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Licht Wolkenbilder im ehemaligen Eiskeller

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Das war ein cooles Erlebnis. Eine Kunstausstellung in einem alten Eiskeller der ehemaligen Brauerei Pflug in den Tiefen von Biberach an der Riß. Es ist ein schönes rotes Backsteingebäude in dem ein Getränkemarkt beherbergt ist. Was verborgen blieb, früher war dort ein Eiskeller untergebracht. Hier lagerte das Eis übers ganze Jahr hinweg. Im Winter wurde das Eis aus Weihern und Eisgalgen geschlagen, um es in dem unterirdischen Keller als Reserve zu lagern. Im Sommer wurde es aus dem Keller geholt, um das Bier zu kühlen. Eisabnehmer waren Gasthäuser und Schlachthöfe.

Der Biberacher Künstler Hartmut Hahn hat diesen ungewohnten Ort als Ausstellungsort für seine Arbeiten auserwählt. Seine Wolkenbilder wirken in dieser großen unterirdischen Hallen besonders fluffig, blau, sonnig, hell, mit Licht und Weite vollgesogen. Romantischer Realismus bezeichnet er seine Werke. 42 Treppenstufen geht es über eine sehr enge Wendeltreppe hinab in den Eiskeller. Eine Halle ist 12 Meter hoch. Die auf Leinwand aufgezogenen bemalten Werke wirken teilweise wie Briefmarken, doch sind sie zwischen ein und eineinhalb Meter breit und ebenso hoch. Hahns Bilder wirken wie wenn sie das ganze Licht in diesen eher düsteren Räumen eingesogen haben. Oder anders betrachtet es mitgebracht haben und es wieder ausstrahlen. Auch die Wände in den Kellerräumen haben eine Textur, die im Zusammenhang mit der Malerei erst erkennbar und lebhaft wirkt. Die gemalten Naturräume wirken, wie wenn man in diesen sonnig bewölkten gemalten visualisierten Himmel hineinlaufen könnte. Auf einigen Arbeiten sind Figuren abgebildet. Sie sind ohne Gesicht, ohne Identität und wirken teilweise wie verloren in dem Naturschauspiel der blauweißgrauen Farben. Andere wiederum ziehen gedankenlos oder geschäftig in der Szenerie vorbei.

Hier im Kellerlicht wird die Lichtkraft seiner Arbeiten überdeutlich. Neben den schmuddeligen und unweißen Wänden wird offensichtlich welch Meister des Lichteinfangens Hartmut Hahn ist. Wie romantisch doch Wolken sein können und wie schön ein bewölkter Himmel mit seiner Tiefenwirkung sein kann. In real ist der Himmel weit und unendlich. Hahns Malerei wirkt bei Tageslicht als ein Puzzleteil von dem großen Ganzen. In dem großzügigen Keller, der nur über die enge Wendeltreppe zu erreichen ist, wirken seine Bilder wie ein Tor in himmlische Weiten. Doch kaum im Schwelgen, kommt der dunkle Himmel, die Gewitterfront und schmiegt sich kumpelhaft an die dunkle Kellerwand. Echt stark.

Die Ausstellung war nur an einem Tag. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in den Räumen können die Arbeiten auf Leinwand nicht länger dort bleiben.

Mehr Infos zu seiner Person und seinen Arbeiten unter  www.hartmuthahn.de

Bild 1 Hartmut Hahn, Foto Inge Veil-Köberle

mde

Bild 2 Hartmut Hahn, Foto Inge Veil-Köberle

Bild 3 Hartmut Hahn, Foto Inge Veil-Köberle

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