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Schloss Ummendorf

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Das Schloss Ummendorf steht im Ortszentrum von der Gemeinde Ummendorf bei Biberach an der Riss. Im Jahre 1554 beginnt die Geschichte des Schlosses. Der erfolgreiche Kaufmann und kaiserliche Ratgeber Matthias Manlich aus Augsburg kaufte den Ort Ummendorf vom Kloster Weißenau und errichtet sich ein Renaissanceschloss. Matthias Manlich wollte so den Aufstieg in den Adelssstand erreichen. Der Bauherr verstarb 1563. Kurz danach verkauften seine Erben das Schloss an das Kloster Ochsenhausen.

Gebäude

Das mehrstöckige Schloss war im 16. Jahrhundert ein fast quadratischer Gebäudekomplex, der an den Ecken nach Westen gerichtet zwei schlanke Rundtürme hat. Matthias Manlich plante das Ummendorfer Schloss mehrflügelig mit einem dreiteiligen Garten. Am Gebäude waren gegen Osten zwei Seitenflügel angebaut, die im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden. Die Außenmauer der Anlage umgibt heute noch das Schlossareal. An der westlichen Gartenmauer steht das barocke Gartenhaus, welches im Jahr 1739/40 an die Schlossmauer angebaut wurde.

Im Erdgeschoss befindet sich die Eingangshalle ein imposantes Gewölbe, dass sich in seiner Breite über den gesamten Raum spannt. Es gehört zu den unberührtesten besterhaltensten Gewölbe in Oberschwaben. Der Grundriss im ersten und zweiten Obergeschosses präsentiert einen Standardgrundriss, der sich vom Renaissanceschlossbau ableiteten lässt. Das Dachwerk stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Es ist ein dreigeschossiges Sparrendach, das im Mittelabschnitt ein sogenanntes Sprengwerk zeigt.

Im 18. Jahrhundert, zur Blütezeit des oberschwäbischen Barockes wurde das Schloss stark verändert. 1729/30 taucht in den Büchern auch der Gipser Gaspare Mohla auf, der die Stuckdecke im Obergeschoss geschaffen hat. Die Decke zeigt reiche Rocaille- und Bandelwerkornamente mit Porträtköpfen und Tierdarstellungen. Der italienische Stukateur hat zahlreiche Schlösser und Klöster mit Stuckarbeiten bekleidet.

Im unteren Saal wurde die hölzerne Felderdecke angebracht, auf die barocke Ornamente und Wappen gemalt wurden. In der Mitte der Decke wurde das Ummendorfer Schloss mit seinen Gebäuden im damaligen Zustand samt Seitenflügel, Gebäude Bäule und der Gang zur Kirche gemalt. Auch die bemalten Türrahmen dürften aus dieser Zeit stammen.

Die spätbarocke Aussenfassade des Schloses wurde 1792/93 angebracht und bestimmt heute noch das Erscheinungsbild des Ummendorfer Schlosses.

Das Gelände rund um das Schloss, der Garten dürfte ebenfalls von Matthias Manlich angelegt worden sein. An der noch heute existierenden Ummauerung sind die Bauphasen der Mauer erkennbar. Es ist in großen Teilen ein Wackenmauerwerk, auf das erst im 17. Jahrhunder eine dünnere Backsteinmauer aufgesetzt wurde. Der Garten zeigt die für Renaissance-Gärten obligatorische Dreiteilung in Baum-, Gemüse und Lustgarten.

Zum Schlossensemble gehört auch das heutige Bäule, im Jahr 1696/97 als „Schloss Bäwle“ benannt, das sich unmittelbar an der Ostseite der Mauer anschließt. Das Bäule wurde in den Jahren 1737/38, im 19. Jahrhundert sowie zuletzt im Jahr 2004 renoviert.

Geschichte

Matthias Manlich erlebte die komplette Fertigstellung seines Anwesens nicht. Seine Erben verkauften das Schloss an das Kloster Ochsenhausen im Jahr 1564. Die wechselvolle Geschichte begann, als das Anwesen als Sommer- und Erholungsresidenz sowie als Alterswohnsitz von Äbten und Prälaten genutzt wurde.

Zwischen 1619 und 1632 diente das Schlos als Hohe Schule für die Benediktinerschüler. Eine Hohe Schule wurde eine Bildungseinrichtung benannt, die gymnasiale und universitäre Studien verband. Abt Bartholomäus Ehinger erließ eine eigene Konviktsordnung für die Ummendorfer Schule.

Ab 1829 diente das Schloss als Dienstwohnung für den katholischen Pfarrer. Im Jahr 1880 bezog Prälat Dr. Engelbert Hofele das Schloss und lies es renovieren. Der Prälat sorgte dafür dass es in dem Schloss 1888 schon Strom gab und er hatte ein Telefon. Er konnte sich rühmen, die erste bäuerliche Gemeinde elektrifiziert zu haben. Er lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1902 im Schloss.

Das Schloss diente zwischen 1943 und 1945 als Außenstelle des Instituts für praktische Mathematik sowie des Physikalischen Institutes der Technischen Hochschule Aachen. Im Saal des zweiten Obergeschosses stand ein Analogrechner der Firma Askania aus Berlin, der unter Prof. Dr. Robert Sauer optimiert wurde. Thema der physikalischen Forschung war unter anderem die Widerstandsverminderung an Flugzeugen und von Strömungsverhältnissen an Flugzeugtragflächen.

Heute ist das Schloss kulturelles Zentrum der Gemeinde Ummendorf. Die Hochschule Biberach nutzt die Räume für besondere Anlässe. Seit 2012 2011 können die Räumlichkeiten auch von Privatpersonen gemietet werden. Das Schloss wurde auch für die Fernsehproduktion „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ als Finalabschluss genutzt.

Ort: Ummendorfer Schloss in 88444 Ummendorf

Rosenmarkt am Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

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