Oberschwaben-Welt

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August 11, 2017
von upperswabia
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Bundesfestung Ulm – Fort Oberer Kuhberg

Kennen Sie die Bundesfestung in Ulm? Und wußten Sie, dass dort ein Konzentrationslager war?

Es ist eine Festung, die der Deutsche Bund gebaut hatte von 1842 bis 1859. Aus Sorge, dass nach dem französischen Krieg die Franzosen unter Napoleon wieder angreifen werden. Die Festung sollte Schutz für 100.000 Mann dienen. Lange gerade Mauer- und Walllinien bildeten den Festungsgrundriss. Elf Meter hohe Mauern und zahlreiche Geschütz- und Gewehrscharten sollten keinen Angriff ermöglichen. Hohe Erdwälle, erdbedeckte Dächer und auch ein Wall vor der Festung sollten Schutz bieten. Viel bedacht, ungewöhnlich im Bau und doch kaum fertiggestellt war diese Anlage militärisch betrachtet veraltet. Die Festung war nie Ziel eines Angriffs und auch nicht in Kriegshandlungen verwickelt. Die Bundes- und Reichsfestung Ulm ist heute Deutschlands größtes erhaltenes Festungsensemble.

Weitere Infos unter Festung Ulm

Die Bundesfestung Ulm ist Teil des Forts Oberer Kuhberg. Ins Innere der Festung und ins Museum kommt man an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr. Es gibt eine  bis zu zweistündige Führung. Als wir etwas später ankamen, war das Tor geschlossen (links von diesem Eingang). Also pünktlich sein.

Bundesfestung Ulm – Eingang zur KZ-Gedenkstätte (DZOK – Museum).

Ebenfalls in der Bundesfestung ist das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V. KZ-Gedenkstätte (DZOK). Dieser Ort mit Dauerausstellung ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ein ehrenamtlicher Guide wie Otto Benz gibt Einblick in das Gebäude und das Leben im Konzentrationslager. Das Gespräch startet um 14.30 Uhr (Eintritt 2 Euro, Winterschließung beachten. Der Ort ist kalt; es wird festes Schuhwerk und entsprechende Kleidung empfohlen)

Offene kalte lichtlose Nischen für die Inhaftierten in den Kasematten Bundesfestung Ulm

In der Bundesfestung war von November 1933 bis Juli 1935 ein Konzentrationslager des Landes Württemberg. Kein Konzentrationslager, in dem Menschen vergast und getötet wurden. Es galt eher noch als das Experimentierfeld des NS-Regimes, wie weit Menschen gedemütigt, misshandelt und gefoltert werden können. Es durften zu dieser Zeit (1933) keine Menschen zu Tode kommen, doch die Bedingungen waren alles andere als menschenwürdig. Das nationalsozialistische Regime nannte es damals Schutzhaft. Das Regime inhaftierte mehr als 600 politische und weltanschauliche Gegner. Der Widerstand sollte gebrochen werden. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht in leuchtenden Buchstaben im Museumsraum. Prominente wie Alfed Haag und Dr. Kurt Schumacher wurden in Einzelhaft gesteckt. Schumacher war 1930 bis 1933 sozialdemokratischer Reichtstagsabgeordneter. „Seine Rhetorik wurde gefürchtet, er hätte womöglich die anderen Inhaftierten mobilisieren können“, so Otto Benz, der die Sonntagsführung in der Gedenkstätte gab. Schumacher beteiligte sich stark für den Wiederaufbau der SPD (1945 bis 1949) und war Oppositionsführer, der Gegenpart von Konrad Adenauer.

Auszüge aus der Reichtagsrede von Kurt Schuhmacher 23. Februar 1932, vor seiner Inhaftierung:

„Es hat keinen Zweck gegen die Ungeheuerlichkeiten, die aus dem Munde der Herren Goebbels und Strasser kamen, mit einem formalen Protest anzugehen. Diese Dinge sind ja nur Teile eines ganzen Systems der Agitation (Anm: Agitation = Politische Hetze / Werbetätigkeit für bestimmte politische Ziele) …
Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen …
Wenn wir irgendetwas am Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der deutschen Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist …“ (Auszüge der Rede Dr. Kurt Schuhmacher, 23.03.1932)

Dieses frühe Konzentrationslager in der Bundesfestung ist das einzige (von ca. 80), dessen Gebäude und Gelände fast unverändert ist. An diesem Erinnerungs- und Lernort lässt sich der Wandel von der ersten Demokratie (Weimarer Republik) zur NS-Diktatur nachvollziehen.

 

Link zur Website Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm

Auf dieser Webseite gibt es zudem eine Datenbank, die von 345 sicher nachgewiesenen Häftlingen Infos zur Inhaftierung, den Haftgründen sowie auch weitere Informationen zu Recherchezwecken anbietet und weiter ergänzt wird.

 

Blick auf das Museum im inneren Bereich der Bundesfestung

Bundesfestung Ulm Außenbereich

August 8, 2017
von upperswabia
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Sandstrände in der Normandie

Die Normandie hat westlich von Le Havre sehr schöne Sandstrände entlang der Côte Fleurie und der Côte de Nacre. Die englischen Bezeichnungen der Sandabschnitte wie Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utha Beach stammen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges.  Es waren die Codenamen der Alliierten (USA, England, Kanada) um Frankreich von der damaligen deutschen Besatzung zu befreien.

Unser Ziel war bei unserer Ankunft den kleinen Rundwanderweg um den Soldatenfriedhof am Omaha Beach zu gehen. Dieser lange und bei Ebbbe breiten Strand zu begehen. Im Juni, noch sehr frisch um zu Baden, war er auch oft menschenleer. Und es ist wohltuend den Wellen zuschauen, wie sie sanft auf dem Strand auslaufen. Dazu die sandigen Dünen und das grüne Hinterland mit seinen Wiesen und kleinen Wegen, die rechts und links von Hecken begrenzt werden. Sehr einladend zu Spaziergängen in der ländlichen Umgebung. Omaha Beach ist der größte Strandabschnitt. Dank der Gezeiten ist der Strand bei Ebbe sehr breit und bei Flut wenige Meter von den Dünen weg. Auf dem folgenden Bild – die Hufspuren im Sand sind später weggespült.

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer in der Normandie

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer mit unseren Reitspuren im Sand

 

 


Am Omaha Beach liegt ein Sportzentrum bei dem Fahrzeuge wie Fatbike oder Strandsegeln ausgeliehen werden kann.

Outdoor Activity am Omaha Beach bei Collville sur Mar

 


D-Day in der Normandie

Trotz der kleinen Orte, den schmalen Wegen – die Plakatierung des D-Day war sehr präsent. Und es fiel auf, dass sehr viele historische Militärfahrzeuge sich in der Region befanden. Auch die  Fahrer, Beifahrer, Mitfahrer waren nostalgisch militärisch gekleidet. Die Leere am Strand endete am Eingang zum Soldatenfriedhof. Menschen standen Schlange am Eingang, es gab Führungen, viele Menschen liefen zwischen den Kreuzen auf dem Soldatenfriedhof. Über 9000 schneeweiße Marmorkreuze stehen akkurat nebeneinander. Die sterblichen Überreste von 9.387 amerikanischen Soldaten ruhen an diesem Ort. Eine Gedenkminute wird eingeläutet. Trompetenspiel. Die Menschen stehen reglos mit Blick auf die Mahnmale gerichtet und gedenken. Am Himmel ein großes schweres dunkles Flugzeug, das über den Friedhof sehr niedrig fliegt und sein Motor dröhnt laut. Es ist eine traurige und doch angespannte Atmosphäre. Dabei ist es eine Gedenkminute.

Amerikanischer Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer

Ungewohnt ist es, wenn außerhalb des Geländes den militärisch verkleideten Menschen zugehört wird, wie sie den Plan der Alliierten rekonstruieren und analysieren. In einem Ort sahen wir vor einer Kneipe eine Sängerin im Militärkostüm aus der damaligen Zeit. Sie singt und die Zuhörer schwenken ihre Fähnchen mit. Veteranen? Kinder und Enkel der getöteten Soldaten, der Überlebenden? Am 6. Juni jährt sich dieser Tag und er wird in der Normandie gefeiert. Dazu reisen die Briten, Amerikanern, Kanadier an und es wird an den gewonnenen Krieg erinnert, den Toten gedacht und auch gemeinsam gefeiert.

Es ist ein vierwöchiger Zeitraum in dem zu diesem Thema Veranstaltungen angeboten werden. Die Bandbreite der Veranstaltungen ist groß. Sie kann von einer Verkaufsmesse von historischen Militärfahrzeugen sowie Kleidung und Accessoires bis zu einem Internationelen Treffen gegen Rassismus sein.

Der nächste Link führt zu einem öffentlichen Werbevideo zum D-Day auf Facebook .
Persönlich bleibt es mir fremd, dass aus einem Krieg ein Event gemacht wird. Unangenehm empfand ich auch, als wir in einem Lokal saßen, zu Abend aßen und ein geschätzt Mitte 30 Jahre junger Herr mit Begleitung ins Restaurant hereinkommt und als erstes die Bedienung in englischer Sprache anschnauzt. Dieses Zusammenfallen, diese Diskrepanz von Tourismus, Eventkultur und Gedenktag habe ich zum ersten Mal erlebt.

Übrigens wer eine historische Dokumentation zum 6. Juni 1944 anschauen möchte – hier ein Link (Youtube) auf die Invasion im Morgengrauen – die Landung .

 

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe 1939-1945 in der Normandie

Nicht weit entfernt ist die Kriegsgräberstätte La Cambe. Mit 21.200 Gräbern ist es der größte deutsche Soldatenfriedhof in der Normandie. Der Friedhof ist einfach angelegt. Er spiegelt den Status des Besiegten wider. Im Unterschied zu den alliierten Soldatenfriedhöfen sind die Kreuze entsprechend den Vorgaben des Versailler Vertrages von 1919 in dunklem Ton gehalten. Als wir die Lebensdaten der Soldaten anschauten – viele waren noch keine 18 Jahre alt.

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe (1939-1945) in der Normandie

Die Zufahrt zum Soldatenfriedhof ist mit 1.200 Ahornbäumen gesäumt. Friedenspark heißt dieser Weg, der 2009 fertiggestellt wurde. Die kugelförmigen Bäume, die teilweise in dreier Reihen nebeneinander stehen tragen jeweils ein Etikett einer Familie, eines Stifters. Diese lange Allee ist von der Autobahn zu sehen.

Eine Anmerkung. In der Vorbereitung auf diesen Urlaub habe ich nicht an Krieg gedacht, doch wenn in dieser Zeit die Normandie bereist wird, kommt man an dem Thema Krieg nicht vorbei, so meine Meinung. Die Lage um vom Meer ans Land zu kommen und auch die kurze Verbindung nach England waren zu allen Zeiten optimal. Auch der Teppich von Bayeux beschreibt die Invasion der Normannen von England, die Schlacht von Hastings im Jahre 1066 n. Christus.


Pferde und die Normandie

Auch das Nationalgestüt Haras du Pin im Landesinneren besuchten wir. Das Gestüt wird auch das „Versaille der Pferde“ genannt. Die Architektur der Gebäude erinnert an das Schloss Versaille. Die Stallungen sind in Form eines Hufeisens angeordnet. Das Gestüt Haras National du Pin ist das älteste der 23 staatlichen Gestüte in Frankreich. Es sind cirka 60 Hengste, die zehn verschiedenen Rassen angehören am Gestüt. Während der Decksaison sind die Pferde meist unterwegs.
Meist donnerstags findet nachmittags eine Pferdeshow statt, die die verschiedenen Rassen und das Können der Pferde, die Reitkunst präsentiert. Zudem gibt Führungen im Gestüt, dass auch einen Blick auf die historischen Kutschen und in die Sattelkammer ermöglicht. Der älteste Rennplatz der Normandie ist ebenfalls auf der Anlage.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Im Museumsshop werden Führungen ins Gestüt, in die Satt sowie ins Museum angeboten. Zusätzlich gibt es donnerstags eine einstündige Pferdeshow, die einen sehr sehenswerten Überblick über die verschiedenen Rassen und das Leistungspotential des Gestüts präsentiert.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Webseite des Nationalgestütes Haras du Pin

In Saint-Lô ist ein weiteres Gestüt in der Normandie, das Haras National de Saint-Lô. Einige der Gebäude sind elipsenartig um einen Platz angeordnet. Vielleicht diente es zu Beginn als kleinere Rennbahn. In den Gebäuden sind meist Pferdeboxen untergebracht, dies dürften weit über 100 Boxen sein.  Das gestreifte Muster der Gebäude wirkt beeindruckend. Die Anlage wurde unter Napoléon gegründet. Die historische Anlage ist das , doch gleich angrenzend ist ein großes Areal für Veranstaltungen mit verschiedenen Reit- und Fahrplätzen sowie einer großen Halle. An unserem Besuchstag war es sehr ruhig, doch es ist zu ahnen, dass es hier regelmäßig Großveranstaltungen zum Pferdesport gibt.

Webseite des Nationalgestütes Haras de Sain-Lô.

Nationalgestüt Haras du Saint Lô in der Normandie

 

 

 

 

 

Und wir erfüllten uns auch den Traum eines Ausrittes zu Pferde entlang des Strandes und entlang den Wiesen und Weiden.


Bayeux

Bayeux mit seinem berühmten Bildteppich, der zwar nicht geknüpft aber ein besticktes 70 Meter langes und 50 Zentimeter hohes Band ist, gehört zu den touristischen Magneten in der Normandie. Dank des Audioguides (in vielen Sprachen) ist es eine kurzweilige Zeitreise ins 11. Jahrhundert anbietet. Die Art wie die Figuren damals mit Nadel und farbigen Faden „gemalt“ haben ist sehenswert.  Es beschreibt die Vorgeschichte und die Eroberung Englands durch Wilhelm des Eroberers. Wilhelm wurde 1066 in der Westminster Abbey zum englischen König gekrönt. Da im Mittelalter die Menschen oft nicht Lesen konnte wurden die Ereignisse in Bildern festgehalten – so liest sich die Eroberung Englands wie eine Bildergeschichte. Und auf Abbildung 13 wird sogar ein erigierter Penis abgebildet, die Vorfreude auf die Ehefrau oder war es die bevorstehende Schlacht, so genau weiß man es nicht.

Webseite zur La Tapisserie de Bayeux

La Tapisserie de Bayeux

 

 

Kathedrale Bayeux

Kathedrale Bayeux

Beeindruckend ist auch die Kathedrale und die guterhaltene Altstadt. Bayeux hatte großes Glück. Sie wurde von den alliierten Landungstruppen als erste befreit, daher ist das Stadtbild weitgehend verschont. Die Türme der Cathédrale Notre Dame im gotischen Stil dominieren das Stadtbild. Der Vierungsturm ist 80 Meter hoch und der Bau des Gotteshauses begann zur Zeit von Wilhelm der Eroberer. Die ältesten Bauteile gehört die dreischiffige Krypta sowie die Arkaden des Langhauses.

 

 

 

Kloster de Cerisy-la-Forêt mit Badesee und einem Skulpturenpark.


Besuch der Abbaye de Cerisy la Forêt – nahe Saint Lô

Das Kloster kann besichtigt werden. Wir suchten den Weganfang einer Rundwanderung. Ein Badesee lag nahe der Abtei umgeben von Steinskulpturen. Unterhalb des Friedhofes, gegenüber des Sees ist ein größeres Feld mit Steinskulpturen. In unregelmäßigen Abständen treffen sich dort Bildhauer*innen aus der ganzen Welt um aus einem Stück Stein ein Kunstwerk zu schaffen. Es gibt sehr schöne aufwendige Werke – für Kunstfreunde sehenswert.
Im Jahr 2017 waren erstmalig Bildhauer dabei, die mit Metall Kunstwerke schweißten, formten, gestalteten.

Am Kloster startet ein Wanderweg in das Naturschutzgebiet des seltenen goldglänzenden Laufkäfers.
Webseite zur Abbaye de Cerisy

Nahe der Abbay de Cerisela Forêt ist ein Skulpturenpark mit internationalen Steinbildhauern

 

 

 

 

 

Juli 21, 2017
von upperswabia
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Biberacher Schützenfest Historischer Festumzug Teil 2

Der historische Festzug beschreibt die Geschichte Biberachs bis zur Bismarck-Ära. Die Stadtgeschichte wird in beispielhaften Szenen vorgestellt. Die Kostüme der jeweiligen Szenen sind soweit möglich originalgetreu nachgebildet. Zudem sind mehr als 200 Gespann- und Reitpferde mit aufwendigen Geschirren und Zäumungen zu sehen.

Das Biberacher Schützenfest bildet den Höhepunkt des Biberacher Jahres. Es wird von „vor d’r Schütza“ und „noch d’r Schütza“ das Jahr umgangsprachlich eingeteilt. Historisch bedingt hat es als Schulfest im Jahre 1650 begonnen. Das Ende der Schuljahres wurde mit einem Zug zum Schützenhaus am Schützenberg gefeiert. Daher auch der Name. Mittlerweile ist es ein neuntägiges Kinder- und Heimatfest in dem zeitgenössische Themen wie der Bunte Festumzug, der Jahrgängerumzug präsentiert werden. Die Stadtgeschichte wird im Historischen Festumzug, in der Heimatstunde als auch im „Tanz durch die Jahrhunderte“ präsentiert. In diesen neun Festtagen gibt es eine Vielzahl von Aufführungen und Treffpunkten, die im Regelfall zeitbedingt nicht alle wahrgenommen werden können. Kurzum – es ist sehr sehr viel an Programm geboten.

Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass in Biberach Theater spielen eine große Tradition hat. Das Schützentheater wird seit 1819 praktiziert. Es dürfen nur Kinder und Jugendliche mitspielen. Damit zählt es zu den ältesten Kindertheatern in Deutschland.

Die nachfolgende Bilderschau zeigt den zweiten Teil des Historischen Festzuges ab der Gerber-Gruppe. Link zum ersten Teil des Historischen Festzuges

Die Gerbergruppe gehörte wie die Weber zu den wichtigsten Handwerkern in der Reichsstadt Biberach. Der Festwagen zeigt den „Weißgerberwalk“. Der dafür Pate stehenden Handwerksbetrieb gibt es noch heute, eine Rarität mittlerweile in Deutschland.

Folgende Gruppen sind dabei (nicht vollständig)
„Wieland und der Musenhof zu Warthausen“
Rokoko-Gruppe
Trommler und Pfeifer des Bischof-Sproll-Bildungszentrums
Justin Heinrich Knecht
Gruppe „Shakespeares Sturm“
Musikkapelle
Bierbrauer-Gruppe
Spielmannszug Turngemeinde Biberach
Thurn- und Taxis’sche Postkutsche mit Biedermeier-Gruppe
Gruppe „Biberacher Bürgerwehr“ mit Spielmannszug
Musikverein
Gruppe „Biberacher Volkstrachten“
Bauern-Zunft mit Erntekranz
Musikkapelle
Bauern-Gruppe Bergerhausen
Trachten-Gruppe Mettenberg mit Gruppe „Mettenberger Flachsbauern“
Gruppe „Rissegger Bauernhochzeit“
Bürgerwehr Mittelbiberach
Musikverein
Kleine historische Trachten-Gruppen (Preußen, Donauschwaben und weitere)
Trachten-Gruppe Schlesien
Zimmerer-Gruppe
Müller-Gruppe
Historischer Löschzug der Feuerwehr
Gruppe „Bürgerball in der Bismarck-Ära“
Gruppe „Räuberbande des Schwarzen Veri“

 

Juli 21, 2017
von upperswabia
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Biberacher Schützenfest Historischer Festumzug Teil 1

Das Biberacher Schützenfest trägt seinen Namen aus der Tatsache, dass zu Beginn dieses Schulfestes im Jahre 1650 der Zug der Kinder zum Schützenhaus am Schützenberg führte. Es ist daher ein historisches Kinder- und Heimatfest.

Gleich am Anfang des Historischen Festumzuges am Biberacher Schützenfest sind die Kleinen Schützentrommler und -pfeifer zu sehen. Seit über 200 Jahren ist diese Musiktruppe dabei, sie ist die älteste Traditionsgruppe im Festumzug.

Kleine Schützentrommler und -pfeifer

 

Der zweite Teil des Historischen Festumzuges

Weitere Gruppen sind (nicht vollständig)
Königlich Württembergische Landjäger
Standartenreiter mit Biber-Standarte
Schützentrommler- und pfeifer
Schützenkönig-Paar vom „Biberschießen“
Fahnenschwinger
Staufer-Gruppe
Spital-Trommler und Spital-Gruppe
Spielleute und Vaganten des Bischof-Sproll-Bildungszentrums
Gruppe „Simultaneum“
Fanfarenzug der Mathias-Erzberger-Schule
Gruppe „Kaiser Friedrich III“
Fahnenschwinger-Gruppe
Weber-Gruppe
Färber-Gruppe
Fanfarenzug der Dollinger-Realschule
Historischer Handelszug
Musikkapelle
Gruppe „Baltringer Haufen“
Historische Bauerntanz-Gruppe
Gruppe „Stadttore der Reichsstadt Biberach“
Riedlinger Tor und Ulmer Tor
Nachtwächter im Mittelalter
Waldseer Tor und Ehinger Tor
Scharwächter-Gruppe
Renassance-Gruppe
Glocken-Gießer-Gruppe
Kleine Schützenmusik mit Spielmannszug
Gruppe der Kaiserlichen Reiter
Schweden-Gruppe
Stadtkapelle Biberach
Gaukler-Gruppe
„Wieland und der Musenhof zu Warthausen“

Juli 21, 2017
von upperswabia
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Biberacher Schützenfest: Jahrgängerumzug 2017

Zur Tradition des Kinder- und Heimatfestes in Biberach an der Riss, genannt Schützenfest gehört der Jahrgängerumzug. Alle Personen, die in dem Jahr 40, 50, 60, 65, 70 sowie in fünfer Schritten zum 100sten einen Geburtstag haben können an diesem Festumzug mitlaufen. Die Straßen sind gesäumt mit Zuschauern, die die Jubilarin oder den Jubilar mit einem kleinen Präsent um den Hals behängen oder eine Rose überreichen. Auch kann es vorkommen, dass die Personen etwas trägt oder einen kleinen Wagen zieht, die eine Besonderheit, ein Hobby präsentiert oder einfach ein Augenschmaus darstellt.

Wer zum ersten Mal diesen Umzug sieht, ist irritiert und/oder findet es eine gute Idee. Jedenfalls es ist eine der Besonderheiten am Biberacher Schützenfest. O-Ton von der Biberacherin M. Dorner: „Es ist eine Ehre an diesem Umzug teilnehmen zu dürfen. Als Kind habe ich mich schon darauf gefreut, dass ich mit 40 Jahre am Umzug mitlaufen darf“.

Selten ist, dass ein Hundertjähriger mitläuft. In diesem Jahr führte Karl Raufeisen den Festumzug an. Er feiert seinen 100sten Geburtstag im Jahr 2017. Laut Oberbürgermeister Zeitler ist der älteste Bürger Stadt Biberach 105 Jahre alt. Dieser Bürger konnte nicht am Jahrgängerumzug teilnehmen.

Juli 17, 2017
von upperswabia
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Bunter Festumzug Biberacher Schützenfest

Das Biberacher Schützenfest ist ein 10tägiges Kinder- und Heimatfest. Am Montag laufen tausende von Schülerinnen und Schüler der Schulen im Bunten Umzug in der Innenstadt mit.  Kreativ wurden Kostüme zu den jeweiligen Schulmottos gebastelt und genäht. Dazwischen immer wieder Musikkapellen, ebenfalls mit kreativem Outfit.

Die Kleinen Schützentrommler und-Pfeifer liefen als „Kleine Feger“ mit. Die Beavers mit ihren Cheerleadern liefen vor dem TG-Spielmannszug, der sich ebenfalls im Football-Look zeigte.

Die Mitmacher beim Schützentheater fuhren auf vier verschiedenen Wagen, die von Pferden gezogen waren mit. Das diesjährige Theaterstück des ältesten Kindertheaters in Deutschland hieß dieses Jahr „Schneewitchen und die sieben Zwerge“.

Unter dem Motto „Tanz durch die Jahrzehnte“ präsentierte sich die Schwarzbachschule. Von Abba bis zum RocknRoll kleideten sich die Kinder dazu passend. Die Braith-Grundschule hatte das Wetter im Fokus.

Die Gaisental-Grundschule wählte das Motto „Städtepartnerschaften“. Die Pflugschule wird gerade renoviert und umgebaut. Daher war es das Thema für die Schüler*innen, ob Maler oder Bauarbeiter, es muß was getan werden. Um das Thema Gegensätze kümmerte sich das Bischof-Sproll-Bildungszentrum. Schwarz-Weiß, Pechvogel oder Glückskäfer, Grünes und Rotes Ampelmännchen waren die Impulse.

Die Dollinger-Realschule wählte das Thema Film. Das Glamouröse im Filmgeschäft war im Blick. Stars, Bodyguards, der rote Teppich und „Dolliwood“ fanden ihre Präsentatoren. Und zwischendrin – die Breakdancer, die auf einem einfachen Karton ihr akrobatisches Geschick zeigten. Die Trommler des Wieland-Gymnasiums hatten den strahlendem Sonnenschein ins Outfit miteingerechnet. Sie waren in Unterhose und Krawatte gekleidet und trugen das Motto „Biertagswahl“ vor. Sie wünschten sich mehr Freibier in Biberach. Wünsche. Stark war der Auftritt der „Barbie-Girls“ – die Musiker der Kleinen Schützenmusik. Alle hatten blonder Perücken auf. Zu guter Letzt folgten die Gemeinderäte mit der Schützendirektion und bildeten den Abschluss dieses frohen und bunten Festumzuges.

Juli 16, 2017
von upperswabia
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Heilig Blut Fest in Bad Wurzach

Das Heilig Blut Fest in Bad Wurzach ist nach dem Blutfreitag in Weingarten ebenfalls ein wichtiger Termin im Jahreskalender der Prozessionsreiter in Oberschwaben. In Bad Wurzach reiten auch Frauen mit. An die 1500 Teilnehmer*innen reiten entlang der Hauptstraße in Bad Wurzach in die Fluren im großen Bogen um die Stadt. Ein Blick in die hügelige Landschaft des württembergischen Allgäus und auf die Alpenkette ist je nach Wetterlage klar vor Augen. Vorbei am Gottesberg geht es wieder in die Innenstadt den Berg hinunter.

Unter „Gottßberg“ war der Moränehügel nahe Wurzach in den Kirchenbüchern benannt. Die Wallfahrtskirche auf dem Gottesberg war erst eine kleine Kapelle. Als sie zu klein wurde, wurde an der Stelle eine größere Kirche gebaut. Das Mauerwerk dieses Kirchleins ist heute noch im Altarraum integriert. Im Jahre 1717 wurde die neue Kirche feierlich geweiht. 300 Jahre ist dies her und sie ist bis heute ein Ort für Pilger.

 

Zum  300 Jahre Kirchweih Jubiläum kam auch Bischof Dr. Gebhard Fürst nach Bad Wurzach. In seinem Festschrift Vorwort benennt er den Kulturraum als „Sakrallandschaft“. Die Kultur- und Glaubenslandschaft in Oberschwaben mache eindrucksvoll deutlich, dass der Mensch Wegzeichen braucht. „Zeichen, die zeigen woher wir kommen und wohin wir unterwegs sind. Zeichen von anderen Menschen, die signalisieren ‚Du bist nicht allein, da sind Mitmenschen, die für uns da sind, die ebenfalls auf dem Weg sind'“, so Bischof Fürst.

Die Diashow gibt Eindrücke der Reiterinnen und Reiter, diesen Wunsch und auch die Freude an dieser Reiterprozession teilzunehmen zu zeigen.

Juli 8, 2017
von upperswabia
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Demokratie und Christoph Martin Wieland

Hab mal wieder aus aktuellem Anlass (G20-Gipfel in Hamburg, Missbrauch des Demonstrationsrechts, Krawalle und Sachbeschädigungen in Hamburg) in den Zitaten von Christoph Martin Wieland geschmökert.

Zitat Wieland aus der Goldene Spiegel II.7, S. 143 – aus dem Jahre 1772

Die Freyheit, …
womit sich die Menschen so viel wissen,
ist so wenig für sie gemacht,
daß sie, so bald sie Mittel finden, sich ihrer zu bemächtigen,
ein so kostbares Gut
zu nichts zu gebrauchen zu wissen,
als sich selbst und andern Schaden damit zu thun.

……

Ich habe diese Woche dafür gestimmt, dass mir Demokratie wichtig ist.
Es ist wunderbar Demonstrieren zu können.
Dann kam Hamburg und was dort abläuft ist nicht gut. Eine Demo wird mißbraucht um Sachbeschädigungen und Menschen zu schaden – das geht zu weit.

Diese Sachbeschädiger, gewaltbereiten Menschen sollen sich vor einem Gericht verantworten müssen. Sie können mit Freiheit und Demokratie nicht sinnvoll umgehen.

 

 

Juni 24, 2017
von upperswabia
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Normandie entdecken – Nordosten

Was verbindest Du mit der Normandie?

Die Normandie ist im Norden von Frankreich und landwirtschaftlich geprägt. An der Küste sind Seebäder und es gibt eine Steilküste ähnlich wie in Südengland. Einzubeziehen sind für die Planungen die Gezeiten an der Küste in Nordfrankreich. Eine Strandwanderung entlang der Klippen kann bei Flut nicht möglich sein. Der Tidenhub, das heißt der Anstieg des Wasser bei Flut, kann an einigen Stellen 14 Meter sein.

Es gibt in der Normandie viele Kühe und Pferde auf der Weide zu sehen. Die Normandie ist so groß wie Belgien. Es soll über 1400 Gestüte in der Normandie geben. Was ich verdrängte in der Vorbereitung, waren die Kriege und Schlachten, die für die europäische Geschichte von hoher Bedeutung waren. Doch dazu später mehr.

Unser Plan war die verschiedenen Regionen in der Normandie kennen zu lernen. Erstes Ziel war Étretat im Nordosten der Normandie. Die normannische Küste beginnt nordöstlich in Le Tréport und endet 600 Kilometer westlich am Mont Saint Michel.

Besuch der nordöstlichen Normandie

Die Klippen stehen steil an der Küste. Sie sind über hundert Meter hoch und meist kreideweiß. Es gibt wenige Zugänge zum Kiesstrand. Am Ende grasgrünen Täler und Schluchten liegen Orte und Städte wie Fécamp, Yport oder Étretat.

Fécamp besteht aus zwei Orten, einmal mit kleineren Kneipen am Hafen und der andere Teil des Ortes liegt oberhalb der Klippen nahe der von fern sichtbaren Kirche Chapelle Notre Dame de Salut, einer Wallfahrtskirche für die Fischer. Im Ort selbst ist das Kloster und die „Église Sainte-Trinité“ zu sehen. Diese Kathedrale ist in ihrer Länge nur drei Meter kürzer als Notre Dame in Paris. Auffallend ist auch der Palais Bénédictine. Ein Gebäudearrangement, das märchenhaft wirkt. Es ist eine Mischung aus Gotik, Renaissance und Barock. Hier wird der berühmte Kräuterlikör  „Bénédictine“ hergestellt. Es gibt eine Führung zur Geschichte des Liköres der Benediktinermönche sowie des Erbauers des Palastes und im Anschluss kann dieser verköstigt werden. Wir sind gleich zu den „Riechkästen“ gegangen und konnten auch ohne Führung den Likör gegen einen kleinen Obulus verkosten.

Der Strand besteht aus Kieselsteinen und somit rollen die Wellen die Kieselsteine hin und her, was ein lautes Meeresrauschen erzeugt.

Es gibt einen gut ausgeschilderten Wanderweg von Fécamp nach Yport und weiter nach Étretat. Vorbei an Weiden mit Kühen. Selbst die unterschiedlichen Arten von Kühe zu sehen ist ein Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

Abstandshalter

Ètretat ist ein sehr beliebtes Seebad. Im Vergleich zu Yport oder Fécamp war es stärker mit Besuchern frequentiert. Das liegt sicher darand, dass dieses hübsche Fachwerkstädtchen und seine imposanten Felsen ohne große Wege zu erreichen ist. Wir sahen zwei Inderinnen, die mit reich verzierten Sandalen und Pfennigabsatz zu den Klippen fürs Fotoshooting aufstiegen. Kurzum – im Vergleich zu den anderen beiden Orten deutlich touristischer.

 

 

Besuch der Stadt Rouen

Einen Tagesausflug unternahmen wir nach Rouen. Rouen liegt an der Seine im Landesinneren und ist die Hauptstadt der Region Normandie. Trotz Zerstörungen während des Krieges sind viele Fachwerkhäuser erhalten. Die Altstadt ist verkehrsberuhigt. Verschiedene Türme überraschen mit unterschiedlichem Glockengeläut. Es gibt mehrere sehr schöne Kirchen im Altstadtbereich. Die Cathédrale Notre Dame und auch die Saint Maclou mit ihren Fassaden beeindrucken. Auf dem alten Marktplatz, der umgeben ist von dicht aneinander stehenden Fachwerkhäusern, wurde Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diese Frau, die als Retterin Frankreichs gefeiert wurde und später aufgrund politischer Ränkespiele als Ketzerin 1431 verbrannt wurde. Im Jahre 1920 wurde sie von Papst Benedikt XV selig gesprochen. Auf diesem Platz wurde nach dem zweiten Weltkrieg eine Kirche zu ihrer Erinnerung erstmalig gebaut.

Übrigens das Musée des Beaux Arts präsentiert übergroße Bilder im überdachten Lichtinnenhof mit einem kleinen Café. In der Dauerausstellung werden Werke aus den letzten fünf Jahrhunderten gezeigt, doch es gibt auch einen wechselnden Ausstellungsbereich.

Zweitgrößte Hafenstadt Frankreichs: Le Havre

Ausflug nach Le Havre. Die Stadt feiert ihr 500jähriges Bestehen.
Le Havre hat um die 177.000 Einwohner und hat den zweitgrößten Hafen in Frankreich. Während Rouen als Fachwerkmetropole bezeichnet wird, ist in Le Havre fast nichts mehr da, was an das Stadtbild vor dem zweiten Weltkrieg erinnert. Der Architekt Perret gestaltete die Stadt neu, seine Material war der Beton, der Baustil klassizistisch geprägt. Es ist das einzige Stadtensemble des 20. Jahrhunderts, das auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO steht. Besonderheiten sind das Rathaus und die filigrane Fußgängerhängebrücke, die über das Stadtbassin führt. Das Stadtbassin ist ein Wasserbecken. Das Gebäude Espace Oscar-Niemeyer steht nahe dem Bassin und dazwischen ist das Memorial für die Opfer des zweiten Weltkrieges. Der Espace wird umgangssprachlich auch „Großer Vulkan“ genannt. Le Havre ist eine der wenigen europäischen Städte, in der Oscar Niemeyer seine architektonische Handschrift hinterlassen hat. In diesem futuristischen Bau Espace befindet sich das Kulturzentrum.

Ungewohnt und beeindruckend ist die Kirche „St. Joseph“. Ein Betonbau, der an einen Wolkenkratzer in New York erinnert. Von außen wirkt die Kirche unnahbar, doch im Inneren über dem Altar richtet sich der Blick hoch in den Turm. Außenhöhe des Turmes ist 107 Meter. Obwohl Betonbau und es bei Regen mittlerweile reintropft – eindrücklich ist die Symbolik über dem Altar. Der Blick in den Turm mit den vielen kleinen viereckigen Glasfenstern. Es sind 12.768 farbige Gläser in sieben Farben, die wiederum in rund 50 Abstufungen variieren. Von den dunkelsten bis zu den hellsten Farben in der Spitze des Turmes. Die vertikale Dimension der Kirche wird somit verstärkt. Die Grundsteinlegung der Kirche war am 21. Oktober 1951 und sie kam zehn Jahre nach ihrer Erbauung schon in das Verzeichnis der Kulturdenkmale.

Das Kunstmuseum der Stadt, das Musée Malraux (MuMa) hat dienstags geschlossen. Oft haben die Museen ja am Montag geschlossen. Die Kathedrale Notre Dame wurde wieder rekonstruiert. Sie war ebenfalls sehr stark zerstört. Die Wand, an der das Kruzifix mit Jesus hing, blieb von den Bomben im zweiten Weltkrieg unversehrt.

Überrascht war ich, dass diese große Stadt so wenige Einkaufsgeschäfte in der Innenstadt hat. Doch vorbei an der Innenstadt folgen die Docks Vauban. In diesen ehemaligen Lagerhallen sind die Bekleidungsgeschäfte der nationalen und internationalen Modeanbieter zu finden.

Abstand

Kloster de Montivilliers

Knapp zehn Kilometer nördlich von Le Havre liegt Montivilliers mit seiner ehemaligen Abtei, die „Abbaye de Montivilliers“. Viele der Bauteile wurde aufwendig rekonstruiert. Der Audioguide ist auch in deutscher Sprache erhältlich und erklärt ausführlich die Geschichte und Bedeutung der normannischen Klöster auch mit Blick auf die französische Geschichte. Wir haben nicht alles angehört, doch es gab Informationen, die zur besseren Einordnung der weiteren Kirchen und Klöster in der Normandie hilfreich waren. Museumspädagogisch wurde die Führung per Audioguide zur Ausstellung mit Musik und visuellen Effekten aufgearbeitet.

Nach unserer nordöstlichen Visite in der Normandie reisten wir weiter über Caen in die Nähe von Bayeux. Vorbei an den unterschiedlichen Küstenorten wie Honfleur, Trouville sur Mer und Deauville. Städte, die den Glanz der Belle Époque erahnen lassen. Dieser Küstenabschnitt wird auch Blumenküste genannt und hat weite Sandstrände.

Angenehm ist es, dass es im Sommer in der Normandie später dunkel wird als in Süddeutschland. Anfang Juni war es um 22 Uhr noch recht hell. Das lockte auch am Abend noch, einen längeren Spaziergang zu wagen.

Juni 12, 2017
von upperswabia
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Blinder See bei Kanzach

Einsam wirkt die Holzhütte am Blinden See nahe Kanzach. Idyllisch ist dieser Moorsee inmitten eines Waldgebietes. Seit 1989 steht der kleine See und das umgebende Moor unter Naturschutz. Der See verlandet weiter, das es sich um ein wachsendes Hochmoorgebiet handelt. Es gibt einen kurzen Weg als Trampelpfad vorbei an der dreistämmigen Eiche zu der Holzhütte. Hier können Wollgräser und Torfmoose entdeckt werden. Es quackt und springt nahe dem See. Nach der Hütte führen klassische Waldweg um den See herum, wobei dieser nicht mehr gesehen wird. Doch so ein Waldweg mit dem Blick in die verschiedenen Arten von Baumbeständen wie Birken, Kiefern oder Fichten hat auch was. Da steht doch mittendrin eine Blutpflaume … wie kommt die in den Wald?

Anfahrt. Auf der Landesstraße 282 zwischen Kanzach und Marbach ist ein Parkplatz genannt Blinder See. Dem Waldweg und weiter geradeaus dem Trampelpfad folgen, der nach links weitergeht. Hier ist Blick auf den See möglich. Nach der Hütte geht es auf einem Waldweg weiter. Diesem folgen und sich daran orientieren, dass um den See gelaufen wird, daher bei Abzweigungen rechts halten.