Oberschwaben-Welt

Kultur Leben Ausflüge

März 24, 2017
von upperswabia
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Frühling – und noch ein Gedanke, Gedicht

Diese Woche war ich weiter weg von Computer und Tastatur. Hat gut getan. Momentan investiere ich viel Zeit in das „Kutsche fahren“ lernen. Ziel, der Kutscherfahrerschein. Das ist alles andere als einfach. Die Krokuswiese vor dem Haus gibt Vollgas, wenn die Sonne scheint. Auf einer Kutschausfahrt sah ich ein großes Nest an Veilchen. Und die Schneeglöckchen sind doch schon verblüht. Oder?

Wie gefällt Dir nachfolgendes Gedicht? Und ja – Geburtstage gibt es gerade viele um mich herum. Daher … ein poetischer frühlingshafter Geburtstagsgruß.

Im Garten blühn schon ein Weilchen
Schneeglöckchen, Krokus und Veilchen.
Da hab ich mich nicht lang bedacht
und ein schönes Sträußchen zurechtgemacht.
Das bringe ich dir zum Geburtstagsfest.
Der Frühling dich schön grüßen lässt.
Er sagt, mit allem Sonnenschein
kehrt er so gerne bei dir ein,
damit dein neues Lebensjahr
sei sonnig, fröhlich, hell und klar.

von
Friedrich Wilhelm Güll (1812 -1879)

März 14, 2017
von upperswabia
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Frühling lässt sein blaues Band

Es wird Frühling in Oberschwaben. Hoffen wir es. Glauben wir daran.

∼ Er ist’s ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

Der ruhende Badesee Ummendorf

März 10, 2017
von upperswabia
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Ostern, Ostereier, Osterhasen und Ostermärkte

Kaum ist die Fasnet in Oberschwaben vorbei, die siebenwöchige Fastenzeit beginnt, folgt am Ende dieser Zeit Ostern. Die Ostereier, Osterhasen, Ostergebäck und der dazugehörige österliche Dekorationsgedanke startet frühzeitig. Ostern ist immer nach dem kalendarischen Frühlingsanfang. Im Frühjahr ist daher auch das Gestalten des Gartens, die Freude an der erwachenden und wachsenden Pflanzenwelt besonders hoch. Auf den Ostermärkten wird daher ein Angebot nach frühlingshafter österlicher Dekoration und Gartengestaltung präsentiert. Hohe Aufmerksamkeit erhält die handwerkliche Kunstfertigkeit ein Ei zu bemalen, zu besticken, zu gestalten.

Weshalb wird Ostern gefeiert?

Aus christlicher Sicht ist Ostern das wichtigste kirchliche Fest. Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt und am Ostermontag ist er auferstanden. Unabhängig diesem christlichen Hochfest begleiten den Übergang von Winter zum Frühling viele Bräuche.

Warum Ostereier?

Das Ei ist Sinnbild für das die Fruchtbarkeit, für ein neues Leben oder auch die Wiedergeburt. Eier galten schon im alten Ägypten als etwas Besonderes und wurden als Grabbeilage mitgegeben. Weiterhin ist der Brauch diese zu bemalen mehrere tausend Jahre alt. Es ist überliefert, dass in der Fastenzeit auf Eier verzichtet wurde und erst wieder an Ostern gegessen wurde, deshalb ein Ei ist auch als Nahrungsmittel etwas Besonderes.

Wann wird Ostern gefeiert?

Ostern wird jedes Jahr an einem anderen Tag gefeiert. Dieses Fest wird datiert nach den Mondphasen. Der Frühlingsanfang ist meist am 20. März. Der erste Vollmond ist der Ostersonntag. Davor sind 42 Tage Fastenzeit benannt. Im Kalender zurückgerechnet ergibt dies auch das Datum der Fasnet in dem jeweiligen Jahr.

Je nach dem Datum des Vollmondes vor dem 20. März ist folglich Ostern Ende März oder erst im April datiert.

Osterbrunnen in Oberschwaben?

In einigen Orten in Oberschwaben werden Osterbrunnen geschmückt. Dieser Brauch stammt vermutlich aus der Fränkischen Schweiz. In Oberschwaben ist ein großer Osterbrunnen in Oberstadion aufgebaut. Auch in Sigmaringen im Donautal ist ein Osterbrunnen zu sehen.

Woher kommt das Osterlamm?
Das Osterlamm als Backwerk ist in Oberschwaben weit verbreitet. Im jüdischen Glauben wurde das Lamm zum Passahfest für Gott geopfert und verspeist. Im Christentum wurde es das Lamm symbolisch zum Lamm Gottes. Es wird mit einer kleinen Fahne bespickt, die das Symbol des Lebens zeigt. Das weiße Fell – oder beim Backwerk das mit Puderzucker bestäubte Lamm – soll Zeichen für Reinheit und für den Frieden stehen.

Weshalb eine Osterkerze?

Das Licht hat in vielen Religionen seit tausenden Jahren einen hohen Stellenwert. Die Osterkerze steht für Licht und für das Leben. Schon im alten Rom wurden in der Osternacht mit großen Kerzen die Kirchen beleuchtet.

Und woher kommt der Osterhase?
Der Hase ist in der byzantinischen Tiersymbolik als Symbol für Christus. Zudem dient der Hase auch als Symbol für Fruchtbarkeit. Hasen sind bekannt dafür, dass sie sich stark vermehren können.

Osterhase legt Ostereier
So richtig logisch ist es ja nicht. Vermutlich eine unreflektierte Kombination der beiden Symbole Hase und Eier. Symbolisch betrachtet wird Fruchtbarkeit (Hase, Ei) und Neues Leben (Ei) an Ostern gemeinsam verwendet und präsentiert. Gedanklich also nahe, wenn der Hase zu diesem Feste auch Eier legen kann. ;-).

Es wird auch die Geschichte erzählt, dass der Hase die Eier bemalt und nachher für die Kinder im Garten versteckt. In der Fantasie ist alles möglich und sie ist auch wichtig für die Kinder. Von daher ist es bis heute Brauch an Ostern Eier, Kleinigkeiten, manchmal auch Geschenke zu verstecken, um diese danach zu suchen. Der Osterhase hat es gut versteckt. 😉

Ostereier als Kunstobjekt
Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die das Bemalen, Bearbeiten, Verzieren von Eiern, oft mit österlichen Motiven zur Perfektion meistern. Dies ist eine Besonderheit und ein Kulturgut, das bei nachfolgenden Märkten gesehen und auch käuflich erworben werden kann.

Ostermärkte

Samstag, 11. März bis Sonntag, 12. März 2017
12. Roggenburger Ostermarkt
Ort: Kloster Roggenburg, Klosterstr. 1, 89297 Roggenburg

Freitag, 18. März, 9-19 Uhr bis Samstag, 19. März, 9 – 17 Uhr
Ostereiermarkt
Ort: Rathaus in 88239 Wangen im Allgäu

Samstag, 18. März, 11-18 Uhr bis Sonntag, 19. März 2017, 11-17 Uhr
Internationaler Ostereiermarkt
Ort: Schloss Schwetzingen in 68723 Schwetzingen, Baden-Württemberg

Samstag, 25. März, 10 bis 16 Uhr
Ostermarkt Ummendorf
Ort: Schloss Ummendorf, Biberacher Str. 5, 88444 Ummendorf

Samstag, 1. April, 9-18 Uhr bis Sonntag 2. April, 11-17 Uhr
1. Kunstmarkt in Kißlegg im Allgäu
Ort: Neues Schloss, 88353 Kißlegg im Allgäu

Sonntag, 9. April bis Montag, 1. Mai 2017
Osterbrunnen und Ostereierausstellung
Ort: Gemeindehaus Oberstadion nahe des Krippenmuseums und der Katholischen Kirche

Samstag, 15. April 2017, 14 bis 17 Uhr
Brisilleneierfärben
Nach alter Tradition werden mit den Besuchern kunstvolle Ostereier mit Pflanzenmotiven gefärbt.
Ort: Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, 78579 Neuhausen ob Eck

Ostersonntag, 16. April, 10-16 Uhr bis Ostermontag, 17. April, 10-16 Uhr
Ostern im Museumsdorf
Kinderprogramm – Wissen wie der Hase läuft, österliches Backen
Ort: Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach, Griesweg 30, 88427 Bad Schussenried-Kürnbach

Ostermontag, 17. April, 12 bis 17 Uhr
Osterprogramm für Familien
Spiele und Bräuche rund ums Osterfest
mit Zuckerhasenbäcker Benny Gut mit roten, gelben, grünen Osterhasen
Ort: Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben, Vogter Str. 4,88364 Wolfegg

Auf der Schwäbischen Alb gibt es das
Ostereiermuseum Sonnenbühl
Ausstellungsinfo
vom Samstag, 11. März bis Pfingstdienstag, 5. Juni 2017
Öffnungszeiten: Di – Sa 10 – 17 Uhr; So + Fe 11 – 17 Uhr
Montags geschlossen, Ausnahme Feiertage
Ort: Ostereiermuseum Sonnenbühl, Steigstraße 8, 72820 Sonnenbühl

Berichte zum Thema
Link: Ostereierausstellung und Osterbrunnen in Oberstadion 2016
Link: Ostereier Ausstellung Oberstadion 2014
Link: Osterbrunnen Risstissen

 

März 2, 2017
von upperswabia
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Der Berg Pfänder ruft

Ein sehr schöner Aussichtspunkt ist auf dem Berg Pfänder. Er wird auch der Hausberg von Bregenz genannt. In Bregenz (gut ausgeschildert) fährt eine Seilbahn hinauf auf den Berg. Der Pfänder ist 1064 m über Meereshöhe hoch, so steht es auf an den der Gaststätte Pfänderspitze. Bei der Gaststätte steht auch der Sendemast, der 1958 als Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Höhe von ca. 95 Metern errichtet wurde.

 

 

Einsam ist man selten auf dem Berg im Vierländereck, der einen Blick in die Alpen in Österreich, Lichtenstein und in die Schweiz und Deutschland bietet. Ebenso grandios den Blick über den Bodensee, wohlgemerkt der Länge nach. Auch die Insel Lindau sowie Oberschwaben mit seiner grünen Hügellandschaft ist zu sehen.

Das Berghaus Pfänder ist die große Gaststätte auf der Plattform. Sie ist jedes Jahr im Winter geschlossen ist und wird erst im Frühjahr wieder eröffnet. Nebenan ist ein Kinderspielplatz sowie Aussichtspunkte. Die Panoramapunkte auf Kupfertafeln geben Hinweise, welcher der über 200 Berge in weiter Ferne zu erkennen sind. Am Berghaus ist eine Foto-Hinweistafel, die Orientierung des Panoramas gibt. Auch die Seebühne der Bregenzer Festspiele ist zu erkennen. Sie wird alle zwei Jahre neu auf dem Bodensee aufgebaut (so auch Anfang März 2017).

Ebenfalls am Berghaus startet der Rundgang zum Alpenwildpark. Anfangs sind es Kaninchen und Zwergziegen. Es folgen die Wildschweine und später schaut das Muffelwild einen an. Der männliche Muffel trägt große geschwungene Hörner. Im großen Gehege präsentiert sich das Rothirschrudel. Selten lassen sich die Murmeltiere blicken, wobei sie von Mitte Oktober bis in den März hinein Winterschlaf halten. Sie wohnen, graben und verstecken sich in dem großen Gehege unterhalb der Pfänderbahnstation.

Auf diesem Rundweg war viele Jahre die Adlerwarte als großer Besuchsmagnet. Die Adlerwarte wurde Ende 2015 aus tierschutzrechtlichen Gründen geschlossen. Es hätten als Beispiel größere Volieren gebaut werden müssen. Die Volieren der Vögel sind nun leer. Keine Geier, Adler, Falken und weitere Greifvögel kreisen am Berg mehr. Das Falknerehepaar Seylehner hatte 21 Jahre diese Show am Pfänder gezeigt und ihr Engagement wurde Ende 2015 beendet.

https://www.youtube.com/watch?v=UK-lN94v0us

Tipp: Wer nicht mit der Pfänderbergbahn fahren möchte und auch nicht die zahlreichen Wanderwege zu Fuß nutzen möchte, kann bei Lochau die 7 Kilometer lange schmale Straße in vielen Kurven hinauffahren. Oben angekommen gibt es einen Parkplatz – von diesem sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Berghaus. Die Zufahrt zum Berghaus ist asphaltiert – allerdings nur für Anwohner frei. Doch wer den Kinderwagen oder den Rollstuhl dabeihat, kann den wundervollen Panoramablick auf diesem Weg genießen.

Link zur Pfänder Webkamera sowie die aktuellen Wetterdaten

Ort: Pfänder, 6911 Lochau, Österreich

Februar 24, 2017
von upperswabia
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50 Jahre Bachnabfahre Eberhardzell

Eine schöne Tradition. Bachnabfahre. Der Bach heißt Umlach und fließt durch Eberhardzell. Und am Gombige Doschdig (Schmotziger Donnerstag) fahren selbstgebaute Boote den Bach hinab. Die Boote sind zu Themen gebaut worden, die in der Fasnetzeit kritisch benannt werden sollen oder weil es eine gute Idee ist. Zur Fasnet gehört Eberhardzell zu den  Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fasnet im Landkreis Biberach, nördlichen Oberschwaben. Der Narrenumzug in der Gemeinde ist jedes Jahr am Sonntag bevor der Gombige Donnerstag startet.

Bachnabfahre heißt übersetzt „den Bach hinabfahren“. Dieses Event ist einzigartig in Oberschwaben. Verschiedene Gruppen bauen ein kleines Boot mit einem Motto, das oft ein kommunalpolitisches Thema aufgreift oder zu Spaß und Heiterkeit führt. Das Boot wird außerhalb des Ortes ins Wasser gesetzt und bewegt sich auf dem kleinen Bach in die Dorfmitte. Eine Hürde bei dieser Bootsfahrt sind die zwei Brücken. Einmal muss das Boot unter der Kreisstraße hindurch und die nächste Brücke ist eine Fußgängerbrücke, die sogar noch niedriger ist. Die Bootskapitäne müssen daher spätestens an der Fußgängerbrücke alle Aufbauten und sich selbst so flach auf den Schiffsboden legen, dass sie unbeschadet auf dem Bach bleiben können. Am Ende – es ist eine sehr kurze Strecke im Dorf – folgt ein Fallenstock, eine Art Schleuse, die die Bootsbauer zwingt ihr Boot aus dem Wasser zu nehmen.

Trotz kurzer Strecke es ist eine Show. Dieses Jahr hat das Boot einer Gruppe angeführt, die ebenfalls Jubiläum haben. 30 Jahre hat die Männergruppe, jedes Jahr mit einem anderen selbstgebauten Boot dran teilgenommen. Und es sei das letzte Mal. Daher das Bach-nab-Fahrt-ADE.
Der Moderator Manfred Lämmle hofft, dass die Gruppe vielleicht nächstes Jahr trotzdem wieder mitmacht, der Nachwuchs sei doch schon mit an Bord. Im Boot Blaubär war ein Vater mit seinen beiden Kindern. Seit Wochen wurde in der Nachbarschaft vermutet, dass er wieder ein Boot baut. Die Garage war immer verschlossen.

In seinem Fall waren Gummistiefel im Boot notwendig, irgendwoher kam Wasser ins Boot hinein. Nachfolgendes Bild zeigt, dass sogar der Elefant sich hinlegen musste, um unbeschadet unter der Fußgängerbrücke hindurch zu kommen.

 

 

 

Das nächste Boot nimmt die Situation ins Visier, dass ein naher See im Sommer für Besucher gesperrt war. Grund: es gibt dort seltene Molche.

 

Anschließend folgte ein großes Boot mit 10 Personen, dass dem Sternwanderer gewidmet war.

Ein einzelner Herr schipperte mit seinem kleinen Boot den Bach hinab mit dem Spruch auf dem Boot: „Der Bürgermeister ok, kein Motto meh“. Das Jubiläumsboot mit der Wasserspritze und Feuerwehrmännern war eine Besonderheit, weil die Wasserspritze schon damals vor 50 Jahren den umstehenden Zuschauer mit Wasser bespritzte.

Ebenfalls ein großes Boot mit einem ungewöhnlichen Aufbau folgte. Vorgestellt wurde das Skieldorado St. Awengen. Der Teilort von Eberhardzell hat einen Skilift, der im Winter und je nach Schneeverhältnissen im Betrieb ist. Daher müssten die Skifans  nicht in die Alpen fahren. Vorab schob sich ein Skifahrer auf dem Bach vorwärts. Auf dem Boot war eine Piste aufgebaut, die von einem Skifahrer hinabgefahren wurde. Er ließ sich auch wieder hinaufziehen. Ein hydraulisches Meisterwerk auf dem wackligen Boot. Motto: Fahret it so weit, wenn es in St. Awengen schneit.

 

Auch das Thema USA, Trump und Mexiko wurde von der Familie Beutel aufgegriffen.

Und wer glaubt in Füramoos isch nix los, der sollte auf das Boot der Füramooser Mädels blicken. Zu guter Letzt spielten die Zeller Lompa auf.

Ein heiterer Reigen von Booten. Übrigens am Ende – kurz vor dem Fallenstock stand ein Bagger, der die Boote aus dem Bach heraushob und auf die Anhänger setzte. So manches Boot, wie das Sternwandererboot, bestand aus mehreren Teilen und wurde auch in Teilen vorsichtig aus dem Wasser gehoben.  Ein Lob an die Mitmacher und Unterstützer. Und das Wetter – ein warmer Frühlingstag zum 50. Bachnabfahren und das Herrgöttle gab seinen Segen dazu.
Zelli Zella Zello – so der Ruf der Narrenzunft „Zeller Schwarze Katz“ Eberhardzell e.V.

Die nächste Bachnabfahrt ist am Donnerstag, 8. Februar 2018.

Februar 20, 2017
von upperswabia
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Narrenzell im Umlachtal – Fasnet in Eberhardzell

Das Wetter hat mitgemacht. Und es waren 75 Gruppen dabei am Narrensprung aus der ganzen Region Oberschwaben im Dorf Eberhardzell. Zur Fasnetzeit hat sich die Gemeinde in Narrenzell im Umlachtal umbenannt. Eberhardzell hat über 4000 Einwohner – was in der lebhaften Fasnetzeit oder an diesem Narrenumzug vergessen wird. Es ist was los in der Gemeinde – Veranstaltungen und Bunte Abende mit langjähriger Tradition.
Am Gombiga Donnerstag folgt dann die legendäre Bachnabfahrt.

Nachfolgend ein Blick auf die Maskenträger, Hexen und Mitmacher auf dem Narrensprung.

Fotos von Inge Veil-Köberle, Musik von David Löhstana

Februar 19, 2017
von upperswabia
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Barocke Lobpreisung der Wissenschaften im Kloster Bad Schussenried

Das Kloster Bad Schussenried mit einem der schönsten Bibliothekssälen ist immer einen Blick wert. Seltener ist dagegen der Besuch des beeindruckenden Chorgestühles in der Pfarrkirche Sankt Magnus auf dem Klosterareal. Dabei gehört es zu den aufwendigsten barocken Holzschnitzereien weltweit. In diesem Meisterwerk von Georg Anton Macheln aus Überlingen wurden 1.000 Figuren und Tiere eingearbeitet. Die sehr feinen Arbeiten sind in Lindenholz geschnitzt. Das Chorgestühl, die Sitzbänke selbst sind aus Nussbaumholz. Die Wangen der Sitze sind ebenfalls mit geschnitzten Figuren aus der Mythologie, Tieren oder auch mit musizierenden Kindern verziert. Viele Jahre wohnte der Holzwurm in dem Chorgestühl, so dass die feingearbeiteten Reliefs mit Wurmlöchern perforiert sind. Die späte Entwurmung im Jahre 1875 hatte zur Folge, dass auch der eine oder andere Kopf fehlt der zarten Figuren. Dies sind also keine Enthauptungsszenen, sondern das Ergebnis des Holzwurmfraßes.

Die Kirche St. Magnus wurde 1185 als spätromanische dreischiffige Basilika erreichtet. Mit dem Einbau des Chorgestühls wurde sie barockisiert. Die Deckenmalereien stammen von Johannes Zick. Sehenswert ist auch die Orgel, die mit prachtvollen Verzierungen ausgestattet ist. Übrigens die Pfarrkirche würde gar nicht mehr an diesem Platz stehen, wenn man sich die Baupläne des Klosters anschaut. Ihre Gebäudeachsen passen nicht in die Symmetrie des Klosterareals. Daher war es geplant diese romanische Kirche mit gotischen Anpassungen abzureißen und leicht versetzt wieder neu aufzubauen. Die geplante Klosterkirche wäre zudem viel größer geworden. Angedacht waren zwei Kirchtürme, die den beginnenden Chorraum flankieren würden. Die ausgetüftelten Pläne dieses großen Klosteranlage wurden nicht vollständig umgesetzt. Vielleicht hat es doch sein Gutes, wenn das Geld ausgeht und Bestehendes erhalten bleibt. Möglicherweise würde es dieses einzigartige Chorgestühl nicht mehr geben.

Im naheliegenden Klostergebäude ist der Schussenrieder Bibliothekssaal zu bewundern. Der Bibliothekssaal (1754-1762) gilt als einer der imponierendsten Raumschöpfungen des süddeutschen Rokokos. Er hat eine Länge von 27 Metern, eine Breite von über 13 Metern und ist mehr als 7 Meter hoch. In der Empore über den Bücherschränken sind die Künste wie Musik, Bildhauerei, Malerei und Architektur abgebildet. Im ovalen Deckengemälde werden die wissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Lehren und Studienschwerpunkte der Prämonstratenser Mönche präsentiert. Es dient der Verherrlichung der Wissenschaften, der Lehren. Beispielsweise ist in einem Feld die Philosophie mit Aristoteles und Sokrates abgebildet. Ebenfalls zu sehen ist der Thron mit König Salomon und der bekannten Geschichte, wie zwei Frauen sich um ein Kind streiten. Das Deckengemälde von Franz Georg Hermann (1692 – 1768) ist ein großartiges Wimmelbuch an Geschichten und Details. Auch Pater Mohr mit seinen entwickelten Flügeln im Flugversuch ist zu sehen. Erwähnenswert sei auch, dass die Bücherschränke, in denen einmal geschätzt 25.000 Bücher standen, bewusst bemalt wurden. Denn die unregelmäßigen einheitlichen gemalten Buchrücken unterstreichen die Einzigartigkeit des Raumes mehr, als die originalen braunen dunklen abgegriffenen Bücher.

Auch wer oft schon im Kloster Bad Schussenried war – es sind immer wieder Details zu entdecken, die man bei der letzten Führung überhört oder wieder vergessen hat. Beeindruckende Baukunst, ein kulturelles Erbe.

Ort: Kloster Bad Schussenried, 88427 Bad Schussenried

Februar 11, 2017
von upperswabia
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Fasnet- Narrenumzug in Ummendorf

Die Ummendorfer Narrenzunft „Ried-Graddla“ hat im Jahr 2017 wieder einen Fasnetsumzug organisiert. Fast 50 Gruppen aus der Region kamen und zogen von einem Ende des Dorfes ans andere Ende. Die Besuchergruppen begrüßten die jeweiligen Gruppen mit ihrem Narrenruf.

Der Ruf der Narren in Ummendorf lautet „Do guck na! D’Graddl kommt a!“
Übersetzt: Da schau her, die Graddl (Hexe) kommt an.

Es sind fast alle der verschiedenen Arten von Hexenmasken, Larven und Masken der schwäbisch- alemannischen Fasnet in dem Video dokumentiert, die an diesem Umzug dabei waren. Und dazwischen die Musiker, Mitmacher und weitere Mitglieder der Gruppen. Von daher kannst Du relaxt auf dem Sofa sitzen und dem Narrenumzug fast zehn Minuten zuschauen.

Musik von David Löhstana. Fotos von Inge Veil-Köberle

Februar 5, 2017
von upperswabia
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Filmschau: Die irre Heldentour des Billy Lynn

Ich habe mir gerade den Trailer angeschaut – nachdem ich den Film „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ im Kino gesehen habe. Bei dieser Art von Filmen ist der exklusive Kinobesuch sicher. Man teilt sich den Kinosaal mit wenigen Menschen.

Bei den Trailern ist es zudem öfters so, dass der Inhalt anders gewichtet wird, als die Haupthandlung nach dem Kinobesuch erkennen lässt.

Der Film handelt von Billy Lynn( (Joe Alwyn), der als Held in Amerika gefeiert wird, weil er im Irakkrieg seinem Kameraden zu Hilfe geeilt ist. Der Trailer endet mit dem Satz: Und was ist wirklich passiert.

Und damit beginnt die Geschichte, die Ang Lee als Regisseur des Filmes erzählt. Das er dieses Thema aufgreift, ließ mich hellhörig werden um den Film zu sehen. Irgendwie traute ich ihm zu, dass er einen Antikriegsfilm erschafft. Doch er hat es anders gelöst, um das Verhältnis der Amerikaner zu Krieg und Show zu dokumentieren. Fein gemacht. Wie in einem Pingpong-Spiel wechselte Billys Erinnerung von Heldenshow zum Kriegs-Einsatz hin und her. Und dieser Bilderwechsel lässt diese groteske Welt eines Soldaten aufleuchten.
Ist es eine Option den Dienst als Soldat aufzugeben? Auch der Satz fällt sinngemäß: „Wir brauchen so Soldaten wie Euch, damit der Krieg gerechtfertigt ist“. Und das Zitat fällt: „Das Publikum vergisst sehr schnell“.  Der Schlusssatz kratzt an der Fassade von Amerika. Je nachdem, ob man die Ironie wahrnehmen möchte.
Die nächste Frage ist dann: „Wer schaut den Film in den USA an?“

Wichtig ist der Film, der sicher für mindestens einen Oscar nominiert wird.

 

Januar 25, 2017
von upperswabia
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Warum nach Ungarn – überraschend anders – 10 Tage Puszta

Im Mai 2016 besuchten wir das erste Mal Ungarn. „Überraschend anders“ wirbt der Tourismusflyer. Im nachhinein – es stimmt. Ungarn, mit seinen Thermen, Nationalparks, seinen verschiedenen Landschaften, der Natur, seiner Kultur und seinen Menschen. Gerne wieder.

Fast eine Woche erkundeten wir die Region in und um Debrecen. Der Name kommt bekannt vor? Die Wurst Debrecziner wurde hier erstmals hergestellt. Die zweitgrößte Stadt Ungarns mit fast 210.000 Einwohnern liegt im östlichen Teil des Landes nahe der rumänischen Grenze.

WÄHRUNG
Ungarn ist Mitglied in der EU, doch bezahlt wird in der ungarischen Währung Forint.
1 Euro entspricht ca. 310 HUF (Ungarischer Forint).

ANREISE
Wir sind mit dem eigenen PKW in Ungarn unterwegs gewesen. Es ist zwingend erforderlich eine Vignette sich für die ungarischen Straßen zu besorgen, am besten im Internet. Die Autobahnen sind sehr gut ausgebaut. Der Straßenzustand kann abenteuerlich werden in abgelegenen Gebieten, ähnlich unseren ungeteerten Feldwegen.

Link zum Kauf der E-Vignette – Maut in Ungarn https://www.tolltickets.com/country/hungary/vignette.aspx

HOTEL

Unser Hotel südlich von Debrecen war das Clubhotel Erdospuszta. Ein Vier*Hotel mit großzügigem Gelände in einem Waldstück. Im Hotel gab es ein Restaurant, einen Wellness- und Fitnessbereich. Weiterhin gab es auf dem Gelände einen kleinen Vergnügungspark für jüngere Kinder (Wasserlauf, Bootsrunde, Kinderboxautos), ein Schwimmbad, ein kleiner See mit Ruderbooten und Tretbooten. Zum Clubhotel gehört ein Bauernhof, der sozusagen seine Ernte frisch und direkt ans Hotel liefert. Ebenfalls kann Reitunterricht in der Reithalle gebucht werden. Pferdeställe sind neben der Reithalle. Beliebt ist das Gelände aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner idyllischen Lage auch bei Hochzeitsgästen. Während unseres Aufenthalts wurden vier verschiedene Hochzeiten gefeiert. Trotzdem war es ruhig in der Nacht.

Wir genossen den abendlichen Aufenthalt im Wellnessbereich nach unseren Tagestouren. Ob Infrarot-Sauna, das Dampfbad, die warmen Wasserbecken innerhalb sowie im Freien. Im Sommer kann es in der Puszta sehr heiß werden. Das Hotel liegt in einem Pinienwald und somit auch im Sommer natürlich vor der Hitze geschützt. Im Restaurant gab es gutes reichhaltiges Frühstück und auch Abendessen. Selbst kalorienarme leichte Kost, genannt Wellness-Menüs wurden angeboten.
Aufgrund der vielen Angebote auf dem Gelände ist der Aufenthalt auch dort kurzweilig.

Webseite des Clubhotels Erdospuszta (mittlerweile 4,5 Sterne!)

Die Innenstadt von Debrecen ist vom Hotel ca. 15 Kilometer entfernt. Es gibt den Hotelservice, der einen in die Stadt fährt und nach Vereinbarung auch wieder abholt. Taxis fahren ebenfalls. So sind wir von der Innenstadt bis ans Hotel für weniger als 9 Euro heimgefahren. Der Preis kann vor dem Start vereinbart werden.


TAG 1 – Hortobágy

Ziel ist das Dorf Hortobágy, das der Namensgeber und Eingang zum Nationalpark ist. Die Straße Nr. 33 ist eine der wichtigsten Straßen in Ungarn, es ist eine ehemalige Handelsroute. Die Straße geht durch den Nationalpark. Am Eingang des Dorfes Hortobágy sind das Vogelkrankenhaus, das Museum sowie Besucherzentrum, die Handwerkerhöfe, das Hirtenmuseum, die Ausstellung der Hortobáger Csárda. Parkplätze sind vorhanden. Mittagessen gab es in der in der Großen Tscharda von Hortobágy. Ein Gasthaus mit traditionellem Essen. Es war gut und preislich haben wir zu viert umgerechnet 30 Euro bezahlt. In Deutschland wäre es doppelt so teuer gewesen.
Mehr lesen über das Vogelkrankenhaus
Mehr lesen über die Museen in Hortobágy


TAG 2 – Ökotourismus Theiß

Die Straße mit der Nr. 33 führt auch zum Ökozentrum der Theiß, ungarisch Tisza am Hafen in Tiszafüred. Der Theiß ist neben der Donau der größte Fluss in Ungarn. Er verläuft von Nord nach Süd. Da die Puszta ein sehr flaches Land ist, wurde sie oft weitflächig überflutet. Deshalb wurden Anfang der 70er Jahre die Bewässerungshauptkanäle reguliert. Wir besuchten den Ökolehrpfad, erfuhren von der Theißblüte und liefen den Lehrpfad der Pákász. Wir wagten eine Kanutour und fuhren nachmittags zur Wasserpromenade (Vizi sétány). Parkplatz und Startpunkt mit dem Boot: 3388 Poroszló, Delfin kikötő . Zum Steg der Wasserpromenade fährt ein Boot. An dem Steg sind mehrere Hütten, die mit Ferngläsern ausgestattet sind, mit denen verschiedene Vögel zu beobachten sind. Es ist ein Vogelnaturschutzgebiet.
Mehr lesen über das Ökozentrum

Auf der Heimfahrt von Tiszafüred nach Debrecen haben wir in der Gaststätte Patkós Csárda gegessen. Sie liegt direkt an der Straße Nr. 33. Essen war gut.


TAG 3 – Sóstó Zoo

50 Kilometer nördlich von Debrecen liegt Nyiregyháza. Dort besuchten wir den Sóstó Zoo. Der größte Zoo mit Tieren, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Auffallend waren auch die vielen Tierbabies.
Mehr lesen zum Sóstó Zoo mit vielen Fotos

Wenige Meter entfernt besuchten wir das Museumsdorf. Ebenfalls nur wenige hundert Meter entfernt ist das Aquarius Bad und das Zoo-Hotel mit einem Eingang in den Zoo.
Mehr lesen zum Museumsdorf

TAG 4  – Größtes Erlebnisbad

Hajdúszoboszló – dieser Ort liegt etwa 25 Kilometer von Debrecen entfernt.
Der Aqua Palace ist das größte Erlebnisbad in Ungarn, sogar in ganz Europa.
Mehr lesen zu diesem Mega Badeparadies

Zum Abendessen waren wir bei Stefan, der sich etwas außerhalb eines kleinen Dorfes ein idyllisches Refugium geschaffen hat. Tuba Tanya nennt er seine Oase, gewidmet einer Tante. In seinem Garten beherbergt er typische ungarische Tiere wie das Langhorn und das Mangalica Schwein (Wollschaf). Er tischt nicht nur ein leckeres Abendmahl auf, sondern unterhält die Gäste mit ungarischer Folklore.
Mehr lesen über Tuba Tanya


TAG 5 – Safari im Nationalpark Hortobágy

Zurück in den Nationalpark Hortobágy. Diesmal stand Safari auf dem Programm. Startpunkt ist wieder das Besucherzentrum. Dort wartet der helle Jeep, mit dem es in die geschützte Zone des Nationalparks geht. Der Nationalpark hat verschiedene Zonen. Wer die Hauptverkehrsstraße N. 33 von Ost nach West fährt, quert den Nationalpark. In diesem Bereich kann die Fläche landwirtschaftlich von Hirten genutzt werden. Die Safaritour wird von einem Führer begleitet und führt in den Kern des Nationalparks. In dem eingezäunten Gebiet leben Przewalski-Pferde,  Auerochsen sowie weitere seltene geschützte Wildtiere.
Mehr lesen zur Safari im Hortobágy Nationalpark

Pferdelieber können nicht weit weg vom Besucherzentrum auch eine Kutschfahrt mitmachen. Nach Großen Tscharda von Hortobágy beginnt die Brücke mit den 9 Löchern (neun Bogen) – ein bekanntes Fotomotiv. Gleich nach der Brücke wird rechts abgebogen und der Straße gefolgt. Vorbei an Weiden, einer Jugendherberge, nach einer Kurve folgt ein Kutschenmuseum und am Ende der Straße ist das Gestüt Hortobágy-Matá. Hier werden die bekannten Nonius-Pferde gezüchtet und gehalten. Es gibt eine kleine Gaststätte. Hier kann man sich anmelden für eine Kutschfahrt, die ebenfalls von einer meist deutschsprachigen Führung begleitet wird. Zu sehen sind Wasserbüffel, Graurinder sowie ein vierspänniges Ochsengespann. Eine Besonderheit ist, dass diese (sehr locker miteinander verbunden sind und NUR auf den Ruf des Kutschers laufen. Neun Monate dauert es bis die Ochsen auf die Rufe des Kutschers reagieren und so zuverlässig und beeindruckend unsichtbar lenkbar sind. Weitere drei folkloristisch gekleideten Reiter zeigen auf ihren Pferden die Reitkünste in der Puszta. Später sieht man noch eine Herde von Zackelschafen. Eine Kutschfahrt mit Führung, die sehr zu empfehlen ist.
Mehr zu lesen über die Kutschfahrt beim Gestüt Hortobágy-Matá


TAG 6 – Stadtrundgang Debrecen

Debrecen ist die zweitgrößte Stadt in Ungarn mit ca. 210.000 Bewohnern. Kultur, Kunst, Genuss, ein Stadtwald, ein begehbarer Springbrunnen, eine Universitätsstadt und ein Science Museum und und und. Kurzum eine Stadt, die nicht nur bei einem Wochenendtrip erkundet werden kann.
Mehr dazu im Überblick zur Stadt Debrecen

 

TAG 7  – Stadtrundgang Kecskemét

Die Stadt wird auch die Obststadt genannt, da die Region bekannt ist für ihren Obstanbau. Beim kurzen Stadtrundgang besuchten wir einen Handwerkermarkt auf dem Platz vor der Kirche und dem wunderschönen Rathaus. Ein Blick in die Eingangshalle lohnt sich und wird vom Wachpersonal erlaubt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TAG 8  –  Homoki Lodge bei Rusza – Luxury Glamping

Die Homoki Lodge ist eine ehemalige Hofstelle, die zu einem luxuriösen Reiterferienort für eine begrenzte Anzahl von Besuchern ausgebaut wurde. Unser Ziel war das Reiten in den Weiten der Puszta. Die Pferde grasten auf der Weide mit Blick auf die Terrasse, auf der wir frühstückten und zu Abend gegessen hatten. An einem Abend war eine Musikergruppe zu Gast, die Volkslieder und mit den Gästen einen ungarischen Tanz einstudierte. Da konnten auch die Tanzmuffel nicht mehr sitzen bleiben. Einzigartig sind die sieben Jurten. Der Inhaber Oliver war im Erstberuf Architekt und hat die Jurten aus wind- und wetterfesten Material entworfen und gebaut. In einer Jurte ist Whirlpool, Fernsehen, Minibar und Sitzgelegenheit sowie Bad eingebaut. Im Bett unterm Jurtendach öffnet ein Rundfenster den Blick in den Nachthimmel.
Link zu Homoki Lodge, Rusza


Tag 9 – Szeged

Nach unserem morgendlichen Ausritt in Rusza sind wir nachmittags nach Szeged gefahren. Es ist die drittgrößte Stadt in Ungarn. Die Stadt wurde 1879 von einem Hochwasser bis auf wenige Häuser zerstört. Der Wiederaufbau wurde nach neuesten Standards von europäischen Großstädten praktiziert. Es gibt Jugendstilhäuser und große Stadtpalais. Imposant ist der Dom. Nach dem Hochwasser entschlossen sich die Bewohner von Szeged eine neue Kirche zu bauen. Der Grundstein wurde 1914 gelegt und 1930 vollendet. Es ist die einzige Kathedrale, die im 20. Jahrhundert erbaut wurde. Ebenfalls beeindruckend ist die Synagoge.


Tag 10 – Bugaz Puszta

Auf dem Weg ins 170 Kilometer entfernte Budapest legten wir noch einen Stopp ein um eine Ungarische Pferdehirten Show in der Bugaz Puszta zu sehen. Am Ende des Dorfes Bugaz ist ein Gasthof, der den Eingang des Nationalparks symbolisiert. Hier können die Eintrittskarten für die Vorführung gekauft werden. Zu Fuß ist es ein 1,5 Kilometer langer Sandweg. Eine Pferdekutsche pendelt zwischen 11.00 und 11.30 Uhr zum Vorführplatz. Täglich von Mai bis September startet um 12.15 Uhr die fast einstündige Show. Weiterhin ist ein Blick in die Stallungen und in das Hirtenmuseum möglich.

Die Show wird in ungarischer, deutscher und englischer Sprache moderiert. Gezeigt wird der legendäre Puszta Fünfer. Ein Reiter steht mit jeweils einem Bein auf einem Pferderücken. Davor sind drei Pferde, die er mit dem Zügel festhält. Er galoppiert stehend mit diesen fünf Pferden. Die Pferdehirten zeigen Geschicklichkeitsspiele wie Hinlegen und Hinsetzen der Pferde sowie die Tradition des Peitschenknallens.


Tag 11 – Ungarns Hauptstadt Budapest

Besuch der Großstadt Budapest mit seinen mondänen Thermen, seinen zahlren Museen, Kulturtempeln, Kirchen und seinem Kulturprogramm.