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Katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist Ummendorf

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Oberschwaben und Barock wird oft in einem Atemzug genannt. Entlang der oberschwäbischen Barockstraße liegen einige beeindruckende Kirchen und Wallfahrtsorte. Oberschwaben ist ländlich geprägt und hat dabei eine sehr wechselvolle Geschichte mit den weltlichen Herrschaften. Die vielen Klöster trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass auch viele kleinere Gemeinden überraschend schöne Kirchen haben. So auch in Ummendorf. Hell freundlich im barock-klassizistischen Stil ist die St. Johannes Evangelist im Jahre 1805 wiedererbaut worden.

St. Johannes Evangelist Ummendorf

Blick in die Ortschronik
Die ältesten entdeckten Spuren im Ortsbereich werden auf die Römerzeit datiert. Es wurden Reste aus einer Ziegelbrennerei die ca. 260 nach Christus ihre Aufgabe hatte. Es gibt auch Spuren nach 650 n.Chr. von den Alemannen. Urkundlich erwähnt ist das Dorf, das 1172 n.Chr. zuerst im welfischen und ungefähr 20 Jahre später im staufischen Dienst stand. Das wichtige Marshallamt von Kaiser Friedrich II hatte der Ummendorfer Hermann inne. Er verantwortete Pferde und Reiter. Ummendorf lag sozusagen auf dem Weg nach Italien für Kaiser Friedrich.

Einige Jahrhunderte später kam Ummendorf samt Pfarrei zur Prämonstratenser Abtei Weißenau. Als dort eher die Geldnot regierte wurde das Dorf 1554 an den Augsburger Patrizier Matthias Manlich verpfändet. Übrigens seine Erben verkauften die Herrschaft 1565 für das 500fache an die Benediktinerabtei Ochsenhausen.
Das Schloss Ummendorf baute Manlich im Jahre 1555.

Chronik der Pfarrkirche Ummendorf
Doch zurück zur Pfarrkirche, die Johannes dem Täufer, Evangelist gewidmet ist. Sie stand schon lange an diesem Ort. In der Pfarrkirche wurde 1239 Judintha von Essendorf bestattet. Kirchlich gehörte die Gemeinde zum Bistum Konstanz. Über das früh- und hochmittelalterliche Gotteshaus ist wenig bekannt. Größere Umbauten sind in der Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgt und dokumentiert. Die Kirche erfuhr einige Umbauten. Zuerst spätgotisch und nur wenige Jahrzehnte später folgte dann ein Spätrenaissancebau. Im Jahr 1717 wurde der Grundstein für eine hochbarocke Wandpfeilerhalle gelegt. Im Turm hingen fünf Glocken. Die Freude an der Barockhalle währte nicht lange Generationen. 1803 brach im Chorraum wieder Feuer aus und zerstörte den Kirchenraum komplett. Stehengeblieben sind die Außenmauer und der Turm. In Rekordzeit wurde dann zwei Jahre später das spätklassizistische Gotteshaus eingeweiht, so wie wir es heute noch weitestgehend besichtigen können. Die Kirche ist mitten im Dorf. Wenige Familiengräber erinnern an diesen Friedhof. Die Sakristei verbindet das Kirchengebäude mit dem Turm.

Der Kircheninnenraum

Der Innenraum ist kreuzförmig mit kurzen Querarmen. Der Saal ist 14 Meter hoch, 30 Meter lang und 19 Meter breit. Im Chorbogen ist noch das Wappenschild des Hauses Metternich zu erkennen. Der Altar, die Kanzel und der Taufstein sind klassizistisch geprägt. Liturgische Mitte ist der Volksaltar (1979) als Tisch des Brotes. Die Nebenaltäre, die Kanzel, die Beichtstühle, das Deckengemälde, der Stuckdekor, die Heiligenfiguren zeugen von einer Frömmigkeit über viele Generationen hinweg.

Blick zum Altar St. Johannes Evangelist Ummendorf

Die Wandbilder im Kirchenschiff zeigen Porträts von Jesus und den zwölf Aposteln. Der Skulpturenschmuck ist auch heute noch ein Hingucker. Dazu gehört der große Palmesel, der meist im Südschiff steht, doch zu Beginn der Karwoche die Prozession begleitet. Die 14 Kreuzwegreliefs (1881) im Chorraum wurden von Bildhauer Lämmle für die Stationskapellen am Kreuzberg erstellt.

Geschnitzte Reliefs der Kreuzwegstationen von Bildhauer Lämmle

Skulptur St. Johannes Evangelist Ummendorf

Skulptur St. Johannes Evangelist Ummendorf

Kruzifix im hinteren Kirchenraum St. Johannes Evangelist Ummendorf

Ein Kruzifix ist im hinteren Kirchenraum zu sehen. Die Skulptur Franz von Assisi schaut zu Jesus am Kreuz empor.

Eine Besonderheit ist auf dem marmorierten Holz aufgebauten Seitenaltar zu sehen. Die spätgotische Madonna gilt als Spätwerk des Bildhauers Hans Multscher. Der Bildhauer und Maler war Mitinitiator der Künstlergruppe „Ulmer Schule“. Ulm war das Zentrum der Spätgotik im süddeutschen Raum, das bis nach Südtirol, Graubünden und auch Franken diesen realistischen Kunstduktus ausstrahlte.

Skulptur Maria mit dem Kind

Übrigens die Ummendorfer Pfeifenorgel ist Rankenwerk, Engeln und Putten verziert. Die Kirchenorgel gehört zu den größten im Dekanat und Landkreis Biberach.

Orgel der St. Johannes Evangelist Ummendorf

Ort: St. Johannes Evangelist, Biberacher Straße 6, 88444 Ummendorf

Link zu Historische Daten und Fakten Ummendorf

Deckengemälde St. Johannes Evangelist Ummendorf

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