Zum 6. Mal wird in Bad Saulgau die Ateliers geöffnet
am Samstag, 19. November von 18 bis 22 Uhr und
am Sonntag, 20. November von 14 bis 18 Uhr
In der Städtischen Galerie ist von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet
Zudem ist Norbert Stockhus um 17 Uhr zum Galeriegespräch anwesend. Er wird sein Buch zur Ausstellung „Trugbilder und andere Wahrheiten“ findet um 19 Uhr in der Stin Bad Saulgau die Lange Kunstnacht.
Sind keine anderen Öffnungszeiten notiert sind die Ateliers geöffnet:
am Samstag 19. November 2016 von 18.00 – 22.00
am So. 20. November 2017 von 14.00 – 18.00
Bad Saulgau Norbert Stockhus
Ausstellungsinfo – vom 16. Oktober bis 11. Dezember 2016
Öffnungszeiten: Di – So, 14 – 17 Uhr
Ort: Städtische Galerie Fähre im Alten Kloster, Hauptstr. 102/1, 88348 Bad Saulgau
Junges Kunsthaus – Innenraum, Außenraum, Raumtraum
Öffnungszeiten. Sa. 19.11. – 17-21 Uhr; So 20.11. – 12-17 Uhr
Ort: Kaiserstraße 65, Bad Saulgau
Atelier Reiner Anwander
mit Dichterinnenlesung Silke Nowak am 19.11.16, 19 Uhr
Ort: Seestraße 6, 88374 Hosskirch
mit Dichterinnenlesung Silke Nowak am 19.11.16, 19 Uhr
Wer kennt Sie? Die Galerie der Stiftung Kreissparkasse Biberach – pro arte ist ein kulturelles und künstlerisches Angebot. Das ganze Jahr über werden in dem modernen Gebäude nahe dem Ulmer Tor in Biberach – unweit des Bahnhofes – Einzelausstellungen von Künstlern gezeigt. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr.
Im Herbst wird jedes Jahr eine Gruppenausstellung zu einem Thema gewidmet. Die Kustodin Dr. Barbara Renftle stellt Kunstwerke von namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zu den verschiedenen Aspekten des Themas vor. Dieses Jahr fokussiert sie die Arbeiten, zu dem eine ausführliche Publikation erschienen ist, dem Motiv der Treppe, Stufe, Leiter in der Gegenwartskunst.
Die Treppe, die Stufen und auch die Leiter werden traditionell für Aufstieg, Erfolg für den Wunsch des Menschen nach Höherem interpretiert. Doch auch das Herunterfallen wirkt sich auf die seelische Entwicklung aus.
In der Ausstellung sind Werke von Myrah Adams, Susanne I. Bockelmann, Konrad Braun, Michael Danner, Dieter F. Domes, Reinhard Fritz, Friedemann Grieshaber, Albert Gröner, Jürgen Knubben, Pi Ledergerber, Werner Mally, Werner Pokorny, Gerda Raichle und Martin Spengler.
Inspiration liefert der Auszug des Gedichtes von Hermann Hesse:
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe.
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend.
Zur ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
…..
Hermann Hesse
Zu den Werken in der Ausstellung – Auswahl:
Vor der Pauluskirche in Ulm hatte der Münchner Bildhauer Werner Mally eine mehrere Meter hohe und acht Tonnen schwere Treppenskulptur installiert. Aus dem Nichts kommend starten Stufen, die sich nach oben und unten winden. Sie ist nicht begehbar. Kopfkino. Das Miniatur Modell steht auf einem Sockel in der Galerie und fasziniert nicht weniger. Die Leichtigkeit der Stahlskulptur von Michael Danner aus Ulm lockt zum Anschubsen. Auf einem schweren schiffförmigen Stahlsockel reckt sich eine filigran wirkende Treppe, Stufen nach oben. Sie lässt sich anschubsen und balanciert sich wieder nach Oben aus. Sie wirkt so leicht filigran und beim Wippen nimmt sie doch Raum ein. Michael Danners Skulpturen bewegen sich zwischen den Spannungspolen Oben – Unten. Doch sie wirken ausgewogen und in der Balance.
Auch Friedemann Grieshaber aus Ravensburg ist mit kleineren Exponaten vertreten. Seine Treppen sozusagen im Rahmen wirken im ersten Blick wie ein Seitenblick auf die Konstruktion einer Kellertreppe. Doch das täuscht. Sie sind nicht begehbar sondern enden an der Wand. Sie könnten als das Gefangensein im Aufwärtsgehen interpretiert werden. Oder dem Licht folgen – doch es wird begrenzt, es geht nicht weiter.
Auch Jürgen Knubben hat zwei Treppen spiegelbildartig installiert. Breit ist die erste Stufe – doch je weiter es nach oben geht, desto schmaler wird die Trittfläche.
Ungewöhnlich ist die Leiter, die aus einem Stamm herausgearbeitet wurde von Werner Pokorny. Ich seh immer nur einen Hund in diesem Objekt. Und diese von mir entdeckte Gegenständlichkeit ist untypisch für Pokorny. Doch es ist ja meine Wahrnehmung.
Martin Spenglers Arbeiten können fotografisch nicht festgehalten werden. Sie wirken auf dem Bild wie eine Zeichnung. Tatsächlich sind es Reliefs, die dreidimensional aus Wellpappe herausgeschnitten und gearbeitet sind. Kurzum ein sehr dreidimensionales Bild, dass im Falle eine Fotos zur Zweidimensionalität geplättet wird. Seine Arbeiten sind stets in Schwarzweiß gehalten und diese enorme Kleinteiligkeit der Strukturen und Hervorhebungen der Formen wirkt magisch fürs Auge.
Die Malerei von Myrah Adams wirkt traumhaft surrealistisch. Ihre zarten meist pastellfarbenen Zeichungen sind mit Blei- und Buntestiften auf Papier gezeichnet. Dichte Strichelungen, softe Hell-Dunkel-Effekte, die eine starke räumliche Vorstellung erzeugen.
Die Finnisage ist am Freitag, 18. November 2016, 19.00 Uhr
Ort: Galerie der Stiftung Kreissparkasse Biberach – pro arte, Bismarckring 66, 88400 Biberach
Telefon 07351 570 3316, Öffnungszeiten von Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 17 Uhr und nach Voranmeldung.
Die Preisträger der 38. Biberacher Filmfestspiele stehen fest. Für mich ist es immer ein spannender Moment, ob ich einen der Preisträger Filme gesehen habe. Dieses Jahr war keiner dabei. Das Biberacher Filmfest ist ein Publikumsfestival, das heißt jeder der sich für Film interessiert kann Kinokarten zu den betreffenden Filmen erwerben. Über fünf Tage werden fast 70 Filme von 11 Uhr vormittags bis spät in die Nacht im Kino gezeigt. Zwischen vier Kinosäalen unter einem Dach kann der Besucher die Filme sehen. Maximal fünf Filme kann man sich so am Stück anschauen. Bedingung ist für die Festivalaufnahme, dass der Film offiziell noch nicht in Deutschland weder im Kino noch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Filme sind auf Festivals gezeigt worden und auch teilweise schon mit Preisen ausgezeichnet. Ein Publikumsfestival zeichnet sich auch dadurch aus, dass Filmemacher und Publikum im Anschluss ins Gespräch kommen können, Fragen stellen und auch Hintergründe zur Entstehungsgeschichte der Filme erfahren.
Folgende Preise wurden vergeben:
Der Goldene Biber geht an den besten Spielfilm und ist dotiert mit 8.000 Euro. Eine fünfköpfige Jury (Marc Bauder, Rudi Gaul, Carolin Otto, Eckhard Preuß und Walter Sittler) einigte sich auf den Film ENKLAVE. Dieser Film wurde produziert von Nico Hain, Regisseur Goran Radovanovic.
Der Film spielt in einer kleinen serbischen Enklave auf kosovarischem Gebiet. Der 10jährige Nenad wird jeden Tag von einem Militärfahrzeug zur Schule gefahren. Nenad ist der einzige Schüler, doch da trifft er den 13jährigen Bashkin, der die Serben hasst.
Nachfolgend der Link zum Trailer – allerdings gibt es keinen deutschen Trailer.
Der Debüt-Spielfilm- Gewinner, dotiert mit 3.000 Euro wurde von den Juroren Jürgen Bretzinger, Dr. Wladimir Ignatovski und Monika Plura gewählt und heißt DINKY SINKY (Regie: Mareille Klein).
Der Film handelt von Frida, die sich mit 36 Jahren ein Kind wünscht. Mit ihrem Freund hat sie einen genauen Zeugungsplan erstellt. Frida ist mehfache Patin und Tante, doch der eigene Kinderwunsch bleibt unverfüllt. Als sie sich für die künstliche Befruchtung entscheidet, macht ihr Freund nicht mehr mit. Er verlässt sie und Frida steht vor der Entscheidung wieder von vorne anzufangen.
Bester Fernsehfilm (Fernsehbiber) wurde die DRACHENJUNGFRAU. Ein Krimi aus Österreich. Regie führte: Catalina Molina. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. In der Jury waren Christoph Birkner, Martin Enlen und Martina Plura.
Handlung: Bei den Krimmler Wasserfällen wurde die Leiche einer 16jährigen gefunden. Ob Unfall oder Mord soll der Star des Landeskriminalamtes Salzburg lösen. Der Fall scheint schwierig, bis die Großmutter von einer alten Sage erzählt, in der eine Drachenfrau in den Tiefen der Krimmler Wasserfälle hausen soll.
Den Doku-Biber erhielt die Dokumentation BEER BROTHERS. Regisseur ist Michael Chauvistré und Miriam Pucitta. In der Jury war Julia Finkernagel, Klaus-Peter Karger und Barbara Sieroslawski. Das Filmteam von Beer Brothers hat einen Preis in Höhe von 3.000 Euro gewonnen.
Beer Brothers erzählt von Bierbraumeister Helmut, der in Deutschland sich nicht so weiterentwickeln kann, wie er sich wünscht. Sein Bruder René baut in China neue Brauhäuser mit großem Erfolg auf. Während in China das Kulturpaket der deutschen Gemütlichkeit mitverkauft wird, träumt Helmut in Deutschland davon die Biermarke der Vorfahren wieder zu beleben.
Auf den Biberacher Filmfestspielen gibt es drei Kurzfilmblöcke in denen fünf bis sechs Kurzfilme gezeigt werden. Gewinner ist 2016 der Film „EMILY MUST WAIT“ von Christian Wittmoser.
Handlung laut Programmheft: Während Europa auseinander fällt, muss Emily in der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Freund in der Wohnung ausharren. Ihr Wille zu Überleben und ihr Vertrauen in ein Happy End werden immer stärker auf die Probe gestellt.
Der 12minütige Kurzfilm hat keinen Trailer.
Fünf Schülerinnen und Schüler vergaben den Schülerbiber (3.000 Euro) für den Film ZAZY (Regie: M.X. Oberg).
Handlung:
Die 18jährige Zazy ist Schneider-Auszubildende. Als die die deutsche 40jährige Mariana, die sehr wohlhabend ist, trifft nutzt sie die Chance um mit ihrer Hilfe den gesellschaftlichen Aufstieg zu erreichen. Die geheuchelte Freundschaft wird instrumentalisiert von Zazy. Doch auch Mariana hat ihre Geheimnisse. Es ist ein Machtspiel, das immer sadistischer Züge annimmt.
Ebenfalls vergibt die Publikumsjury einen Preis in Höhe von 2.000 Euro. Der Publikumsbiber wurde an den Film „DIE MITTE DER WELT“ mit Sascha Alexander Gersak vergeben. Regie: Jakob M. Erwa.
Handlung: Phil kommt aus dem Sprachcamp zurück. Er merkt, dass in seiner Abwesenheit etwas zwischen seiner Zwillingesschwester und seiner Mutter passiert ist. Doch anstatt die Beiden anzusprechen beginnt er eine Affäre mit dem Neuen in der Klasse.
Hat was. Graffiti im Kurhaus Parkhaus – gewollt und künstlerisch gut gemacht. Das war mein erster Eindruck, als ich in Isny parkte. Isny ist eine Stadt mit über 13.500 Einwohnern. Der Stadt wird heilklimatisches Klima bescheinigt. So gibt es auch Kur- und Rehakliniken in und um Isny.
Auf meinem Weg in die Innenstadt fielen mir die schönen restaurieren alten Haustüren auf. Mein erster Turm war der Wasserturm, der in die Fußgängerzone führte. Gleich nach dem Turm steht die evangelische Nicolaikirche. Natürlich wagte ich einen Blick hinein und war überrascht. Groß, hell, reduziert und doch viele Details die einen genauen Blick forderten.
Das Taufbecken mit seiner fliegenden Taube. Von der Kanzelwand schaut der aus Holz fein geschnitzte Johannes der Täufer herab. Über dem Chorraum ist eine Skulpturengruppe angebracht, die der Kreuzigung von Jesus beistehen. Im Chorraum selbst sind lange schmale Kirchenfenster, deren farbiges warmes Lichtspiel sich bei der Abendsonne wieder an der Wand abbildet. Faszinierend schön. Im Chorraum steht ein Auferstehungsaltar mit Blattranken aus Bronzeguss. Die Holzdecke ist ebenfalls schlicht und mit wenigen gemalten Ornamenten verziert. Im hinteren Seitenbereich steht eine Kunstinstallation von Ofra Zimbalista. Es ist ein Tisch mit Stühlen ohne Sitzböden. An den Stühlrücken sind Köpfe angebracht.
Nahe der evangelischen Nicolaikirche steht die katholische Kirche Sankt Georg. Es ist die Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters. Sie ist im Rokokostil gebaut. Mit viel Gold und weißen Figuren wirkt es im Kirchenraum prunkvoll und monumental. In Rocaillerahmen sind Reliquien eingefasst worden, die in den Seitenaltären zu sehen sind. Eine Streicheleinheit bekamen die weißgekälkten Kirchenbänke. Schönes altes Holz, geschmirgelt, vermutlich lasiert, die Ornamentik und Wege ehemaliger Holzwürmer blieb erhalten. Im Chorraum führt eine Seitentür zur Marienkapelle. Hier sind hochgotische Elemente zu sehen. Eine bemalte Holzkassettendecke und auch der Altarraum sind sehenswert.
Nach der Klosterkirche Sankt Georg folgt das Schloss von Isny. Es ist das ehemalige Kloster mit einer wechselvollen Geschichte. Seit 1998 ist die Städtische Galerie Isny und die Kunsthalle in einem Teil des Schlossgebäudes untergebracht. In der Kunsthalle ist die Dauerausstellung von Friedrich Hechelmann zu sehen. Friedrich Hechelmann ist Maler, BuchiIlustrator und Filmemacher. Er malt visionäre Bilder, traumhafte fantasievolle Landschaftsräume. Die Schöpfung ist bei ihm ein großes Thema, es liegt daher nahe, dass er auch religiöse Bilder malt. Zudem hat er eine Bibel bebildert. Bekannt ist auch seine Kinderbuchillustration von Nils Holgerson.
Im Erdgeschoß ist auch die Städtischen Galerie zum Schloß untergebracht, die immer wieder andere Künstlerinnen und Künstler vorstellt.
Bis Ende November ist noch die Ausstellung „Blaues Gold für Isny“ im Museum am Mühlturm, Fabrikstr. 21 zu sehen. Präsentiert werden blaue Fliesen, Bibelfliesen und ihre Geschichte. Weitere Kunst gibt es in der Städtischen Galerie im Turm (Espantor), Espantorstr. 23 in Isny. Auch im Wasserturm ist ein Museum, welches die Geschichte der ehemaligen Reichsstadt präsentiert.
Das war ein cooles Erlebnis. Eine Kunstausstellung in einem alten Eiskeller der ehemaligen Brauerei Pflug in den Tiefen von Biberach an der Riß. Es ist ein schönes rotes Backsteingebäude in dem ein Getränkemarkt beherbergt ist. Was verborgen blieb, früher war dort ein Eiskeller untergebracht. Hier lagerte das Eis übers ganze Jahr hinweg. Im Winter wurde das Eis aus Weihern und Eisgalgen geschlagen, um es in dem unterirdischen Keller als Reserve zu lagern. Im Sommer wurde es aus dem Keller geholt, um das Bier zu kühlen. Eisabnehmer waren Gasthäuser und Schlachthöfe.
Der Biberacher Künstler Hartmut Hahn hat diesen ungewohnten Ort als Ausstellungsort für seine Arbeiten auserwählt. Seine Wolkenbilder wirken in dieser großen unterirdischen Hallen besonders fluffig, blau, sonnig, hell, mit Licht und Weite vollgesogen. Romantischer Realismus bezeichnet er seine Werke. 42 Treppenstufen geht es über eine sehr enge Wendeltreppe hinab in den Eiskeller. Eine Halle ist 12 Meter hoch. Die auf Leinwand aufgezogenen bemalten Werke wirken teilweise wie Briefmarken, doch sind sie zwischen ein und eineinhalb Meter breit und ebenso hoch. Hahns Bilder wirken wie wenn sie das ganze Licht in diesen eher düsteren Räumen eingesogen haben. Oder anders betrachtet es mitgebracht haben und es wieder ausstrahlen. Auch die Wände in den Kellerräumen haben eine Textur, die im Zusammenhang mit der Malerei erst erkennbar und lebhaft wirkt. Die gemalten Naturräume wirken, wie wenn man in diesen sonnig bewölkten gemalten visualisierten Himmel hineinlaufen könnte. Auf einigen Arbeiten sind Figuren abgebildet. Sie sind ohne Gesicht, ohne Identität und wirken teilweise wie verloren in dem Naturschauspiel der blauweißgrauen Farben. Andere wiederum ziehen gedankenlos oder geschäftig in der Szenerie vorbei.
Hier im Kellerlicht wird die Lichtkraft seiner Arbeiten überdeutlich. Neben den schmuddeligen und unweißen Wänden wird offensichtlich welch Meister des Lichteinfangens Hartmut Hahn ist. Wie romantisch doch Wolken sein können und wie schön ein bewölkter Himmel mit seiner Tiefenwirkung sein kann. In real ist der Himmel weit und unendlich. Hahns Malerei wirkt bei Tageslicht als ein Puzzleteil von dem großen Ganzen. In dem großzügigen Keller, der nur über die enge Wendeltreppe zu erreichen ist, wirken seine Bilder wie ein Tor in himmlische Weiten. Doch kaum im Schwelgen, kommt der dunkle Himmel, die Gewitterfront und schmiegt sich kumpelhaft an die dunkle Kellerwand. Echt stark.
Die Ausstellung war nur an einem Tag. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in den Räumen können die Arbeiten auf Leinwand nicht länger dort bleiben.
Mehr Infos zu seiner Person und seinen Arbeiten unter www.hartmuthahn.de
Strassburg, Strasbourg, Straßburg im Elsaß …. es gibt verschiedene Schreibweisen. Wichtig: Das französische Städtchen lohnt einen Besuch. Und sich näher mit der wechselvollen Geschichte dieser Region zu beschäftigen ebenso. Seit dem 17. Jahrhundert hatte das Elsaß mehre Male seine Nationalität wechseln müssen. Charmant ist der elsässische Dialekt, dieser Mix aus badischer, französischer und deutscher Sprache. Erwähnt sei, dass die Altstadt von Strassburg sehr touristisch geprägt ist. Das spürt man beispielsweise beim Essen, wenn es darum geht: Schnell Schnell, die nächsten Gäste warten.
Empfehlenswert ist mit dem Batorama, ein Boot mit gewölbten Glaspanoramadach, dem Fluß Ill rund um den Altstadtkern zu fahren. So ergibt sich der erste Eindruck der vielen Sehenswürdigkeiten in Straßburg.
Kostenlose Stadtkarten gibt es in den Tourisikbüros sowie bei Batorama nahe der Kathedrale sowie am Place Etoile, dem Busbahnhof. Die Altstadt lässt sich gut zu Fuß entdecken. Das Museum Tomi Ungerer hat mongtags geöffnet, ist dafür am Dienstag geschlossen.
Das Liebfrauenmünster zu Strassburg ist seit den Anschlägen in Frankreich nicht mehr den ganzen Tag geöffnet. Und es ist auch nicht mehr erwünscht sich in dem Gotteshaus für eine Andacht zu setzen oder lange aufzuhalten. In der Kathedrale sind die romanischen wie auch die gotischen Stilelemente zu erkennen. Die Fassadenrosette hat einen Durchmesser von 13,6 Metern. Das Münster gehört zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Auffallend ist auch, dass es nur einen Turm hat, wobei zwei Türme geplant waren.
Beeindruckend ist die Astronomische Uhr rechts vom Altarraum. In der Uhr ist ein Kalender, die Gestirne, die Tierkreiszeichen, die Mondphasen, ein flügelschlagender Hahn sowie ein Glockenspiel zu entdecken. Die Uhr funktioniert noch heute. (Fotos am Ende des Textes).
Die öffentlichen Plätze vor dem Münsterplatz, oder rund um das Gutenbergdenkmal sowie dem Kleberplatz sind umgeben von verschiedenen alten Gebäuden in unterschiedlichen Baustilen. In den Arkaden oder nahe den Plätzen sind auch die Einkaufsstraßen. Es gibt die Marken, Läden, Einkaufshallen, die es allerdings auch in anderen Städten gibt. Die vielen Bäckereien oder Konditoreien wirken mit ihren einladenden Schaufenstern dagegen magisch anziehend.
Nicht zu vergessen das Stadtviertel „Petite France“. Das ehemalige Gerber und Fischerviertel wirkt wie eine kleine Insel mit seinen alten Fachwerkhäusern und hohen Spitzdächern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Auch das Batorama fährt hier durch eine Schleuse auf dem Fluss Ill. In dem Viertel lag vor langer Zeit das Militärkrankenhaus in dem die Soldaten von der Geschlechtskrankheit Syphillis geheilt wurden. Syphillis wurde auch als Franzosenkrankheit bezeichnet und gab dem Viertel seinen Namen „Petite France“. Davon merkt man heute gar nichts mehr, sondern es sind Restaurants mit Terrassen, die direkt am Wasser liegen und zum Verweilen einladen.
Die Verwaltungs- und Bürogebäude des Europäischen Parlaments sind eher modern und futuristisch gebaut. Auch der Fernsehsender Arte hat sein Bürogebäude im selben Stadtteil und sendet seit 25 Jahren zweisprachig.
Mehr Informationen für einen Besuch und der Besichtigung des Plenarsaals:
Strasbourg ist eine Reise wert. Der Architekt Le Corbusier soll gesagt haben: Dem Auge wird es nicht langweilig in Strasbourg. Es sind romantische Fachwerkbauten, bürgerliche Villen, schlichte Einfamilienhäuser und moderne Architektur. Eine Bootsfahrt mit dem Batorama unterstützt diesen Blick auf die Vielfalt der Gebäudeansichten – auch mit Blick auf die Gebäude des Europäischen Parlamentes. Als Reisetermin muss nicht unbedingt der 3. Oktober ausgewählt werden. In Frankreich ist es kein Feiertag und die Altstadt wird von deutschen Shopping Touristen geflutet. Freiraum gab es im Museum Tomi Ungerer – ein Besuchstipp.
Tomi Ungerer ist ein Zeichner, Maler, Illustrator und Kinderbuchautor. Seine Kinderbücher erhielten internationale Preise. 2007 wurde das Museum eröffnet. Tomi Ungerer feiert im November 2016 seinen 85. Geburtstag.
Museum Tomi Ungerer
Auch die Straßenbahn hält am Museum Tomi Ungerer und das Haus ist barrierefrei. Die Ausstellungen sind auf drei Stockwerken verteilt, die über einen Aufzug verbunden sind. Das Museum, die Villa Greiner liegt am Kanal und ist auch sehr gut zu Fuß zu erreichen. Dreimal im Jahr werden die Exponate gewechselt. Bis November 2016 liegt der Ausstellungsschwerpunkt auf: „Uncle Sam, Thomas Nast und Tomi Ungerer. Eine politische und soziale Satire Amerikas“. Danach wird im November zu Ehren des 85. Geburtstages von Tomi Ungerer die Ausstellung auf seinen Einfluss auf die grafischen Kunst ausgerichtet.
Doch zurück zur gesehenen Ausstellung. Jean-Thomas „Tomi“ Ungerer ist in Straßburg geboren, sein Vater war Uhrmechanikermeister. Ungerers Sammlung an Blechspielzeugen wurde dem Museum übergeben. Einige Exponate werden präsentiert. Ebenfalls sind einzelne Originalzeichnungen aus seinen Kinderbüchern zu sehen. Seine kritsche politische Schaffensphase erhält ebenfalls Raum.
Museum Tomi Ungerer
Ungerer kam 1957 nach New York. Die sozialen Verhältnisse in den USA beschäftigten ihn. Seine Plakate, seine Zeichnungen in denen er Amerikas Rassenproblematik und den Krieg in Vietnam karikierte sind eindrücklich. Ungerer wird als zeichnerischer Nachfahre von Thomas Nast genannt. Nast (1840 bis 1902) gilt als Inbegriff der politischen und sozialen Satire in den USA, als Vater des politischen Cartoons. Uncle Sam gilt als Werbefigur, Karikatur, als Träger von Eigenarten der Amerikaner, und wurde vom Senat der Vereinigten Staaten 1961 anerkannt. Auch das Urbild, dass wir heute von Santa Claus, dem pausbäckigen, gutmütigen kugelbäuchigen liebevollen alten Weihnachtsmann haben, stammt aus der Feder von Nast. Tomi Ungerer entwickelte zum Thema Weihnachtsmann allerdings eher eine böse Figur, um so Kritik an der bürgerlichen amerikanischen Gesellschaft zu visualisieren. Ungerer entwickelte die Karikatur Uncle Sam in seinen Arbeiten weiter.
In der Leseecke konnte in Ungerers Kinderbücher gelesen werden. So hat er ein Buch deutscher Lieder illustriert. Lieder, die mittlerweile in Vergessenheit geraten sind und auch im Elsass gesungen wurden. Das Elsass hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Die zwanghafte und schmerzhafte Germanisierung der Nazis hatte Ungerer als Kind miterlebt. Tod und Gewalt, das Kriegsgeschehen beschäftigten ihn in seinen Arbeiten. So ist das Thema Tod im Untergeschoß in den unveröffentlichten Arbeiten „Rigor Mortis und andere Totentänze“ aufgegriffen. Ein auf das Wesentliche reduzierter makaberer satirischer Zeichenstil.
Zurück zu der Kinderbuchecke. Übrigens hatte er auch das Buch HEIDI illustriert. Seine Kinderbücher wie DIE DREI RÄUBER sind bekannt. Doch auch OTTO, die Biographie eines Teddybären stammt aus seiner Feder.
Einige dieser Kinderbücher sah ich zum ersten Mal und las sie. Der Mondmann wurde auch als „Mondmännle“ in elsässischer Sprache veröffentlicht. Es hat Freude bereitet, diesen Dialekt zu lesen, da die verschiedenen sprachlichen Einflüsse zu erkennen waren. Parallel war der Text im Buch noch auf französischer und deutscher Sprache abgedruckt. Es sind Kinderbücher, Mächenbücher für Erwachsene. Unter diesem Aspekt und mit Blick auf die Gesellschaftskritik, die in der Ausstellung zu erkennen war, liest sich das Kinderbuch mit ganz anderen Augen. Gerne hätte ich das unvoreingenomme Feedback eines Kindes gehört.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Dienstags ist geschlossen.
Museum Tomi Ungerer – Internationales Zentrum für Illustration, Villa Greiner, 2 Avenue de la Marseillaise, 67076 Strasbourg Cedex (Tel. +33 (0)3 68 98 51 53)
Jedes Jahr, Ende September wird in der katholischen Pfarrkirche St. Oswald Kirche in Otterswang bei Bad Schussenried von mehreren Frauen ein Erntedank Bild gestaltet und im Altarraum wie ein Teppich ausgelegt. Dieses Jahr wurde das Motiv „Mondsichelmadonna“ von den Frauen auserwählt. Die Inspiration stammt aus einem Bild, das im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt am Main zu sehen ist. Dort ist es aus Leinen, Wolle und Seide genäht. Für die acht Frauen war es wieder eine Herausforderung dieses sehr detailreiche Bild mit Samen, Samenfäden, Körnern und Naturmaterialien zu gestalten.
500 Stunden haben die Frauen insgesamt für die Gestaltung des Kirchenraumes eingesetzt. Es werden nur natürliche Materialien verwendet, es wird nichts eingefärbt oder künstlich erstellt. Die Feinheiten und Nuancen der Samen und deren Farben faszinieren. Es werden als Beispiel verschiedene farbige geschrottete Pfefferkörner, Linsen, Bockshornklee verarbeitet. Jede Frau arbeitet an einem Bildausschnitt, der auf Platten in die Kirche getragen wird. Erst im Altarraum wird er zusammengesetzt und bildet das Ganze. Das ist auch für die Frauen jedes Mal ein Erlebnis. Danach wird das Bild umrandet mit größeren Früchten wie Äpfel, Maiskörner oder auch Eier. Die Kranzfrauen kümmern sich um die Hopfenstangen und Kränze, die entlang den Kirchenbänken und Seitenaltären angebracht werden. Der rechte Seitenaltar hat der Otterswanger Bäcker Laux mit verschiedenen Broten, Backwerk gestaltet.
Eine Mondsichelmadonna ist ein Marien-Bildtypus. Er entwickelte sich aus der Bibelstelle, Offenbarung des Johannes (12,1). Quelle: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Maria besiegte den Satan.
Der Bildausschnitt in Otterswang zeigt Maria in herrlich prächtiger Gewandung und auf dem Arm das Jesuskind. Unter ihren Füßen der Mond, die satanischen Tiere am rechten Bildrand. Um die Krone auf dem Kopf sind zwölf Strahlen angedeutet.
Übrigens, der Erntedankteppich liegt bis 23. Oktober 2016 aus. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten. Die Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ende Oktober wird das Bild zusammengekehrt und im Biomüll entsorgt.
Ort: Pfarrkirche Sankt Oswald, Hopferbacher Straße, 88427 Bad Schussenried-Otterswang