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Hopfen riechen und zwischen den Fingern zerreiben.

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Eine Hopfendolde riechen, zwischen den Fingern zerreiben, das ist ein Muss in Oberschwaben. Der Duft riecht frisch und feinwürzig und soll beruhigend wirken. Die Hopfenernte ist rund um Tettnang bis Friedrichshafen in vollem Gange. Zuschauen, wie die acht Meter langen Hopfenranken auf dem Feld von der Leine gerissen werden, auf den Anhänger fallen und auf den Hof und in die Halle gefahren werden. Dort werden die Hopfenranken wieder in eine Maschine eingehängt. Diese schüttelt und trennt die Dolde vom Laub. Über mehrere Förderbänder wird die Hopfendolde sortiert und selektiert und in den Trockenraum transportiert. Von dort wird sie in Säcke abgepackt. Im Hopfenmuseum gibt es Führungen und der Verarbeitung kann zugeschaut werden.

Die Hopfenernte in Tettnang ist ein Erlebnis. Manche träumen von der Lavendelernte in der Provence. Doch in Oberschwaben kann das grüne Gold mit seinem herb frischen Duft ganz in der Nähe geschnuppert oder es kann die Dolde zwischen den Fingern gegleitet oder zerrieben werden. Es ist einen Ausflug. Mitte September, wenn die Hopfenfelder kahl sind werden die Säcke in die ganze Welt, ob Japan oder in die USA, versandt. Ziel sind Brauer, die den Aromahopfen für ihre Bierspezialitäten brauchen. Die Käufer sind sich sicher, das Naturprodukt kann nicht ersetzt werden.

Die Ernte des Hopfens in Tettnang startet jedes Jahr um den 25. August und endet je nach Hopfensorte am 10. September. In einer kurzen Zeit werden über 1200 Hektar geerntet. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn wenn der Hopfen reif ist, muss er schnell geerntet werden, da eine Braunfärbung der Dolden zu einem Qualitätsabzug führt. Rund um Tettnang wird hauptsächlich der Aromahopfen angebaut. 99 Prozent der weltweiten Hopfenernte werden für das Brauen von Bier verwendet. Nur ein Prozent geht in die Pharma- oder Kosmetikindustrie.

Angefangen hat der Hopfenanbau übrigens 1844, als der Unteramtsarzt Dr. Fidelis von Lentz den ersten Musterhopfengarten in Tettnang pflanzte. Seine Idee war, dass dort wo Wein wächst, auch der Hopfen gedeihen müsste. Und so war es. Zeitnah wurde die Schwäbische Eisenbahn in den Bodenseeraum gebaut. Dies wiederum führte dazu, dass der Hopfen in die große weite Welt transportiert werden konnte. Der Hopfenanbau stieg rasant an, anfangs waren es 300 Hektar Wein und nur 3 Hektar Hopfen. Im Jahr 1884 waren es rund 650 Hektar und übertraf den Weinanbau bei weitem. Im Jahr 1875 wurde die erste Deutsche Hopfenausstellung in Tettnang gezeigt. Schon damals errang der feine Aromahopfen aus Tettnang Goldmedaillen.

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Ort und Führungen im HopfenMuseum Tettnang, Hofgut 20, Tettnang-Siggenweiler
Lage via Googlemaps

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 1 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 2 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 3 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfensteg Tettnang 4 – oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang - oberschwaben-welt

Hopfenernte Tettnang 5 – oberschwaben-welt

 

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