Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

September 26, 2017
von upperswabia
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70 Jahre Wendelinusritt von Gutenzell nach Niedernzell

70 Jahre Wendelinusritt. Eine Reiterprozession, die jedes Jahr am dritten Sonntag im September von Gutenzell nach Niedernzell führt. Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden wie auch Musikanten und Musikantinnen mit ihren Instrumenten nehmen daran teil.

Gestartet wird der Prozessionsritt in Gutenzell. Die Musikkapellen fädeln sich gleich zu Beginn der Prozession zwischen den zirka 25 Reitergruppen ein. Entlang der Hauptstraße des Dorfes säumen Besucher, Familienangehörige diesen Zug. Am Dorfende scheren die Musikkapellen wieder aus der Reihe. Die Reiterinnen und Reiter reiten entlang von Wiesen und Äckern sowie im Wald nach Niedernzell. Zur gleichen Zeit gehen Menschen auf einem geteerten Feldweg, voran Pater Bernhard Eisele, direkt nach Niedernzell. Pater Eisele feierte ebenfalls ein Jubiläum. Schon seit 50 Jahren begleitet der Salvatorianer aus Bad Wurzach die Fußprozession. Vor 70 Jahren beteiligten sich 250 Reiter an der Prozession und 6500 Fußwallfahrer.

Zum Jubiläum kam Weihbischof Dr. Johannes Kreidler als Reliquienträger und Festprediger zum Wendelinusritt. Kreidler ritt nicht mit, doch er erinnerte in seiner Predigt an Gott und seine Schöpfung. Er zitierte Papst Franziskus, der in seiner Umweltzyklika „Laudato si“ von der Erde als gemeinsames Haus spricht. Ein gemeinsames Haus, das es gilt dringend zu schützen.

In der Schöpfung Gottes haben auch die Tiere ihren Platz. Die Heiligen Wendelinus und Leonhard werden als Beschützer für die Pferde und das Vieh verehrt. Der Flurritt in Gutenzell/Niedernzell wurde bereits im 17. Jahrhundert erwähnt. 1947 brachte der in Gutenzell geborene Pater Ignatius Huchler eine Reliquie des Heiligen Wendelinus aus St. Wendel nach Gutenzell. Der damalige Pfarrer Erwin Sonntag hat daraufhin diesen Prozessionsritt 1948 wieder ins Leben gerufen hat. Eine Tradition, die lebendig gehalten wird.

O-Ton eines Reiters: „In unserer oberschwäbischen Landschaft zu reiten ist Natur pur. Der Prozessionsritt ist ein festlicher und geistlicher Anlass um als Gruppe zu reiten. Gemeinsam Singen und Beten in freier Natur, das tut einfach gut.“

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September 18, 2017
von upperswabia
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Magnusfest, das Heimat- und Kinderfest in Bad Schussenried

Nach den großen Heimatfesten in Oberschwaben folgt im September das Magnusfest. Es ist das Kinder- und Heimatfest in Bad Schussenried. Donnerstagabend beginnt das Fest mit der Heimatstunde. Es endet am folgenden Montagabend. Am Montag zieht der Festumzug durch die Innenstadt. Dieses Jahr werden zum 70sten Mal die Heimattage gefeiert. Der Name stammt von weiße Mönche, die den Drachentöter St. Magnus zu ihrem Kirchenpatron und Stadtheiligen ernannten. Der historische Festumzug zeigt Tradition und Brauchtum. Es ist auch Kinderfest, da ab der Kinderkrippe bis zu den weiterführenden Schulen Kinder und Jugendliche am Festumzug teilnehmen.

Nachfolgende Bilder zeigen nicht alle 104 Gruppen mit seinen 2000 Mitwirkenden. Es verleiht einen Einblick in diesen oberschwäbischen Heimat- und Kinder- Festumzug. Beeindruckend ist für Pferdeliebhaber die vielen Pferde und Pferdegespanne, die mitmachen. Der Umzug gliedert sich in vier Bereiche. Anfangs zeigen sich die Zwerge (Kinderkrippe) bis zum Humbold-Institut mit selbstgewählten Motiven und eigenen Kreationen von Kostümen. Das Humbold-Institut ist eine Schule um Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Die Radfahrsportgruppe (RMSV) präsentiert sich ebenfalls. Der Radsportverein hat internationale Preise bis zum Weltmeistertitel erreicht. Ein weiterer Part im Festumzug ist der Themenbereich Märchen, dann folgen die Handwerker sowie die historischen Gruppen. Das letzte Themengebiet repräsentiert die vier Jahreszeiten. Es zeigt die besondere Rolle der Landwirtschaft in der Region.

Doch schaut selbst und wenn diese Bildershow Dir/Ihnen zu leise ist, auf einem zweiten Tab über Youtube oder nach Wahl ein Musikstück aufrufen.
Das Magnusfest in Bad Schussenried – ein großes oberschwäbisches Kinder- und Heimatfest.

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September 16, 2017
von upperswabia
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Kulturparcours in Biberach

Viele Städte bieten das an, eine Kulturnacht, einen Kulturparcours – unabhängig wie es heißt. Es ist eine ideale Veranstaltung, weil in verschiedene Institutionen gleichzeitig geöffnet sind und es möglich ist einfach neue kulturelle Orte kennenzulernen.

So auch der traditionelle Freitagstermin Mitte September in der Stadt Biberach. An vielen Kulturorten ist geöffnet, es gibt einen kleinen Imbiss und es ist möglich gemütlich bei einem Getränk Musik zu hören oder auch Literatur, darstellende oder bildhafte Kunst zu erleben. Gesprächsanlässe gibt es viele und wer ambitioniert viele Orte besuchen will, kommt prompt wieder in Zeitnot. Daher drei Orte herausgepickt.

Der Rote Bau in Biberach

Das alte Backsteingebäude war jahrelang ein Diskussionsthema. Außer der schönen Außenfassade war das Gebäude nicht mehr nutzbar. Es hätte abgerissen werden sollen. Doch dank einer Bürgerinitiative und viel Protest wurde es restauriert und saniert. Heute befindet sich das Stadtarchiv in dem Gebäude und das beeindruckende Archiv von Christoph Martin Wieland. Das Gebäude hat noch die alte Treppe aus der Jahrhundertwende. Es sind sogar noch Tapeten bzw. damals waren es Muster, die mit der Walze auf die Wand angebracht wurden bei der Renovierung herausgekommen.

Christoph-Martin-Wieland-Archiv

Christoph Martin Wieland war einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit. Er wurde 1733 in Oberholzheim bei Biberach geboren und verstarb 1813 in Weimar. Er lebte zur selben Zeit wie Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Wieland war der erste, der Shakespeares Werke übersetzte. Sein erstes Werk war „Der Sturm“, das Wieland auch als Theaterstück in Biberach im Komödienhaus aufführte.

Kerstin Bönsch, die Geschäftsführerin des Wieland Archivs sagte, dass Shakespeare im englischen schon Worte wählte, die neu waren. Es fehlte daher oft an Wörtern, wie diese in die deutsche Sprache übersetzt werden konnte. Wieland übersetzte sogar zuerst ins Französische um es dann in die deutsche Sprache zu übersetzen. Wieland hat 400 neue Worte für die deutsche Sprache „geboren“. Korrekt heißt dies Lehnwörter angewandt, dabei entstanden erstmalig zusammengesetzte Wörter wie „heimatlos“. Dieses Wort hat Wieland erstmalig verwendet. Auf die Frage, warum ist Wieland nie so berühmt geworden wie Goethe und Schiller. Ihre Antwort: Weil die beiden Theaterstücke geschrieben haben. Wielands schrieb mehr Prosatexte. Zudem sind es Texte, die Kritik und Witz beinhalteten, die heute nicht mehr verstanden werden. Theaterstücke können da angepaßt werden. Trotzdem war Wieland war einer der meist gelesenen Autoren seiner Zeit. Und er hatte eine größere Bibliothek als Goethe und Schiller. Über 4000 Bücher besaß Wieland. Im Biberacher Wieland-Archiv sind 2500 Bücher. Seine Bibliothek wird rekonstruiert, das heißt, es wird nach Ausgaben gesucht, die bei ihm in der Bibliothek gestanden sind. Das heißt nicht, es muss genau sein Buch gewesen sein, sondern sozusagen ein Buch aus derselben Auflage, in derselben Ausführung.

Wielands Werke selbst gab es in verschiedenen Ausführungen. Verkauft wurde der Prachtband für die Fürsten als auch eine einfachere Ausgabe für den kleineren Geldbeutel. Und diese Prachtbände stehen im Archiv genauso wie die einfacheren Ausführungen. Das Schriftstück ist in den verschiedenen Ausgaben identisch. Der Unterschied ist in der Ausstattung. So trägt ein Prachtband einen Lederumschlag mit feinen Stanzarbeiten, das erste Deckblatt ist ein Kupferdruck und der Text wurde in einer größeren Schrift abgedruckt. Eine edle bürgerliche Buchausgabe hatte im Vergleich nur einen Goldschnitt und ist kleiner im Schriftbild. Jeder Mensch hatte damals die Chance die Texte von Wieland kaufen zu können. Zudem war er Herausgeber der Literaturzeitschrift „Der Teutsche Merkur“ und dies im Zeitraum von 1773 bis 1789, ungewöhnlich lange für eine Zeitschrift.

Warum ich so begeistert bin von Wieland: Ich hatte vor einigen Jahren die deutschen Übersetzungen verglichen und mir fiel auf, dass Wieland weniger romantisch sondern klarer und präziser die Wörter einsetzte. Ich empfand seine Texte bzw. die Wortwahl für die damalige Zeit sehr modern. Er war seiner Zeit voraus und die Tatsache, dass er 400 neue Wörter „erfinden“ musste bzw. Lehnwörter kreierte, die wir heute noch nutzen. Ich finde das brillant.

Link zum Wieland-Archiv Biberach, Christoph Martin Wieland-Stiftung Biberach
Ort: Haus der Archive, Waldseerstr. 31, 88400 Biberach

Kunstverein Biberach e.V.

Der Kunstverein Biberach e.V. organisiert viermal im Jahr eine Ausstellung, die fast immer im Komödienhaus sind. Die aktuelle Ausstellung zeigte Werke der Künstlerin Ergül Cengiz. Die türkischstämmige Künstlerin schneidete händisch mit dem Cutter Ornamente und Formen aus Pappe. Unendlich wirken diese Reihungen von geometrisch wirkenden Formen. Wie von einer Maschine geschnitten, doch es bei genauem hinsehen der manuelle Duktus zu sehen. Nachdem sie die Formen auf teilweise raumhohen Werken geschnitten hat, werden diese mit Ölfarbe bemalt, dadurch erhalten sie eine gewisse Stabilität. Unterbrechungen sind beabsichtigt. Diese Scherenschnitte stellen einen Mix aus ornamentaler Kunst sowie westlichen figurativen Elementen dar. Der Titel der Ausstellung lautet Somnambulistan. Somnambulisums bedeutet Schlafwandeln und auch Mondsüchtigkeit. Daher der Ansatz der Künstlerin: Somnambulistan ist ein Land, noch an der Grenze eines noch nicht ausreichend erwachten Bewusstseins zwischen islamischer und christlicher Welt.
Die Ausstellung endet am 17. September 2017.

Link: Kunstverein Biberach e.V.
Ort: Komödienhaus, Viehmarktplatz, 88400 Biberach

 

Ausstellung Wasser im Museum Biberach

Im Museum läuft noch bis 22. Oktober 2017 die Sonderausstellung „Wasser“. Es gab an dem Abend stündlich kostenlose Führungen. Die Ausstellung besteht aus drei Abschnitten. Erstens: Welchen Stellenwert hat Wasser. Zweitens historische Entwicklung der Stadt und drittens was bedeutet es, was muss getan werden, dass diese Überschwemmungen wie es letztes Jahr die Stadt und die Region getroffen hatte, eingeschränkt werden.

Es ist immer wieder zu merken, dass ohne Führung wichtige Inhalte der Ausstellung verborgen bleiben. Neu war für mich, dass Biberach lange Zeit gar nicht an der Riss lag. Der Rotbach verlief immer durch die Stadt hindurch. Er diente zu den Anfangszeiten der Ansiedlung als Wasserbringer und auch als Abwasserkanal. Schon im frühen Mittelalter wurden vor den Toren im Umland Weiher und Seen angelegt, um die Wassermassen bei Starkregen oder Schneeschmelze vor den Toren der Stadt zu halten. Doch im Lauf der letzten Jahrhunderte wurden viele Weiher zugeschüttet, damit diese als landwirtschaftliche Fläche wieder nutzbar war. Auch der Rotbach, der auch Biberbach genannt wurde, verschwand unterirdisch im Stadtbild bzw. wurde geteilt und in den Ratzengraben geleitet. Neu war für mich auch, dass Biberach eine eine 1,3 Kilometer lange Uferpromenade hatte. Diese wurde nach dem zweiten Weltkrieg abgeändert. Der Bach wurde verlegt, das ehemalige Bachbett zugeschüttet und bebaut, unter anderem die Gymnasien. Die Entscheidung war einstimmig im Gemeinderat beschlossen und ein Jahr später umgesetzt worden. Das die Stadt an der Riss lag

Link zu den Führungen Museum Biberach

Ort: Museum Biberach, Museumstraße 6, 88400 Biberach

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September 8, 2017
von upperswabia
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Kurzmal Action, Kunst und Natur im Drei-Bundesländer-Eck

Das Barcamp in Köln war ebenfalls an unserem Anreisetag. Verlockend einige Blogger, Bekannte und Freunde aus dem digitalen Netzwerk live zu treffen. Doch als Familie entschlossen wir uns erstmal unsere langjährigen Bekannte und Freunde zu besuchen. Und neben den privaten Kontakten ein Blick was es sonst noch auf unserer Kurzreise zwischen Brühl, Mechernich, Trier, Mosel und Saar zu sehen gab. So genau war uns nie klar, ob wir gerade in Nordrhein Westfalen, im Rheinland Pfalz oder im Saarland waren. Und dass die Mosel die Grenze zu Luxemburg war und die Dialekte zu hören. Es lohnt einen Besuch – am besten jeder Ort ein paar Tage, denn Geschichte, Kunst, Wein und erholsame Landschaften – alles nah beieinander.

Besuch des Phantasialandes in Brühl

50 Jahre und dabei viel Action.

Der Tagesbesuch im Erlebnispark Phantasialand stand auf dem Programm. Barbara, meine Studienfreundin aus Brühl gab uns ihre Erfahrungen weiter wie das Phantasialand am Besten erkundet werden kann. Ihr Rat Taron relativ früh zu fahren, da die Wartezeiten während des Tages immer länger werden war sehr gut. Taron heißt der Fahrspaß der Superlative, eine Hauptattraktion im Phantasialand. Der Erlebnispark feiert dieses Jahr sei 50jähriges Bestehen. Doch zurück zu Taron – die Achterbahn hält Weltrekorde wie: der längste und schnellste Multi-Launch-Coaster.. Es ist eine sogenannte Katapult-Achterbahn. Sie beschleunigt auf einer geraden Strecke und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 113 km/h. Übrigens ich saß zufällig in der ersten Reihe, was genau richtig war. Ich bin begeisterte erste-Reihe-Fahrerin geworden. Die Fahrt fühlt sich mit 1,4 Minuten lange an. Am Ende der Wahnsinnsfahrt – das Gesicht war noch im Gesicht – folgte ein gestähltes Grinsen und der Satz: Und was kommt jetzt?

Die Namen der Action-Attraktionen wie Tikal, Colorado Adventure, Winja’s, Mystery Castle, die uns genannt wurden, wir fanden sie alle und testeten sie. Die Wasserbahn Chiapas war an unserem Besuchstag nicht in Betrieb. Es ist alles sehr nah beieinander, die Wegzeiten von einer Attraktion zu nächsten sind kurz. Ein Übersichtsplan ist hilfreich beim ersten Besuch zur Orientierung. „Wahre Baukünstler sind dort zu Werke“, auch dies empfanden wir. Diese Themenlandschaften sind sehr detailreich gestaltet. Es gibt immer etwas zu sehen. Und die Besucher, der Blick in die Warteschlangen zeigte actionbereite Menschen. Bei meiner ersten Taron-Fahrt fuhr ich mit einer Studentin. Sie fand Taron super und war Wiederholungstäterin. Respekt hatte sie vor der Black Mamba. Diese Achterbahn schoss mit seinen Fahrern kopfüber in die Lüfte. Es sah zum Zuschauen sehr spektakulär aus. Ich hätte sie gerne wiedergetroffen, den ihre Furcht war unbegründet. Es gibt Achterbahnen oder Attraktionen, da wirkte das Zuschauen anstrengender als das Mitfahren.
Wenn Du mehr erfahren möchtest, schreib mir.
Fakt: Ich bin überrascht, dass ich mich dafür so begeistern kann.

Preis pro Erwachsener 46,50 Euro (auch für Kinder ab 12 Jahren)
Ort: Phantasialand, Berggeiststr. 31-41, 50321 Brühl

 

Besuch des Atelier von Ante Milas im Zikkurat in Mechernich

Den Maler Ante Milas Maler lernte ich vor vielen Jahren bei einer Ausstellung kennen und schätzen. Meine allererste Rede auf einer Vernissage galt seinen Werken. Seine Menschenkenntnis irritierte und faszinierte mich, ebenso seine Rhetorik. In seinen Werken steht der Mensch mit Körper Gestalt und Handlung im Mittelpunkt. Seinen kirchlichen Duktus nahm ich damals wenig wahr. Einige Jahre später malte er ein sehr großes Altarbild. Das Ölgemälde ist in der Heilig-Kreuz-Kirche in Fulda Maberzell an der Altarwand angebracht (siehe Foto aus meinem Archiv).

Es ist 13 Meter lang und 8,40 Meter hoch, das Thema ist Auferstehung und Kreuzigung. In seinen Werken sind oft verschiedene Motive aufeinander geschichtet, daraus ergibt sich eine Tiefenwirkung. Aktuell sind im Atelier Werke wie die zehn Gebote mit aktuellem Zeitgeschehen visualisiert. Es braucht noch etwas Geduld, ob diese Werke in einer Kirche dauerhaft zu sehen sind. Ante Milas ist in Kroatien geboren, war auf einer Jesuitenschule,  studierte Theologie bevor er zur Kunstakademie Düsseldorf kam und dort die Meisterklasse absolvierte. Ich habe mich entschieden keine Fotos von aktuellen Werken aus dem Atelier zu fotografieren, aufgrund der Urheberrechte.
Homepage von Ante Milas
Ort: Atelier Milas, In der Zikkurat 4, 53894 Mechernich – bitte mit Voranmeldung

 

Der Dom in Trier zu Abendstunde

 

 

 

Kleiner Rundgang in Trier

Zu kurz war der Besuch in Trier. Der Dom und auch andere öffentliche Gebäude waren schon geschlossen. Dafür haben wir Bischof Dr. Stefan Ackermann ins Gebäude gehen sehen. Der Dom und seine Gebäude sahen wir bei unserem Rundgang in der Abendsonne golden schimmern. Die Porta Nigra präsentierte sich dunkel. Sie gehört zu den besterhaltenen römischen Stadttoren nördlich der Alpen. Das Tor ist das Wahrzeichen der Stadt. Kurzum – es gibt soviele Details, die Stadt kokettiert mit sovielen Geschichten, nächstes Mal mit einer Stadtführung. Neun UNESCO Welterbestätten gibt es. Später wurde uns erzählt in einer Straußenwirtschaft im Moseltal, dass es viel unterirdische Weinkeller in Trier gibt. Auch das wäre schön einmal zu sehen.

Ort: 54290 Trier

 

Patenschaft für Rebstöcke

Besuch meiner vier Patenrebstöcke

Richtig gelesen. Dieses Jahr habe ich eine Patenschaft von vier Rebstöcken geschenkt bekommen, die an einem Steilhang des Oberemmeler Altenbergs stehen. Die Rebstöcke sind ca. 40 bis 50 Jahre alt und wären gerodet worden, da sie nicht mehr wirtschaftlich zu bearbeiten sind. Ein Mitglied der Familie Kirchen führte uns persönlich in die Weinberge und auf die Anhöhen. Wir kosteten, schmeckten die Trauben und später auch den Wein. Kurzum – es geht meinen Patenkindern gut und es wird eine gute Ernte erwartet.

Ort: Oberemmeler Altenberg, 54329 Konz

Saarschleife vom Aussichtspunkt Cloef

Das Wahrzeichen im Saarland ist die Saarschleife. Der Fluß Saar grub sich über Jahrmillionen ein Uförmiges Tal in den Taunusquarzit. Am Aussichtpunkt Cloef, der auf 180 Meter Höhe liegt kann diese liegende Uform, der Scheitelpunkt dieses Naturwunders betrachtet werden. Wer noch höher auf dieses Naturschauspiel schauen möchte – es gibt seit wenigen Jahren einen Baumwipfelpfad der einen weiteren Blick ins Umland ermöglicht. Diese Saarschleife kann mit Ausflugsschiff, per Rad, mit eigenem Boot als auch zu Fuß entdeckt werden.

mehr Infos zum Baumwipfelpfad Saarschleife

Ort: Cloef-Atrium sowie Baumwipfelpfad Saarschleife, 66693 Mettlach

 

 

 

 

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September 1, 2017
von upperswabia
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Campus Galli

Es stimmt. Immer wieder gelesen und mittlerweile selbst den Campus Galli in Oberschwaben besucht. Selbst gesehen, gespürt, wie es sich anfühlt mit Hilfsmitteln aus dem Mittelalter eine Stadt zu bauen. Ach und das mit dem „Entschleunigen“ – selbst erlebt. Mein Versprechen gilt wiederzukommen, um zu sehen wie es weitergeht auf der Klosterbaustelle Campus Galli nahe Meßkirch (Messkirch).

Der Bau des Klosterkomplexes ist auf 40 Jahre projektiert. Start war im Juni 2013. Seit vier Jahren sind Gebäude und Hütten auf dem Gelände entstanden. Zäune für die Tiere, Kräutergarten, Mauern für Fundamente und auch der Friedhof. Die Handwerker arbeiten in ihren Hütten. Die Kirche steht, der Altar ist bereit und es wird im Innenraum geschnitzt und verziert. Gearbeitet wird mit den Möglichkeiten der damaligen Zeit. Das Holz stammt aus dem umliegenden Wald. Er wird gefällt und weiterverarbeitet. Für die Seilherstellung braucht es die Pflanzen, aus deren Fasern das Seil gedreht wird. Für den Hunger von Mensch und Tier werden Pflanzen angebaut, Landbau wie damals. Geerntet wird mit eigener Körperkraft und viel Handarbeit. Die Tiere werden gehütet. Es ist ein Nachdenken: Was war zuerst da? Wie kann ich es so einfach wie möglich machen?

Kirche auf dem Campus Galli

Die Fortpflanzung der Tiere muss beachtet werden. Das überlebensfähige Schwein im Wald braucht im Gegensatz zu heute längere Beine und ein anderes Fell. Folglich sind die Nachwuchswünsche des Menschen, wie die Haustiere besser und länger im Wald leben können anders als es heute. Feuer ist Element um Nahrung zuzubereiten. Der Schmid braucht Feuer um Werkzeuge herzustellen.  Ohne Feuer ist vieles nicht handwerkbar. Feuer wird mit Feuerstein und dem erzeugten Funkenflug entfacht.

Zwanzig Orte, Stationen gibt es auf dem Campus Galli: Schreiner, Hühnerstall, Gemüse- und Obstgarten (im Bau), Korbflechter, Töpfer, Schmid, Kräutergarten, Bienen, Drechsler, Ziegen/Schafe, Schweine, Seiler, Schindelmacher, Weberei, Färberei, Marktplatz (Tipp die karolingische Wurst war lecker), Steinmetz, Holzkirche, Acker und Hülbe.

Entschleunigt oder gelassener wurde ich, weil ich immer wieder feststellte. Es geht nicht schneller. Eins nach dem anderen. Viele Schläge mit der kleinen Axt sind notwendig, bis aus dem Holzstam ein Balken wird. Oder es Geduld und Genauigkeit braucht bis die Ornamente feinsäuberlich geschnitzt sind. Viel Zeit braucht es bis alle Schindeln für ein Dach hergestellt sind. An unserem Besuchstag war es sommerlich warm. Wieviel kann gearbeitet werden bei Dauerregen? Zwangspause? Wenn es dunkel wird, dann ist Feierabend. Es ist nicht mehr möglich weiter zu drechseln, wenn das Licht fehlt. Kein Strom, keine Solaranlage, kein LED-Licht, kein dieselangetriebenes Notstromaggregat. Feierabend. Das HANDwerk hat einen ganz anderen Stellenwert.

Feuermachen im Campus Galli

Dabei darf nicht vergessen werden, dass im Mittelalter vieles erfunden, geplant und auch umgesetzt wurde. Der Klosterplan wurde auf der Insel Reichenau von Mönchen gezeichnet, geplant war er für St. Gallen. Dazu kam es in diesem Fall nie. Der Plan verschwand, weil die Rückseite mit einer anderen Geschichte beschrieben wurde. Mit Papier wurde im Mittelalter sparsam umgegangen. Eher zufällig wurde der Plan entdeckt und es war ein großer Zufall, dass der Standort für die Klosterstadt im oberschwäbischen Meßkirch angesiedelt wurde. Bert M. Greuten hatte ein Jahrzehnt lang unermüdlich für diese Idee, den Bau der Klosterstadt eingesetzt und nach einem Standort gesucht. 2013 ging dieser Traum in Messkirch in Erfüllung.

Kurzum, die Beharrlichkeit dieses Projekt mit den vorgegebenen Mitteln zu schaffen ist staunenswert. Die Tatsache, dass Ehrenamtliche ihre freie Zeit auf dem Campus zu verbringen um in dieser Kargheit sich an die alten Fertigkeiten heranzuwagen, sich darin zu üben ist stark. Selbst die angestellten Handwerker arbeiten ungewohnt auf diese mittelalterliche Weise.

Weitere Informationen sind auf der Homepage Campus Galli

Link zu einem SWR-Beitrag in der Mediathek über Campus Galli

Öffnungszeiten: vom 1. April bis 5. November, von 10 bis 18 Uhr
Ort: Sechs Kilometer außerhalb von Meßkirch,
direkt an der Bundestraße B313. Anschrift: Hackenberg 92, D-88605 Meßkirch

GPS-Koordinaten: 48.033°N, 9.109°E

Übrigens die Stadt Meßkirch, der oberschwäbische Geniewinkel, ist ebenfalls ein Besuch wert.

 

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August 25, 2017
von upperswabia
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Tiefenhöhle Laichingen

Die Laichinger Tiefenhöhle auf der Schwäbischen Alb ist die einzige öffentlich begehbare Schachthöhle in Deutschland. Mit 87 Meter Tiefe und einer gesamten Länge von 1.348 Metern gehört sie zu den bedeutendsten Schauhöhlen auf der Schwäbischen Alb.

Die Besucher können über steile Eisentreppen auf 55 Meter Tiefe absteigen. Der 330 m lange Besucherweg führt durch große Hallen und imposanten Schächten. Der Weg, der mit Informationsstelen gesäumt sind wird mit ca. 45 Minuten angegeben. In der Tour kann der geologische Aufbau der Kalksteine des Weißen Juras am Anfang bis zum kompakten Riffelkalk eher am Ende der Höhle erkannt werden. Der Fels in der Sandhalle hat eher eine raue Oberfläche. Später dann wirkt der Kast kompakt und massig.

Die Temperatur in dern Höhle ist konstant bei 8 bis 9 Grad Celsius. Es ist faszinierend wie die Oberflächen der Felsen aussehen. Der über 100 Meter hohe Schacht wirkt beeindruckend, wobei es trotz Beleuchtung nicht realisierbar ist, wie hoch dieser Schacht tatsächlich ist. Die Tiefenhöhle ist keine Tropfsteinhöhle. Allerdings ist der Streuselkucheneffekt zu sehen. Der Name kommt von den kugeligen Sinterformen, kleine Knpfe oder Perlen auf dem Stein. Sinter ist die mineralische Ablagerung von Kalk. Aus Sinter, aus vielen Ablagerungen entsteht Tropfstein. Ebenfalls zu sehen ist wie sich in dieser Dunkelheit kleine grüne Pflanzen, winzige Mosse, Algen, Farne rund um die Lampen bilden und dies weit unter der Erdoberfläche.

Am Eingang in die Tiefenhöhle, im Rasthaus ist auch ein Museum, das den Aufbau und die Höhlenausmaße zeigt.

Wir haben dieses Angebot nicht ausprobiert, doch es beginnt auch hier ein 11,5 Kilometer langer karstkundlicher Wanderweg, der an Trockentäler und den Besonderheiten der Schwäbischen Alb Landschaft vorbeiführt. Eine Wegbeschreibung gibt es im Museum.

Auf dem Gelände ist zudem der Kletterwald Laichingen, ein großer Spielplatz sowie ein Rasthaus wie auch ein Kiosk am Kletterwald. Es ist ein idealer Ausflugstipp mit kletterfreudigen Kindern für einen Ganztages- oder Halbtagesbesuch mit Höhlenbesichtigung. Übrigens auch für sportliche junggebliebene höhenangstfreie Besucher sehr gut geeignet. 😀

Anfahrt: A8 Stuttgart-Ulm, Abfahrt Merklingen, dann nach Laichingen orientieren. Dort ist die Tiefenhöhle ausgeschildert.
Öffnungszeiten von Palmsonntag bis Ende der Herbstferien von 9 bis 18 Uhr.  Letzter Einlass 17 Uhr.

Adresse: Tiefenhöhle Laichingen, Höhlenweg 220, 89150 Laichingen

Sandhöhle Tiefenhöhle Laichingen

Kalkablagerungen, Sinter

In der Tiefe der Höhle entsteht um die Lampe grünes Leben (Algen, Farne, Moose)

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August 17, 2017
von upperswabia
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Laichinger Kletterwald

Klettern mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden von Baum zu Baum im Schatten – das macht viel sehr Spaß und dieses Jahr besuchten wir den Kletterwald in Laichingen auf der Schwäbischen Alb.

Am Eingang zum Kletterwald gibt es neben der Kasse auch einen Kiosk und überdachte Möglichkeiten für einen Imbiss. Per Pfand (Pass oder 20 Euro) gibt es einen Schlüssel zum Schließfach, in dem wir unsere Taschen verstauen konnten. Mitarbeiter halfen uns in die Gurte und es gibt Handschuhe dazu. Bei diesem Kletterpark gab es erstmals keinen Helm. Den waren wir von anderen Kletterparks in Oberschwaben und Bodensee gewohnt.

Jede volle und halbe Stunde gibt es eine Einweisung in das Sicherungssystem, das jeder Besucher absolvieren muss. Unsere Einweisungsgruppe bestand aus 50 Personen – wir hatten wohl gerade eine Besucherwelle erwischt. Trotz großer Gruppe, hatte die Mitarbeiterin ein geschultes Auge für die Besucher, ob alles passend war um nachher sicher in den Parcours zu gehen.

Im Kletterwald in Laichingen gibt es zur Sicherung ebenfalls zwei Karabiner Haken. Allerdings wird einer davon ins Drahtseil eingeführt und kann nicht mehr entfernt werden – nur an Notausstiegen oder am Ende des Parcours. Es wird nur ein Karabiner umgehackt zur doppelten Sicherung. Ein Karabiner bleibt am Drahtseil geführt. Es fühlte sich am Anfang kompliziert an, doch im Parcours hatten wir den Dreh sehr schnell raus. Kurzum – ein sehr gutes Sicherungssystem.

Während der Diskussion über die uns bekannten Systeme, stellten wir fest, dass beim blauen Kabeltrolley das Einklicken mit dem freien Karabiner nicht möglich ist. Beide Karabiner werden nur drübergelegt. Trotzdem ist die Fahrt mit der Seilbahn gesichert. Neu war, dass die Hand hinter dem Kabeltrolley als Bremse eingesetzt werden kann. Die Handschuhe hatten Noppen, so dass ein Greifen am Drahtseil schmerzfrei war und die Fahrt an den langen Seilbahnen etwas abgebremst werden kann, soweit gewünscht.

Die Parcours haben verschiedene Schwierigkeitsstufen. Drei Stunden Kletterzeit ist im Wald möglich. Wir haben drei Pfade und den Spaß-Parcours geklettert. Die Jungs haben sich an den schwierigsten Parcours gewagt und diese als anspruchsvoll empfunden. Um diese Kletterpfade zu wählen braucht es übrigens eine weitere Einführung von einem Mitarbeiter.

Insgesamt war zu beobachten, dass obwohl sehr viele Menschen im Kletterwald unterwegs waren, diese sich gut verteilt haben. Es dürfen maximal drei Personen auf einer Plattform sein. Trotzdem gab es kaum Staus. In einem Fall gab es Verzögerungen, weil Tochter und Mutter abgeseilt werden mussten. Doch war es möglich an dieser Stelle mit Hilfe einer Drehscheibe auf einen anderen Pfad zu wechseln. Die Drehscheibe ist ähnlich wie bei der Bahn. Die Weiche wurde umgestellt und so konnte der Karabiner in die andere Richtung geschoben werden. Wie schon erwähnt, einer der zwei Karabiner war nicht zu öffnen sondern blieb am Drahtseil.

Es war ein Kletterpark, den wir gerne wieder besuchen.  15 Parcours auf bis zu 16 Meter Höhe. Und mit einem knallroten Schlitten im Wald fahren, das hatten wir auch noch nicht.

Ort: Kletterwald Laichingen, Höhleweg 240, 89150 Laichingen – der Beschilderung Laichingen sowie Tiefenhöhle folgen.

Homepage Kletterwald Laichingen

Gut zu kombinieren ist ein Besuch in der Laichinger Tiefenhöhle (unser Eindruck). Diese Höhle ist die einzige begehbare Schachthöhle in Deutschland. 87 Meter geht es in die Tiefe. Die Tour dauert ca. 45 Minuten. Die Tiefenhöhle ist nur wenige Meter entfernt vom Kletterwald – der Parkplatz ist derselbe.
Link zur Homepage der Laichinger Tiefenhöhle

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August 16, 2017
von upperswabia
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Dorffest Rot an der Rot

Die Gemeinde Rot an der Rot veranstaltet Mitte August ein sehr sehenswertes Dorffest. Das ganze Dorf mit seinen Teilgemeinden wie Haslach, Ellwangen, Spindelwag mit dabei. Das Dorf hat ca. 4.500 Einwohner und liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße und der Mühlenstraße Oberschwaben. Seine Geschichte ist mit dem ehemaligen Prämonstratenser Kloster verbunden. Das ganze Jahr ist daher ein Besuch der Klosterkirche und auch der Dauerausstellung von HAP Grieshaber möglich.

Umgeben von diesen historischen Gebäuden ist das Dorffest. Neben einem Historischen Spiel gibt es einen Handwerkertag, ein Lagerleben und eine Oldtimerschau. Dazu ein Flohmarkt, Künstlermarkt – kurzum für die ganze Familie Programm.

Nachfolgende Bildereindrücke. Am Einzug sind der Verein Dorffest Rot an der Rot, die Wappenträger, Torwarte, Historische Gruppen, Handwerker und weitere Gruppen zu sehen. Sonntags gibt es zur Handwerkerschau auch ein Treffen von Oldtimern.

 

Der Verein Unterallgäuer Zimmerergesellen e.V. war ebenfalls auf dem Fest und zeigte, wie ein Holzstamm per Axt in einen Balken gehauen wird. Andreas Moll: „Unser Ziel ist fast schon vergessene Handwerkstechniken wieder aufleben zu lassen und an die nächste Generation weiterzugeben“.
Verein Unterallgäuer Zimmerergesellen e. V. 

 

Getroffen hab ich auch die Schwobamädels Bianca und Tanja. Die Beiden nehmen teil an der Tajik Ralley. Sie fahren für einen guten Zweck nach Duschanbe, Hauptstadt in Tadschikistan.
Hintergrund: Jedes Team muss bis zum Start der Rally im September einen Mindestbetrag von 750 € an Spenden sammeln! Dieser Betrag (je mehr, umso besser) kommt dann den beiden Hilfsorganisationen Caritas International und Hänsel + Gretel zu Gute. Wer sie unterstützen will – guck Schwobamaedla. Die Mädle freuen sich.

Ach und wer gucka will was sonst noch gibt in Rot an der Rot:  Gemeinde Rot an der Rot und zum Dorffest Rot an der Rot

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August 11, 2017
von upperswabia
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Bundesfestung Ulm – Fort Oberer Kuhberg

Kennen Sie die Bundesfestung in Ulm? Und wußten Sie, dass dort ein Konzentrationslager war?

Es ist eine Festung, die der Deutsche Bund gebaut hatte von 1842 bis 1859. Aus Sorge, dass nach dem französischen Krieg die Franzosen unter Napoleon wieder angreifen werden. Die Festung sollte Schutz für 100.000 Mann dienen. Lange gerade Mauer- und Walllinien bildeten den Festungsgrundriss. Elf Meter hohe Mauern und zahlreiche Geschütz- und Gewehrscharten sollten keinen Angriff ermöglichen. Hohe Erdwälle, erdbedeckte Dächer und auch ein Wall vor der Festung sollten Schutz bieten. Viel bedacht, ungewöhnlich im Bau und doch kaum fertiggestellt war diese Anlage militärisch betrachtet veraltet. Die Festung war nie Ziel eines Angriffs und auch nicht in Kriegshandlungen verwickelt. Die Bundes- und Reichsfestung Ulm ist heute Deutschlands größtes erhaltenes Festungsensemble.

Weitere Infos unter Festung Ulm

Die Bundesfestung Ulm ist Teil des Forts Oberer Kuhberg. Ins Innere der Festung und ins Museum kommt man an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr. Es gibt eine  bis zu zweistündige Führung. Als wir etwas später ankamen, war das Tor geschlossen (links von diesem Eingang). Also pünktlich sein.

Bundesfestung Ulm – Eingang zur KZ-Gedenkstätte (DZOK – Museum).

Ebenfalls in der Bundesfestung ist das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V. KZ-Gedenkstätte (DZOK). Dieser Ort mit Dauerausstellung ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ein ehrenamtlicher Guide wie Otto Benz gibt Einblick in das Gebäude und das Leben im Konzentrationslager. Das Gespräch startet um 14.30 Uhr (Eintritt 2 Euro, Winterschließung beachten. Der Ort ist kalt; es wird festes Schuhwerk und entsprechende Kleidung empfohlen)

Offene kalte lichtlose Nischen für die Inhaftierten in den Kasematten Bundesfestung Ulm

In der Bundesfestung war von November 1933 bis Juli 1935 ein Konzentrationslager des Landes Württemberg. Kein Konzentrationslager, in dem Menschen vergast und getötet wurden. Es galt eher noch als das Experimentierfeld des NS-Regimes, wie weit Menschen gedemütigt, misshandelt und gefoltert werden können. Es durften zu dieser Zeit (1933) keine Menschen zu Tode kommen, doch die Bedingungen waren alles andere als menschenwürdig. Das nationalsozialistische Regime nannte es damals Schutzhaft. Das Regime inhaftierte mehr als 600 politische und weltanschauliche Gegner. Der Widerstand sollte gebrochen werden. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht in leuchtenden Buchstaben im Museumsraum. Prominente wie Alfed Haag und Dr. Kurt Schumacher wurden in Einzelhaft gesteckt. Schumacher war 1930 bis 1933 sozialdemokratischer Reichtstagsabgeordneter. „Seine Rhetorik wurde gefürchtet, er hätte womöglich die anderen Inhaftierten mobilisieren können“, so Otto Benz, der die Sonntagsführung in der Gedenkstätte gab. Schumacher beteiligte sich stark für den Wiederaufbau der SPD (1945 bis 1949) und war Oppositionsführer, der Gegenpart von Konrad Adenauer.

Auszüge aus der Reichtagsrede von Kurt Schuhmacher 23. Februar 1932, vor seiner Inhaftierung:

„Es hat keinen Zweck gegen die Ungeheuerlichkeiten, die aus dem Munde der Herren Goebbels und Strasser kamen, mit einem formalen Protest anzugehen. Diese Dinge sind ja nur Teile eines ganzen Systems der Agitation (Anm: Agitation = Politische Hetze / Werbetätigkeit für bestimmte politische Ziele) …
Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen …
Wenn wir irgendetwas am Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der deutschen Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist …“ (Auszüge der Rede Dr. Kurt Schuhmacher, 23.03.1932)

Dieses frühe Konzentrationslager in der Bundesfestung ist das einzige (von ca. 80), dessen Gebäude und Gelände fast unverändert ist. An diesem Erinnerungs- und Lernort lässt sich der Wandel von der ersten Demokratie (Weimarer Republik) zur NS-Diktatur nachvollziehen.

 

Link zur Website Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm

Auf dieser Webseite gibt es zudem eine Datenbank, die von 345 sicher nachgewiesenen Häftlingen Infos zur Inhaftierung, den Haftgründen sowie auch weitere Informationen zu Recherchezwecken anbietet und weiter ergänzt wird.

 

Blick auf das Museum im inneren Bereich der Bundesfestung

Bundesfestung Ulm Außenbereich

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August 8, 2017
von upperswabia
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Sandstrände in der Normandie

Die Normandie hat westlich von Le Havre sehr schöne Sandstrände entlang der Côte Fleurie und der Côte de Nacre. Die englischen Bezeichnungen der Sandabschnitte wie Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utha Beach stammen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges.  Es waren die Codenamen der Alliierten (USA, England, Kanada) um Frankreich von der damaligen deutschen Besatzung zu befreien.

Unser Ziel war bei unserer Ankunft den kleinen Rundwanderweg um den Soldatenfriedhof am Omaha Beach zu gehen. Dieser lange und bei Ebbbe breiten Strand zu begehen. Im Juni, noch sehr frisch um zu Baden, war er auch oft menschenleer. Und es ist wohltuend den Wellen zuschauen, wie sie sanft auf dem Strand auslaufen. Dazu die sandigen Dünen und das grüne Hinterland mit seinen Wiesen und kleinen Wegen, die rechts und links von Hecken begrenzt werden. Sehr einladend zu Spaziergängen in der ländlichen Umgebung. Omaha Beach ist der größte Strandabschnitt. Dank der Gezeiten ist der Strand bei Ebbe sehr breit und bei Flut wenige Meter von den Dünen weg. Auf dem folgenden Bild – die Hufspuren im Sand sind später weggespült.

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer in der Normandie

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer mit unseren Reitspuren im Sand

 

 


Am Omaha Beach liegt ein Sportzentrum bei dem Fahrzeuge wie Fatbike oder Strandsegeln ausgeliehen werden kann.

Outdoor Activity am Omaha Beach bei Collville sur Mar

 


D-Day in der Normandie

Trotz der kleinen Orte, den schmalen Wegen – die Plakatierung des D-Day war sehr präsent. Und es fiel auf, dass sehr viele historische Militärfahrzeuge sich in der Region befanden. Auch die  Fahrer, Beifahrer, Mitfahrer waren nostalgisch militärisch gekleidet. Die Leere am Strand endete am Eingang zum Soldatenfriedhof. Menschen standen Schlange am Eingang, es gab Führungen, viele Menschen liefen zwischen den Kreuzen auf dem Soldatenfriedhof. Über 9000 schneeweiße Marmorkreuze stehen akkurat nebeneinander. Die sterblichen Überreste von 9.387 amerikanischen Soldaten ruhen an diesem Ort. Eine Gedenkminute wird eingeläutet. Trompetenspiel. Die Menschen stehen reglos mit Blick auf die Mahnmale gerichtet und gedenken. Am Himmel ein großes schweres dunkles Flugzeug, das über den Friedhof sehr niedrig fliegt und sein Motor dröhnt laut. Es ist eine traurige und doch angespannte Atmosphäre. Dabei ist es eine Gedenkminute.

Amerikanischer Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer

Ungewohnt ist es, wenn außerhalb des Geländes den militärisch verkleideten Menschen zugehört wird, wie sie den Plan der Alliierten rekonstruieren und analysieren. In einem Ort sahen wir vor einer Kneipe eine Sängerin im Militärkostüm aus der damaligen Zeit. Sie singt und die Zuhörer schwenken ihre Fähnchen mit. Veteranen? Kinder und Enkel der getöteten Soldaten, der Überlebenden? Am 6. Juni jährt sich dieser Tag und er wird in der Normandie gefeiert. Dazu reisen die Briten, Amerikanern, Kanadier an und es wird an den gewonnenen Krieg erinnert, den Toten gedacht und auch gemeinsam gefeiert.

Es ist ein vierwöchiger Zeitraum in dem zu diesem Thema Veranstaltungen angeboten werden. Die Bandbreite der Veranstaltungen ist groß. Sie kann von einer Verkaufsmesse von historischen Militärfahrzeugen sowie Kleidung und Accessoires bis zu einem Internationelen Treffen gegen Rassismus sein.

Der nächste Link führt zu einem öffentlichen Werbevideo zum D-Day auf Facebook .
Persönlich bleibt es mir fremd, dass aus einem Krieg ein Event gemacht wird. Unangenehm empfand ich auch, als wir in einem Lokal saßen, zu Abend aßen und ein geschätzt Mitte 30 Jahre junger Herr mit Begleitung ins Restaurant hereinkommt und als erstes die Bedienung in englischer Sprache anschnauzt. Dieses Zusammenfallen, diese Diskrepanz von Tourismus, Eventkultur und Gedenktag habe ich zum ersten Mal erlebt.

Übrigens wer eine historische Dokumentation zum 6. Juni 1944 anschauen möchte – hier ein Link (Youtube) auf die Invasion im Morgengrauen – die Landung .

 

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe 1939-1945 in der Normandie

Nicht weit entfernt ist die Kriegsgräberstätte La Cambe. Mit 21.200 Gräbern ist es der größte deutsche Soldatenfriedhof in der Normandie. Der Friedhof ist einfach angelegt. Er spiegelt den Status des Besiegten wider. Im Unterschied zu den alliierten Soldatenfriedhöfen sind die Kreuze entsprechend den Vorgaben des Versailler Vertrages von 1919 in dunklem Ton gehalten. Als wir die Lebensdaten der Soldaten anschauten – viele waren noch keine 18 Jahre alt.

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe (1939-1945) in der Normandie

Die Zufahrt zum Soldatenfriedhof ist mit 1.200 Ahornbäumen gesäumt. Friedenspark heißt dieser Weg, der 2009 fertiggestellt wurde. Die kugelförmigen Bäume, die teilweise in dreier Reihen nebeneinander stehen tragen jeweils ein Etikett einer Familie, eines Stifters. Diese lange Allee ist von der Autobahn zu sehen.

Eine Anmerkung. In der Vorbereitung auf diesen Urlaub habe ich nicht an Krieg gedacht, doch wenn in dieser Zeit die Normandie bereist wird, kommt man an dem Thema Krieg nicht vorbei, so meine Meinung. Die Lage um vom Meer ans Land zu kommen und auch die kurze Verbindung nach England waren zu allen Zeiten optimal. Auch der Teppich von Bayeux beschreibt die Invasion der Normannen von England, die Schlacht von Hastings im Jahre 1066 n. Christus.


Pferde und die Normandie

Auch das Nationalgestüt Haras du Pin im Landesinneren besuchten wir. Das Gestüt wird auch das „Versaille der Pferde“ genannt. Die Architektur der Gebäude erinnert an das Schloss Versaille. Die Stallungen sind in Form eines Hufeisens angeordnet. Das Gestüt Haras National du Pin ist das älteste der 23 staatlichen Gestüte in Frankreich. Es sind cirka 60 Hengste, die zehn verschiedenen Rassen angehören am Gestüt. Während der Decksaison sind die Pferde meist unterwegs.
Meist donnerstags findet nachmittags eine Pferdeshow statt, die die verschiedenen Rassen und das Können der Pferde, die Reitkunst präsentiert. Zudem gibt Führungen im Gestüt, dass auch einen Blick auf die historischen Kutschen und in die Sattelkammer ermöglicht. Der älteste Rennplatz der Normandie ist ebenfalls auf der Anlage.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Im Museumsshop werden Führungen ins Gestüt, in die Satt sowie ins Museum angeboten. Zusätzlich gibt es donnerstags eine einstündige Pferdeshow, die einen sehr sehenswerten Überblick über die verschiedenen Rassen und das Leistungspotential des Gestüts präsentiert.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Webseite des Nationalgestütes Haras du Pin

In Saint-Lô ist ein weiteres Gestüt in der Normandie, das Haras National de Saint-Lô. Einige der Gebäude sind elipsenartig um einen Platz angeordnet. Vielleicht diente es zu Beginn als kleinere Rennbahn. In den Gebäuden sind meist Pferdeboxen untergebracht, dies dürften weit über 100 Boxen sein.  Das gestreifte Muster der Gebäude wirkt beeindruckend. Die Anlage wurde unter Napoléon gegründet. Die historische Anlage ist das , doch gleich angrenzend ist ein großes Areal für Veranstaltungen mit verschiedenen Reit- und Fahrplätzen sowie einer großen Halle. An unserem Besuchstag war es sehr ruhig, doch es ist zu ahnen, dass es hier regelmäßig Großveranstaltungen zum Pferdesport gibt.

Webseite des Nationalgestütes Haras de Sain-Lô.

Nationalgestüt Haras du Saint Lô in der Normandie

 

 

 

 

 

Und wir erfüllten uns auch den Traum eines Ausrittes zu Pferde entlang des Strandes und entlang den Wiesen und Weiden.


Bayeux

Bayeux mit seinem berühmten Bildteppich, der zwar nicht geknüpft aber ein besticktes 70 Meter langes und 50 Zentimeter hohes Band ist, gehört zu den touristischen Magneten in der Normandie. Dank des Audioguides (in vielen Sprachen) ist es eine kurzweilige Zeitreise ins 11. Jahrhundert anbietet. Die Art wie die Figuren damals mit Nadel und farbigen Faden „gemalt“ haben ist sehenswert.  Es beschreibt die Vorgeschichte und die Eroberung Englands durch Wilhelm des Eroberers. Wilhelm wurde 1066 in der Westminster Abbey zum englischen König gekrönt. Da im Mittelalter die Menschen oft nicht Lesen konnte wurden die Ereignisse in Bildern festgehalten – so liest sich die Eroberung Englands wie eine Bildergeschichte. Und auf Abbildung 13 wird sogar ein erigierter Penis abgebildet, die Vorfreude auf die Ehefrau oder war es die bevorstehende Schlacht, so genau weiß man es nicht.

Webseite zur La Tapisserie de Bayeux

La Tapisserie de Bayeux

 

 

Kathedrale Bayeux

Kathedrale Bayeux

Beeindruckend ist auch die Kathedrale und die guterhaltene Altstadt. Bayeux hatte großes Glück. Sie wurde von den alliierten Landungstruppen als erste befreit, daher ist das Stadtbild weitgehend verschont. Die Türme der Cathédrale Notre Dame im gotischen Stil dominieren das Stadtbild. Der Vierungsturm ist 80 Meter hoch und der Bau des Gotteshauses begann zur Zeit von Wilhelm der Eroberer. Die ältesten Bauteile gehört die dreischiffige Krypta sowie die Arkaden des Langhauses.

 

 

 

Kloster de Cerisy-la-Forêt mit Badesee und einem Skulpturenpark.


Besuch der Abbaye de Cerisy la Forêt – nahe Saint Lô

Das Kloster kann besichtigt werden. Wir suchten den Weganfang einer Rundwanderung. Ein Badesee lag nahe der Abtei umgeben von Steinskulpturen. Unterhalb des Friedhofes, gegenüber des Sees ist ein größeres Feld mit Steinskulpturen. In unregelmäßigen Abständen treffen sich dort Bildhauer*innen aus der ganzen Welt um aus einem Stück Stein ein Kunstwerk zu schaffen. Es gibt sehr schöne aufwendige Werke – für Kunstfreunde sehenswert.
Im Jahr 2017 waren erstmalig Bildhauer dabei, die mit Metall Kunstwerke schweißten, formten, gestalteten.

Am Kloster startet ein Wanderweg in das Naturschutzgebiet des seltenen goldglänzenden Laufkäfers.
Webseite zur Abbaye de Cerisy

Nahe der Abbay de Cerisela Forêt ist ein Skulpturenpark mit internationalen Steinbildhauern

 

 

 

 

 

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