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Da gibt es einen, der ruft drei Menschen an und steckt sie mit seinem Virus an. Dieser eine war Gerhard Ruhenstroth. Rosemarie Härle, Gabriele Traub und Elmar Braun wurden gefragt, ob sie mitmachen wollten in der Werkstatt der Firma Härle Innenausbau eine Kunstausstellung zu zeigen. Spontan, kurzfristig, nach einem Kennenlernen und los ging es mit der Planung der Kunstausstellung, kurz vor Weihnachten. Der charismatische Ruhenstroth hatte sie vereint.

Die Schreinerei ist gekehrt und blitzeblank aufgeräumt. Die Produktion steht still. Ruhenstroth: „Normalerweise liegen hier Späne und es wird gearbeitet, Maschinen sägen Holz zu, es wird geschliffen. Nach Maß werden Möbel, Wohnwände, Küchen angefertigt und selbstverständlich formschön und funktionell. Nun ruht für einige Tage die Produktion. Die beurlaubten Maschinen stehen im Kontrast zu aufgestellten Wänden an denen Werke hängen, die gemalt, gezeichnet, mit Farben komponiert wurden. Ob Abstraktes, kubistisches, eine Aktzeichnung in Tusche oder Impressionen von Städten und Landschaften, Skulpturen und Objekte aus Holz. Es ist für jeden Betrachter und Besucher eine Arbeit dabei, welche beeindruckt.

Elmar Braun zeigt Holzskulpturen. Die Struktur des Holzes steht im Vordergrund, die Form und die Farbe. Er bearbeitet das Holz, es wird weggesägt, dem Holzstück seiner Ursprünglichkeit nachgegeben. Im Innenausbau muss sich das Holz seiner späteren Funktion zu einem viel höheren Anteil unterordnen. Bearbeitetes Material im Kontrast zu „Soviel wie nötig“.

Gabriele Traub zeigt Zeichnungen – männliche und weibliche Akte, Körperstudien und farbintensive kubistische abstrakte Formspielereien. Es lässt sich trefflich darüber diskutieren: Siehst Du auch die Kaffeetasse? Und beim nächsten Bild – ist es ein Profil oder ein Urtier?  Gesellschaftskritisch ihre Werke mit dem großen Augapfel nach dem Motto „Es wird zugeschaut“.  Umso mehr fällt auf, wie das runde Auge sich im Drehrad der nahestehenden Maschine wiederspiegelt. Interpretationen und eigene Gedankengänge erwünscht.

Auch Rosemarie Härle hat zahlreiche Talente und die Malerei ist ein Hobby von ihr. Sie konnte es berufsbedingt lange nicht ausüben und hat sich in den letzten Jahren intensiver damit auseinandergesetzt. Ob zarte feine Aquarellbilder oder farbintensive Malereien in Acryl. Ob Landschaften oder der Blick auf die Blumenwiese, abstrakte Farbkompositionen in leuchtenden harmonischen Farben. Die Bilder wirken leicht, zufällig und sind doch genauestens ausbalanciert und lebendig.

Gerhard Ruhenstroth zeigt seine Bleistiftzeichnungen aus den Orten, an denen er als Dozent gearbeitet hat. Ob im orientalischen Dubai oder in Biberach. Es ist eine kleine Retrospektive seiner verschiedenen Arbeitsphasen. Auch Erinnerungen an seine Lehrmeister, die am Bauhaus unterrichteten. Ruhenstroth ist wie eine Brücke zwischen der Entstehungsgeschichte des Bauhauses und heute. Damals als Handwerk, Kunst und Design revolutionär zusammengeführt wurde. Das Handwerk aufgrund der künstlerischen Formensprache neu überdacht und definiert wurde. Er ist ein Zeitzeuge, da er Kontakt zu den damaligen Dozenten und Lehrmeistern wie Georg Muche, Johannes Itten, Josef Albers hatte und auch heute noch Kontakt zu deren Nachfahren hat. Bauhaus und seine Geschichte – Ruhenstroth ist es wichtig, dass die Ideen, die Formensprache des Bauhauses heute immer noch im Handwerk zu finden sind oder wiederentdeckt werden.

Die Ausstellung ist noch von Samstag 4. Januar bis Montag, 6. Januar bis 17 Uhr geöffnet.
Innenausbau Härle, Wittenaustraße 18, 88444 Ummendorf

"Spannung" - Draht auf Wachs von Elmar Braun - Foto ivk

„Spannung“ – Draht auf Wachs von Elmar Braun – Foto ivk

Rotation von Gabriele Traub - Foto ivk

Rotation von Gabriele Traub – Foto ivk

Skulptur "Schäfer" und Bild "Tor" von Rosemarie Härle - Foto ivk

Skulptur „Schäfer“ und Bild „Tor“ von Rosemarie Härle – Foto ivk

Zeitscheibe - Elmar Braun - Foto ivk

Zeitscheibe – Elmar Braun – Foto ivk

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