Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

Dezember 12, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Die Schwaben – zwischen Mythos und Marke

Im Alten Schloss in Stuttgart widmet sich bis Ende April 2017 eine Ausstellung dem Thema Kunst und Kultur in Schwaben.

Plakat zur Sonderausstellung Die Schwaben

Plakat zur Sonderausstellung Die Schwaben im öffentlichen Raum

Diese Sonderausstellung ist natürlich auch empfehlenswert für den Oberschwaben und die Oberschwäbin. Nett startet mein Besuch schon am Empfang, als ich die Postleitzahl angab und mit dem Satz begrüßt wurde: „Oh, sie kommen sogar von Bayern“. Ich atmete tief ein, blieb ernst, schaute nach den hinter mir Wartenden und sagte kurz: „Nein – es ist Oberschwaben und liegt in Baden-Württemberg“.

Ja – auch nach über 25 Jahren ist es in Baden-Württemberg noch nicht überall durchgesickert, dass Orte mit 8er-Postleitzahl nicht automatisch in Bayern liegen.
Im ersten Ausstellungsraum besingt mich das Duo Äffle und Pferdle mit dem Bananenblues an. Dann folgen Filmausschnitte mit Herrn Binzle, Herrn Pfleiderer und Herrn Häberle. Breit schwäbisch schwätzend, so dass ich mit besorgtem Blick auf die Italiener schaute, die neben mir stehen. Wie sich das wohl für Nichtmuttersprachler anhört, fragte ich mich. Jedenfalls auch auf meinem Audioguide wurde schwäbisch erklärt und ich verstand es. Denn Schwäbisch isch nicht gleich Schwäbisch.

Der Blick geht auf die Exponate. Im ersten Schaukasten stehen die „Sieben Schwaben“ als Tonfiguren. Hergestellt wurden diese Figürchen von Anton Sohn, der 1769 in Kümmerazhofen bei Bad Waldsee geboren wurde. Er wurde auch bekannt für seine zeitkritischen Karikaturen.

Neu war für mich, dass unser Beistelltisch zu Hause nach dem Sgabillo (Ulmer Hocker) von Max Bill aus Ulm nachempfunden wurde. Und zum Thema „Häuslebauer“ folgte das Statement: „Die Schwaben sind weltoffen und weit gereist, aber auch verdruckt und hocken am liebsten im eigenen Häusle“ – doch dazu später noch ein Hinweis. Imposant ist der wohl höchste Kirchturm in Schwaben, ja sogar der Welt – das Ulmer Münster. Und so steht ein Modell aus Lego imposant in der Ausstellung. Auch die Nachbildung des Hubschrauberflugfahrrades von Gustav Messmer kann genau angeschaut werden.

In der Auswahl der bekannten Persönlichkeiten aus Schwaben stand schon Bärbel Stolz dabei. Neben mir standen Ü70 Besucher, die meinten „dr Name sagt mer nix“. Auch als Prenzlschwäbin war sie für die drei Besucher vollkommen unbekannt. Das Internet isch halt auch noch nicht ganz erforscht. Übrigens der Ferdinand Porsche isch koi Schwob, dafür Claus Kleber.

Gelernt habe ich, dass die Bezeichnung Sueben auf eine germanische Stammesgruppe zurückzuführen ist. Und aus dem Wort „Sueben“ hat sich der spätere Stammesname „Schwaben“ abgeleitet. Geschichtlich werden die Zusammenhänge einfach erklärt. Der Sprecher war mir irgendwie vertraut. Später mehr.

Das Sprichwort aus dem 15. Jahrhundert musste ich 2mal lesen: „Hier stehen wir Helden, sagte der Frosch zum Schwaben“. Anmutig war die Heilige Maria Magdalena aus dem Kloster Heiligkreuztal bei Riedlingen. Der Bildhauer Hans Multscher war berühmt für seine sehr detailgetreuen naturalistischen Gesichter und seine üppig fallende Gewänder.

Historisch betrachtet gab es in Schwaben, dazu gehörte auch Konstanz, Ulm und Augsburg immer wieder verschiedene politische, kulturelle als auch künstlerische Zentren in den jeweiligen Epochen. Ob es um Themen wie Astronomie, Gold- und Schmiedekunst, Kirchenmalerei, Bildhauer und Erfindergeist drehte – es waren viele gscheite Köpfle im Ländle unterwegs. Allerdings sei auch erwähnt, dass von den Literaten wie Schiller, Hegel, Uhland, Hauff und Mörike der Hang zu einer romantischen Verklärung immer mitschwingte.

Übrigens ist auch das Triptychon von Biberach ausgestellt.  Es zeigt drei verschiedene bemalte Wandtafeln. Auf einem der Tafeln sät ein Bauer auf dem Acker ohne maschinelle Hilfsmittel. Die mittlere Tafel zeigt den Blick auf die Reichsstadt Biberach. Der Maler Adolf Hildenbrand malte diese drei Bilder für die Sparkasse Biberach im Jahre 1938. Es zeigt eine Stadt ohne Autos, Fabrikgebäuden, Elektroleitungen und Eisenbahn, obwohl es diese gab. Für Hitler galt Oberschwaben als das idealistische Bild für die schwäbische Tugendhaftigkeit. Sogar das „Urtum des Deutschen“ wurde in Porträts von Bauern hinein interpretiert.

In einem weiteren Bereich der Ausstellung ist ein Sprachlabor eingerichtet. Dort kann die verschiedenen Bedeutungen, Betonungen von Begriffen gehört und gelesen werden. Es ist Martin Luther (1483 bis 1546) zu verdanken, auch der entstehenden Buchdruckskunst, dass sich ein Hochdeutsch als Schriftsprache entwickeln konnte.

Ein weiterer Aspekt in der Ausstellung gilt den Schwabenklischees. So wurden zwar die ersten Bausparkassen in Schwaben gegründet, doch die meisten Häuslesbesitzer sind im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Erst an dritter Stelle folgt Baden-Württemberg.

Und zum Thema „Schwäbische Spätzle“ hatte ich noch nie unterschieden zwischen einem  Spätzleschwob, einem Spätzlewunder oder was ein Spätzleshaker ist. Diese Hilfsmittel können sogar im Museumsshop gekauft werden.

Am Ende des Ausstellungsrundgangs verabschiedet der Audioguideführer mit dem Hinweis sich auch ins Gästebuch einzutragen. Und der Schwätzer war kein geringerer als Dodokay alias Dominik Kuhn. Hatte ich es doch geahnt. Nett wars in der Ausstellung. Ach – das sei noch erwähnt: Karl und Renate aus Biberach schrieben ins Gästebuch: „Oberschwaben isch s’kurz komma“.
Mit Kindern geht man auch ins Kindermuseum. Es ist eine Mitmachausstellung mit dem Titel die 7 Superschwaben. Die schaue ich mir beim nächsten Mal an.

https://www.landesmuseum-stuttgart.de/besucherinformation/

Ort: Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

Dezember 11, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Besuch der Villa Reitzenstein Stuttgart

Die Villa wurde 1910 in der Gänseheide in Stuttgart erbaut. Im Park kann zum Fernsehturm geblickt werden und auf die Landeshauptstadt, die sich im Tal ausbreitet. In der Villa Reitzenstein residiert der Ministerpräsident des Bundeslandes Baden-Württemberg. Und auch das Staatsministerium ist seit 2016 im nahegelegenen neu gebauten modernen Bau, dem Eugen-Bolz-Haus, untergebracht.

Doch zurück zur Geschichte der Villa Reitzenstein. Gebaut hat sie Helene von Reitzenstein. Sie war einer der beiden Töchter des Buchverlegers und Multiunternehmers Eduard von Hallberger, der auch die Deutsche Verlagsanstalt gründete.  Geboren ist sie 1853. Mit 23 Jahren heiratete sie den fünf Jahre älteren preußischen Rittmeister Carl Friedrich Freiherr von Reitzenstein. Ob es der Adelstitel war oder der Wunsch nicht mehr bei den Eltern leben zu müssen. Sie war sehr reich, reicher als ihr Ehemann und doch war es eine unglückliche und kinderlose Ehe. Carl Friedrich starb am Roulette-Tisch in Baden-Baden. Mit 43 Jahren wurde sie Witwe. Sie macht das Beste aus dieser Zeit und reiste. Ihre Freundin Charlotte, zweite Frau des Königs von Württemberg war elf Jahre jünger. Nach einer Weltreise entschloss sich Helene auf der Gänseheide zu bauen. Damals galt guter Geschmack und der beste Blick über den Talkessel erstrebenswert und weniger der Protz und Pomp. Wer heute im Park der Villa Reitzenstein steht kann ahnen, wie grün von Wald und Wiesen gesäumt sich damals der Ausblick ausbreitete.

Helene von Reitzenstein beauftragte die zwei Architekten Schlösser und Weirether. Die jungen Architekten sollten Reisen und den besten Plan mitbringen. 1910 wurde die Villa gebaut. Der Stil eher klassizistisch, dem höfischen Baustil zugewandt als nach den Trends der Zukunft orientiert. Im nachhinein erzählen die mittlerweile berühmten Architekten vom Auftrag ihres Lebens. Helene von Reitzenstein hatte auch die Idee mit ihrer verwitweten Freundin Königin Charlotte von Württemberg in der Villa zusammen zu leben. Das hatte allerdings Charlotte nie vor. So verlor auch Helene das Interesse an der Villa und verkaufte sie.  1925/1926 verkaufte sie die Villa für einen Siebtel der ursprünglichen Baukosten, so die Überlieferung. Helene von Reitzenstein zog nach Darching am Starnberger See und kehrt nie wieder lebend nach Stuttgart zurück.

villa-reitzenstein-01 villa-reitzenstein-02 villa-reitzenstein-03

Der zweite Staatspräsident von Württemberg, Johannes von Hieber kaufte also das repräsentative Haus und so begann die Ära der Villa Reitzenstein als Sitz von Staatsmännern und Ministerpräsidenten. Die berühmte Bibliothek galt viele Jahre als der schönste Raum und diente für besondere Gäste um wichtige Gespräche zu führen.

Politisch gesehen haben die Gemäuer der Villa Reitzenstein viel erlebt. Das von der Erbauerin eingerichtete Raucherzimmer hatte bei seiner Renovierung vor wenigen Jahren eine dicke Schicht Ruß an den Wänden angesammelt. Bei der Generalsanierung wurden die originalen Wandvertäfelungen mit ihren feinen Holzintarsia sowie den eingearbeiteten Perlmutfiguren vom Ruß befreit und somit wieder sichtbar.

Nach dem aufrechten Staatsmann Eugen Bolz folgte der skrupellose Wilhelm Murr. Es folgt die Zeit der NSDAP. Neun Ministerpräsidenten ab 1952 sind seither in der Villa Reitzenstein tätig gewesen. Aktuell ist es Minister Wilfried Kretschmann. Die Villa Reitzenstein wurde von 2012 bis August 2015 generalsaniert und das ehemalige Gebäude für das Staatsministerium wird abgerissen und das Eugen-Bolz-Haus errichtet. Der Park der Villa Reitzenstein wird im Frühjahr/Sommer für 14 Samstage den Bürgern eröffnet. Im August 2015 bezieht der Ministerpräsident die Büroräume in der Villa Reitzenstein. Am 18. November 2015 wird die Villa Reitzenstein eröffnet. Das neue Büro- und Kantinengebäude wird im April 2016 bezogen.

Zurück zu den Räumlichkeiten. Ein Blick in das Gobelinzimmer. Die drei wertvollen Wandteppiche wurden von Helene von Reitzenstein gekauft und stellen Frühling, Sommer sowie Herbst und Winter dar. Herbst und Winter ist übrigens auf einem Wandteppich abgebildet. Dieser Raum diente als Speisezimmer. Bei der Renovierung wurde die Decke mit einer lichtgebenden Kassettendecke ausgestattet, so dass er mittlerweile als ein heller Besprechungsraum genutzt wird.

In der Empfangshalle sind schon viele wichtige Persönlichkeiten empfangen worden wie Wladimir Putin, Jassir Arafat oder der Dalai Lama.

Auffallend im blauen Saal ist die Wandtapete und der Kronleuchter aus wertvollem Muranoglas.

Weiterhin sind an den Wänden die Porträts der Ministerpräsidenten angebracht. Lothar Späth, Erwin Teufel, Günther Oettinger. Oettingers Porträt wurde am 26. Januar 2016 enthüllt. Es zeigt links neben seinem Kopf ein Einschlussloch. Die Künstlerin Anke Doberauer möchte es als Hinweis auf das kriegerische Jahr 2015 sehen. Oettinger kommentierte es spontan mit „Tatort Baden-Württemberg“.

Empfangssaal der Villa Reitzenstein

Empfangs- und Ordenssaal der Villa Reitzenstein

Detail der Wandtapete im Blauen Saal der Villa Reitzenstein

Detail der Wandtapete im Blauen Saal der Villa Reitzenstein

Bibliothekssaal Villa Reitzenstein

Bibliothekssaal Villa Reitzenstein

kabinettsaal-villa-reitzenstein

Kabinettsaal Villa Reitzenstein

oettinger-villa-reitzenstein

Porträt von Minister Günther Oettinger

holzwanddetail-kaminzimmer

Detail Wand Holzintarsien Villa Reitzenstein

Buchtipp: Wer mehr über die Villa Reitzenstein, ihre wechselvolle Geschichte, Anekdoten der Staatsmänner und Ministerpräsidenten lesen möchte, empfehle ich das Buch „Die Villa Reitzenstein – Macht und Mythos“ von Thomas Borgmann empfohlen. (ISBN 978-3-8425-1446-1)

Ort: Villa Reitzenstein, Eingang Richard-Wagner-Straße 15, 70184 Stuttgart

 

Dezember 7, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Industriestaub in Oberschwaben

rauhreif-pflanzen-02Früh am Morgen kann es in Oberschwaben nebelig, kalt und mit Geduld wird es sonnig. Die Gräser, Pflanzen, Bäume sind in einen Rauhreif eingekleidet. Wunderschön und faszinierend.
Als ich allerdings um die Mittagszeit zum Bahnhof fuhr war ich doch überrascht über den Schneezuckerguß. Kurze Zeit später hörte ich von einem Jungen das Wort „Industrieschnee“. Zuerst dachte ich: Oh, wieder eine neue Wortkreation. Wir fuhren auch gerade an einem Industriegebiet vorbei, das mit Schnee leicht bedeckt war.  Für mich war das Wort neu.

Das Wort fiel aber immer wieder an diesem Nachmittag. Es bezeichnet ein Wetterphänomen kombiniert mit erhöhter Schadstoffbelastung in der Luft. Damit Industrieschnee entstehen kann sind folgende Wetterbedingungen erforderlich: Nebel oder Hochnebel. Eine Temperaturwechsel in Bodennähe, sozusagen eine Inversion. Die obere Luftschicht ist wärmer als die untere. Bei geringer Luftbewegung und Temperaturen unter Null gefriert dann der Wasserdampf. Das ganze spielt sich in geringen Höhen ab (100 bis 200). Der Schnee ist sehr feinkörnig und haftet auch, wo der klassische Schnee nicht liegen bleiben würde. Er wirkt wie glitzender Schneestaub.

Industrieschnee heißt er, weil er lokal oft in Städten fällt, die stärker mit Schadstoffen belastet sind.

Während im Umland noch Nebel oder Hochnebel zu sehen war, um die Mittagszeit dann die Sonne scheinte, lag in Biberach an der Riß Schnee auf den Dächern, der sich zwar im Lauf des Nachmittags verschwand, doch gegen Abend wieder zurückkehrte.  Im Umland war allerdings nur Nebel.

industrieschnee-biberach

Bahnhof in Biberach – alles ist weiß. Doch der Schnee fühlt sich anders an. Industrieschnee.

industrieschnee-biberach-strauch

Ein Strauch am Abend dicht mit Schnee bedeckt

Dezember 1, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Federsee an einem frostigen Tag

Egal zu welcher Jahreszeit – der Federsee bei Bad Buchau in Oberschwaben verzaubert und lohnt immer wieder einen Besuch. Mit jedem Schritt und Blick in dieses 33 km² große Naturschutzgebiet kommt das Lächeln zurück.  1,5 Kilometer ist der Steg lang, der auf Pfählen in dem größten süddeutschen zusammenhängenden Moorgebiet verläuft. Der sichtbare See ist 1,4 km² groß und es sind immer wieder Vögel zu sehen. Egal ob ruhend, fliegend oder nach Nahrung suchend.

Auf dem Bild 1 – Blick auf den Steg mit seinem mittäglichen Schattenspiel. Auf dem zweiten Bild sind gefrorene Seerosen mit Eis, Rauhreif bedeckt.

Parkplatz liegt nahe am Eingang zum Steg. Ebenfalls an diesem Parkplatz ist das Federseemuseum Bad Buchau, das im Winter geschlossen ist bis Ende März. Auch der Fußweg zum Wackelwald beginnt hier.

Ort: Federseemuseum, August-Gröber-Platz, 88422 Bad Buchau

federseesteg-02

Seerosen in Frost gewickelt – Foto Inge Veil-Köberle

federseesteg-01

Der lange Steg zum Federsee – Foto Inge Veil-Köberle

November 18, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Adventsmarkt vor dem 1. Advent

Und schon geht es los an diesem Wochenende. Die ersten Adventsmärkte öffnen ihre Tore.
Im Laufe der Woche folgt die Übersicht der Advents- und Weihnachts- und Christkindlesmärkte fürs nächste Wochenende. Doch wer sich langsam einstimmen möchte …  in die Adventszeit:

adventskraenze

 

Samstag, 19. November, 10 Uhr
Adventsmarkt und Skibasar Rissegg
Ort: Bischof-Sproll-Bildungszentrum, Rißegger Str. 8, Biberach-Rissegg

Samstag, 19. November
32. Vogter Adventsmarkt
Ort: Innenbereich der Allgäutorhalle, Vogt

Samstag, 19. November bis Sonntag, 20. November
Fest zur Einstimmung auf den Advent
Info
Ort: Kloster Bonlanden, Berkheim

Samstag, 19. November bis 20. November
Advents- und Kunstmarkt
Ort: Schussenrieder Bierkrugstadel, Bad Schussenried

Samstag, 19. November, 10 – 19 Uhr
21. Dorf- und Weihnachtsmarkt
Ort: Festhalle, Bodnegg

Samstag, 19. bis 20. November
Adventsmarkt Schemmerhofen
Ort: Mühlbachhalle, Schemmerhofen

Sonntag, 20. November, 11 bis 17 Uhr
Adventsmarkt Waldorfschule
Ort: Waldorfschule, Biberach

Montag, 21. November bis Donnerstag, 22. Dezember 2016
Ulmer Weihnachtsmarkt
Info
Ort: Münsterplatz in Ulm

Mittwoch, 23. November bis Sonntag, 27. November
Weihnachtsmarkt Schloss Großlaupheim
Info
Ort. Schloss Großlaupheim, Laupheim

November 17, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

6. Bad Saulgauer Offene Ateliers

Offenes Atelier 2016 quer.indd

 

 

 

 

Zum 6. Mal wird in Bad Saulgau die Ateliers geöffnet
am Samstag, 19. November von 18 bis 22 Uhr und
am Sonntag, 20. November von 14 bis 18 Uhr
In der Städtischen Galerie ist von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet
Zudem ist Norbert Stockhus um 17 Uhr zum Galeriegespräch anwesend. Er wird sein Buch zur Ausstellung „Trugbilder und andere Wahrheiten“ findet um 19 Uhr in der Stin Bad Saulgau die Lange Kunstnacht.

Sind keine anderen Öffnungszeiten notiert sind die Ateliers geöffnet:
am Samstag 19. November 2016 von 18.00 – 22.00
am So. 20. November 2017 von 14.00 – 18.00

Bad Saulgau
Norbert Stockhus

Ausstellungsinfo –  vom 16. Oktober bis 11. Dezember 2016
Öffnungszeiten:  Di – So, 14 – 17 Uhr
Ort: Städtische Galerie Fähre im Alten Kloster, Hauptstr. 102/1, 88348 Bad Saulgau

Junges Kunsthaus – Innenraum, Außenraum, Raumtraum
Öffnungszeiten. Sa. 19.11. – 17-21 Uhr; So 20.11. – 12-17 Uhr
Ort: Kaiserstraße 65, Bad Saulgau

Atelier Reiner Anwander
mit Dichterinnenlesung Silke Nowak am 19.11.16, 19 Uhr
Ort: Seestraße 6, 88374 Hosskirch
mit Dichterinnenlesung Silke Nowak am 19.11.16, 19 Uhr

Atelier Ulrike Laub
Ort: Seestraße 8a, 88374 Hosskirch

Atelier Ingrid Butschek, Hendrike Kösel, Antonie Sauter
Ort: Schwarzachstr. 6, Bad Saulgau

Atelier Beate Fuchs
Ort: Lerchenweg 15, Bad Saulgau

Atelier Regina Götz
Ort: Gartenweg 6, Bad Saulgau

Atelier Gerhard Langenfeld
Ort: Am Brühl 3, Bad Saulgau Bondorf

Atelier D.A. Marbach
Ort: Wuhrweg 9/1, Bad Saulgau

Atelier Johannes Scheible, Black Magnet Tattoo
Ort: Hauptstraße 96, Bad Saulgau

Altshausen
Atelier Kerstin Stöckler

Ort: Hauptstraße 49, Altshausen

Bad Buchau
Atelier Gabriele Einstein
Karlstraße 3, Bad Buchau

November 11, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Gestuft. Treppen. Stufen. Leitern in der Gegenwartskunst

Wer kennt Sie? Die Galerie der Stiftung Kreissparkasse Biberach – pro arte ist ein kulturelles und künstlerisches Angebot. Das ganze Jahr über werden in dem modernen Gebäude nahe dem Ulmer Tor in Biberach – unweit des Bahnhofes – Einzelausstellungen von Künstlern gezeigt. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr.

Im Herbst wird jedes Jahr eine Gruppenausstellung zu einem Thema gewidmet. Die Kustodin Dr. Barbara Renftle stellt Kunstwerke von namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zu den verschiedenen Aspekten des Themas vor. Dieses Jahr fokussiert sie die Arbeiten, zu dem eine ausführliche Publikation erschienen ist, dem Motiv der Treppe, Stufe, Leiter in der Gegenwartskunst.

Die Treppe, die Stufen und auch die Leiter werden traditionell für Aufstieg, Erfolg für den Wunsch des Menschen nach Höherem interpretiert. Doch auch das Herunterfallen wirkt sich auf die seelische Entwicklung aus.

In der Ausstellung sind Werke von Myrah Adams, Susanne I. Bockelmann, Konrad Braun, Michael Danner, Dieter F. Domes, Reinhard Fritz, Friedemann Grieshaber, Albert Gröner, Jürgen Knubben, Pi Ledergerber, Werner Mally, Werner Pokorny, Gerda Raichle und Martin Spengler.

Inspiration liefert der Auszug des Gedichtes von Hermann Hesse:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe.
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend.
Zur ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
…..
Hermann Hesse

pro-arte-treppe-katalogZu den Werken in der Ausstellung – Auswahl:

Vor der Pauluskirche in Ulm hatte der Münchner Bildhauer Werner Mally eine mehrere Meter hohe und acht Tonnen schwere Treppenskulptur installiert. Aus dem Nichts kommend starten Stufen, die sich nach oben und unten winden. Sie ist nicht begehbar. Kopfkino. Das Miniatur Modell steht auf einem Sockel in der Galerie und fasziniert nicht weniger. Die Leichtigkeit der Stahlskulptur von Michael Danner aus Ulm lockt zum Anschubsen. Auf einem schweren schiffförmigen Stahlsockel reckt sich eine filigran wirkende Treppe, Stufen nach oben. Sie lässt sich anschubsen und balanciert sich wieder nach Oben aus. Sie wirkt so leicht filigran und beim Wippen nimmt sie doch Raum ein.  Michael Danners Skulpturen bewegen sich zwischen den Spannungspolen Oben – Unten. Doch sie wirken ausgewogen und in der Balance.
Auch Friedemann Grieshaber aus Ravensburg ist mit kleineren Exponaten vertreten. Seine Treppen sozusagen im Rahmen wirken im ersten Blick wie ein Seitenblick auf die Konstruktion einer Kellertreppe. Doch das täuscht. Sie sind nicht begehbar sondern enden an der Wand. Sie könnten als das Gefangensein im Aufwärtsgehen interpretiert werden. Oder dem Licht folgen – doch es wird begrenzt, es geht nicht weiter.

Auch Jürgen Knubben hat zwei Treppen spiegelbildartig installiert. Breit ist die erste Stufe – doch je weiter es nach oben geht, desto schmaler wird die Trittfläche.

Ungewöhnlich ist die Leiter, die aus einem Stamm herausgearbeitet wurde von Werner Pokorny. Ich seh immer nur einen Hund in diesem Objekt. Und diese von mir entdeckte Gegenständlichkeit ist untypisch für Pokorny. Doch es ist ja meine Wahrnehmung.

Martin Spenglers Arbeiten können fotografisch nicht festgehalten werden. Sie wirken auf dem Bild wie eine Zeichnung. Tatsächlich sind es Reliefs, die dreidimensional aus Wellpappe herausgeschnitten und gearbeitet sind.  Kurzum ein sehr dreidimensionales Bild, dass im Falle eine Fotos zur Zweidimensionalität geplättet wird. Seine Arbeiten sind stets in Schwarzweiß gehalten und diese enorme Kleinteiligkeit der Strukturen und Hervorhebungen der Formen wirkt magisch fürs Auge.

Die Malerei von Myrah Adams wirkt traumhaft surrealistisch. Ihre zarten meist pastellfarbenen Zeichungen sind mit Blei- und Buntestiften auf Papier gezeichnet. Dichte Strichelungen, softe Hell-Dunkel-Effekte, die eine starke räumliche Vorstellung erzeugen.

Die Finnisage ist am Freitag, 18. November 2016, 19.00 Uhr

Ort: Galerie der Stiftung Kreissparkasse Biberach – pro arte, Bismarckring 66, 88400 Biberach
Telefon 07351 570 3316, Öffnungszeiten von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr und nach Voranmeldung.

 

November 6, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Biberacher Filmfestpiele Preisträger 2016

Die Preisträger der 38. Biberacher Filmfestspiele stehen fest. Für mich ist es immer ein spannender Moment, ob ich einen der Preisträger Filme gesehen habe. Dieses Jahr war keiner dabei. Das Biberacher Filmfest ist ein Publikumsfestival, das heißt jeder der sich für Film interessiert kann Kinokarten zu den betreffenden Filmen erwerben. Über fünf Tage werden fast 70 Filme von 11 Uhr vormittags bis spät in die Nacht im Kino gezeigt. Zwischen vier Kinosäalen unter einem Dach kann der Besucher die Filme sehen. Maximal fünf Filme kann man sich so am Stück anschauen. Bedingung ist für die Festivalaufnahme, dass der Film offiziell noch nicht in Deutschland weder im Kino noch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Filme sind auf Festivals gezeigt worden und auch teilweise schon mit Preisen ausgezeichnet. Ein Publikumsfestival zeichnet sich auch dadurch aus, dass Filmemacher und Publikum im Anschluss ins Gespräch kommen können, Fragen stellen und auch Hintergründe zur Entstehungsgeschichte der Filme erfahren.

Folgende Preise wurden vergeben:

Der Goldene Biber geht an den besten Spielfilm und ist dotiert mit 8.000 Euro. Eine fünfköpfige Jury (Marc Bauder, Rudi Gaul, Carolin Otto, Eckhard Preuß und Walter Sittler) einigte sich auf den Film ENKLAVE. Dieser Film wurde produziert von Nico Hain, Regisseur Goran Radovanovic.

Der Film spielt in einer kleinen serbischen Enklave auf kosovarischem Gebiet. Der 10jährige Nenad wird jeden Tag von einem Militärfahrzeug zur Schule gefahren. Nenad ist der einzige Schüler, doch da trifft er den 13jährigen Bashkin, der die Serben hasst.

Nachfolgend der Link zum Trailer – allerdings gibt es keinen deutschen Trailer.

Unter diesem Link wird der Trailer zum Film mit englischen Untertiteln gezeigt
http://www.enklavafilm.com/eng/

Der Debüt-Spielfilm- Gewinner, dotiert mit 3.000 Euro wurde von den Juroren Jürgen Bretzinger, Dr. Wladimir Ignatovski und Monika Plura gewählt und heißt DINKY SINKY (Regie: Mareille Klein).

Der Film handelt von Frida, die sich mit 36 Jahren ein Kind wünscht. Mit ihrem Freund hat sie einen genauen Zeugungsplan erstellt. Frida ist mehfache Patin und Tante, doch der eigene Kinderwunsch bleibt unverfüllt. Als sie sich für die künstliche Befruchtung entscheidet, macht ihr Freund nicht mehr mit. Er verlässt sie und Frida steht vor der Entscheidung wieder von vorne anzufangen.

Webseite zu Dinky Sinky : http://www.dinkysinky-film.com/

 

Bester Fernsehfilm (Fernsehbiber) wurde die DRACHENJUNGFRAU. Ein Krimi aus Österreich. Regie führte: Catalina Molina. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. In der Jury waren Christoph Birkner, Martin Enlen und Martina Plura.

Handlung: Bei den Krimmler Wasserfällen wurde die Leiche einer 16jährigen gefunden. Ob Unfall oder Mord soll der Star des Landeskriminalamtes Salzburg lösen. Der Fall scheint schwierig, bis die Großmutter von einer alten Sage erzählt, in der eine Drachenfrau in den Tiefen der Krimmler Wasserfälle hausen soll.

 

Den Doku-Biber erhielt die Dokumentation BEER BROTHERS. Regisseur ist Michael Chauvistré und Miriam Pucitta. In der Jury war Julia Finkernagel, Klaus-Peter Karger und Barbara Sieroslawski. Das Filmteam von Beer Brothers hat einen Preis in Höhe von 3.000 Euro gewonnen.

Beer Brothers erzählt von Bierbraumeister Helmut, der in Deutschland sich nicht so weiterentwickeln kann, wie er sich wünscht. Sein Bruder René baut in China neue Brauhäuser mit großem Erfolg auf. Während in China das Kulturpaket der deutschen Gemütlichkeit mitverkauft wird, träumt Helmut in Deutschland davon die Biermarke der Vorfahren wieder zu beleben.

Link zur Webseite von Beer Brothers 

 

Auf den Biberacher Filmfestspielen gibt es drei Kurzfilmblöcke in denen fünf bis sechs Kurzfilme gezeigt werden. Gewinner ist 2016 der Film „EMILY MUST WAIT“ von Christian Wittmoser.

Handlung laut Programmheft: Während Europa auseinander fällt, muss Emily in der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Freund in der Wohnung ausharren. Ihr Wille zu Überleben und ihr Vertrauen in ein Happy End werden immer stärker auf die Probe gestellt.

Der 12minütige Kurzfilm hat keinen Trailer.


Fünf Schülerinnen und Schüler vergaben den Schülerbiber (3.000 Euro) für den Film ZAZY (Regie: M.X. Oberg).

Handlung:
Die 18jährige Zazy ist Schneider-Auszubildende. Als die die deutsche 40jährige Mariana, die sehr wohlhabend ist, trifft nutzt sie die Chance um mit ihrer Hilfe den gesellschaftlichen Aufstieg zu erreichen. Die geheuchelte Freundschaft wird instrumentalisiert von Zazy. Doch auch Mariana hat ihre Geheimnisse. Es ist ein Machtspiel, das immer sadistischer Züge annimmt.

  https://www.youtube.com/watch?v=-aZ9KIQ41nw&feature=youtu.be

 

Ebenfalls vergibt die Publikumsjury einen Preis in Höhe von 2.000 Euro. Der Publikumsbiber wurde an den Film „DIE MITTE DER WELT“ mit Sascha Alexander Gersak vergeben. Regie: Jakob M. Erwa.

Handlung: Phil kommt aus dem Sprachcamp zurück. Er merkt, dass in seiner Abwesenheit etwas zwischen seiner Zwillingesschwester und seiner Mutter passiert ist. Doch anstatt die Beiden anzusprechen beginnt er eine Affäre mit dem Neuen in der Klasse.

November 5, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Geduld nur ein Wort?

Geduld ….

Geduld Geduld Geduld.

Nein – sie kommt nicht, auch wenn ich es dreimal sage.

Mahnender Ruf: Geduld.

Fordernder Ruf: Geduld.

Wünschender Ruf: Geduld.

Sehnsuchtsvoller Ruf: Geduld.

Nein. Sie kommt nicht. Sie lässt mich allein. Sie lässt mich warten.

„Hab Geduld“, sagen die anderen. „Es wird alles gut“, sagen sie.

„Wie lange dauert es?“ frage ich.

Warten. Ist dies die Antwort auf geduldig sein?

Tränendrüse zuckt.

Warten Geduld Warten Geduld Warten Geduld.

Auf einmal ist man aktiv, weil man wartet – nur auf die Geduld.

Warten Warten Warten – gebremste Aktivität.

Sch…. drauf.  Ich will es Vergessen auf was ich warten soll.

Vergessen Geduld Vergessen Geduld Vergessen.

Wie war das mit dem Essen.

von Inge Veil-Köberle

 

Das Foto stammt vom ersten Morgentau in dieser Woche.
Tropfen auf einem fast verwelkten Blatt.

dav

Oktober 29, 2016
von upperswabia
Keine Kommentare

Oberschwaben: Herbst und Nebel

nebel-zieht-auf-02

Foto Oberschwaben-Welt – Inge Veil-Köberle

 

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike (1804-1875)