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Der Dokumentarfilm „Die Blutritter“ von Douglas Wolfsperger wird 10 Jahre alt

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Der Dokumentarfilm „Die Blutritter“ von Douglas Wolfsperger wird 10 Jahre alt. Im Film werden verschiedene Teilnehmer der größten Reiterprozession in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, porträtiert. Am Blutfreitag, Freitag nach Christi Himmelfahrt, startet jedes Jahr eine Männerwallfahrt zu Pferde. Der Film gibt Einblick in eine zeitgenössische Volksfrömmigkeit.

Ein Film, den ich jeder Person, die in Oberschwaben lebt oder zu Gast ist, wärmstens empfehle und sehr gerne innerhalb einer Gruppe gemeinsam anschaue. Denn danach gibt es immer wieder Diskussionen. Garantiert. So auch letztes Jahr, als wir in einer Gruppe am Blutfreitagabend den Film anschauten und zwei Reiter, direkt von Weingarten hinzukamen und den Film mit ihren Erfahrungen bereicherten.

Daher – Grund das 10jährige Jubiläum des Filmes zu Feiern am 28. Mai um 19 Uhr ins Kulturzentrum „Linse“ in Weingarten. Frei nach dem Motto – gemeinsam lässt es sich besser reden, lachen und Eindrücke austauschen. Filmregisseur Wolfsperger wird auch da sein. Der Film soll noch in weiteren Kinos in Oberschwaben gezeigt werden.

Am Freitag den 30. Mai, dem Blutfreitag, kann dann der Reiterprozession in Weingarten, die über Baienfurt wieder zurück ins Klosterareal führt, live zugeschaut werden.

Der Film geriet schon bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2004 in heftige Kritik. Den einen war der Filminhalt zu wenig historisch, den anderen zu schräg, wieder anderen nicht katholisch genug, einige störten sich daran, dass er nicht fromm genug sei oder die Reliquie nicht in den Mittelpunkt des Filmes stellte. Regisseur Douglas Wolfsperger setzte verschiedene Teilnehmer in den Mittelpunkt. Der Dokumentarfilmer porträtierte oberschwäbische Zeitgenossen, ihre Motivationen und Weltanschauungen, dringte zu existenziellen Fragen über Glauben und Partnerschaft vor.

Für mich ein Film, der kurzweilig, amüsant, ungewöhnlich, emotional berührend und auch irritierend ein Porträt von verschiedenen Blutreiter-Teilnehmern aufzeigt. Ob Metzger,  Bäcker, Krankenpfleger, Rentner und Bestatter, Imker-Ehepaar, ein Indianerfreund, ein Abt und ein schwules Pärchen – sie erzählen von ihrer Weltanschauungen. Hintergrund bildet die Wallfahrt am Blutfreitag, das ist der Freitag nach Christi Himmelfahrt,  in Weingarten. Alljährlich nehmen circa 3000 Reiter in Frack und Zylinder mitsamt ihren Pferden an diesem mehrstündigen Ritt teil, der eine Reliquie ehrt, in der ein Tropfen vom Blut Christi aufbewahrt sei. Reiterinnen sind nur als Ministrantinnen zugelassen bei dieser Männerwallfahrt. Der Film gibt eine Ahnung, wie seit Generationen die Tradition und Spiritualität erhalten bleibt, um an der größten Reiterprozession in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, teilzunehmen.

Link zur Website von Douglas Wolfsperger und der Filminfo
Link zum Kulturzentrum Linse in Weingarten

 

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