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Kloster Schloss und Münster Salem

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Der Besuch der Kloster- und Schlossanlage Salem beeindruckt. Das Schloss und Kloster Salem  mit seinem Münster stand schon sehr lange auf meiner Wunsch-Besuchsliste in Oberschwaben. Die Größe der Kloster- und Schlossanlage ist beim Vorbeifahren nicht zu erkennen. Beeindruckend auch das drittgrößte gotische Kirchengebäude in Baden-Württemberg, das Münster. Im ehemaligen Prälaturgebäude sind die repräsentativen Räume wie der Kaisersaal zu großen Teilen im Originalzustand untergebracht. Auch der ehemalige Speisesaal der Mönche und heutiger Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde zwischen Prälatur- und Konventgebäude angeordnet präsentiert eine detailreiche Stuckdecke. Der Kreuzgang führt ins Münster. Auf dem Gelände sind weitere historische Gebäude zu sehen. Ein Großteil der Schloss- und Klosteranlage wurde vom  Markgrafen aus Baden im Jahr 2009 an das Land Baden Württemberg verkauft.

Die Gartenanlage mit seinen Buchsfeldern, den beiden unterschiedlich hohen Labyrinthen wirken großzügig und elegant. Das Labyrinth lässt keine Verirrung und es bereitet Freude entlang den grünen Wänden sich leiten zu lassen.

Das Schloss bzw. das ehemalige Prälatur- und Konventgebäude des Klosters kann mit einer Führung besichtigt werden. Ausgenommen sind die Privaträume des Markgrafen von Baden in diesem Gebäudeteil. Der Eingang ist ein Tor, in das eine Kutsche hineinfahren konnte. Die Gäste konnten somit trockenen Fußes im Gebäude aussteigen. Das Pferdegespann drehte im Innenhof und fuhr das andere Tor hinaus. Eine Einbahnstraße im Gebäudekomplex.

Vornehm war es. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde 1134 gegründet. Nach der Säkularisation, der Verstaatlichung der Klöster wurde es 1802 Sitz des Markgrafen von Baden. Im Schloss scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die ehemalige Reichsabtei gehörte zu den wohlhabendsten und bedeutendsten Abteien im Bodenseeraum. Ein verheerender Brand zerstörte das Kloster 1697. Es wurde wieder aufgebaut von dem Baumeister Franz Beer von 1697 bis 1706. Beer baute mehrere barocke Klosteranlagen wie in Obermarchtal sowie Klosterkirchen wie in Weingarten.

Die zweite Blütezeit erlebte das Kloster als Zentrum des südwestdeutschen Rokokos. Die aufwendigen Stuckarbeiten an Wänden und Decken im Kaisersaal und im heutigen Betsaal präsentieren dies. Ob die Tapete (bemalte hauchdünne Lederbahnen) an der Wand, Sitzbänke, Tische oder der aufwendige Parkett in den repräsentativen Räumen – es ist alles im Original erhalten und zu sehen, ja zu begehen. Zwar verflüchtigte sich das eine oder andere Original auf wundersame Weise, wie das Uhrwerk in einer Wanduhr. Doch vielleicht taucht es wieder auf, so die Hoffnung. Das Schloss ist übrigens im Winter von November bis Ende März geschlossen. Es ist einfach zu kalt in den Räumen.

Der Betsaal war früher der Speisesaal der Mönche. Der Saal hat eine sehr aufwendige Stuckdecke. Das Essen, die Tagesration für die Mönche war sehr bescheiden. Ein Pfund Brot und eineinhalb Liter Wein gab es einmal täglich. Auch Gewürze und Gemüse wurde nicht verwendet. Es war zu kostbar. „Und mehr Essen konnten sich die Mönche bei der opulenten Decke abschauen und vorstellen“, wird erzählt. Auch die Wärme sollten sich die Mönche vorstellen, der Speisesaal wurde nicht geheizt. Der mit Porzellankacheln bekleidete Ofen sei nicht benützt worden.

Die Lebenserwartung eines Mönches lag bei 27 Jahren. Übrigens wurde die Abtei von 300 Mönchen und Laienbrüdern bewirtschaftet.

Die Klosteranlage ging nach der Säkularisation 1802 in den Besitz des Markgrafen von Baden, seither wurde auch von Schloss Salem gesprochen. Im Jahr 1920 wurde die Internatsschule Schloss Salem eröffnet.

Das Münster in Salem wurde 1285 begonnen. Es ist der drittgrößte gotische Kirchenbau in Baden-Württemberg. Das Kirchengebäude ist 20 Meter hoch und hat eine Länge von 66 Meter. Außen wirkt der Bau schlicht während innen eine Vielzahl von Bögen und Pfeilern, 27 Alabaster Altäre, ein Chorgestühl im frühen Klassizismus und ein Hochaltar, der von allen Seiten gut sichtbar ist wirken.

Erwähnenswert ist auch der 60 Meter hohe Glockenturm den Abt Anselm auf dem Kirchendach errichten ließ. 16 Glocken wurden darin aufgehängt und geläutet. Es war das größte Glockengeläut seiner Zeit (1753 bis 1807). Die Statik der Kirche war dem allerdings nicht lange gewachsen und so wurde nach über 55 Jahren der Turm wieder rückgebaut.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind beim Rundgang zu sehen: Hofgarten, Unteres Tor, Marstall, Pfarrhaus Seliger Bernhard von Baden, Pferdeschwemme, Unterer und Oberer Langbau, Torkel und Küferei, Historische Schmiede und Altes Gefängnis, Oberes Tor, Sennhof, Gotisches Haus, Altes Schulhaus, Schauweinberg, Prälatenweg und das Neues Museum mit Museumscafé.

 Anfahrt nach Salem Öffnungszeiten im Kern von 9.30 bis 17.30 Uhr, genauer siehe Öffnungszeiten Salem.

Ort: Kloster und Schloss Salem, 88682 Salem

Weitere Links:

Kloster und Schloss Salem
Baumeister Franz Beer 

er Klosteranlage nach dem Brand

 

 

 

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