Der Theiss-See ist ein künstlicher See (127 km²) und nach dem Plattensee (Balaton) die zweitgrößte Wasserfläche in Ungarn. Der See entstand durch das Anstauen der Theiß (auch Theiss geschrieben, ungarisch Tisza genannt).
Die Theiss ist neben der Donau der wichtigste und größte Fluß in Ungarn. In früheren Zeiten überflutete er oft die Puszta. Deshalb wurde zu Beginn der 70er Jahre die Bewässerungshauptkanäle reguliert. Glücklicherweise kamen längst verschwundene Wasservögel wieder zurück. Der Theiß-See gehört ebenfalls zum Nationalpark und zum Weltkulturerbe. Das nördliche und mittlere Gebiet gehören zum Vogelreservat Theiß-See.
Ein Spazierweg, der für einen Halbtagesausflug lohnt, ist der „Theiß-Blümchen-Weg“. Dieser Lehrpfad, in einem urwaldähnlichen Wald, ist 1,5 Kilometer lang und hat mehre spielerische Aktivitätsstationen – wie beispielsweise Ringe werfen (es sind aus weichen Zweigen geformte Ringe, die auf einzelne stehende Stöcke geworfen werden). Das macht nicht nur kleinen Kindern Spass und macht den Spaziergang abwechlungsreich. Natürlich kann man am Wegesrand auch seltene Pflanzen entdecken, vor allem mit einer fachkundigen Führung.
Ein Aussichtspunkt erlaubt den Blick auf den See „Borzonat“. Mitte Mai blühte hier schon die gelbe Sumpflilie. Ein schöner Anblick an dem 127 km² größen See, der eigentlich aus vielen toten Armen der Theiß besteht und meist nur bis zu 1,20 m tief ist. Neben einer Vielzahl verschiedenster Pflanzen findet man auch über 200 Vogelarten und über 70 Libellenarten.
Folgt man dem Weg, sieht man am Wegesrand plötzlich viele Gummistiefel in verschiedenen Größen hängen. Diese sollte man anziehen, wenn man einen kleinen Abstecher auf den Lehrpfad einschlägt. Hier wird gezeigt, wie Menschen früher im Theißgebiet gelebt haben und beispielsweise gefischt haben. Manchmal haben sie sicherlich auch einen Linienfisch gefangen, den es auch heute noch gibt. Das besondere an diesem Fisch ist, dass er auch Lungen besitzt, durch die er bei Trockenheit atmen kann. Am Ende dieses Lehrpfades zieht man das Boot erneut an einem Seil auf die nächste Seite und wechselt nach dieser Matsch-Erlebnis wieder in die eigenen Schuhe.
Mittlerweile einzigartig ist die Eintagsfliege in dem Theiß Gebiet. Die 10 cm lange Theißfliege gab es vor vielen Jahren überall in Mitteleuropa, mittlerweile nur noch hier an der Theiß. Die Fliege, die zur Gattung der Hafte gehört, ähnelt einer Heuschrecke. Zehn Stationen beschreiben auch in deutscher Sprache das Leben dieser Fliege: nach drei Jahren Entwicklungszeit schlüpft sie zwischen Ende Mai und Mitte Juni. Diese Zeit nennt man auch „Theißblüte“, die dem Weg den Namen „Theiß-Blümchen-Weg“ verleiht. Mehrere Tausend Exemplare schwirren über dem Gewässer, paaren sich, legen Eier und sterben. Ja, die Theißfliege muss sich beeilen, lebt sie als Eintagsfliege doch nur wenige Stunden! Da die Theißfliege sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagiert, steht sie für gutes und gesundes Wasser.
Unser Führer Franz Kiss erzählt, dass bei den Überschwemmungen im Jahr 2000 hochgiftiges Zyan in die Theiß kam. Verursacht wurde dies durch einen Dammbruch in Rumänien. Es bestand die große Furcht, dass die Population der empfindsamen Fliege zerstört wäre und womöglich ausgerottet sei. Doch glücklicherweise waren schon im darauffolgenden Jahr wieder Theißfliegen zu sehen.
Um mehr von diesen weitverzweigten Sümpfen, Wäldern und Wasserwegen zu sehen steigen wir ins Kanu. Die Theiß ist anfangs sehr breit und wir sehen zahlreiche Motorboote fahren. Im ersten Moment war dies ein schöner Anblick, doch brachten die Wellen diese Motorboote unser Kanu manchmal ganz schön in Bewegung. Nicht gerade das, was sich Landratten so wünschen. Was uns auch etwas Schwierigkeiten bereitete, war die Orientierung. Eine Beschilderung suchten wir vergebens und uns war nicht immer klar, ob der Weg nun ins Schilf führt oder unser Wasserweg darstellt. Nach einer Stunde waren wir gefühlt noch nicht sehr weit. Wir hatten Ehrenrunden auf den einzelnen Seeplattformen gedreht und steuerten einen kleinen Hafen an. Die Frau erzählte uns, dass wir wieder ein Stück zurück mussten, weil wir eine Abzweigung verpassten. Dabei waren wir noch auf der übersichtlichen und vielbefahrenen Strecke! Wir entschieden, die Kanutour abzubrechen.
Klar, es gibt Karten, es gibt auch Hinweise, doch keine Hinweisschilder. Da das Gebiet öfters überschwemmt wird, wären diese auch nicht von langer Dauer. Später sagte uns ein junger Mann, im Theißgebiet und seinen vielen Wasserarmen können sich auch Einheimische verirren.
Unsere Empfehlung: Entweder die Kanufahrt mit einem Führer oder die Strecke mit einem Motorboot sozusagen vorher abfahren.
Ausgangsort: Szabics Kikötö (Hafen) és Szabadidöpart, 5358 Tiszafüred
Auf unserer Tour sahen wir schon viele Vögel rechts und links. Wir können nur ahnen, welch seltene scheue Arten uns vielleicht in den abgelegenen Wasserstraßen begegnet wären.
Die Topadresse um Vögel zu beobachten ist das Vogelreservat, die Wasserpromenade, das mit einem kleinen Boot vom Ufer (Delfin Hafen, Poroszló) erreicht werden kann. Das Vogelreservat Theiß-See – Vízí Sétány – hat lange Stege zwischen Schilf, die zu Beobachtungshütten und zu einem Aussichtsturm führen. In diesen Beobachtungsschutzräumen ist ein Vogelexperte des Nationalparks, der die Vögel und ihre Besonderheiten zeigen und erklären kann. Ein Muß für jeden Ornithologen. Dank an Ágnes Kemecsel für die Sensibiliserung für diesen Vogel-Naturschutzpark und die Vielfalt der Lebenswesen in diesem Naturschutzgebiet.
Link über den Nationalpark zur Infoseite
Link zur Wasserpromenade ( Vizisetany )
Startpunkt: Delfin Kikötö (Delfin-Hafen), Poroszló



































Ein Lokal, dessen Interieur schon das Interesse weckt. Da muss noch keine Band oder sonstiges Event geboten sein. In einem Raum ist die Decke mit Schlagzeugbecken behängt … kurzum ein überlegtes Zusammenhängen von Fundstücken vom Schrottplatz und Flohmarkt.
Zsuzsa Petró beeindruckt uns, sie läuft am Gehege vorbei, ruft einen Tiernamen und der Blick des Tieres dreht sich zu ihr. Die Tiere kennen sie und sie weiß von jedem Tier (Säugetier) den Namen, in welchem Jahr es geboren wurde oder wielange es schon im Zoo lebt. Sie ist ein wandelndes Zoolexikon. Seit 16 Jahren arbeitet sie hier, sie ist im Erstberuf Lehrerin, hat hier in den Ferien gearbeitet und ist geblieben. „Es ist meine Familie“, sagt sie und wenn man wieder den Blick des Tieres auf sie gerichtet sieht, ihrem Wissen lauscht, dann hegt man keinen Zweifel mehr.
Bei den Schimpansen fiel ein Tier auf, das kaum Haare auf dem Kopf hatte. „Das Männchen ist bereits 55 Jahre alt“, erzählt Zsusza. Bei einem Durchschnittsalter von rund 25 Jahren erklärt sich diese dünne Haarpracht des Menschenaffen. Ebenfalls wissenswert: die ältere Orang-Utan-Dame, die sich ein Tuch über den Kopf legte ist wie eine Kinderkrankenschwester, sie hilft jüngeren Orang-Utan-Weibchen bei der Aufzucht der Kinder.




















































Der Filzmantel des Hirten war je nach Reichtum und Rangordnung aufwendig bestickt. Dagegen bestand der Alltagsmantel aus dem Fell eines Zackelschafes. Auch am Hut konnte genau erkannt werden, aus welcher Region der Träger kommt und welchen Rang er hat. Der Hut musste so stabil gefilzt sein, dass der Hirte darauf stehen konnte. Ein solcher Hut schützte auch vor Stockschlägen. Die Hirten hatten zudem sehr aufwendig geschnitzte Werkzeuge.
Herzlichen Dank an László Lisztes, der uns die Geschichte der Hirten mit seiner Person und seinem Wissen interaktiv wiederbelebt hat.






Im Vogelkrankenhaus sind sechs Angestellte beschäftigt und zwei Freiwillige, die am Wochenende aushelfen. Im Nationalpark Hortobágy können Mäusebussarde (Egerészólyom), Seeadler (Rétisas), Weißstörche (Fehér Gólya), Steinkauz (Kurik), Schleiereulen (Gyöngybagoly) und sehr seltene Vogelarten beobachtet werden. Im Herbst verweilen mehrere tausend Kraniche einige Tage im Nationalpark bevor sie weiter nach Afrika in ihr Winterquartier ziehen. Es muss ein gigantisches Naturschauspiel sein.

Bei Autodesk habe ich von dem 3D-Drucker erfahren, der mittlerweile auch Metall druckt und so für Brückenbau und auch im Flug- und Fahrzeugbau verwendet werden kann. Die Brücke wurde in Amsterdam gebaut. 