Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

Juni 2, 2017
von upperswabia
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Rosenmärkte in Oberschwaben

Der Sommer lässt grüßen, die ersten Rosen blühen im Garten. Die nächsten Wochen sind wieder die zauberhaften Rosenmärkte in der Region. Für Gartenfreunde ist ein Rosenmarkt fast schon Pflicht. Neueste Trends rund um die Rose werden vorgestellt.  Neue Sorten können entdeckt werden. Die Vielfalt an Rosensorten in Größe, Blütenform und Farbe begeistern. Ach – und falls der Garten doch keine unbewachsene Ecke mehr hat, es gibt auch kulinarische Köstlichkeiten wie Rosenbowle, Eis und Kuchen zum genießen.

Samstag, 3. Juni 2017 von 10 bis 18 Uhr
Rosenmarkt in Baienfurt
Ort: Marktplatz in 88255 Baienfurt

Freitag 9. Juni bis Sonntag 25. Juni 2017
Rosen auf der Insel Mainau
Ort: Insel Mainau, 78465 Insel Mainau

Samstag, 10. Juni 2017 von 9 bis 17 Uhr
13. Rosenfest am Weberberg
Ort: Weberberg in 88400 Biberach

Samstag, 10. Juni 2017 von 9 bis 17 Uhr
Tag der Rose in Ulm
Ort: Südlich am Münsterplatz in Ulm
Einer der ältesten und größten Rosenmärkte findet alljährlich in und um das Schloss Großlaupheim statt.

Samstag, 17. Juni von 9 bis 18 Uhr
Rosenmarkt Laupheim

Ort: Schloss Gross-Laupheim, Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15, 88471 Laupheim

Samstag, 24. Juni von 9 bis 17 Uhr
Rosenmarkt Ummendorf
Ort: Am Schloss in 88444 Ummendorf

Rosenmarkt am Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

Rosenmarkt am Schloss Ummendorf

Samstag, 24. Juni 2017 von 9 bis 16.30 Uhr
Rosenfest
Ort: Gartenbaumschule Müller, Ulmer Straße 98, 88212 Ravensburg

Samstag, 8. Juli bis Sonntag, 9. Juli 2017
Rosenfest in der Baumschule Haid
Lage: Baumschule Haid, Obersulmetinger Strasse 19, 88433 Ingerkingen

aus dem Archiv Rosenimpressionen

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Juni 2, 2017
von upperswabia
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10 Jahre Musikfestwochen Donau-Oberschwaben

Der Förderverein Musikfestwochen Donau-Oberschwaben e.V. feiert sein 10jähriges Jubiläum. Davor trug der den Namen Musikfreunde Donau-Oberschwaben. In der Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden wurden jährlich 15 bis 20 Konzerte organisiert um die klassische Musikkultur in den ländlichen Raum zu fördern. Der Vorsitzende Werne Blank und der künstlerische Leiter Guntram Bumiller freuen sich, dass der Kulturraum Donau-Oberschwaben musikalisch verbunden werden kann.  Es sind zwei Open-Air-Konzerte geplant. Die Konzertorte finden in jeweils kulturhistorisch wertvollen Gebäuden statt.

Freitag, 2. Juni 2017, 20 Uhr
Barisch Diatonischer Jodelwahnsinn
mit Otto Göttler (Diatonische Harmonika, Gesang), Petra Amasreiter (Geige, Gesang), Wolfgang Neumann (Gitarre, Gesang)
Ort: Alte Kirche in 88512Mengen Ruflingen

Mittwoch 14. Juni 2017, 19 Uhr
Werther Quartett
Young Artists historische Aufführungspraxis
mit Alexey Fokin (Violine), Alexander Pilchen (Violine), Sara Gómez Yuna (Viola), Candela Gómes Bonet (Violoncello)
Ort: Goldener Saal im Schloss 88422Bad Buchau

Sonntag, 25. Juni 2017, 19 Uhr
Klenke Quartett & Harald Schoneweg
Streichquintette von Format
mit Annegret Klenke (Violine), Beate Hartmann (Violine), Yvonne Uhlemann (Viola), Ruth Kaltenhäuser (Violoncello), Harald Schonweg (Viola)
Ort: Altes Kloster, 88348 Bad Saulgau

Samstag, 1. Juli 2017, 19 Uhr
BRASSerie
Blechbläserquintett
Konzert mit Fingerfood
mit Björn Bein (Trompete), Manuel Viehmann (Trompete), Matthias Berkel (Horn), Konstantin Päßler (Posaune), Karl Berkel (Tuba)
Ort: Open-Air vor der Kirche St. Pankratius in 88356 Ostrach
bei schlechter Witterung im Reinhold-Frank-Schulzentrum Ostrach

Sonntag, 2. Juli 2017, 17 Uhr
Trio Shulamit
mit Henrike Henoch (Gesang), Shellx Ezra (Klarinette), Katharina Schlenker (Klavier)
Ort: Bibliothekssaal im Kloster in 88427 Bad Schussenried

Sonntag, 2. Juli 2017, 19 Uhr
Armida Quartett

Bedingungslose Hingabe an die Musik
mit Martin Funda (Violine), Johanna Staemmler (Violine), Teresa Schwamm (Viola), Peter-Philipp Staemmler (Violoncello)
Ort: Fürst-Leopold-Saal, Hofgarten in 72488 Sigmaringen

Samstag, 8. Juli 2017, 19.30 Uhr
EXPROMT
Virtuose Klangkunst aus Russland
mit Olga Kleshchenko (Domra), Alexey Kleshchenko (Balaleika), Nikolay Istomin (Bajan), Evgeny Tarasenko (Kontrabass-Balalaika)
Ort: Portogiesische Galerie im Schloss Sigmaringen, 72488 Sigmaringen

Sonntag, 9. Juli 2017, 17 Uhr
Landespolizeiorchester Baden-Württemberg & Stadtkapelle Aulendorf
Der gute Ton im Ländle
mit Stefan R. Halder, Chefdirigent Landespolizeiorchester BW
mit Jochen Schlagmann, Dirigent Stadtkapelle Aulendorf
Ort: Open-Air im Schlossinnenhof in 88326 Aulendorf

Samstag, 22. Juli 2017, 19.30 Uhr
Mistcapala
Musikkabarett der Spitzenklasse – „Wurst statt Käse“
mit Armin Ferl (Akkordeon, Gesang, Hüftschwung, Moderation)
Tom Hake (Mandolinen, Klarinette, Harfe, Concertina, Hackbrett, Dudelsack, Gesang)
Tobias Klug (Kontrabass, Gesang)
Vitus Fichtl (Bassmandoline, Drehleier, Rhythmusinstrumente, Gesang)
Ort: Schlossscheuer in 88499 Riedlingen-Grüningen

Sonntag, 23. Juli 2017, 17 Uhr
Abschlusskonzert
Thalia Ensemble München
Himmlische Harmonien
mit Katrin Ambrosius-Baldus (Violine), Anette Hartig (Flöte), Sarah Cocco (Harfe), Klaus Kämper (Violoncello)
Ort: Schlosskirche St. Martinus in Erbach

Wo gibt es Karten online: Tickets zu Musikfestwochen
Wo gibt es mehr Infos zu den einzelnen Konzerten:

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Mai 25, 2017
von upperswabia
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Zweimal bin ich gesprungen

Die re:publica in Berlin ist eine Konferenz rund um das Thema Internet, dem Wandel in unserer Gesellschaft. Ich beschreibe sie als die Konferenz, die digitale Themen aufgreift und darüber reflektiert was es mit uns macht.

Unvergessen bleibt mir das Erlebnis auf dem Ausstellungsstand des ZDFs an der re:publica 2017. Wie im vergangenen Jahr konnte mit Hilfe einer VR (Virtuell Reality) Brille in ein visuelles Erlebnis erprobt werden. Dieses Jahr kam allerdings dazu, dass der Körper eine Aufgabe bekam. Und dies war anders.

Ein sehr intensives Erlebnis war diesmal die Aktion mit dem Holzbrett auf dem Boden. Eine körperlich emotional gefesseltes Virtual Reality Erlebnis.  Auf dem Boden lag ein Holzbrett. Es war gerade ruhig und ich kam ohne großes Warten an die Reihe. Es wurde mir die Brille und zusätzlich noch Kopfhörer aufgesetzt. In die Hand wurde mir eine Art Fernbedienung gelegt. Eine Stimme sagte zu mir: „Sie befinden sich nun in einem Fahrstuhl – sehen sie schon die Knöpfe? Wenn ja zeigen sie mit der Fernbedienung auf den Startknopf“. Gehört und getan. Ich sah die Fahrstuhltüren vor mir schließen. Ich hatte das Gefühl und meinte auch zu hören, dass ich nun nach oben fuhr. Im Spalt der Fahrstuhltüren sah ich Licht, Flimmern, wie wenn man ein Gebäude hochfährt. Oben angekommen öffnete sich die Fahrstuhltür. Ich befand mich nun im gefühlten 30sten Stockwerk eines Hochhauses und das Holzbrett hing freischwebend über dem Abgrund. Also drunter einfach nur Tiefe. Eine Stimme sagte mir, dass ich auf dem Holzbrett laufen soll. Ich setzte den Fuß auf das Brett, stieg aus dem Fahrstuhl. Nun stand ich da. Unter mir nichts, um mich nur Wolkenkratzer, Hochhäuser unter mir eine Straße, ein Park mit Bäumen angedeutet. „Auf dem Holzbrett laufen. Ok“, dachte ich. In Wirklichkeit stand ich auf einem Holzbrett, das auf dem Boden des ZDF-Ausstellungssttandes lag – doch der Körper fing an sich balancieren zu wollen. Ok. Ich streckte die Arme aus um Balancieren zu können. Die Schritte waren für mich zu wackelig. Ich hüpfte also mit einer gewissen Körperspannung auf dem Holzbrett nach vorne ans Ende. Ich hatte sogar das Gefühl, dass das Brett nachwippt, wie wenn man vom Sprungbrett ins Wasser springt. Vorne angekommen, stand ich und schaute in die Tiefe. Es gibt einen körperlichen Widerstand. Ich konzentriere mich darauf: Es ist ein Brett, das auf dem Boden liegt. Wobei dieser Gedanke immer flüchtiger wurde. Dann wechselte ich die Strategie. Also Springen. Es muss sich anfühlen wie Bungee Jumping – nur ist unten kein Wasser. Ich erinnerte mich an das Video von meinem Sohn. Ich atmete langsam tief ein, schloss die Augen und sprang nach vorne in die Tiefe dieser virtuellen Stadt. Im sogenannten Flug riss ich mir den Kopfhörer und die Brille vom Kopf. Ich freute mich, dass ich mich getraut hatte, auch wenn ich mich wackelig fühlte. Die Gedanken sind ja blitzschnell, schneller als die Buchstaben hier geschrieben sind. Ein Mitarbeiter sagte, „So hat es auch noch niemand gemacht“. Die Mitarbeiterin fragte mich, wie war die Landung? Ich irritiert: „Ach so. Es gibt auch eine Landung. Die habe ich nun nicht mitgemacht“. Sprach es und dachte sofort:  Also gut. Dann spring ich nochmals am nächsten Tag.

Der Moment, auf dem Brett, wenn Du springst – die Bilder was unter dem Holzbrett war, die Höhe …  Du vergisst es nicht. Trotzdem am nächsten Tag stand ich in der Warteschlange an. Diesmal sah ich, dass die Anderen auf einen Bildschirm an der Seite starrten. Dort wurde gezeigt, was derjenige der auf dem Brett steht sieht. Ich dachte noch: „Oh, da bin ich aber gestern unvorbereiteter aufs Holzbrett gegangen.“ Ich überlegte mir noch, ob dieses Beobachten mich beeinflusst hätte. Egal. Jetzt springe ich zum zweiten Mal. Gleiches Prozedere. Mit Brille und Kopfhörer geht es mit dem Fahrstuhl nach oben, aus dem Fahrstuhl raus, aufs Brett treten, keine Füße sehen, ans Ende des Brettes Schritt für Schritt laufen und gewillt sein nach links zu springen. Doch dann stand ich am Ende des Brettes schaute nach links und vorne in die Tiefe. Der Körper wollte nicht. Ich denk mir:  „Wow – gestern ging dies leichter.“ Innehalten. Was war gestern anders? Warum kommt da auch noch Tagesform hinzu. „Ich will ja nur springen, um die Landung zu sehen“, denke ich. Weshalb geht der Sprung nicht. Auch die Gedanken von gestern: Bungee Jumping. Nichts half diese Hürde einfach zu überwinden. Wieder Kopfarbeit. Übrigens der Gedanke – es ist nur ein Brett und ich springe keine 3 Zentimeter tief – meilenweit weg. Konzentration: Ich will springen, weil ich die Landung sehen will. Sprung. Und die Landung? Das Flimmern beim „Runterfallen“ war schneller als bei der Fahrstuhlfahrt.  Bei den letzten 10 Metern ist es dann wie ein Filmriss. Weiße geometrische Formen. Sonst nichts. Sieht so der Tod aus? Unspektakulär.

Doch, was habe ich gerade geschrieben? Gefühlte 10 Meter vor dem Aufprall? Tod? Schon verrückt. Der Hüpfer war niedliche drei Zentimeter tief. Jedes Umknicken mit Highheels kann tiefer sein. Petra-Alexandra hat ein Foto gemacht, wie ich mit leicht angewinkelten Knien und Equipment die Landung erlebe.

Fazit: Nach der Landung hat man wackelige Füße, länger als ohne zu Wissen wie die Landung aussieht. Und wie Du gerade liest: Zwischen Schreiben und Erlebnis liegen fast drei Wochen. Es ist sehr intensiv. Einerseits genial was dies mit einem macht. Wie Erlebnisse in Räume, Landschaften virtuell besucht werden können. Andererseits macht es Angst, denn es macht etwas mit einem. Du kannst erschreckt werden, es kann Ängste erzeugen und dies hat einen anderen psychologischen Effekt als „nur“ einen schlechten Film zu sehen. Virtual Reality appelliert an das ureigenste Körpergefühl. Dieses Körpergefühl auszutricksen kann höchst gefährlich sein. Und dann nicht zu vergessen, welche Persönlichkeit der Mensch braucht um NEIN zu sagen: Das mache ich nicht, weil es mir nicht guttut. Es waren einige Menschen dabei, die als die Fahrstuhltür aufging das Experiment abgebrochen haben. Respekt. Für mich selbst die Erfahrung, wie unerschrocken ich manches einfach tue. Es waren ja nur drei Zentimeter Hüpfen.

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Mai 25, 2017
von upperswabia
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Sankt-Georgs-Ritt Ochsenhausen

Es war der 41. Sankt-Georgs-Ritt in Ochsenhausen. Dieser Prozessionsritt findet jedes Jahr am ersten Mai-Sonntag statt. Gestartet wird unterhalb des Klosters am Busparkplatz. Die circa 600 Personen reiten mit ihren Pferden, begleitet von Musikkapellen, entlang der Schloßstraße in die Innenstadt und wieder hinaus in die Flure. Zu dieser Zeit blüht meist der Raps und bei sonnigem Wetter, blühenden Obstbäumen ist die Dankbarkeit an die Schöpfung an die Natur zu spüren. Es wird gebetet, es wird gesungen – es ist ein Prozessionsritt. Auch wenn Personen, die es noch nicht erlebt haben, es als „Kirchengedöns“ abtun, es sei empfohlen es doch einmal mitzuerleben und dann erst zu urteilen. Es menschelt überall – trotzdem ist immer wieder eine Ernsthaftigkeit und Dankbarkeit zu spüren. Auch ein strahlendes Kindergesicht, das sich einfach freut mitreiten zu dürfen. Aus den Gründen, weil es die Eltern selbstverständlich tun oder einfach weil es gilt, dieses Mitmachen erleben zu wollen. Die Pfarrer zu sehen, wie aufgeregt sie sind, wenn sie wenig geübt auf einem Pferd sitzen oder auch das routinierte Reiten der Geistlichkeiten. Alles zu sehen, zu beobachten und sich selbst seine Gedanken zu machen über die Schöpfung, über das Leben und an den Glauben, dass es etwas noch Größeres geben muss.

Im Jahr 2017 galt das geistliche Thema zum Prozessionsritt dem „Sonnengesang des heiligen Franziskus“. Laut Dekan Sigmund F.J. Schänzle ist es einer der schönsten Schöpfungshymnen, die aus dem Mittelalter überliefert sind.

Der diesjährige Sankt-Georgs-Ritt war regnerisch und auf der Anhöhe des Rittes von einem frischen Wind begleitet. Es hatte genieselt. Doch es hätte auch schlimmer sein können, wie langjährige Reiter erzählten: „Es hatte auch einmal geschneit, ein eisiger Wind fegte uns entgegen. Die Pferde haben sich kurzerhand um 180 Grad gedreht und der Kälte ihren Hintern gezeigt haben“, erzählt einer. „So schnell konnte man gar nicht gucken, wie sich die Pferde gedreht haben“, fügte er hinzu.

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Mai 17, 2017
von upperswabia
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#rp17 – Analoges Familientreffen um digitale Gesellschaftsthemen

Anfang Mai startet die re:publica in Berlin. Ich ertappe mich immer noch dabei gedanklich in Berlin zu sein. Drei Tage, bei der ich mich mit Menschen treffe, die ich fast nur online sehe. Themen und Vorträge, die von dem „Digitalen“ in unserer Gesellschaft handeln. Sich freuen und gemeinsam traurig sein über Nachrichten und Enwicklungen. Diskutieren über das Gehörte und Gesehene auf den Vorträgen, den Podiumsdiskussionen, den Workshops. Wie verändert die digitale Welt unser Leben, was ist gut, was ist weniger gut. Selbst der Austausch, welche der Vorträge noch unbedingt angehört werden muss ist Gesprächsthema.

Die re:publica auch #rp17 ist Europas größte Digitalkonferenz. Es geht um den Einfluss der Digitalisierung in unser Leben. „Was passiert mit uns“.

Dieses Jahr stand die Konferenz unter dem Motto „LoveOutLout“. Hasskommentare, Trolle und Socialbots haben sich mit einer Selbstverständlichkeit im digitalen Leben breit gemacht. Es kostet Energie und Kraft, diese zu erkennen und damit umzugehen, darauf zu reagieren oder eben nicht. Auch ein wichtigtes Thema: Fakenews – wie können sie erkannt, eingedämmt und richtig gestellt werden.

 

 

Vivien Pein hat es in dem Plädoyer mit weiteren drei Podiumsmitgliedern zur Sprache gebracht. Wie gehen die Community Manager, die sich täglich mit Kommentaren auseinandersetzen damit um, dass das Internet ein guter Ort bleiben soll. Welche Überlebensstrategien werden entwickelt, um dem Sumpf von Hasskommentaren und den Trolle zu begegnen. Es braucht Humor und auch ein gutes Team, das auch mit seinen Aufgaben rotieren kann. Eine „Wall of Happiness“ ist hilfreich. Damit ist eine Wand gemeint, auf der die positiven Kommentare ausgedruckt angeheftet werden. Denn es gibt sie, die vielen positiven Kommentare.
Titel der Session: Ein Plädoyer für anständiges Community Management

In einer weiteren Gesprächsrunde mit Eva-Maria Lemke, Dr. Claus Kleber, Ralf Paniczek wurden Fragen aus dem Publikum beanwortet und diskutiert. Thema: Fakes, Leaks und Desinformation – Verlässlicher Journalismus im Nachrichtensturm.

Ein Zitat von Claus Kleber (44.10 min): „In Deutschland ist es möglich einen Schulabschluss zu machen, ohne einmal mitgekriegt zu haben, wie die Massenmedien, die man täglich liest, funktionieren“ regt zum Nachdenken an, wenn vielerorts von Lügenpresse gesprochen wird. Auch Klebers Zitat wirkt: „Wir haben mit Social Media Möglichkeiten zu recherchieren, Dingen auf den Grund zu gehen, die einfach unvorstellbar waren noch vor 10 Jahren, noch vor 5 Jahren. Es ist eine glänzende Zeit um Journalist zu sein. Doch es hat einen Haken“. In den letzten 15 Minuten sind meiner Meinung nach wichtige Fragen angesprochen worden. Übrigens die Kommentare und Bewertungen unter dem Beitrag auf Youtube zeigen, wie wichtig es ist, dass diese Diskussion hochaktuell ist.

Charmant wie Kleber mich dazu brachte ein Selfie zu machen. Er sagte: „Wenn Sie kein Selfie machen, dann gibt es kein Bild mit mir“. Ich hatte schon jemanden gefunden, der von uns beiden ein Bild mit dem Handy fotografiert hätte. Doch es war ihm ernst. Dabei mag ich keine Selfies. Ich verweigere mich normalerweise. Doch weil es schnell gehen musste, warf ich meine Prinzipien über Bord. Schon verrückt. Ich mag das Fotografieren mit Kamera oder Smartphone sehr – doch Selfies, geht gar nicht, mag ich nicht. Doch Kleber wollte es wissen. Wie konnte er es wissen? Daher – weil ein Dutzend von Menschen mit Mikro und Kamera schon auf ihn warteten, gab es ein schnelles Selfie in schwarzweiß. 😉

Tradition ist natürlich auf der #rp17 dem Mann mit dem roten Irokesenhaarschnitt – genannt Sascha Lobo – zuzuhören. Natürlich könnte man den Vortrag auch „nachhören“, doch in seinem Fall, ziemlich an seiner linken Seite in der Nähe sitzend, hatte ich das Gefühl sein Herz pochen zu sehen. Aus seinem Blickfeld sieht er tausende von Menschen vor sich. Und es sei verraten – er ist aufgeregt auch als Vollprofi. Link zu seinem Vortrag.
Ebenfalls ein Klassiker ist Prof. Dr. Gunter Dueck mit einem Vortrag: Flachsinn – über gute und schlechte Aufmerksamkeit.  Auch seine Vorträge genießen höchste Zuhörerdichte. Und wenige Tage nach der #rp17 schon tausenfach auf Youtube nachgehört – hier der Link Flachsinn.
Familiärer war danach mit Dueck und in überschaubarer Gruppe das #tasteup_de mit einem Whisky-Versucherle. Wir haben angestossen mit dem Satz „The same procedure like last year“.

Ja – es ist diese Unkompliziertheit, die einem auf der re:publica auf Schritt und Tritt begegnet, trotz 8000 Teilnehmern. Hierarchielos und respektvoll ist das Miteinander, fast immer. Ob Promi, Journalist, Autor, Blogger, Medienexperte, Gründer, Student – jeder spricht mit jedem oder hat die Möglichkeit dazu.

Beim Mittagessen sitzt am Nachbartisch Carolin Emcke, die aktuelle Friedensbuchpreisträgerin. In ihrem Vortrag reflektierte sie ihre Sicht auf das re:publica-Thema „LoveOutLoud“. Zitat: „Wer gedemüdigt und verletzt wird, wer verachtet und angegriffen wird, soll sich nicht selbst wehren müssen. Es braucht andere, die einstehen für die Würde jeder einzelner Person“, sagte sie. Weiter … „Diejenigen mit Arbeit müssen Rechte und Umverteilung einklagen für diejenigen ohne Arbeit“, so geht es weiter in ihrer Rede. Ein intellektueller Vortrag über das respektvolle Miteinander.

Thema Arbeit 4.0. Die Arbeitsministerin Andrea Nahles gab ihr Statement, warum für sie ein Bedingungsloses Grundeinkommen keine Lösung ist. Wenn man bedenkt, dass viele Journalisten, die ihren Job ernst nehmen, nicht mehr ihren Lebensunterhalt dafür verdienen können, steht Nahles Sicht zum Widerspruch zu den vorgenannten  Zitaten von Emcke und Kleber. Link zum Nahles-Vortrag:

Auch ein bemerkenswertes Phänomen. Im Jahre 2012 war die re:publica noch eher belächelt von den Politikern. Steffen Seibert, Regierungssprecher war der Erste, der  Social Media wichtig fand und gerne Twitter nutzt. Im Jahr 2017 standen nun drei prominente Bundesminister auf der Bühne: Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern, Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Übrigens die Vorträge, die aufgezeichnet und veröffentlich sind, sind auf dem Youtubekanal re:publica zu finden.

Bei über 500 Vorträgen in den drei Tagen kann nicht alles vor Ort gehört werden. Es ist sogar Utopie, diese alle im Lauf des Jahres auf Youtube nachzuhören. Trotzdem noch zwei Empfehlungen:

Vortrag: „Wir hab’n Polizei! – Chancen & Herausforderungen“ zum Link.
Es wird sehr gut erklärt, warum die Polizei, seit sie Social Media aktiv ist, viel Positives erfahren hat und diese Arbeit motivierend für die Polizeitarbeit ist.

Einer meiner Vorträge, die ich nocheinmal anhören werde stammt von Elisabeth Wehling: Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing ….
Da ist sehr viel Inhalt drin.

Basteln geht auch auf der #rp17 – Gut war im Makerspace einen Feinstaubsenor zusammen bauen zu können. Fantastisch wie diese Idee nun weltweit Mitmacher findet.
Um was geht es bei diesem weltweiten Projekt, das in Stuttgart begann: Interview mit Frank Riedel

Ich dachte ernsthaft darüber nach nicht mehr auf die re:publica zu gehen. Die Themen sind wichtig und beeinflussen das Leben. Auf dem Land werden jedoch diese Entwicklungen mit Abstand gesehen. Mein Besuch hat mir gut getan. Die re:publica ist für mich Zeichen eines positiven Nach-Vorne-Denkens. Neugierig auf das Neue zu schauen, was uns die digitale Zukunft bringt. Aufmerksam zu bleiben: „Was macht die Digitalisierung mit uns, mit mir.“ Eine Konferenz, die gesellschaftlich und politisch relevant ist – die Digitalisierung ist mittlerweile in allen Lebensbereichen angekommen. Re:publica-Gründer Andreas Gebhard sagte in einem Interview (Zitat aus DER Tagesspiegel): „Es ist die Konferenz der Fortschrittsfreunde. Aber auch derer, die vor der Digitalisierung Angst haben“. Die Änderungen sind rasant in vielen Bereichen wie Politik, Kultur, Bildung, Mobilität. So schnell, dass es einem schwindelig werden kann. Trotzdem. Für mich eine wichtie Konferenz, eine besondere Art von Familienfest.

 

 

 

 

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Mai 8, 2017
von upperswabia
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Offene Ateliers Region Bodensee Oberschwaben

Der VBKW (Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen in Baden-Württemberg) ist ein Berufsverband. Siebzehn Mitglieder aus der Region Bodensee Oberschwaben sowie weitere fünf Künsterlinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers an dem Wochenende 20. und 21. Mai 2017. Am Samstag ist von 13 bis 18 Uhr geöffnet und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
Fast alle der 22 Künstlerinnen und Künstler sind in dem geografischen Dreieck von  Bad Buchau (nordöstlich), Stockach (westlich), Konstanz (südlich) bis Friedrichshafen angesiedelt. Die Bildhauerin Ursula Walz öffnet ihr Atelier in Isny. Alle Kunstinteressierte sind herzlich eingeladen hinter die Kulissen schauen zu können.

Ateliers sind magische Orte

Programmflyer siehe unter Link

Anwander-Atelier-02

Atelier Anwander Hosskirch

Nachfolgend die Künsterlinnen und Künstler (alphabetisch), die ihre Ateliers geöffnet haben am Samstag 20. Mai (13-18 Uhr) sowie Sonntag 21. Mai (11-18 Uhr)

1  Reiner Anwander – Bildhauerei, Malerei
Seestraße 6, 88374 Hosskirch
Info, Webseite

2  Eva Baumgartl – Druck, Malerei
Druckwerkstatt und Atelier
Fohrenberg 22, 88709 Meersburg
Info, Webseite

3 Angelika Brackrock – Objekte
Daisendorfer Straße 4, Spekfabrik /Hintereingang
88690 Uhldingen-Mühlhofen
Info, Webseite

4  Ulrich Buckenmaier – Restaurierung, Malerei
Litscherweg 39, 88662 Überlingen
Info, Webseite

5 Gabriele Einstein – Malerei
Karlstraße 3, 88422 Bad Buchau
Info, Webseite

6  Brigitte Fuchs – Textilkunst
Zum Kretzer 2, 88662 Überlingen-Nußdorf

7  Alma Goering – Malerei
Lerchenstraße 6, 88094 Oberteuringen
Info, Webseite

8  Marcel Kalberer – Grafik, Zeichnung
Atelier im Wald, Hegelbach 7, 88634 Herdwangen
Info, Webseite

9  Joana Klakla – Malerei
Gast im Atelier Reiner Anwander
Seestraße 6, 88374 Hosskirch
Info, Webseite

10  Sabine Lipsky-Spiess – Objektkunst
Allmansdorfer Straße 39, 78464 Konstanz
Info, Webseite

11  D.A. Marbach – Malerei, PC-Grafik, Papierobjekte
Wuhrweg 9/1, 88348 Bad Saulgau
Info, Webseite

12  Helga Rost-Haufe – Malerei
Atelier im NEUWERK
Oberlohnstraße 3, 78467 Konstanz
Info, Webseite

13  Angèle Ruchti – Malerei
Schulstraße 12, 88662 Überlingen
Info, Webseite

14  Werner Schlotter – Bildhauerei
Richentalstr. 21, 78462 Konstanz
Info, Webseite

15  Gerd-Ulrich Schubert – Goldeschmiedemeister
Oberrehna Haus Nr. 3, 88633 Heiligenberg

16  Martin Schubert – Keramik
Johanniterstraße 3, 78333 Stockach-Hoppetenzell
Info, Webseite

17  Günther Henry Schulze – Fotografie
„Galerie im Kuhstall“, Riedheimer Straße 33, 88048 Friedrichshafen-Efrizweiler
Info, Webseite

18  Barbara Seifried – Malerei
Friedhofstr. 12, 88677 Markdorf

19  MaRo Siegl – Malerei, Grafik, Objekte
Stampfwiesen 23, 78333 Stockach-Zizenhausen
Info, Webseite

20  Ursula Walz – Bildhauerei
Blockwiesen 2, 88361 Isny

21  Daniel Wollmann – Malerei
Kolbental 3, 88367 Hohentengen
Info, Webseite

22  Erika Zehle
– Holzdruck, Malerei
Riedheimer Str. 33, 88046 Friedrichshafen
Info, Webseite

 

 

7  Susanne Färber – Malerei

Goldbacherstraße 45b, 88662 Überlingen

 

9  Doris Hertrich-Azesdorfer – Radierung, Zeichnung
Am Gohren 10, 88662 Überlingen-Andelshofen

10 Lars Höllerer – Malerei
Im Allikton 21, 88662 Überlingen
Info, Webseite

11 Daniela Jage – Malerei
Radolfzeller Str. 13, 78333 Stockach
(im Komplex Vollmer-Heimat-Werbeagentur
Einfahrt US-Cars-Haug)

12  Elke Körner – Textilobjekte
Turmgasse 8, 88662 Überlingen
Info, Webseite

13  Erika Lohner – Malerei
Dornierstraße 61, 88048 Friedrichshafen
Info, Webseite

14  Monika Rosenberger – Malerei
Radolfzeller Str. 13, 78333 Stockach
(im Komplex Vollmer-Heimat-Werbeagentur
Einfahrt US-Cars-Haug)
Info, Webseite

15  Kordula Schillig – Malerei
Atelier im Kuhstall
Riedheimer Straße 33, 88048 Friedrichshafen-Efrizweiler
Info, Webseite

 

17 Wolfgang Schmideberger – Malerei, Druck
Ringstraße 12, 88697 Bermatingen
Info, Webseite

18 Gisela Schröder-Fröhlich – Textildesign, Handweberei
In der Eck 27, 88662 Überlingen-Hödingen
Am Sonntag, 19.6. spielt die „Dirty-River-Jazzband“ von 15 bis 18 Uhr

19 Günter Henry Schulze – Fotografie
Atelier im Kuhstall
Riedelheimer Straße 33, 88048 Friedrichshafen-Efrizweiler
Info, Webseite

20 Barbara Seifried – Malerei
Friedhofstr. 12, 88677 Markdorf

 

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Mai 3, 2017
von upperswabia
1 Kommentar

Kunst kommt von Können: Pit Hülsmann

Feuerflammen aus einem Stück Lindenholz

Ist es paradox?
Ein loderndes Feuer wird aus einem hohlen Baum gesägt. Flammen, die aus totem Holz geschnitzt sind.

Pit Hülsmann hat ein Gespür für Gegensätzliches als auch für daraus Folgendes.

Schon als junger Mann hat er gerne mit Holz gearbeitet und kleinere Figuren geschnitzt. Studiert hatte er Metallurgie. Er weiß um die vielen Arten der Metalle, ihre Herstellung, wie diese verarbeitet werden und wie Qualität gemessen wird. Technisch. Millimetergenau. Sein Beruf führte den gebürtigen Westfalen vor über 40 Jahren nach Oberschwaben. Und nun im Ruhestand – oder eher Unruhestand – widmet er sich dem Material Holz. Mittlerweile auch in größeren Dimensionen. Technisch greift er nach verschiedenen Motorsägen. Da ruht die zwölf Kilogramm schwere Kettensäge neben der kleineren wendigen Carvingsäge in seiner Werkstatt. Zum letzten Feinschliff wählt er das Schmirgelpapier.

Seine Arbeiten sind je nach Holzart sehr schwer. Er arbeitet mit verschiedenen Holzsorten. Sein Faible gilt den Wörtern, dem Wortspiel. Der Arbeitstitel seiner Werkserie heißt „Worte zwischen Baum und Borke“. „Zwischen Baum und Borke entsteht neues Holz. Es fließen die Lebenssäfte. Hier werden die Jahresringe gebildet“, erklärt Hülsmann.

Er schnitzt die Buchstaben ins Holz, verleiht ihnen Tiefe, einen 3D-Effekt. Seine Arbeiten können von allen Seiten angeschaut werden. Er gibt zwei- drei- oder auch vierseitige verschiedene Ansichten des Holzobjektes. Dreht man das Objekt um 180 Grad, ist nicht erwartungsgemäß das Spiegelbild des vorderen Wortes zu sehen, sondern da steht ein anderes Wort. Wort folgt auf Wort – es inspiriert zum Weiterdenken. Wie und wann sich die Buchstaben innerhalb des Holzstückes verwandelt haben, bleibt offen.

Sein allererstes Werk hängt im Garten. SIE ER ES. SIE und ER auf der einen Seite. Auf der anderen Seite steht ES. An diesem Werk erkennt man noch, die einzelnen Kerbungen des Stemmeisens an dem massiven Holz herausgearbeitet.

Bevor er mir eines seiner jüngeren Werke zeigte, fragte er mich: „Welche Worte kann aus den Buchstaben von Regierung zusammengesetzt werden?“. „Das Wort Gier ist im Wort enthalten“, so meine Antwort. Er sagte: „Genug Irre“. „Versteh ich nicht“, war meine Reaktion und wir waren mittendrin in der Diskussion „Erwartungshaltungen an eine Regierung“. Übrigens hat der dieses Wortspiel aus einem  Mammutbaum herausgearbeitet. Der Baum hatte einen Durchmesser von 1,5 Metern und musste gefällt werden.

Seine Holzobjekte sollten meist frei stehen, da sie von allen Seiten betrachtet werden können. Sogar zwischen den Buchstaben kann geschaut werden.  Manchmal braucht es kurz, bis der Humor, die Doppeldeutigkeit erkannt wird. „Doch da reagieren die Betrachter auch ganz unterschiedlich“, weiß Hülsmann. Seine dreidimensionalen Wortspiele sind frech, auch widersprüchlich. Hilfreich ist sich von der vordergründigen Wortbedeutung zu lösen.

Skulptur „4 Tipps für eine gute Ehe“ Pit Hülsmann – Foto Veil-Köberle

Eine Unikat aus Redwood, dessen Wortspiel zeitlos ist, steht im Standesamt in Burgrieden.

Die leicht gedrehte vierseitige Holzstele trägt vier Wörter: „Verstehen, Vertrauen, Verzeihen, Verzichten“. Titel des Objektes: Vier Tipps für eine Glückliche Ehe.

Am meisten wird nach dem „lodernden Feuer“ gefragt, so Hülsmann. Er hat es in verschiedenen Varianten erschaffen. Jedes ein Unikat. Für Hülsmann ist dies  kunsthandwerkliche Arbeit. Beliebt sind auch seine massiven rustikalen Sessel. Sie sind aus Eiche oder aus dem Holz der Thuja gesägt.

Die Wortspiele in Holz ordnet er der Kunst zu, da sie einmalig sind. Er weiß um die Diskussionen.  Den Spruch: „Ist dat Kunst oder kann dat weg“ hat er auf einer runden Holzscheibe fixiert hat. Auch darüber lässt sich diskutieren, da hier verschiedene Assoziationen auftauchen. Hülsmann bleibt pragmatisch: „Mein wertvollstes Kaminholz ist eine Skulptur, die ich verschnitten habe“. „Das passierte anfangs mit der Motorsäge. Mittlerweile kann ich millimetergenau sägen“, fügt er lächelnd hinzu. Genau sein, gegensätzliches Ansprechen, Diskutieren und Vereinen sind kein Paradox.

Kontakt zu Pit Hülsmann, Orsenhausen über Telefon  073 53 916 98

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April 28, 2017
von upperswabia
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Führerschein für die Kutsche mit zwei Pferden

Ich hab ihn nun. Den umgangssprachlich genannten Kutscherführerschein. Offiziell nennt sich das Fahrabzeichen FA5. Es ist die erste Stufe im Ausbildungsplan mit praktischer Prüfung um mit einem Pferdegespann zu fahren. Voraussetzung für das FA5 Prüfung ist der Basispass für Pferdekunde.  Folglich wurde diese Prüfung auch absolviert.

Warum macht man diese Fahrprüfung?
Bisher war es nicht zwingend einen Führerschein zu haben, um ein Pferdegespann lenken zu können. Allerdings falls etwas passiert, es zu einem Unfall kommt, frägt die   Versicherung immer öfter nach den Fahrkompetenzen. Somit wird mittlerweile empfohlen das Fahrabzeichen zu machen.

Was sind die Lerninhalte?
Im Basispass wird geprüft wie mit einem Pferd umgegangen wird. Wie erkenne ich die Signale, die ein Pferd mir sendet. Angelegte Ohren beim Pferd ist ein Warnzeichen, es bedeutet für mich wachsam zu sein. Die Pferdepflege, die Pferdegesundheit, dessen Stall und die Bewegung sind Themen, die ausführlich in der Theorie und auch praktisch besprochen und geprüft wurden. Bedeutung hat auch die Unfallverhütung und das Tierschutzgesetz.

Die Inhalte vom Basispass sind Grundlage für das Fahrabzeichen und werden abgefragt. Dazu kommt beim Fahrabzeichen das sachgemäße Aufschirren, Anspannen und danach wieder Ausspannen und Abschirren eines Ein- und/oder Zweispänners. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit den Leinen (Zügel im Reitsport genannt). Denn diese sind sozusagen das Lenkrad und die Verbindung zum Pferd. Das korrekte Halten und Abmessen der Leinen, die Leinenverschnallung, die die Kutsche mit dem Pferd verbindet ist Schwerpunkt. Auch die Peitsche gehört dazu und sollte ruhig in der Hand liegen. Sie dient als verlängerter Arm, um das Pferd zusammen mit der Stimme anzu sprechen. Beim Reiten kann mit Schenkeldruck auf die Bewegung reagiert werden. Auf dem Fahrersitz fehlt diese Hilfe, daher ist der verlängerte Arm wichtig, diese lange Gerte notwendig.

Wie es mir so erging …
Ich bin schon oft und viel auf einer Kutsche mitgefahren, doch die Leinen hatte ich nicht in der Hand. Auch beim Vorbereiten der Kutschfahrt stand ich bei den Pferden, doch um das Equipment habe ich mir keinen Kopf gemacht. Das Ledergeschirr, das dem Pferd ermöglicht an eine Kutsche angespannt zu werden besteht aus vielen kleinen Einzelteilen. Es sind viele neue Wörter, neue Vokabeln, neue Handgriffe zu lernen. Was ist eine Oberblattstrippe? Was ist ein Oberblattstößel? oder was ist ein Leinenführungsring? Auch die angenähte Schweifmetze gehört zum Brustblattgeschirr. Das Skelett der Pferdes wurde mit weit über 50 Wörter benannt –  vom Strahlbein bis zum Hinterhauptsbein. Und hin und wieder nannte ich die Stränge Strippe. Die Eselsbrücke meiner Kutschlehrerin Anita half mir, dass ich die Begriffe nicht mehr verwechselte. 😃 Kurzum – faszinierende Wörter, die ich bisher nicht kannte und im Sprachgebrauch hatte.

Die Peitsche konnte ich anfangs nicht halten. Zu wenig Kraft im Handgelenk. Jede Fahrstunde hielt ich sie etwas länger in der Hand. Ziel ist dieses lange Teil ruhig zu halten. Das ist gar nicht so einfach.  Fingerfertigkeit ist nötig um die Leinen zu halten. Verschiedene Griffe (Verkürzen, Verlängern der Leinen) müssen in der jeweiligen Situation angewandt werden. Da heißt es: Üben, üben, üben. Unter Prüfungsstreß war ich übrigens kurz im konsequenten Rechts-Links-Verdrehen. Ich gestehe, diese Art von Lernen hab ich schon lange nicht mehr praktiziert. Handgriffe lernen und weniger digitale Inhalte lesen und sich merken. Daher es ist ein faszinierender Lernzustand, wenn die Griffe, Handbewegungen sozusagen ohne Nachdenken, automatisiert geschehen.

Gelernt und gefahren bin ich mit dem Haflingergespann Dino und Barnie der Fahrgespann-Ausbilder Alwin und Anita Kunz aus Tannheim im Illertal. Er hat den Theorieunterricht kompakt gehalten und mit Ruhe, Humor und Gelassenheit immer wieder die Themen wiederholt. Meine Fahrstunden hatte ich bei seiner Ehefrau Anita, die mit ihrer Ruhe, Beharrlichkeit geduldig und sehr gut erklärend meine Lernfortschritte förderte. Der Fahrlehrgang ist laut Lehrbuch angelegt zwischen 80 und 120 Unterrichtseinheiten. Tatsächlich waren es unter 80 Unterrichtseinheiten. Ohne Fahrkenntnisse bin ich in den sieben Wochen bis zu dreimal wöchentlich am Vormittg Kutsche gefahren. Waren anfangs die Sträucher und Bäume noch etwas kahl, konnte fast täglich zugeschaut werden wie die Vegetation frühlingshaft sich entfaltet. Von daher es macht sehr viel Spaß mit zwei Pferdestärken unterwegs in der Natur zu sein und sich auch auf die Pferde einzulassen, was diese so alles am Wegesrand sehen. Anstrengender sind die Fahrten auf der Landstraße bei hohem Verkehrsaufkommen mit den teilweisen aggressiven Autofahrer und Autofahrerinnen.

Mitmacher:

Unser Fahrkurs bestand aus sechs Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren. Alle haben das Fahrabzeichen bestanden. Zur Prüfung der Basispferdekunde kam noch die 9jährige Pia hinzu. Yeah. Natürlich haben wir anschließend gemeinsam gefeiert. 😀

Auf dem Foto sind die sieben Prüflinge, die zwei Prüfer, unsere beiden Fahrlehrer Anita und Alwin und natürlich die Haflinger Barnie und Dino.

 

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April 22, 2017
von upperswabia
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Katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist Ummendorf

Oberschwaben und Barock wird oft in einem Atemzug genannt. Entlang der oberschwäbischen Barockstraße liegen einige beeindruckende Kirchen und Wallfahrtsorte. Oberschwaben ist ländlich geprägt und hat dabei eine sehr wechselvolle Geschichte mit den weltlichen Herrschaften. Die vielen Klöster trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass auch viele kleinere Gemeinden überraschend schöne Kirchen haben. So auch in Ummendorf. Hell freundlich im barock-klassizistischen Stil ist die St. Johannes Evangelist im Jahre 1805 wiedererbaut worden.

St. Johannes Evangelist Ummendorf

Blick in die Ortschronik
Die ältesten entdeckten Spuren im Ortsbereich werden auf die Römerzeit datiert. Es wurden Reste aus einer Ziegelbrennerei die ca. 260 nach Christus ihre Aufgabe hatte. Es gibt auch Spuren nach 650 n.Chr. von den Alemannen. Urkundlich erwähnt ist das Dorf, das 1172 n.Chr. zuerst im welfischen und ungefähr 20 Jahre später im staufischen Dienst stand. Das wichtige Marshallamt von Kaiser Friedrich II hatte der Ummendorfer Hermann inne. Er verantwortete Pferde und Reiter. Ummendorf lag sozusagen auf dem Weg nach Italien für Kaiser Friedrich.

Einige Jahrhunderte später kam Ummendorf samt Pfarrei zur Prämonstratenser Abtei Weißenau. Als dort eher die Geldnot regierte wurde das Dorf 1554 an den Augsburger Patrizier Matthias Manlich verpfändet. Übrigens seine Erben verkauften die Herrschaft 1565 für das 500fache an die Benediktinerabtei Ochsenhausen.
Das Schloss Ummendorf baute Manlich im Jahre 1555.

Chronik der Pfarrkirche Ummendorf
Doch zurück zur Pfarrkirche, die Johannes dem Täufer, Evangelist gewidmet ist. Sie stand schon lange an diesem Ort. In der Pfarrkirche wurde 1239 Judintha von Essendorf bestattet. Kirchlich gehörte die Gemeinde zum Bistum Konstanz. Über das früh- und hochmittelalterliche Gotteshaus ist wenig bekannt. Größere Umbauten sind in der Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgt und dokumentiert. Die Kirche erfuhr einige Umbauten. Zuerst spätgotisch und nur wenige Jahrzehnte später folgte dann ein Spätrenaissancebau. Im Jahr 1717 wurde der Grundstein für eine hochbarocke Wandpfeilerhalle gelegt. Im Turm hingen fünf Glocken. Die Freude an der Barockhalle währte nicht lange Generationen. 1803 brach im Chorraum wieder Feuer aus und zerstörte den Kirchenraum komplett. Stehengeblieben sind die Außenmauer und der Turm. In Rekordzeit wurde dann zwei Jahre später das spätklassizistische Gotteshaus eingeweiht, so wie wir es heute noch weitestgehend besichtigen können. Die Kirche ist mitten im Dorf. Wenige Familiengräber erinnern an diesen Friedhof. Die Sakristei verbindet das Kirchengebäude mit dem Turm.

Der Kircheninnenraum

Der Innenraum ist kreuzförmig mit kurzen Querarmen. Der Saal ist 14 Meter hoch, 30 Meter lang und 19 Meter breit. Im Chorbogen ist noch das Wappenschild des Hauses Metternich zu erkennen. Der Altar, die Kanzel und der Taufstein sind klassizistisch geprägt. Liturgische Mitte ist der Volksaltar (1979) als Tisch des Brotes. Die Nebenaltäre, die Kanzel, die Beichtstühle, das Deckengemälde, der Stuckdekor, die Heiligenfiguren zeugen von einer Frömmigkeit über viele Generationen hinweg.

Blick zum Altar St. Johannes Evangelist Ummendorf

Die Wandbilder im Kirchenschiff zeigen Porträts von Jesus und den zwölf Aposteln. Der Skulpturenschmuck ist auch heute noch ein Hingucker. Dazu gehört der große Palmesel, der meist im Südschiff steht, doch zu Beginn der Karwoche die Prozession begleitet. Die 14 Kreuzwegreliefs (1881) im Chorraum wurden von Bildhauer Lämmle für die Stationskapellen am Kreuzberg erstellt.

Geschnitzte Reliefs der Kreuzwegstationen von Bildhauer Lämmle

Skulptur St. Johannes Evangelist Ummendorf

Skulptur St. Johannes Evangelist Ummendorf

Kruzifix im hinteren Kirchenraum St. Johannes Evangelist Ummendorf

Ein Kruzifix ist im hinteren Kirchenraum zu sehen. Die Skulptur Franz von Assisi schaut zu Jesus am Kreuz empor.

Eine Besonderheit ist auf dem marmorierten Holz aufgebauten Seitenaltar zu sehen. Die spätgotische Madonna gilt als Spätwerk des Bildhauers Hans Multscher. Der Bildhauer und Maler war Mitinitiator der Künstlergruppe „Ulmer Schule“. Ulm war das Zentrum der Spätgotik im süddeutschen Raum, das bis nach Südtirol, Graubünden und auch Franken diesen realistischen Kunstduktus ausstrahlte.

Skulptur Maria mit dem Kind

Übrigens die Ummendorfer Pfeifenorgel ist Rankenwerk, Engeln und Putten verziert. Die Kirchenorgel gehört zu den größten im Dekanat und Landkreis Biberach.

Orgel der St. Johannes Evangelist Ummendorf

Ort: St. Johannes Evangelist, Biberacher Straße 6, 88444 Ummendorf

Link zu Historische Daten und Fakten Ummendorf

Deckengemälde St. Johannes Evangelist Ummendorf

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April 16, 2017
von upperswabia
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Bussen der Heilige Berg Oberschwabens

Bussen Wallfahrtskirche Oberschwaben

Der Bussen ist ein Berg in Oberschwaben und 767 Meter hoch. Er gilt als höchste Erhebung zwischen Donau und Bodensee. Vermutlich waren schon die Kelten 1000 Jahre vor Christus auf dem Berg.

Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist auch Bussenkirche

Erstmalig erwähnt wurde der Bussen 805 n.Chr. als der Bussen dem Kloster St. Gallen von zwei Adeligen geschenkt wurde. Der Bussen hatte viele Besitzer. Die Truchsesse von Waldburg erbauten 1516 eine Kirche auf dem Berg. Chor und Turm der heutigen Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist stammen aus dieser Zeit. Die Truchsessin von Waldburg stiftete das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes. Seit dieser Zeit ist die Marienwallfahrt belegt. Das Gnadenbild wurde 1584 stark beschädigt. Truchsessin Eleonora ließ ein neues Gnadenbild anfertigen, das heute noch zu sehen ist.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sehr viel zerstört in Oberschwaben. Wundersamer Weise blieb die Bussenkirche unversehrt wurde jedoch ausgeraubt. Anfang des 18 Jahrhunderts wanderten viele wieder in Richtung Ungarn aus. Maria Hall aus Dietelhofen nimmt eine Muttergottesstatue aus der Bussenkirche und bringt sie nach Hajós in Südungarn. Dadurch entstand dort ein Wallfahrtsort. Eine Kopie dieser Muttergottesstatue ist in der Christuskapelle zu sehen.

 

Unter Pfarrer Josef Paul wurde 1960 die Bussenkirche erweitert. Die Fenster wurden von Prof. Wilhelm Geyer aus Ulm geschaffen. Im Chor sind drei hohe Fenster.  In der Mitte tragen vier Engelpaare die Leidenswerkzeuge Jesus Christi zur Dreifaltigkeit empor.

Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist am Bussen – Karfreitag

Die Fenster der rechten Seite im Kirchenschiff stellen die Lichtseite dar. Es sind die sieben Freuden Marias dargestellt.

Die Fenster der linken Seite sind dunkel gestaltet, es ist die Schattenseite. Sie stellen die sieben Schmerzen Marias dar.  21 Ringe auf der rechten Seite und 21 Ringe auf der linken Seite stellen den Stammbaum Jesu dar, die 42 Generationen von Abraham bis Jesus.

An der Rückwand, unter der Orgel sind die sogenannten Bussenheiligen dargestellt. Karl der Große, seine zweite Gemahlin Hildegard, deren Bruder, der Heilige Gerold und die selige Adelindis von Bad Buchau. In den Fenstern der Rückwand sind Heilige und Selige aus der Gegend um den Bussen dargestellt.

Der Bussen ist mit seiner einmaligen Aussicht, seiner Schlichtheit und Bescheidenheit und mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes auch in unseren Tagen ein Anziehungspunkt, wie die Einträge im Gästebuch zeigen. Der Bussen hat eine Mystik, der sich viele nicht entziehen können.

Auf der Ostseite steht ein Turm, der von der ehemaligen Burg stammt. Er bietet eine wunderbare Aussicht in Richtung Ulm und der Schwäbischen Alb.

Nachfolgend ein Blick zu den Alpen – die an diesem Tage nicht zu erkennen waren.

Eine detailreiches Panoramabild an der Kirchenmauer angebracht, zeigt in welcher Richtung die Alpengipfel bei Fönwetterlage und Weitsicht zu erkennen sind.

Bussen Blick zu den Alpen

Ort nach Google Map. Bussen, 88524 Uttenweiler

 

 

 

 

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