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Plakat Ausstellung Schuhwerk Villa Rot Burgrieden - Foto ivk

Plakat Ausstellung Villa Rot Burgrieden – Foto ivk

„Schrei vor Glück“ – aber nicht, weil der Postbote an der Tür steht – sondern weil im Museum Villa Rot in Burgrieden auf Schritt und Tritt Schuhe zu sehen sind. Das eine oder andere Stück ist sicherlich käuflich – vielleicht sogar tragbar? Jedenfalls Schuhe, die skurril, grotesk, wunderschön und bizarr sind – einfach anschauen, lächeln und warten, welcher Schuh am lautesten nach dem „Haben-Effekt“ schreit.

Die Ausstellung präsentiert 120 zeitgenössische Entwürfe und Designobjekte aus aller Welt. Ein Pumps, der eine Hommage an eine Stradivari ist. Ein Prinzessinenschuh aus Zucker. Der Schuh als Kunstobjekt – ob aus Hightech, Naturmaterialien, Holz, Keramik,  Glas, Papier, Leder oder auch aus Recyclingstoffen. Es gibt sozialkritische Stellungsnahmen wie auch physiologische Absurditäten. Fast bequem wirkt der violettfarbene Schuh von Architektin Zaha Hadid ( zusammen mit Melissa). Schuhe mit gefährlich hohen Stillettos, Absätze aus Pistolen stehen zur Schau. Erst auf den zweiten Blick werden die Schuhe erkannt, die Tierspuren hinterlassen. Kurzum – der eigenen Kreativität wird auf die Sprünge geholfen.

Doch auch die Farbfotografien von Alexander Fielden fesseln das Auge. Und das Video von Sylvie Fleury, die Christbaumkugeln stillettiert schmerzt. Die Künstlerin Svenja Ritter läßt einem das Schmunzeln in den Mundwinkel erstrarren mit ihren Vertigo Heels. Svenja Ritter beherrscht das Spiel zwischen Abscheu, Faszinition und Schrecken, nicht nur bei Schuhen.

Das fast schon brave Paar Schuhe auf dem Plakat verrät nicht, dass diese braune glänzende Schicht zwischen der Pailletten-Verzierung ursprünglich Elefantendung war.

Daher: lange Rede kurzer Sinn: Hinfahren.
Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag sowie Feiertags von 11 bis 14 Uhr. Jeden Sonntag um 14 Uhr gibt es eine Führung durch Dr. Stefanie Dathe … und wenn es zu voll ist, dann zuerst mal ne Pause im neuen Museumscafé mit Originalmobilar und Stoffen, die die ehemalige Hausherrin Alexandra Hornstein in den zwanziger Jahren entwarf. Denn das Fuggerschlösschen mit seinem Garten ist ebenfalls ein Blick wert.

Ach – und der Schuh von Designer Julian Hakes, genannt Mojito war für mich ein „Wiedersehen“. Er war ein Mausklick davon entfernt, MEINS zu werden. Doch was noch nicht ist, kann ja noch werden.

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