Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

September 19, 2014
von upperswabia
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Kloster Schloss und Münster Salem

Der Besuch der Kloster- und Schlossanlage Salem beeindruckt. Das Schloss und Kloster Salem  mit seinem Münster stand schon sehr lange auf meiner Wunsch-Besuchsliste in Oberschwaben. Die Größe der Kloster- und Schlossanlage ist beim Vorbeifahren nicht zu erkennen. Beeindruckend auch das drittgrößte gotische Kirchengebäude in Baden-Württemberg, das Münster. Im ehemaligen Prälaturgebäude sind die repräsentativen Räume wie der Kaisersaal zu großen Teilen im Originalzustand untergebracht. Auch der ehemalige Speisesaal der Mönche und heutiger Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde zwischen Prälatur- und Konventgebäude angeordnet präsentiert eine detailreiche Stuckdecke. Der Kreuzgang führt ins Münster. Auf dem Gelände sind weitere historische Gebäude zu sehen. Ein Großteil der Schloss- und Klosteranlage wurde vom  Markgrafen aus Baden im Jahr 2009 an das Land Baden Württemberg verkauft.

Die Gartenanlage mit seinen Buchsfeldern, den beiden unterschiedlich hohen Labyrinthen wirken großzügig und elegant. Das Labyrinth lässt keine Verirrung und es bereitet Freude entlang den grünen Wänden sich leiten zu lassen.

Das Schloss bzw. das ehemalige Prälatur- und Konventgebäude des Klosters kann mit einer Führung besichtigt werden. Ausgenommen sind die Privaträume des Markgrafen von Baden in diesem Gebäudeteil. Der Eingang ist ein Tor, in das eine Kutsche hineinfahren konnte. Die Gäste konnten somit trockenen Fußes im Gebäude aussteigen. Das Pferdegespann drehte im Innenhof und fuhr das andere Tor hinaus. Eine Einbahnstraße im Gebäudekomplex.

Vornehm war es. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde 1134 gegründet. Nach der Säkularisation, der Verstaatlichung der Klöster wurde es 1802 Sitz des Markgrafen von Baden. Im Schloss scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die ehemalige Reichsabtei gehörte zu den wohlhabendsten und bedeutendsten Abteien im Bodenseeraum. Ein verheerender Brand zerstörte das Kloster 1697. Es wurde wieder aufgebaut von dem Baumeister Franz Beer von 1697 bis 1706. Beer baute mehrere barocke Klosteranlagen wie in Obermarchtal sowie Klosterkirchen wie in Weingarten.

Die zweite Blütezeit erlebte das Kloster als Zentrum des südwestdeutschen Rokokos. Die aufwendigen Stuckarbeiten an Wänden und Decken im Kaisersaal und im heutigen Betsaal präsentieren dies. Ob die Tapete (bemalte hauchdünne Lederbahnen) an der Wand, Sitzbänke, Tische oder der aufwendige Parkett in den repräsentativen Räumen – es ist alles im Original erhalten und zu sehen, ja zu begehen. Zwar verflüchtigte sich das eine oder andere Original auf wundersame Weise, wie das Uhrwerk in einer Wanduhr. Doch vielleicht taucht es wieder auf, so die Hoffnung. Das Schloss ist übrigens im Winter von November bis Ende März geschlossen. Es ist einfach zu kalt in den Räumen.

Der Betsaal war früher der Speisesaal der Mönche. Der Saal hat eine sehr aufwendige Stuckdecke. Das Essen, die Tagesration für die Mönche war sehr bescheiden. Ein Pfund Brot und eineinhalb Liter Wein gab es einmal täglich. Auch Gewürze und Gemüse wurde nicht verwendet. Es war zu kostbar. „Und mehr Essen konnten sich die Mönche bei der opulenten Decke abschauen und vorstellen“, wird erzählt. Auch die Wärme sollten sich die Mönche vorstellen, der Speisesaal wurde nicht geheizt. Der mit Porzellankacheln bekleidete Ofen sei nicht benützt worden.

Die Lebenserwartung eines Mönches lag bei 27 Jahren. Übrigens wurde die Abtei von 300 Mönchen und Laienbrüdern bewirtschaftet.

Die Klosteranlage ging nach der Säkularisation 1802 in den Besitz des Markgrafen von Baden, seither wurde auch von Schloss Salem gesprochen. Im Jahr 1920 wurde die Internatsschule Schloss Salem eröffnet.

Das Münster in Salem wurde 1285 begonnen. Es ist der drittgrößte gotische Kirchenbau in Baden-Württemberg. Das Kirchengebäude ist 20 Meter hoch und hat eine Länge von 66 Meter. Außen wirkt der Bau schlicht während innen eine Vielzahl von Bögen und Pfeilern, 27 Alabaster Altäre, ein Chorgestühl im frühen Klassizismus und ein Hochaltar, der von allen Seiten gut sichtbar ist wirken.

Erwähnenswert ist auch der 60 Meter hohe Glockenturm den Abt Anselm auf dem Kirchendach errichten ließ. 16 Glocken wurden darin aufgehängt und geläutet. Es war das größte Glockengeläut seiner Zeit (1753 bis 1807). Die Statik der Kirche war dem allerdings nicht lange gewachsen und so wurde nach über 55 Jahren der Turm wieder rückgebaut.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind beim Rundgang zu sehen: Hofgarten, Unteres Tor, Marstall, Pfarrhaus Seliger Bernhard von Baden, Pferdeschwemme, Unterer und Oberer Langbau, Torkel und Küferei, Historische Schmiede und Altes Gefängnis, Oberes Tor, Sennhof, Gotisches Haus, Altes Schulhaus, Schauweinberg, Prälatenweg und das Neues Museum mit Museumscafé.

 Anfahrt nach Salem Öffnungszeiten im Kern von 9.30 bis 17.30 Uhr, genauer siehe Öffnungszeiten Salem.

Ort: Kloster und Schloss Salem, 88682 Salem

Weitere Links:

Kloster und Schloss Salem
Baumeister Franz Beer 

er Klosteranlage nach dem Brand

 

 

 

September 12, 2014
von upperswabia
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Wandern im Donautal zwischen Beuron und Burg Wildenstein

Auch das Donautal liegt in Oberschwaben. Ob von Beuron bis nach Sigmaringen oder anders herum, es ist eine positive Überraschung durch dieses Tal zu fahren. Auf der Landstraße ist es  unbefriedigend die Schönheit dieses Tales zu sehen. Die Straße ist eng und hat wenige Haltestellen an den Stellen, die einen schönen freien Blick auf die Felsen, die Donau, das Tal in Ruhe einprägen lassen. Es bietet sich an, einfach zu parken und den Fußwegen zu folgen. Wunderschön wie sich die Donau durch das Tal schlängelt. Nach jeder Kurve ein anderer Blick, ein anderes Panorama. Und immer wieder thronen auf den Steilhängen Burgen. Verlockend in der eigenen Geschwindigkeit entlang den grünen Wegen in Wald und Flur zu laufen. Das Moos gedeiht üppig auf den liegenden Baumstämmen, auf Steinen, Felsen und Bäumen. Die Felsen, die Bäume spiegeln sich in der Donau. Und der Weg führt auch durch Felsen. An diesem Septembertag waren kaum Wanderer oder Spaziergänger unterwegs. Der Geruch war waldig und frisch. Ein Spaziergang in der Natur ist erholsam, auch wer es vergaß, wird nach einigen hundert Metern daran erinnert werden.

Wir wählten einen Rundweg von Beuron über Burg Wildenstein wieder zurück nach Beuron. Einen Teil entlang der Donau und zurück über den Bergkamm wieder nach Beuron. Auf dem Weg begegneten uns zwei ungewöhnliche Hinweisschilder, ein Abt der vor langer Zeit an der Straße verunglückte und ein Pfarrer, der in der Donau ertrank. Auch der Biber kam diesen Weg schon entlang, er hinterließ einen angenagten Baum. Und eine Blindschleiche stellte sich tot, als sie die Fußgänger auf dem Waldweg spürte. Aktuell und charmant gemeint war der Hinweis eines jugendlichen Wanderers. „Und hier sehen wir deutsche Biber, die mittlerweile  in Beton bauen“. Gemeint war ein kleines Wasserkraftwerk mit Staubecken. Einige hundert Meter weiter die imposante alte Eisenbahnbrücke. Auch die Eisenbahn der Deutschen Bundesbahn fährt täglich mehrere Male entlang der Donau durchs Tal von Sigmaringen nach Tuttlingen. Sozusagen der Schwäbische Glacier Express. Mit dem Baden-Württemberg Ticket, egal woher aus Baden-Württemberg eine günstigste Panoramafahrt.

Im September deutete sich schon die Herbstfärbung an. Es muss traumhaft sein im Herbst. Hauptsächlich Laubbäume prägen das Tal und die Hänge. Eine atemraubende Fülle an Herbstfarben ist zu erwarten. Im Herbst schaue ich wieder vorbei, ein stilles Versprechen. Und es wird wieder gelaufen um die Ruhe und den weichen Waldboden zu spüren. Und geachtet der Tatsache, dass es auch Fahrradwege gibt. Übrigens sahen wir mehr Fahrradfahrer als Wanderer.

Die Bilder wurden auf der Route von Beuron, vorbei an der Kapelle Maurus zur Burg Wildenstein fotografiert. Die Burg Wildenstein ist eine Jugendherberge, die auch eine kleine Schenke hat, um eine Pause zu machen oder gar zu Übernachten. Es werden noch Fotos später hinzugefügt.

Zum Thema: Und welche Route war es genau. Ich kann es nicht sagen. Wir haben uns eine Wunschroute ausgesucht. Ob wir diese wirklich gelaufen sind, wissen wir nicht. Hin- und wieder hatten wir das Gefühl, das ist auch der Weg, den wir wollten. Es gab viele Schilder, doch eine Logik erschloss sich uns nicht. Auch die Tafeln waren teilweise sehr ausgeblichen oder verwittert. Mag sein, dass es keine Rolle spielt, denn alle Wege führen an einen Ort und wir sind überraschender Weise neben unserem Parkplatz wieder herausgekommen. Das war eine Überraschung und nicht geplant.

Links:
Wanderrouten Vorschläge von Beuron startend
Anreise nach Beuron, Tourismusbüro im Bürgermeisteramt Beuron, Kirchstraße 18, 88631 Beuron
Burg Wildenstein auf Wikipedia
Jugendherberge Burg Wildenstein

Kloster Beuron

Das Kloster Beuron im Tal der jungen Donau wurde 1077 als Augustiner Chorherrenstift gegründete. Seit 1863 ist es ein Benediktinerkloster in dem heute meist 50 Mönche leben.  Die Erzabtei Beuron ist Gründungskloster der Beuroner Benediktinerkongregation. Zu dieser Kongregation gehören 16 Klöster in Deutschland, Österreich und Südtirol. Eine Besichtigung der Klosterkirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten möglich. Das Kloster kann nicht besichtigt werden, doch es gibt einen Dia-Vortrag der für Gruppen nach Terminabsprache vorgeführt wird. Der Gästepater ist erreichbar unter Telefon 07466 17158

 

Donautal bei Beuron

Donautal bei Beuron – oberschwaben-welt

Donautal - oberschwaben-welt

Donautal – oberschwaben-welt

Burg Wildenstein - Donautal - Oberschwaben-Welt

Burg Wildenstein – Donautal – Oberschwaben-Welt

September 4, 2014
von upperswabia
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Hopfen riechen und zwischen den Fingern zerreiben.

Eine Hopfendolde riechen, zwischen den Fingern zerreiben, das ist ein Muss in Oberschwaben. Der Duft riecht frisch und feinwürzig und soll beruhigend wirken. Die Hopfenernte ist rund um Tettnang bis Friedrichshafen in vollem Gange. Zuschauen, wie die acht Meter langen Hopfenranken auf dem Feld von der Leine gerissen werden, auf den Anhänger fallen und auf den Hof und in die Halle gefahren werden. Dort werden die Hopfenranken wieder in eine Maschine eingehängt. Diese schüttelt und trennt die Dolde vom Laub. Über mehrere Förderbänder wird die Hopfendolde sortiert und selektiert und in den Trockenraum transportiert. Von dort wird sie in Säcke abgepackt. Im Hopfenmuseum gibt es Führungen und der Verarbeitung kann zugeschaut werden.

Die Hopfenernte in Tettnang ist ein Erlebnis. Manche träumen von der Lavendelernte in der Provence. Doch in Oberschwaben kann das grüne Gold mit seinem herb frischen Duft ganz in der Nähe geschnuppert oder es kann die Dolde zwischen den Fingern gegleitet oder zerrieben werden. Es ist einen Ausflug. Mitte September, wenn die Hopfenfelder kahl sind werden die Säcke in die ganze Welt, ob Japan oder in die USA, versandt. Ziel sind Brauer, die den Aromahopfen für ihre Bierspezialitäten brauchen. Die Käufer sind sich sicher, das Naturprodukt kann nicht ersetzt werden.

Die Ernte des Hopfens in Tettnang startet jedes Jahr um den 25. August und endet je nach Hopfensorte am 10. September. In einer kurzen Zeit werden über 1200 Hektar geerntet. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn wenn der Hopfen reif ist, muss er schnell geerntet werden, da eine Braunfärbung der Dolden zu einem Qualitätsabzug führt. Rund um Tettnang wird hauptsächlich der Aromahopfen angebaut. 99 Prozent der weltweiten Hopfenernte werden für das Brauen von Bier verwendet. Nur ein Prozent geht in die Pharma- oder Kosmetikindustrie.

Angefangen hat der Hopfenanbau übrigens 1844, als der Unteramtsarzt Dr. Fidelis von Lentz den ersten Musterhopfengarten in Tettnang pflanzte. Seine Idee war, dass dort wo Wein wächst, auch der Hopfen gedeihen müsste. Und so war es. Zeitnah wurde die Schwäbische Eisenbahn in den Bodenseeraum gebaut. Dies wiederum führte dazu, dass der Hopfen in die große weite Welt transportiert werden konnte. Der Hopfenanbau stieg rasant an, anfangs waren es 300 Hektar Wein und nur 3 Hektar Hopfen. Im Jahr 1884 waren es rund 650 Hektar und übertraf den Weinanbau bei weitem. Im Jahr 1875 wurde die erste Deutsche Hopfenausstellung in Tettnang gezeigt. Schon damals errang der feine Aromahopfen aus Tettnang Goldmedaillen.

Link zu weiterem Beitrag

Ort und Führungen im HopfenMuseum Tettnang, Hofgut 20, Tettnang-Siggenweiler
Lage via Googlemaps

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 1 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 2 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 3 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfensteg Tettnang 4 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 5 – oberschwaben-welt

 

August 26, 2014
von upperswabia
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Strauße in Oberschwaben

In Oberschwaben, in Waldburg, das Tor zum schwäbischen Allgäu gibt es eine Straußenfarm. Auf einer Weide bewegen sich über 200 des größten Laufvögel der Erde. Der Strauß kann nicht fliegen, dafür bis zu 70 Kilometer in der Stunde rennen. Nach 10 Monaten ist er schon zwei Meter hoch und er kann bis zu drei Meter (Kopfhöhe) groß werden. Sein Gewicht: bis zu 150 Kilogramm. Das Straußenei ist bis zu 20 Zentimeter groß und kann 1,5 Kilogramm wiegen.

Imposant und faszinierend diesen Tieren zu zuschauen. Sie bewegen sich scheinbar synchron, laufen hintereinander, wechseln gemeinsam die Richtung. Strauße sind friedlich und neugierig. Wobei zu nah mit der Kamera rate ich nicht, da sie neugierig sind und gerne mit ihrem Schnabel nach Dingen picken und erkunden. Und die Vögel kämpfen und die Federn werden ausgebreitet.

Auf dem sehr großen Gelände, gibt es mehrere Freigehege für den Straußennachwuchs, auch einen Kindergarten. Der weibliche Strauß wird Henne genannt und ist in einem hellen Grau. Der Hahn ist dunkel bis schwarz. Der neugebaute Stall wurde artgerecht gebaut und bietet bei ungünstigen Witterungsverhältnissen Schutz für die Tiere. Der Winter mit seinen Minusgraden ist für die Laufvögel kein Problem.

Das Straußenfleisch wird in Deutschland immer beliebter, da es extrem niedrige Cholesterin- und Fettwerte hat und wird von Gourmets empfohlen. Zur Straußenfarm gibt es auch einen Hofladen und die Straußenprodukte werden auch auf dem Bauern Markt in Ravensburg verkauft.

Ort: Straußenfarm Waldburg in Waldburg

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

Straußenfarm Waldburg Oberschwaben

August 26, 2014
von upperswabia
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Landschaft – das Land schafft – Oberschwaben

Neulich habe ich mich ertappt, wie ich kurz darüber nachdachte, ob ich im Garten Giessen muss und nach dem anvertrauten Garten schauen muss, da die Besitzer im Urlaub sind. Grund war, dass es an diesem Tag nicht regnete. So schnell wird etwas zur Gewohnheit. Regen. Ein kurzer Blick auf die Hortensien, ob sie nun schon den Kopf hängen lassen. Der erste Sommer, in dem die wasserliebenden Pflanzen gedeihen, ohne dass zweimal am Tag mit der Giesskanne jemand vorbeikommt. Das habe ich zwar noch nie gemacht, doch so üppig waren sie auch noch nie. Dabei schienen sie im Frühjahr zu verkümmern. Der Sommer der nicht unbedingt an einen oberschwäbische Variante erinnert, sondern eher an Irland oder Cornwall. Von hellgrün bis dunkelgrün – Grün in vielen Variationen. Ein Licht, dass die Landschaft intensiv leuchten lässt. Ein Sommer, der die Badelust an den zahlreichen Seen in Oberschwaben nicht gerade förderte, doch dafür gab es reichlich Wolkenkino.

Und trotz einiger schwerer Unwetter hatten wir Glück, es trocknete auch schnell wieder. Da hinkt der Vergleich mit Cornwall. In Cornwall ist die Luft gesättigt feucht, dass trockene Kleider sich immer wie bügelfeucht anfühlen. Der Maisanbau ist dort ebenfalls nicht so hoch wie bei uns.  Der eine oder andere Aussichtspunkt funktioniert momentan nicht, weil der Mais so enorm gewachsen ist. Die Getreidefelder waren eher ockergelb, ein naßes gelb anstatt goldgelb. Und der Himmel – es gab immer wieder imposante weiße aufgebauschte Wolkentürme und tiefdunkle Wolkenungetüme.

Wer in Oberschwaben unterwegs ist, sieht einfach noch sehr viel Landschaft. Es sind kurvige und teilweise lange Fahrtstrecken um von einem Ort an den anderen zu fahren. Die Orte und Städte sind kleiner und das ist ein großer Vorteil – deutlich weniger Staus als in Großstädten. Und jeden Tag die Chance ein Naturerlebnis zu sehen und mitzumachen.

Wer mehr über die Wolkenarten und deren Wetterprophezeiung wissen möchte, findet dies unter Wetterwarte Süd, Roland Roth hat eine Unterrichtsvorlage hergestellt. Die Wolkengattungen werden im Wolkenatlas erklärt.

 

Regenwolke über Oberschwaben

Regenwolke über Oberschwaben

Grüne Landschaft Oberschwaben

Grüne Landschaft Oberschwaben

Wolken Cumulus Oberschwaben

Wolken Cumulus Oberschwaben

Wolken Cumulus Oberschwaben

Wolken Cumulus Oberschwaben

Oberschwaben und seine Landschaft

Oberschwaben und seine Landschaft

Oberschwaben-Welt

Oberschwaben und seine Landschaft

Oberschwaben-Welt

Oberschwaben und seine Landschaft

August 25, 2014
von upperswabia
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Schloss Ummendorf

Das Schloss Ummendorf steht im Ortszentrum von der Gemeinde Ummendorf bei Biberach an der Riss. Im Jahre 1554 beginnt die Geschichte des Schlosses. Der erfolgreiche Kaufmann und kaiserliche Ratgeber Matthias Manlich aus Augsburg kaufte den Ort Ummendorf vom Kloster Weißenau und errichtet sich ein Renaissanceschloss. Matthias Manlich wollte so den Aufstieg in den Adelssstand erreichen. Der Bauherr verstarb 1563. Kurz danach verkauften seine Erben das Schloss an das Kloster Ochsenhausen.

Gebäude

Das mehrstöckige Schloss war im 16. Jahrhundert ein fast quadratischer Gebäudekomplex, der an den Ecken nach Westen gerichtet zwei schlanke Rundtürme hat. Matthias Manlich plante das Ummendorfer Schloss mehrflügelig mit einem dreiteiligen Garten. Am Gebäude waren gegen Osten zwei Seitenflügel angebaut, die im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden. Die Außenmauer der Anlage umgibt heute noch das Schlossareal. An der westlichen Gartenmauer steht das barocke Gartenhaus, welches im Jahr 1739/40 an die Schlossmauer angebaut wurde.

Im Erdgeschoss befindet sich die Eingangshalle ein imposantes Gewölbe, dass sich in seiner Breite über den gesamten Raum spannt. Es gehört zu den unberührtesten besterhaltensten Gewölbe in Oberschwaben. Der Grundriss im ersten und zweiten Obergeschosses präsentiert einen Standardgrundriss, der sich vom Renaissanceschlossbau ableiteten lässt. Das Dachwerk stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Es ist ein dreigeschossiges Sparrendach, das im Mittelabschnitt ein sogenanntes Sprengwerk zeigt.

Im 18. Jahrhundert, zur Blütezeit des oberschwäbischen Barockes wurde das Schloss stark verändert. 1729/30 taucht in den Büchern auch der Gipser Gaspare Mohla auf, der die Stuckdecke im Obergeschoss geschaffen hat. Die Decke zeigt reiche Rocaille- und Bandelwerkornamente mit Porträtköpfen und Tierdarstellungen. Der italienische Stukateur hat zahlreiche Schlösser und Klöster mit Stuckarbeiten bekleidet.

Im unteren Saal wurde die hölzerne Felderdecke angebracht, auf die barocke Ornamente und Wappen gemalt wurden. In der Mitte der Decke wurde das Ummendorfer Schloss mit seinen Gebäuden im damaligen Zustand samt Seitenflügel, Gebäude Bäule und der Gang zur Kirche gemalt. Auch die bemalten Türrahmen dürften aus dieser Zeit stammen.

Die spätbarocke Aussenfassade des Schloses wurde 1792/93 angebracht und bestimmt heute noch das Erscheinungsbild des Ummendorfer Schlosses.

Das Gelände rund um das Schloss, der Garten dürfte ebenfalls von Matthias Manlich angelegt worden sein. An der noch heute existierenden Ummauerung sind die Bauphasen der Mauer erkennbar. Es ist in großen Teilen ein Wackenmauerwerk, auf das erst im 17. Jahrhunder eine dünnere Backsteinmauer aufgesetzt wurde. Der Garten zeigt die für Renaissance-Gärten obligatorische Dreiteilung in Baum-, Gemüse und Lustgarten.

Zum Schlossensemble gehört auch das heutige Bäule, im Jahr 1696/97 als „Schloss Bäwle“ benannt, das sich unmittelbar an der Ostseite der Mauer anschließt. Das Bäule wurde in den Jahren 1737/38, im 19. Jahrhundert sowie zuletzt im Jahr 2004 renoviert.

Geschichte

Matthias Manlich erlebte die komplette Fertigstellung seines Anwesens nicht. Seine Erben verkauften das Schloss an das Kloster Ochsenhausen im Jahr 1564. Die wechselvolle Geschichte begann, als das Anwesen als Sommer- und Erholungsresidenz sowie als Alterswohnsitz von Äbten und Prälaten genutzt wurde.

Zwischen 1619 und 1632 diente das Schlos als Hohe Schule für die Benediktinerschüler. Eine Hohe Schule wurde eine Bildungseinrichtung benannt, die gymnasiale und universitäre Studien verband. Abt Bartholomäus Ehinger erließ eine eigene Konviktsordnung für die Ummendorfer Schule.

Ab 1829 diente das Schloss als Dienstwohnung für den katholischen Pfarrer. Im Jahr 1880 bezog Prälat Dr. Engelbert Hofele das Schloss und lies es renovieren. Der Prälat sorgte dafür dass es in dem Schloss 1888 schon Strom gab und er hatte ein Telefon. Er konnte sich rühmen, die erste bäuerliche Gemeinde elektrifiziert zu haben. Er lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1902 im Schloss.

Das Schloss diente zwischen 1943 und 1945 als Außenstelle des Instituts für praktische Mathematik sowie des Physikalischen Institutes der Technischen Hochschule Aachen. Im Saal des zweiten Obergeschosses stand ein Analogrechner der Firma Askania aus Berlin, der unter Prof. Dr. Robert Sauer optimiert wurde. Thema der physikalischen Forschung war unter anderem die Widerstandsverminderung an Flugzeugen und von Strömungsverhältnissen an Flugzeugtragflächen.

Heute ist das Schloss kulturelles Zentrum der Gemeinde Ummendorf. Die Hochschule Biberach nutzt die Räume für besondere Anlässe. Seit 2012 2011 können die Räumlichkeiten auch von Privatpersonen gemietet werden. Das Schloss wurde auch für die Fernsehproduktion „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ als Finalabschluss genutzt.

Ort: Ummendorfer Schloss in 88444 Ummendorf

Rosenmarkt am Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

Rosenmarkt am Schloss Ummendorf – oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf – oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf – oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf - oberschwaben-welt

Schloss Ummendorf – oberschwaben-welt

August 17, 2014
von upperswabia
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Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck lässt die Sau raus

Das Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck, nahe Tuttlingen ist eine Reise wert. Und falls es eher regnerisches Wetter ist, dann gilt dies trotzdem. Denn bei Platzregen, so wie es wir erlebten, gibt es genügend Häuser und Gebäude um unterzustehen. 25 historische Gebäude stehen dort und zahlreiche Haustiere leben auf dem großzügigen Gelände. Über dem Museumseingang gibt es auch eine  Gastwirtschaft mit schwäbischer Küche, so lässt es sich gut aufwärmen. So etwas kann auch im August notwendig sein. In den Gebäuden gibt es Hinweistafeln und zahlreiche schriftliche Erklärungen, weiterhin gibt es täglich Führungen und Themenangebote.

Freilichtmuseen sind gar nicht so häufig. Ihre Aufgabe ist es zu zeigen wie vor hunderten Jahren das ländlich-bäuerliche Leben aussah. Es wird geschildert, wie die Menschen gelebt, gearbeitet und gewohnt haben. In Neuhausen stehen 25 wieder aufgebaute historische Gebäude aus den Regionen Schwäbische Alb, Schwarzwald, Bodensee, Hegau. „Aufgebaut“ bedeutet, dass diese Häuser ursprünglich an einem Ort standen und dort nicht mehr stehen durften, doch von besonderem historischen Wert sind. Deshalb wurden diese Gebäude penibel genau abgebaut und auf dem Museumsgelände genau so wieder aufgebaut. In dem Freilichtmuseum wurde ein kleines Dorf mit Kirche, Bauernhaus, Schul- und Rathaus, Kaufhaus, Schmiede, Hafnerei, Farrenstall und Brunnen aufgebaut.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem jüngsten „aufgebauten Gebäude“, das Pfeiffersche Kaufhaus. Hier handelt sich um ein Kaufhaus mit einer langen Tradition und von dem in den 50er und 60er Jahren nachgesagt wurde, dass es dort alles zu kaufen gab. Ein Blick in die original aufgebauten Regale lässt schmunzeln. Da stehen noch Verpackungen, die man vielleicht sogar noch selbst als Kind einkaufte und mittlerweile aus dem Supermarkt verschwunden sind. Andererseits die Haribogroßpackung sieht aus wie heute. Haribo gibt es übrigens seit 1920. Der Postkartenständer erinnert daran, dass es in den 70er Jahren eine Zeit lang Mode war Tierpostkarten zu sammeln und diese als Wunsch zu versenden. „Genau diesen Hund will ich haben“ oder „so möchte ich mal ein Pferd haben“, lautete der Kinderausspruch. Oder die Hüte aus dem Stoff Cord. Das war damals modern. Die Schaufensterauslage sei originalgetreu aufgebaut worden. Franz Pfeiffer, der Inhaber dieses Ladens lebte dort bis zu seinem Tod 1995. Er war Junggeselle. Seine Oma hatte diesen Laden eröffnet und sie hatte eine sehr bewegende Lebensgeschichte.

Eine weiteres seltenes Gebäude ist die Seilerei. Es ist ein 80 Meter langes Gebäude in dem früher bis zu 100 Meter lange Seile und bis zu 10 Zentimeter dicke Taue gefertigt wurden. Die Taue wurden im Bergbau als auch auf dem Schiff eingesetzt.

Auffallend im Museumsgelände sind die vielen Tiere, die hier ständig leben. Es sind Haustiere wie Schweine, Kühe und Kälber, Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse und Esel. Ab dem Frühjahr, um 14 Uhr werden täglich schwarzgefleckte Schweine vom Museumsdorf durch den Museumswald zurück ins Dorf geführt. Dies hatte in der Region eine lange Tradition. Die Schweine mussten sich ihr Futter selbst suchen, denn Stallfütterung gab es vor rund 200 Jahren nicht. Diese schwarzgefleckten Schweine sind Schwäbisch-Hällische Landschweine, das ist eine mittlerweile seltene Rasse. Ein Gastbeitrag von Angela Jaissle beschreibt dieses „die Sau rausgelassen“

Mehr Informationen zu den Gebäuden und zur Anfahrt auf der Museums-Webseite.
Ort: Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, Mühlheimer Straße, 78579 Neuhausen ob Eck

Nachfolgende Bilder in der Diashow zusammengestellt wurden meist von der neunjährigen Lauren fotografiert. Die zwölfjährige Klara gab ihr Tipps.

 

 

August 12, 2014
von upperswabia
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Schwaigfurter Weiher

Der Schwaigfurter Weiher liegt bei Bad Schussenried. Ruder- und Tretboote können für eine Runde auf dem See angemietet werden. In der Mitte des 1,38 km² großen Sees liegt eine kleine Insel, die nicht betreten werden darf. Es soll sich dort ein Sommerschlösschen der ehemaligen Schussenrieder Äbte, heute im Privatbesitz, befinden. Der Weiher wurde 1480 vom Prämonstratenserkloster Schussenried aufgestaut um Fischzucht und die Mühle zu betreiben. Das Mühlenrad kann von außen besichtigt werden.

Mit den Booten kann die Insel umrundet werden. Es gibt allerdings Bereiche, die für Boote gesperrt sind, um die Vögel in Ruhe brüten zu lassen und den Seerosenteppich nicht zu zerstören. Der See ist maximal 3 Meter tief, er wird nicht zum Baden genutzt. Am Weiher liegt eine Gaststätte mit gutbürgerlicher Küche.

Ort: Schwaigfurter Weiher, 88427 Bad Schussenried.
… von Bad Schussenried nach Otterswang fahrend, gleich am Ortseingang in Otterswang links abbiegen, den Bahnübergang queren, danach ist auf der linken Seite die Weihergaststätte und der See zu sehen.

 

 

August 10, 2014
von upperswabia
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Dorffest in Rot an der Rot

Die Bewohner von Rot an der Rot mit seinen fast 4500 Einwohnern werben damit das schönste Volksfest in Oberschwaben zu haben. Und so Unrecht haben sie gar nicht. Das Dorf, die Klosterkirche St. Verena, die Klostergebäude, das Museum über HAP Grieshaber und das Erdölfeld Mönchsrot sind sehenswert, auch ohne Dorffest. Sankt Verena ist der letzte große Kirchenneubau der Prämonstatenser Mönche. Die weit sichtbaren Türme sind 60 Meter hoch.

Doch das Dorffest mutiert zu einem erlebnisreichen Volksfest und wird zwei Tage lang gefeiert. Auf dem Gelände zwischen Kirche und Kloster war am Sonntag ein Kunsthandwerkermarkt und viele Gelegenheiten sich auf Bierbänken zu setzen und auch den Hunger und den Durst  mit einer Vielzahl von Angeboten zu beruhigen. Gezeigt wurden die alten Handwerkerkünste, wie die Vorführungen der Zimmermänner, der Weidenflechterin, die Schnitzkunst von Holzschnitzer Willburger sowie wie früher die Wäsche gewaschen wurde. Zudem gab es zahlreiche Mitmachaktionen wie aus Schilfgras Seile gedreht wurden. Früher brauchte man diese Seile um Heu- und Strohgarben zusammen zu binden. Auch der Schmid, der am offenen Feuer das Eisen zum Glühen brachte und es zusammen mit einem Jungen im Wechsel beschlug. Die Technik des Buchdruckes mit einer nachgebauten Gutenberg-Presse wurde vorgestellt. Ulrich Beck und Wolfgang Fischbach gaben Einblick in diese mittelalterliche revolutionäre Erfindung. Dieses Jahr konnte auch die Gutenberg-Bibel als Kopie angeschaut werden.

Auffallend waren auch die verschiedenen Plätzen an denen Musikkapellen spielten. Weiterhin gab es viele Angebote für die Kinder. Auch eine Gruppe von Alphornbläser zog die Aufmerksamkeit der sehr zahlreichen Besucher auf sich. In der Klosteranlage war zudem eine Oldtimer-Ausstellung. Ob Motorräder, alte Traktoren, historische Land- und Hauswirtschaftsgeräte und auch Autos und Feuerwehrautos – es waren Raritäten dabei, die das Auge erfreuen. Das ganze Dorf schien im Einsatz zu sein, der Kleintierzüchterverein zeigte zur Freude der Kinder seltene Hühner- und Taubensorten und Albinohäschen mit ihren roten Augen und ganz fein geäderten Ohren.

Es ist ein Schaufest, ein Fest welches seit über 20 Jahren regelmäßig gefeiert wird.  … Ja!  ein zünftiges Volksfest.

August 9, 2014
von upperswabia
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Klettern zwischen Bäumen im Tannenbühl Bad Waldsee

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee - Oberschwaben-Welt

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee – Oberschwaben-Welt

Der Kletterpark im Tannenbühl in Bad Waldsee ist immer wieder ein sehr schöner Familienausflug wert. Gerade an heißen Tagen ist es im Wald angenehm kühl. Es ist erholend und hat doch einen gewissen sportlichen Anreiz sich zwischen den Bäumen von Plattform zu Plattform zu bewegen. Voraussetzung ist allerdings, dass man schwindelfrei ist und keine Höhenangst hat. Denn viele Meter unter einem ist der Waldboden, kein Netz dazwischen. Gesichert wird natürlich, mit einem Sicherheitskörpergurt.

Am Parkplatz ahnt man noch nicht, welche Wimmellandschaft sich einem im Wald eröffnen wird. Hoch oben verläuft ein Hängesteg, dort verläuft ein Seil, gezackt genähte Bänder, ein Seil oder schwebende Balken. Es rauscht eine Person hoch oben von einem Baum zum anderen, seilbahnartig. Gestartet wird auf der mehrstöckigen Plattform, die es erlaubt in die unterschiedlichen verschiedenen Parcours einzusteigen. Am Boden weisen die Mitarbeiter die Besucher ein, welche Regeln und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden müssen. Sichern mit zwei Karabinerhacken ist Pflicht. Ab dem Betreten der Plattform sind die Karabiner an einem Seil eingeklickt. Unter den Augen des geschulten Teams wird es getestet und geprüft. Und dann geht es los, eins nach dem anderen.

Der Parcours Eins ist einfach, doch aufgrund der kurzen Warteschlange starteten wir mit der zweiten Tour. Diese Runde hat schon 21 Elemente und dauert fast ne Stunde. Bei der Tour Drei wird es noch kniffliger. Es erfordert Nachdenken, wie die eine oder andere Aufgabe gelöst werden kann. Beim vierten Parcours bewegt man sich in sechs Meter Höhe. Die Neunjährige lächelt und will auch die Tour Fünf schaffen.

Die ersten fünf Touren können ab 125 cm Körpergröße geschafft werden, wobei Parcours Fünf schon fortgeschrittene Elemente inne hat. Grundsätzlich begleiten Erwachsene ihre Kids. Erst ab dem 14. Lebensjahr dürfen die Jugendlichen auch alleine unterwegs sein, wenn auch nicht in jedem Parcours.

Die fünfte Tour dauert im Regelfall fast eine Stunde und bewegt sich bis auf zwölf Meter Höhe. Nach der gefühlten Hälfte der 21 Aufgaben kamen wir an eine Übung, die für uns verzwickt war. Der an einem Seil befestigte Holzblock schwankte stark und die Schrittweite oder Greifweite aufgrund der Schwingung war für das Mädchen ziemlich weit. Sie kämpfte und schaffte es. Doch danach flossen die Tränen. Auch ich selbst hatte es geschafft mich so stark zu verdrehen, dass sich das Seil um die Sicherheitsleine wickelte und ich nochmals zwei Blöcke zurückdrehen und hangeln musste. Wenn eine Aufgabe aus dem selbstgewählten Rhythmus gerät, braucht es starken Körpereinsatz. Irgendwie hatten wir beide an dieser Übung keine Freude. Wir machten eine Pause auf der kleinen Plattform und die Nachfolgenden überholten uns. Es gibt Notausstiege, das heißt, wenn einen die Kraft verlässt gibt es Stellen oder am Ende einer Aufgabe, wo man wieder auf die Erde gleiten kann. Meist erfordert es nochmals die eine oder andere Übung um zum Notabgang zu kommen. Sie wollte aufhören, es ging noch nicht. Nach zwei weiteren Aufgaben wollte sie keinen Notausstieg mehr sondern weiter machen.

Insgesamt war zu beobachten, dass es auch in anderen Familien kurz mal Stellen gab, die zu knifflig waren und die Jüngeren an ihre Grenze kamen und streikten. Es wurde dann eine Pause gemacht. Es ist Kraftaufwand und es werden alle Muskeln eingesetzt, auch Lachmuskeln. Übrigens auf den Parcours bewegen sich Personen im Alter von sieben bis über 60 Jahren. Erfrischend ist es auch, wenn ein Enkelkind hilfreiche Tipps an seine Großmutter gibt. Insgesamt fühlte es sich „entschleunigt“ an im Parcours. Konzentration auf jeden Schritt und Tritt, eine Aufgabe nach der anderen und Blick auf die Kids. Nichts anderes ist wichtig. Mit Respekt beobachtet man wie die anderen die Übungen lösen. Es gibt oft mehrere Möglichkeiten wie so eine Aufgabe bewältigt werden kann. Geschicklichkeit und Nervenkitzel ist dabei und trotzdem ist es herrlich diesen Rundumblick in den Wald von oben einnehmen zu dürfen.

Übrigens sind die Kinder, die wir beobachtet haben und eine Pause machten, später alle wieder im Parcours unterwegs gewesen. Das ist gut so. Und meine Neunjährige wollte unbedingt noch den ersten Parcours schaffen. Dieser war dann „ziemlich leicht“. Bewundernswert – bis zum Schluss hat sie darauf geachtet, dass die Karabinerhaken richtig eingehakt und geschlossen sind. Wir waren vier Stunden unterwegs mit einer Pause von 15 Minuten. Und die Zeit verstrich wie im Fluge. Für die Neunjährige war es ihr allererster Besuch in einem Kletterpark. Kein Thema, wir kommen wieder. Und wie sagte der Chef als er uns so anschaute: „Die Mama wird wohl einen Muskelkater bekommen, die Tochter wohl nicht“. Ja, er hatte Recht. Schon erstaunlich wo der Körper überall Muskeln hat. 🙂

Ort: Kletterpark Tannenbühl, Tannenbühl 2, 88339 Bad Waldsee
Öffnungszeiten – täglich, ganzjährig. Im Winter je nach Witterung.
Anfahrt bzw. auf Google Maps

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee - Oberschwaben-Welt

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee – Oberschwaben-Welt

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee - Oberschwaben-Welt

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee – Oberschwaben-Welt

Kletterpark Tannenbühl Bad Waldsee - Oberschwaben-Welt

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Nachtrag:
Gleich rechts vom Blockhaus, in dem die Eintrittskarte, die Garderobe, die Sicherheitsgute ausgegeben werden, gibt es auch einen Verkaufsstand für Essen, Getränke und Eis. Nebenan ist auch der  KIDDY PARCOURS Tannenbühl bei Bad Waldsee