtschaftlich von Hirten genutzt werden. Die Safaritour wird von einem Führer begleitet und führt in den Kern des Nationalparks. In dem eingezäunten Gebiet leben Przewalski-Pferde,  Auerochsen sowie weitere seltene geschützte Wildtiere.
Mehr lesen zur Safari im Hortobágy Nationalpark

Pferdelieber können nicht weit weg vom Besucherzentrum auch eine Kutschfahrt mitmachen. Nach Großen Tscharda von Hortobágy beginnt die Brücke mit den 9 Löchern (neun Bogen) – ein bekanntes Fotomotiv. Gleich nach der Brücke wird rechts abgebogen und der Straße gefolgt. Vorbei an Weiden, einer Jugendherberge, nach einer Kurve folgt ein Kutschenmuseum und am Ende der Straße ist das Gestüt Hortobágy-Matá. Hier werden die bekannten Nonius-Pferde gezüchtet und gehalten. Es gibt eine kleine Gaststätte. Hier kann man sich anmelden für eine Kutschfahrt, die ebenfalls von einer meist deutschsprachigen Führung begleitet wird. Zu sehen sind Wasserbüffel, Graurinder sowie ein vierspänniges Ochsengespann. Eine Besonderheit ist, dass diese (sehr locker miteinander verbunden sind und NUR auf den Ruf des Kutschers laufen. Neun Monate dauert es bis die Ochsen auf die Rufe des Kutschers reagieren und so zuverlässig und beeindruckend unsichtbar lenkbar sind. Weitere drei folkloristisch gekleideten Reiter zeigen auf ihren Pferden die Reitkünste in der Puszta. Später sieht man noch eine Herde von Zackelschafen. Eine Kutschfahrt mit Führung, die sehr zu empfehlen ist.
Mehr zu lesen über die Kutschfahrt beim Gestüt Hortobágy-Matá


TAG 6 – Stadtrundgang Debrecen

Debrecen ist die zweitgrößte Stadt in Ungarn mit ca. 210.000 Bewohnern. Kultur, Kunst, Genuss, ein Stadtwald, ein begehbarer Springbrunnen, eine Universitätsstadt und ein Science Museum und und und. Kurzum eine Stadt, die nicht nur bei einem Wochenendtrip erkundet werden kann.
Mehr dazu im Überblick zur Stadt Debrecen

 

TAG 7  – Stadtrundgang Kecskemét

Die Stadt wird auch die Obststadt genannt, da die Region bekannt ist für ihren Obstanbau. Beim kurzen Stadtrundgang besuchten wir einen Handwerkermarkt auf dem Platz vor der Kirche und dem wunderschönen Rathaus. Ein Blick in die Eingangshalle lohnt sich und wird vom Wachpersonal erlaubt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TAG 8  –  Homoki Lodge bei Rusza – Luxury Glamping

Die Homoki Lodge ist eine ehemalige Hofstelle, die zu einem luxuriösen Reiterferienort für eine begrenzte Anzahl von Besuchern ausgebaut wurde. Unser Ziel war das Reiten in den Weiten der Puszta. Die Pferde grasten auf der Weide mit Blick auf die Terrasse, auf der wir frühstückten und zu Abend gegessen hatten. An einem Abend war eine Musikergruppe zu Gast, die Volkslieder und mit den Gästen einen ungarischen Tanz einstudierte. Da konnten auch die Tanzmuffel nicht mehr sitzen bleiben. Einzigartig sind die sieben Jurten. Der Inhaber Oliver war im Erstberuf Architekt und hat die Jurten aus wind- und wetterfesten Material entworfen und gebaut. In einer Jurte ist Whirlpool, Fernsehen, Minibar und Sitzgelegenheit sowie Bad eingebaut. Im Bett unterm Jurtendach öffnet ein Rundfenster den Blick in den Nachthimmel.
Link zu Homoki Lodge, Rusza


Tag 9 – Szeged

Nach unserem morgendlichen Ausritt in Rusza sind wir nachmittags nach Szeged gefahren. Es ist die drittgrößte Stadt in Ungarn. Die Stadt wurde 1879 von einem Hochwasser bis auf wenige Häuser zerstört. Der Wiederaufbau wurde nach neuesten Standards von europäischen Großstädten praktiziert. Es gibt Jugendstilhäuser und große Stadtpalais. Imposant ist der Dom. Nach dem Hochwasser entschlossen sich die Bewohner von Szeged eine neue Kirche zu bauen. Der Grundstein wurde 1914 gelegt und 1930 vollendet. Es ist die einzige Kathedrale, die im 20. Jahrhundert erbaut wurde. Ebenfalls beeindruckend ist die Synagoge.


Tag 10 – Bugaz Puszta

Auf dem Weg ins 170 Kilometer entfernte Budapest legten wir noch einen Stopp ein um eine Ungarische Pferdehirten Show in der Bugaz Puszta zu sehen. Am Ende des Dorfes Bugaz ist ein Gasthof, der den Eingang des Nationalparks symbolisiert. Hier können die Eintrittskarten für die Vorführung gekauft werden. Zu Fuß ist es ein 1,5 Kilometer langer Sandweg. Eine Pferdekutsche pendelt zwischen 11.00 und 11.30 Uhr zum Vorführplatz. Täglich von Mai bis September startet um 12.15 Uhr die fast einstündige Show. Weiterhin ist ein Blick in die Stallungen und in das Hirtenmuseum möglich.

Die Show wird in ungarischer, deutscher und englischer Sprache moderiert. Gezeigt wird der legendäre Puszta Fünfer. Ein Reiter steht mit jeweils einem Bein auf einem Pferderücken. Davor sind drei Pferde, die er mit dem Zügel festhält. Er galoppiert stehend mit diesen fünf Pferden. Die Pferdehirten zeigen Geschicklichkeitsspiele wie Hinlegen und Hinsetzen der Pferde sowie die Tradition des Peitschenknallens.


Tag 11 – Ungarns Hauptstadt Budapest

Besuch der Großstadt Budapest mit seinen mondänen Thermen, seinen zahlren Museen, Kulturtempeln, Kirchen und seinem Kulturprogramm.

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