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Sandstrände in der Normandie

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Die Normandie hat westlich von Le Havre sehr schöne Sandstrände entlang der Côte Fleurie und der Côte de Nacre. Die englischen Bezeichnungen der Sandabschnitte wie Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utha Beach stammen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges.  Es waren die Codenamen der Alliierten (USA, England, Kanada) um Frankreich von der damaligen deutschen Besatzung zu befreien.

Unser Ziel war bei unserer Ankunft den kleinen Rundwanderweg um den Soldatenfriedhof am Omaha Beach zu gehen. Dieser lange und bei Ebbbe breiten Strand zu begehen. Im Juni, noch sehr frisch um zu Baden, war er auch oft menschenleer. Und es ist wohltuend den Wellen zuschauen, wie sie sanft auf dem Strand auslaufen. Dazu die sandigen Dünen und das grüne Hinterland mit seinen Wiesen und kleinen Wegen, die rechts und links von Hecken begrenzt werden. Sehr einladend zu Spaziergängen in der ländlichen Umgebung. Omaha Beach ist der größte Strandabschnitt. Dank der Gezeiten ist der Strand bei Ebbe sehr breit und bei Flut wenige Meter von den Dünen weg. Auf dem folgenden Bild – die Hufspuren im Sand sind später weggespült.

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer in der Normandie

Omaha Beach bei Colleville-sur-Mer mit unseren Reitspuren im Sand

 

 


Am Omaha Beach liegt ein Sportzentrum bei dem Fahrzeuge wie Fatbike oder Strandsegeln ausgeliehen werden kann.

Outdoor Activity am Omaha Beach bei Collville sur Mar

 


D-Day in der Normandie

Trotz der kleinen Orte, den schmalen Wegen – die Plakatierung des D-Day war sehr präsent. Und es fiel auf, dass sehr viele historische Militärfahrzeuge sich in der Region befanden. Auch die  Fahrer, Beifahrer, Mitfahrer waren nostalgisch militärisch gekleidet. Die Leere am Strand endete am Eingang zum Soldatenfriedhof. Menschen standen Schlange am Eingang, es gab Führungen, viele Menschen liefen zwischen den Kreuzen auf dem Soldatenfriedhof. Über 9000 schneeweiße Marmorkreuze stehen akkurat nebeneinander. Die sterblichen Überreste von 9.387 amerikanischen Soldaten ruhen an diesem Ort. Eine Gedenkminute wird eingeläutet. Trompetenspiel. Die Menschen stehen reglos mit Blick auf die Mahnmale gerichtet und gedenken. Am Himmel ein großes schweres dunkles Flugzeug, das über den Friedhof sehr niedrig fliegt und sein Motor dröhnt laut. Es ist eine traurige und doch angespannte Atmosphäre. Dabei ist es eine Gedenkminute.

Amerikanischer Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer

Ungewohnt ist es, wenn außerhalb des Geländes den militärisch verkleideten Menschen zugehört wird, wie sie den Plan der Alliierten rekonstruieren und analysieren. In einem Ort sahen wir vor einer Kneipe eine Sängerin im Militärkostüm aus der damaligen Zeit. Sie singt und die Zuhörer schwenken ihre Fähnchen mit. Veteranen? Kinder und Enkel der getöteten Soldaten, der Überlebenden? Am 6. Juni jährt sich dieser Tag und er wird in der Normandie gefeiert. Dazu reisen die Briten, Amerikanern, Kanadier an und es wird an den gewonnenen Krieg erinnert, den Toten gedacht und auch gemeinsam gefeiert.

Es ist ein vierwöchiger Zeitraum in dem zu diesem Thema Veranstaltungen angeboten werden. Die Bandbreite der Veranstaltungen ist groß. Sie kann von einer Verkaufsmesse von historischen Militärfahrzeugen sowie Kleidung und Accessoires bis zu einem Internationelen Treffen gegen Rassismus sein.

Der nächste Link führt zu einem öffentlichen Werbevideo zum D-Day auf Facebook .
Persönlich bleibt es mir fremd, dass aus einem Krieg ein Event gemacht wird. Unangenehm empfand ich auch, als wir in einem Lokal saßen, zu Abend aßen und ein geschätzt Mitte 30 Jahre junger Herr mit Begleitung ins Restaurant hereinkommt und als erstes die Bedienung in englischer Sprache anschnauzt. Dieses Zusammenfallen, diese Diskrepanz von Tourismus, Eventkultur und Gedenktag habe ich zum ersten Mal erlebt.

Übrigens wer eine historische Dokumentation zum 6. Juni 1944 anschauen möchte – hier ein Link (Youtube) auf die Invasion im Morgengrauen – die Landung .

 

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe 1939-1945 in der Normandie

Nicht weit entfernt ist die Kriegsgräberstätte La Cambe. Mit 21.200 Gräbern ist es der größte deutsche Soldatenfriedhof in der Normandie. Der Friedhof ist einfach angelegt. Er spiegelt den Status des Besiegten wider. Im Unterschied zu den alliierten Soldatenfriedhöfen sind die Kreuze entsprechend den Vorgaben des Versailler Vertrages von 1919 in dunklem Ton gehalten. Als wir die Lebensdaten der Soldaten anschauten – viele waren noch keine 18 Jahre alt.

Deutscher Soldatenfriedhof La Cambe (1939-1945) in der Normandie

Die Zufahrt zum Soldatenfriedhof ist mit 1.200 Ahornbäumen gesäumt. Friedenspark heißt dieser Weg, der 2009 fertiggestellt wurde. Die kugelförmigen Bäume, die teilweise in dreier Reihen nebeneinander stehen tragen jeweils ein Etikett einer Familie, eines Stifters. Diese lange Allee ist von der Autobahn zu sehen.

Eine Anmerkung. In der Vorbereitung auf diesen Urlaub habe ich nicht an Krieg gedacht, doch wenn in dieser Zeit die Normandie bereist wird, kommt man an dem Thema Krieg nicht vorbei, so meine Meinung. Die Lage um vom Meer ans Land zu kommen und auch die kurze Verbindung nach England waren zu allen Zeiten optimal. Auch der Teppich von Bayeux beschreibt die Invasion der Normannen von England, die Schlacht von Hastings im Jahre 1066 n. Christus.


Pferde und die Normandie

Auch das Nationalgestüt Haras du Pin im Landesinneren besuchten wir. Das Gestüt wird auch das „Versaille der Pferde“ genannt. Die Architektur der Gebäude erinnert an das Schloss Versaille. Die Stallungen sind in Form eines Hufeisens angeordnet. Das Gestüt Haras National du Pin ist das älteste der 23 staatlichen Gestüte in Frankreich. Es sind cirka 60 Hengste, die zehn verschiedenen Rassen angehören am Gestüt. Während der Decksaison sind die Pferde meist unterwegs.
Meist donnerstags findet nachmittags eine Pferdeshow statt, die die verschiedenen Rassen und das Können der Pferde, die Reitkunst präsentiert. Zudem gibt Führungen im Gestüt, dass auch einen Blick auf die historischen Kutschen und in die Sattelkammer ermöglicht. Der älteste Rennplatz der Normandie ist ebenfalls auf der Anlage.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Im Museumsshop werden Führungen ins Gestüt, in die Satt sowie ins Museum angeboten. Zusätzlich gibt es donnerstags eine einstündige Pferdeshow, die einen sehr sehenswerten Überblick über die verschiedenen Rassen und das Leistungspotential des Gestüts präsentiert.

Nationalgestüt Haras du Pin in der Normandie

Webseite des Nationalgestütes Haras du Pin

In Saint-Lô ist ein weiteres Gestüt in der Normandie, das Haras National de Saint-Lô. Einige der Gebäude sind elipsenartig um einen Platz angeordnet. Vielleicht diente es zu Beginn als kleinere Rennbahn. In den Gebäuden sind meist Pferdeboxen untergebracht, dies dürften weit über 100 Boxen sein.  Das gestreifte Muster der Gebäude wirkt beeindruckend. Die Anlage wurde unter Napoléon gegründet. Die historische Anlage ist das , doch gleich angrenzend ist ein großes Areal für Veranstaltungen mit verschiedenen Reit- und Fahrplätzen sowie einer großen Halle. An unserem Besuchstag war es sehr ruhig, doch es ist zu ahnen, dass es hier regelmäßig Großveranstaltungen zum Pferdesport gibt.

Webseite des Nationalgestütes Haras de Sain-Lô.

Nationalgestüt Haras du Saint Lô in der Normandie

 

 

 

 

 

Und wir erfüllten uns auch den Traum eines Ausrittes zu Pferde entlang des Strandes und entlang den Wiesen und Weiden.


Bayeux

Bayeux mit seinem berühmten Bildteppich, der zwar nicht geknüpft aber ein besticktes 70 Meter langes und 50 Zentimeter hohes Band ist, gehört zu den touristischen Magneten in der Normandie. Dank des Audioguides (in vielen Sprachen) ist es eine kurzweilige Zeitreise ins 11. Jahrhundert anbietet. Die Art wie die Figuren damals mit Nadel und farbigen Faden „gemalt“ haben ist sehenswert.  Es beschreibt die Vorgeschichte und die Eroberung Englands durch Wilhelm des Eroberers. Wilhelm wurde 1066 in der Westminster Abbey zum englischen König gekrönt. Da im Mittelalter die Menschen oft nicht Lesen konnte wurden die Ereignisse in Bildern festgehalten – so liest sich die Eroberung Englands wie eine Bildergeschichte. Und auf Abbildung 13 wird sogar ein erigierter Penis abgebildet, die Vorfreude auf die Ehefrau oder war es die bevorstehende Schlacht, so genau weiß man es nicht.

Webseite zur La Tapisserie de Bayeux

La Tapisserie de Bayeux

 

 

Kathedrale Bayeux

Kathedrale Bayeux

Beeindruckend ist auch die Kathedrale und die guterhaltene Altstadt. Bayeux hatte großes Glück. Sie wurde von den alliierten Landungstruppen als erste befreit, daher ist das Stadtbild weitgehend verschont. Die Türme der Cathédrale Notre Dame im gotischen Stil dominieren das Stadtbild. Der Vierungsturm ist 80 Meter hoch und der Bau des Gotteshauses begann zur Zeit von Wilhelm der Eroberer. Die ältesten Bauteile gehört die dreischiffige Krypta sowie die Arkaden des Langhauses.

 

 

 

Kloster de Cerisy-la-Forêt mit Badesee und einem Skulpturenpark.


Besuch der Abbaye de Cerisy la Forêt – nahe Saint Lô

Das Kloster kann besichtigt werden. Wir suchten den Weganfang einer Rundwanderung. Ein Badesee lag nahe der Abtei umgeben von Steinskulpturen. Unterhalb des Friedhofes, gegenüber des Sees ist ein größeres Feld mit Steinskulpturen. In unregelmäßigen Abständen treffen sich dort Bildhauer*innen aus der ganzen Welt um aus einem Stück Stein ein Kunstwerk zu schaffen. Es gibt sehr schöne aufwendige Werke – für Kunstfreunde sehenswert.
Im Jahr 2017 waren erstmalig Bildhauer dabei, die mit Metall Kunstwerke schweißten, formten, gestalteten.

Am Kloster startet ein Wanderweg in das Naturschutzgebiet des seltenen goldglänzenden Laufkäfers.
Webseite zur Abbaye de Cerisy

Nahe der Abbay de Cerisela Forêt ist ein Skulpturenpark mit internationalen Steinbildhauern

 

 

 

 

 

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