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Film: Das brandneue Testament

Das brandneue Testament ist ein Film über den trefflich diskutiert werden kann, weil er Sätze aus dem Testament aufgreift und neu anstrahlt.  Der Film kann auch nur unter dem Aspekt Satire angeschaut werden oder absurd benannt werden. Geht auch. Läuft auch.

Gott lebt und er wohnt in Brüssel. Anders wie es im alten Testament steht hat Gott zuerst eine Stadt und zwar Brüssel geschaffen. Da diese Stadt ziemlich grau und langweilig war setzte er noch zwei Menschen rein und hat einen heiden Spaß Chaos und Unglück in die Welt zu setzen. Der Typ Gott lebt mit seiner Frau und seiner Tochter Ea in einer 3-Zimmer-Wohnung. Der Bruder Jesus kam irgenwie ums Leben und steht als Statue auf der Komode. Die Tochter ist 10 Jahre alt und cool drauf. Sie war nur noch nie draußen, weil es keine Wohnungstür nach draußen gibt. Ihr Vater arbeitet in einem Raum, in dem sie nicht rein darf. Der Raum ist hoch und rundum mit Aktenschubladen ausgestattet, mittig steht ein Computer in dem Gott seine Spielchen mit den Menschen produziert. „Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild“, dieses Zitat aus der Bibel hörte ich kurz danach wieder im Gottesdienst unserer Gemeinde. Das gibt einen ganz anderen Blick auf diese Filmgottfigur. Gott ist im Film ein selbstgefälliger gewalttätiger schmudeliger Typ. Er schlägt seine Tochter und mißachtet seine Frau. Das Gegenteil, was uns als Vorbild gepredigt wird. Nichts zu spüren zum Thema gütiger Gott. Er ist ein Ekel.

Seine Tochter trotzt und schleicht sich in seine Homeoffice und hakt die Daten im Computer und sendet die Todestage per SMS an jeden einzelnen Menschen. #Deathleak wurde diese Aktion genannt. Danach flieht sie durch einen Geheimgang und landet bei den Menschen. Im neuen Testament ist ja die Rede von 12 Aposteln. Allerdings sagte Eas Bruder zu ihr: Such dir weitere sechs Apostel. Mama ist Baseballfan und da besteht ein Spiel aus 18 Mitgliedern. Ea sucht sich also willkürlich sechs weitere Apostel, Weibliche und Männliche. Und jede Person bringt so ihre eigene allzu menschliche Geschichte mit. Der bekannte Todestag löst bei den Menschen wie zu erwarten neue Denkprozesse aus. Auf einmal gibt es wichtigeres zu tun als Kriege zu führen. Ein heiterer Aspekt ist der junge Mann, der noch zig Jahren leben wird und deshalb alle Möglichkeiten eines Selbstmordversuches ausprobiert. Kurzum ein Film der das bekannte Testament etwas rüttelt und schüttelt. Penner Vincent hat nach Anweisung von Ea die Aufgabe diese Geschichte, das „brandneue Testament“ aufzuschreiben.

Ein Flächenbrand wird der Film nicht auslösen und als Grundlage für ein neues Testament wird der Film auch nicht werden. Der Bibelsatz (Moses, 1, 27): „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er sie“ bekommt bei diesem Ekel an Filmgott eine neue Sicht. Dazu gesellt sich die Frage, welche Bedeutung hat der Tod in unserem Leben? Warum verändern Menschen ihr Leben erst, wenn es begrenzt wird. Und der Film läuft seit einem Monat in den Kinos, je nachdem wo man wohnt in Oberschwaben. Deutschlandweit betrachtet genießt er Popularität. Ach, ebenfalls ein Aspekt: Sind wir religiöser, wenn wir unsere Religionsschriften nicht ganz so ernst nehmen?

Link zur Webseite des Filmes DAS BRANDNEUE TESTAMENT

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