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Schwäbisch Alemannische Fasnet

Wenn ich als Tourist in der Karnevalzeit nach Oberschwaben kommen würde, dann würde ich mir die Schwäbisch Alemannische Fasnet anschauen. Und sonst als Oberschwabe, Wahloberschwabe, Baden-Württemberger und so weiter natürlich auch. Es ist skurril. Je nach Umzug stehen tausende Menschen rechts und links von der Hauptstraße und schauen vermummten Menschen zu. Sie haben alle Gewänder an und sind nicht erkennbar ob Männlein oder Weiblein. Die Masken sind aus Holz geschnitzt und können freundlich, grimmig, traurig, heiter, furchterregend wirken. Es scheint so, dass das menschliche Gemüt in eine Maske gepackt wurde. Übrigens diese Vollvermummung des Gesichtes wird auch Larve genannt. Das Wort Larve wird meist als eine Art Raupe verwendet, die sich in einen Schmetterling verwandelt. So kann dies sicherlich auch für so manchen Hästräger verwendet werden. Oft schaut aus einer hässlichen Maske einen doch ein nettes Gesicht an.
„Häs“ wird das Kostüm genannt, das die Narren tragen. Das komplette Kostüm, das die Narren in der schwäbisch-alemannischen Fasnet wird nicht gewechselt. Es wird jedes Jahr getragen und wer nicht mehr mitmacht, gibt es dem Neuling in der Zunft oder seinen fast erwachsenen Kindern weiter. Übrigens die Kinder tragen selten Masken, weil diese sehr schwer und auch sehr teuer sind.

Die schwäbisch-alemannische Fasnacht oder Fasnet wird im südwestdeutschem Raum gefeiert und in Teilen der Schweiz (Nordost und Zentralschweiz). Es nehmen viele Hexen an den Umzügen teil, dazu muss man wissen, dass diese erst Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Davor gab es die meist freundlichen Masken, die nach Weihnachten bis zur Fastenzeit die Bürger, die geistlichen und die weltlichen Herrscher ins Gespräch verwickelten und Themen hinterfragten, die sonst tabu waren. Es ist also eine Art weiterentwickelter Hofnarr.

Übrigens die schwäbisch-alemannische Fastnacht wurde im Dezember 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Häufigster Ablauf der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, Fasnet, Fastnacht im süddeutschen Raum:

6. Januar – Heilige Drei Könige:
An Dreikönig werden die Masken (Larven, es gibt noch einen Begriff Schemen) abgestaubt. Die ersten Narrenumzüge und Veranstaltungen finden statt.

Es gibt Besonderheiten in den jeweiligen Orten. Erwähnenswert ist auch das „Klepfen oder Schnellen der Peitsche“ die Narren erzeugen damit einen markanten Knall (Markdorf, Pfullendorf, Weingarten, Überlingen) Fuhrmannspeitsche“.

Donnerstag vor Aschermittwoch
Mit dem Gumpigen Donnerstag oder Schmotzige Dunnschtig startet der Höhepunkt der Fasnet. Dicht sind die Ereignisse und es gibt auch lokale Spezialitäten wie die Fasnetsküchle (ähneln dem Gebäck „Berliner“ oder dem Dresdner „Pfannkuchen“.

Fasching ist jedes Jahr an einem anderen Tag. Berechnet wird dies rückwärts. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühjahrsbeginn gefeiert. Der Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit liegt 46 Tage vor dem Ostersonntag. Und der Fasnetdienstag (oder Faschingsdienstag, Karnevaldienstag) ist vor dem Aschermittwoch.

Wer mehr darüber erfahren will, wie Ostern festgelegt wird – siehe Link Berechnung des Osterdatums auf Wikipedia

 

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